Der Luftkrieg über Deutschland

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Der Luftkrieg über Deutschland

Beitrag von Wallenstein am Mo Feb 13, 2017 11:16 am



Zuletzt von Wallenstein am Mo Feb 13, 2017 11:28 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Der Luftkrieg über Deutschland

Beitrag von Wallenstein am Mo Feb 13, 2017 11:20 am

Dieser Beitrag wurde verschoben:

Wittgenstein schrieb:Phosphor auf rote Kreuze - Dresden 1945


“In riesigen Dimensionen leuchteten von den Dächern die roten Kreuze in weißem Felde. Die Genfer Konvention hatte diese Kennzeichnung so vorgeschrieben. Alle Nationen der Welt verpflichteten sich, diese Zeichen zu respektieren. Das Leben der nicht mehr Kampffähigen sollte geschützt werden. An diesen vielen Lazaretten lag es wohl, daß der Volksmund behauptete, Dresden werde nicht angegriffen. Dresden sei zur Stadt der Verwundeten erklärt worden. Die Bomben und Phosphorkanister fragten nicht, ob Fabriken, Wohnstätten oder Krankenhäuser. Sie explodierten dort, wo sie niederfielen. Nicht ein Krankenhaus oder Lazarett blieb verschont.

Als der Vollalarm einsetzte, richteten sich die armen, vom Kriege Gezeichneten in ihren Betten auf. Unruhig tasteten die Hände der Blinden über die Bettdecken. Wie ängstliche, flatternde Vögel sahen die Bewegungen der feinnervig gewordenen Finger aus. Die Beinamputierten dagegen stützten sich auf ihre stark gewordenen Arme. Auf den geballten Fäusten balancierten sie zu zu den Fußenden ihrer Betten. Nervös eilte das Pflegepersonal umher. Bevor jedoch jeder recht begriffen hatte, welche Gefahr drohte, zischten schon die Stabbrandbomben in die Baracken. Einige Phosphorkanister zerplatzten auf den Dächern. Glühender Phosphor schoß an den Fenstern vorbei. Es sah aus, als wenn ein Platzregen leuchtende Wassermassern herabschütten würde. Aber diese Ströme bestanden aus Feuer. In die Baracke sauste eine der neuartigen Benzinbrandbomben hinein. Beim Aufschlag schoß eine Benzinflamme von vier Metern Länge heraus und setzte die Betten in Brand. Wilde Schmerzensschreie gellten auf. Einige verbrannten, ohne noch einen Laut von sich geben zu können. Eine unbeschreibliche Panik brach aus. Blinde liefen mit nackten Füßen in Phosphor hinein. Beinamputierte hüpften auf ihren Fäusten den Ausgängen zu. Hilferufe von allen Seiten! Aber der Höhepunkt war noch nicht erreicht. Weiter prasselten die Bomben erbarmungslos auf die Ärmsten der Armen hernieder, denen der Dank des Vaterlandes versprochen worden war. Und dieses Vaterland konnte sie nicht einmal in ihrem Elend vor weiteren Verwundungen, Verbrennungen und vor dem Tode schützen.

Und Gott schwieg. Gab es noch einen Gott? Er ließ es zu, daß die Kreaturen, die er nach seinem Ebenbild erschuf, jämmerlich gequält wurden, jämmerlicher umkamen als jemals Menschen zuvor. Und mit diesen Blinden und Beinlosen die Einwohner einer Großstadt und 500000 Flüchtlinge, die dem entsetzlichen Rasen einer entfesselten Kriegsfurie wehrlos ausgeliefert waren..

