Die Pyramiden im Sudan - Pyramiden von Meroe

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Die Pyramiden im Sudan - Pyramiden von Meroe

Beitrag von Anticus am Fr Feb 03, 2017 12:11 am

Angeregt durch das Rätsel von Skeptik, wonach es im Sudan mehr Pyramiden gibt, als in Ägypten, habe ich mal nachgesehen und dieses hier gefunden:

https://de.wikipedia.org/wiki/Pyramiden_von_Meroe

Demnach gibt es im Sudan tatsächlich mehr Pyramiden als im alten Ägypten, allerdings wurden sie später gebaut und sich doch deutlich kleiner als ihre berühmten Antipoden.
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Re: Die Pyramiden im Sudan - Pyramiden von Meroe

Beitrag von Skeptik am Fr Feb 03, 2017 5:24 pm

Die Nubier scheinen doch eine große Bedeutung für das späte Ägypten gehabt zu haben.
Doch um die Pyramiden der Nubier hat sich die frühe Archäologie eher stiefmütterlich gekümmert. Man war noch der Meinung den Schwarzen jegliche Kultur absprechen zu müssen. Die erstaunliche Kultur Nubiens wollte man sich nur so erklären, daß es sudanesisch-libysche Herrscher waren und der Niedergang nur durch Vermischung mit der schwarzen Bevölkerung zu erklären ist.

Wir wissen von Pyramiden von Meroe, Pyramiden von al-Kurru, Pyramiden von Nuri, Pyramiden vom Berg Barkal.

In al-Kurru befindet sich das Grabmal von Pije, auch Pi'anchi, Piye, Pianchy, Piankhy. Er war der zweite Pharao (König) der kuschitischen 25. Dynastie Ägyptens. Er regierte von etwa 746 bis 716 v. Chr. Während seines 20. Regierungsjahres eroberte Pije in einem Feldzug von Süden kommend Ägypten bis zum Nildelta.

Von ihm stammt die erste ost-west-orientierte Pyramide. Nahe seiner Grabpyramide wurden die Lieblingspferde des Königs in separaten Schachtgräbern stehend und mit dem Kopf nach Süden beigesetzt. Piye war der erste der sogenannten schwarzen Pharaonen - eine Reihe von nubischen Königen, die über ganz Ägypten für drei Viertel eines Jahrhunderts als die 25. Dynastie dieses Landes herrschten.

Die Vernachlässigung der nubischen Geschichte spiegelt nicht nur die Weltanschauung der Zeit wider, sondern auch eine kultähnliche Faszination mit den Leistungen Ägyptens - und eine völlige Unkenntnis der Vergangenheit Afrikas. "Als ich zum ersten Mal nach Sudan kam," erinnert sich der Schweizer Archäologe Charles Bonnet, "sagten die Leute: "Du bist verrückt! Es gibt keine Geschichte dort! Es ist alles in Ägypten!"
"Es war ein Königreich völlig frei von Ägypten und ursprünglich, mit eigenem Baustil und Beerdigungsbräuchen", sagt Bonnet. Diese mächtige Dynastie ging ebenso wie Ägyptens Mittleres Reich auf die Zeit um 1785 v. Chr. zurück.

So schickten die Pharaonen der 18. Dynastie (1539-1292 v. Chr.) Armeen, um Nubien zu erobern und Garnisonen am Nil zu errichten. Sie installierten nubische Häuptlinge als Verwalter und schulten die Kinder der begünstigten Nubier in Theben. Die Elite-Nubier begannen sich die kulturellen und spirituellen Bräuche Ägyptens anzueignen, ägyptische Götter zu verehren, besonders Amun, sie nutzten die ägyptische Sprache. Die Nubier waren wohl die ersten, die von Ägypten geprägt wurden. Wer wäre besser in der Lage gewesen, Ägypten in seinen früheren Zustand der Macht und Heiligkeit zurückzuführen?

Die ägyptischen Priester sahen nach Süden und fanden ihre Antwort - ein Volk, das, ohne in Ägypten beheimatet zu sein, Ägyptens spirituelle Traditionen bewahrt hatte. Wie der Archäologe Timothy Kendall von der Northeastern University sagt, die Nubier „seien katholischer geworden als der Papst“.

Hier ein sehr informativer und interessanter Text dazu:

http://ngm.nationalgeographic.com/print/2008/02/black-pharaohs/robert-draper-text


https://de.wikipedia.org/wiki/Nubische_Pyramiden

https://de.wikipedia.org/wiki/Pyramiden_von_al-Kurru

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