Vietnamkrieg und Medien -US Trauma, am Fernsehen verloren?

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Vietnamkrieg und Medien -US Trauma, am Fernsehen verloren?

Beitrag von Admin am Sa Jan 17, 2015 11:58 pm

Warum ging der Vietnamkrieg verloren?

Zu einem wichtigen Teil wurde der Vietnamkrieg an der Medienfront verloren. Die "Liveübertragungen" des Todes amerikanischer Söhne direkt am Fernsehschirm, aber auch die Berichterstattung über Massaker der GIs an der vietnamesisichen Bevölkerung (My Lay) liessen diesen Krieg so unpopulär werden, dass schliesslich ein allmählicher Rückzug angestrebt wurde, der "Vietnamisierung des Konflikts" genannt wurde, aber zur niederlage Südvietnams führte.

Hier die englische wiki:

https://en.wikipedia.org/wiki/U.S._news_media_and_the_Vietnam_War

Auch an der "Musikfront" wurde der Krieg verloren:

http://www.brucespringsteen.it/DB/sd3.aspx?sid=78

und hier sogar eine ganze Liste von Antivietnamkrieg Liedern:
https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_anti-war_songs

Die Rolling Stones waren im Film "full metal jacket" von Kubrick, den wir hier viewtopic.php?f=75&t=4544 besprochen haben, viel gespielt worden.

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Re: Vietnamkrieg und Medien -US Trauma, am Fernsehen verloren?

Beitrag von Marek1964 am Do Feb 05, 2015 9:11 pm

Orianne schrieb:1. Das Massaker von Mỹ Lai 1968

2. 1968, tötete Nguyen Ngoc Loan, Polizeichef in Saigon, den gefangenen Vietcong Nguyen Van Lem mit einem Kopfschuss, dieses Bild ging auch um die Welt.

3. Das nackte mit 1000 Grad heissem Napalm-Gelée auf der Haut weinende Mädchen*, das 1972 auf eine Gruppe GIs zurannte, und dann vom Fotografen Nick Ut in ein Krankenhaus gebracht wurde. Dieses Bild war in den Staaten ein Schock, selbst Nixon meinte, dass das Bild eine Fälschung sei, das war es aber nicht. Die Nixon Administration fürchtete die Veröffentlichung dieses Bildes.

Das Foto kam durch einen deutschen Journalisten in die Weltpresse. Viele Experten meinten, dass ohne diese Aufnahme der Krieg von den Vereinigten Staaten 1973 gegen Nordvietnam in Paris nicht beendet worden wäre.

* Das Mädchen hiess Kim Phuc, es war 1 Jahr und 2 Monate im Krankenhaus, und musste fast 20 Operationen durchleiden, und auch heute als promovierte Ärztin und Mutter hat sie immer noch Schmerzen, da 30 % ihres Körpers verbrannt wurde.
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Re: Vietnamkrieg und Medien -US Trauma, am Fernsehen verloren?

Beitrag von Marek1964 am Do Feb 05, 2015 9:15 pm

Sehr gute Zusammenfassung, Orianne. Und ja: ein Bild sagt mehr, als 1000 Worte.

Hier die links zu den Bildern:

http://en.wikipedia.org/wiki/Nguy%E1%BB ... n_L%C3%A9m
http://terakopian.files.wordpress.com/2 ... am-001.jpg

Ich würde den Vietnamkrieg, als überzeugter Antikommunist, so zusammenfassen: Pressefreiheit, militaristische Idiotie, politische Konzeptlosigkeit. Ein Unverständnis, was da abging, aber man muss auch sehen: Hätte man die Pressefreiheit unterdrückt, hätte es auch anders kommen können.

Der Film Full metal jacket zeigt eigentlich sehr gut, warum.

http://geschichte-forum.forums.ag/t70-kubricks-full-metal-jacket-vietnam-krieg-wie-realistisch

Man hatte auch die wichtigen Parameter eines Guerillakriegs wenn nicht vergessen, so zumidest nicht erfolgreich umgesetzt.

Werde das noch in den betreffenden Threads ausführen.
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Re: Vietnamkrieg und Medien -US Trauma, am Fernsehen verloren?

Beitrag von Waldi am Mo März 23, 2015 6:45 am

Peter Scholl-Latour war ein Kenner in diesem Teil der Erde.
Seine Bücher sind mehrfach ausgezeichnet -

"Der Tod im Reisfeld"

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Re: Vietnamkrieg und Medien -US Trauma, am Fernsehen verloren?

Beitrag von Marek1964 am So Apr 19, 2015 10:19 am

Orianne schrieb:

2. 1968, tötete Nguyen Ngoc Loan, Polizeichef in Saigon, den gefangenen Vietcong Nguyen Van Lem mit einem Kopfschuss, dieses Bild ging auch um die Welt.

Dieses Bild ist hier: http://geschichte-forum.forums.ag/t356-bleiben-staatliche-verbrechen-ungesuhnt
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Re: Vietnamkrieg und Medien -US Trauma, am Fernsehen verloren?

Beitrag von Moschusochse am Mi März 30, 2016 3:25 pm

Eine Frage, die ich mir bei der Durchsicht dieses Threads durch den Kopf geht - wiese dachte man in den USA nicht an Zensur? War die nicht möglich?
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Re: Vietnamkrieg und Medien -US Trauma, am Fernsehen verloren?

Beitrag von Wallenstein am Mi März 30, 2016 4:17 pm

Moschusochse schrieb:Eine Frage, die ich mir bei der Durchsicht dieses Threads durch den Kopf geht - wiese dachte man in den USA nicht an Zensur? War die nicht möglich?

Die Pressefreiheit ist in den USA im ersten Verfassungszusatz festgeschrieben und gilt in den Vereinigten Staaten als ein besonders hohes Rechtsgut.

Die Militärs hätten allenfalls versuchen können, die Bewegungsfreiheit der Journalisten vor Ort einzuschränken. Das hat man dann im ersten Golfkrieg 1990 gemacht.

Heute versucht man, Informationsfreiheit mit Verweis auf die nationale Sicherheit einzuschränken. Mit abschreckenden Gerichtsurteilen und der Ausforschung von Telefonanschlüssen, mit willkürlichen Verhören an Flughäfen und Abstrichen am Informanten Schutz gehen die Behörden gegen investigative Journalisten und deren Hinweisgeber vor. Das aber alles hart am Rande der Legalität.

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Das Russel Tribunal

Beitrag von Marek1964 am Sa Dez 17, 2016 11:58 am

Einen interessanten Punkt zum Vietnamkrieg gehört das Russel Tribunal. Nach meinem Wissen auf seine Weise einmalige Tribunal, ohne jede Rechtswirksamkeit, aber mit hohem Imageschaden an der US Politik.

wiki schrieb:Das erste Russell-Tribunal, auch unter der Bezeichnung Vietnam War Crimes Tribunal (englisch für „Vietnam-Kriegsverbrechen-Tribunal“) bekannt, wurde 1966 von dem britischen Mathematiker, Philosophen und Literaturnobelpreisträger Bertrand, Lord Russell, sowie Ken Coates und weiteren Beteiligten, unter dem Dach der Bertrand Russell Peace Foundation (Bertrand-Russell-Friedens-Stiftung) ins Leben gerufen. Ziel des Tribunals war die Untersuchung und Dokumentation US-amerikanischer Kriegsverbrechen im Vietnamkrieg nach 1954.

https://de.wikipedia.org/wiki/Russell-Tribunal

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