Ein grotesker Anblick. Die hüpfenden, tastenden Kriegsopfer in ihren gestreiften Anzügen. Die Blinden sprangen hoch, wenn sie in glühende Asche traten. Mit eckigen, ruckartigen Bewegungen hasteten die Beinamputierten auf ihren blutenden, verbrannten Fäusten dahin. Auch hier dieser ekelhafte, scharfe Geruch verbrannten Fleisches. Beizender Qualm, der die Lungen verpestete. Der Phosphorregen, dieser Teufelssaft, floß in nicht enden wollenden Strömen von oben herab. Tonnen hingen am nachtdunklen Himmel. Oder waren es Fallschirme, an denen der Tod zur Erde langsam herabsank? Aus windmühlenartigen Flügeln spritzte brennender Phosphor. Wo er auftraf, erstarben Mensch, Tier und Pflanze. Ein tolles Feuerwerk der Vernichtung.

Aus den Gluten der Baracken flohen die Kriegsversehrten. Blinde trugen Beinamputierte, die ihnen den Weg wiesen. Ein Zug dieser Elendsgestalten, grausiger, als eine erhitzte Phantasie ihn sich vorstellen konnte, flüchtete zu den Gittern. Dann standen sie vor den hohen, verschlossenen Eisengittern, vor den Eisentoren. Niemand besaß einen Schlüssel! Aber sie mußten herauskommen. Die Bäume, das Gras brannten, dazu die Hitze der brennenden Baracken.

Menschenpyramiden wurden errichtet. Die Blinden standen übereinander und hoben die Beinamputierten hinauf, ließen sie jenseits der Eisengitter zu Boden fallen. Niemand hemmte ihren Fall. Keine hilfreiche Hand streckte sich ihnen entgegen. Dumpf schlugen die Körper auf. Manche blieben liegen, manche hasteten, auf ihre Fäuste sich stemmend, davon. Spaten, was nur irgendwie ihren Lauf unterstützen konnte, klemmten sie sich in die Achselhöhlen. Schreiend humpelten sie auf blutenden Beinstümpfen davon. Später fand man sie. Lebende und Tote. Zwischen verkohlten Bäumen und Büschen und schwarzem Gras. Die blau – weiß gestreiften Kittel zerfetzt, blutgetränkt, verbrannt.”

( Rodenberger, Axel, Der Tod von Dresden – Ein Bericht über das Sterben der Stadt – , Landverlag GmbH, Dortmund 1951, S. 86 ff. )

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Re: Der Luftkrieg über Deutschland

Beitrag von Wallenstein am Mo Feb 13, 2017 11:26 am

Zu diesem Thema habe ich früher auch einmal einen Beitrag geschrieben. Ich habe ihn aber nicht aus einem Buch übernommen, sondern selber verfaßt nach zahlreichen, mir vorliegenden Informationen und Recherchen. 1943 wurde fast meine ganze Verwandtschaft ausgebombt und meine Tanten erzählten mir häufig darüber. Ich selbst bin 1944 geboren, habe also nichts miterlebt.

Operation Gomorrha 1943. Der Luftangriff auf Hamburg


Ende Juli 1943 brach über die Stadt Hamburg ein wahrhaft biblisches Strafgericht herein, welches nicht zufällig bei den Alliierten den Codenamen Operation Gomorrha trug, eine Reihe dicht aufeinanderfolgender Luftangriffe, die 35.000 Menschen das Leben kosteten und einen großen Teil der Stadt unwiderruflich zerstörte. Die gesamte Altstadt wurde vernichtet und später nicht wieder rekonstruiert. Wo früher einst dichte Wohnbaubesiedelung vorherrschte, gibt es heute breite Straßen, weite, offene Plätze oder Gewerbebauten. Alte Fotos zeigen, dass sich das Bild der Stadt durch den Angriff völlig verändert hat und das heutige Hamburg nur noch wenig Ähnlichkeit mit dem Hamburg vor dem verhängnisvollen Angriff im Juli 1943 besitzt.

Die gesamte Operation bestand aus zwei amerikanischen und fünf britischen Luftangriffen. Die Amerikaner griffen tagsüber an und ihre Bomben hatten das Ziel, Industrieanlagen und Teile des Hafens zu zerstören. Die englischen Angriffe erfolgten in der Nacht und richteten sich gegen die Wohnviertel. Sie sollten primär die Bevölkerung demoralisieren und ihren Widerstand brechen. Militärisch waren sie sinnlos, da keine kriegswichtigen Industriebetriebe getroffen und die Wehrmacht in ihrer Operationsfähigkeit dadurch nicht beeinträchtigt wurde. Die gezielte Terrorisierung der Zivilbevölkerung war aber Teil eines Planes, der vor allem von dem Commander der Royal Air Force, Luftmarschall Arthur Harris, auch bekannt als „Bomber Harris“ konzipiert worden war. Er entwickelte eine Angriffskonzeption, die einen sogenannten Feuersturm auslösen sollte, da der Zerstörungsgrad, der durch normale Sprengbomben erzielt wurde, als nicht ausreichend erachtet wurde. In Hamburg funktioniert diese neue Strategie erstmals und wurde daraufhin als „Hamburgisierung“ bezeichnet.

Bei den nächtlichen Angriffen Ende Juli 1943 wurden die zu bombardierenden Stadtteile zunächst mit Leuchtbomben markiert („Tannenbäume“) und Stanniolstreifen abgeworfen, welche die deutschen Funkmessgeräte wirkungslos machten. Die Flakgeschosse der Abwehr verpufften wirkungslos in der Luft und die Briten hatten kaum Verluste. Anschließend wurden schwere Luftminen abgeworfen, die heftige Explosionen auslösten. (Sogenannte „Blockbuster“ = Wohnblockknacker, eigentlich eine Bezeichnung für besonders erfolgreiche Kinofilme). Dadurch wurden die Dachstühle fortgeblasen und die Fensterscheiben zertrümmert. Außerdem zerstörten sie teilweise die Wasserleitungen und verschütteten die Straßen mit Trümmern, um so Löscharbeiten zu erschweren. Der gleichzeitige Abwurf von Bomben mit Zeitzündern sollte Löscharbeiten unmöglich machen.

In einer zweiten Welle wurden Phosphorbomben abgeworfen, um die hölzernen Dachstühle in Brand zu setzen. Das Feuer fraß sich schnell vom Dachboden bis in die unteren Etagen vor, da es durch die zerstörten Fenster reichlich Nachschub an Frischluft bekam. Dadurch entstand der beabsichtigte selbstverstärkende Rückkopplungseffekt, bei dem das Feuer sich durch den entstehenden Luftzug erheblich verstärkte und ausdehnte. Es entstand der erwünschte „Feuersturm“. Durch den breitflächig entstehenden Brand stieg die Temperatur in den Straßen zeitweilig bis auf 2.000 Grad an, die Luft wird dann glühend heiß und ist nicht mehr atembar. Wenn die menschlichen Körper nicht verbrennen, werden sie vollkommen dehydriert und erwachsene Menschen schrumpfen auf eine Größe von nur noch 30 cm zusammen, so dass die Rettungsmannschaften später glaubten, sie hätten es mit Kleinkindern zu tun. Zahlreiche Menschen erstickten in den Bunkern, die heiße Luft führte zur Verklumpung der Atmungsorgane und die Lunge verwandelte sich in eine Art Zementbrocken.

Der erste Nachtangriff vom 24. auf den 25. Juli 1943 richtete auf Grund von Fehlabwürfen noch vergleichsweise wenig Schaden an. Nur der Angriff vom 27. auf den 28. Juli führte zu dem erwünschten Feuersturm und in dieser Nacht starben ungefähr 30.000 Menschen. Auch die anderen Luftangriffe waren nicht mehr so erfolgreich.

Anschließend verwandelte sich Hamburg in eine Geisterstadt. Die bombardierten Viertel wurden gesperrt, da überall unter den Trümmern Leichen lagen und Krankheiten verbreiteten. Außerdem gab es jede Menge Blindgänger, die immer wieder explodierten. 900. 000 Menschen mussten die Stadt verlassen und wurden außerhalb untergebracht. Die Räumung der Viertel wurde zumeist von KZ-Häftlingen vorgenommen. Erst Ende 1943 kehren die Bewohner langsam wieder zurück.

Trotzdem schlug den Briten später kein Hass entgegen. Als Anfang Mai 1945 die englischen Panzereinheiten die Stadt besetzten, kamen ihnen, so erzählte mir meine Mutter, überall Frauen und Mädchen entgegen und überreichten den Soldaten Blumen, überall wurde gelacht, getanzt, geflirtet. Wollten sich die Frauen nur bei den neuen Machthabern einschmeicheln? Ich weiß es nicht. Der Gauleiter Koch hatte im Mai 1945 Hamburg zur offenen Stadt erklärt, es gab keinen sinnlosen Endkampf. Vielleicht die einzige gute Tat seiner ruhmlosen Regentschaft.

Die Hamburger sind nicht nachtragend. England und Hamburg verbindet seit Jahrhunderten, vielleicht aufgrund der Seefahrt, eine enge Freundschaft. Daran änderten auch die Kriege nichts. Ich erinnere mich noch genau an das Jahr 1965, die englische Königin kam zu Besuch. Die sonst kühlen Norddeutschen waren völlig aus dem Häuschen. Überall hieß es: Die Queen kommt! Die Queen!“ Und als sie dann auf der Tribüne des Hamburger Rathauses stand und winkte, da drehten sie alle völlig durch. Erstaunlich, hatten doch viele der jubelnden Passanten die Operation Gomorrha noch selber erlebt, aber auch meine Tante, die ihre Schwester bei dem Angriff verloren hatte, schwenkte begeistert das britische Fähnchen. Warum auch nicht? Die Vergangenheit können wir nicht mehr ändern, wohl aber die Zukunft positiv gestalten.

In meiner Jugend war in Hamburg alles schick, was mit England zu tun hatte, natürlich vor allem wegen der Musik. Hatten doch die Beatles bei uns ihre Karriere begonnen und für jeden Hamburger Jugendlichen war es ein Muss, einmal nach London zu fahren. Mit der Fähre war das ja kein Problem.

Nur der „Bomber Harris“, er erfreut sich auch in seinem Heimatland keiner großen Popularität. Sein 2012 in England errichtetes Denkmal wurde immer wieder beschädigt und war Ziel von Protestdemonstrationen. Und selbst deutsche Politiker zeigten sich „befremdet“ über so eine „Ehre“ für diesen umstrittenen Commander.

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Re: Der Luftkrieg über Deutschland

Beitrag von Skeptik am Mo Feb 13, 2017 1:53 pm

Engländer zeigten, was sie von Bomber Harris hielten:

https://www.google.de/search?q=Monuments+of+Bomber+Harris+in+UK&biw=2493&bih=1235&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ved=0ahUKEwiw0_jS_4zSAhXBNxQKHflsB8AQ7AkIMQ#imgrc=KNDm1z14DC7-UM:

Diese Statue wurde 1992 vor der Royal Air Force-Kirche St. Clement Danes in London errichtet. Sie wurde von Königin Elisabeth, der Queen Mother enthüllt. Sie blickte sehr erstaunt, als sie von Demonstranten ausgepfiffen wurde. Einige schrien: „Harris war ein Krimineller!“

In seinen Memoiren war Arthur Harris überzeugt: "I do not personally regard the whole of the remaining cities of Germany as worth the bones of one British Grenadier."

Ein kerniger Deutscher, der Kanzler Bismarck gab ihm dafür die Vorlage: "Der Balkan ist nicht die Knochen eines einzigen pommerschen Grenadiers wert."

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Re: Der Luftkrieg über Deutschland

Beitrag von Klartext am Mo Feb 13, 2017 2:16 pm

Bomber Harris zu verehren finde ich für 1992 eigentlich auch nicht mehr angebracht - es hätte sicher andere, die es mehr verdient hätten, ein Denkmal zu bekommen.

Hier aber gerade ein aktuelles Thema: http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/schon-eure-grosseltern-haben-fuer-dresden-gebrannt-st-pauli-fans-verhoehnen-dresdner-bombenopfer-verein-entschuldigt-sich-a2047647.html

St.Pauli Fans verhöhnen Dresdner wegen den Bombenangriffen - wissen die nicht mehr, dass auch Hamburg angegriffen wurde?

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Re: Der Luftkrieg über Deutschland

Beitrag von Marek1964 am Mo Feb 13, 2017 11:10 pm

Wallenstein schrieb:Trotzdem schlug den Briten später kein Hass entgegen. Als Anfang Mai 1945 die englischen Panzereinheiten die Stadt besetzten, kamen ihnen, so erzählte mir meine Mutter, überall Frauen und Mädchen entgegen und überreichten den Soldaten Blumen, überall wurde gelacht, getanzt, geflirtet. Wollten sich die Frauen nur bei den neuen Machthabern einschmeicheln? Ich weiß es nicht. Der Gauleiter Koch hatte im Mai 1945 Hamburg zur offenen Stadt erklärt, es gab keinen sinnlosen Endkampf. Vielleicht die einzige gute Tat seiner ruhmlosen Regentschaft.


Die Erklärung dürfte vielschichtig sein. Was ich aus dem Film Tadellöser und Wolff entnehme, die in Rostock spielte, und wo die Bewohner hofften, es kämen die Engländer und nicht die Russen. Hamburg ist nicht soweit weg und so war man froh, dass die Briten kamen, die sich von allen Siegernationen am wenigsten durch Vergewaltigungen bemerkbar machten - weniger als Amerikaner oder Franzosen, von den Sowjets ganz zu schweigen. Und dann gibt es immer Frauen (ich sage politisch korrekt nicht, dass es alle oder auch die Mehrheit war), die sich immer zu den Siegern zugezogen fühlen.

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Re: Der Luftkrieg über Deutschland

Beitrag von marylinjackson am Di Feb 13, 2018 5:56 pm

Auch am heutigen Jahrestag der Bombardierung Dresdens 1945 wird wieder der Toten gedacht.
Nach neuesten historischen Untersuchungen waren es  25 000 statt 300 000.

In der heutigen Gedenkrede zum Jahrestag der Zerstörung Dresdens sieht Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer einen klaren Schulterschluss der Gesellschaft gegen Extremismus. "Wir überlassen es nicht den Rändern, dieses Datum zu besetzten", sagte er im Südwestrundfunk. Den Vorwurf, die sächsische CDU habe sich in der Vergangenheit nicht deutlich genug von rechten Gruppen abgegrenzt, wies er zurück. Der Kampf gegen Rechtsextremismus, "gegen überhaupt jede Form von Extremismus, gehört zu unserem Selbstverständnis dazu".

aus:
/www.mdr.de/sachsen/dresden/ticker-gedenken-dresden-100.html

Im vorigen Jahr wurde dieser Gedenktag gleichzeitig als ein Gedenktag an die Opfer des syrischen Bürgerkriegs begangen. Dieses Jahr stehen sich zusätzlich zu den Bürgerkriegsparteien jetzt Soldaten der NATO-USA den Soldaten NATO-Türkei in Syrien gegenüber.
Das Gedenken an zivile Opfer wird vorläufig nicht aufhören, denn Extremismus heißt Fanatismus auf allen Seiten.

Es bleibt zu hoffen, dass es bei uns zu keinem Bürgerkrieg kommen wird.
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Re: Der Luftkrieg über Deutschland

Beitrag von Lorimara am Mi Feb 14, 2018 6:05 pm

Der Opfer in Syrien zu gedenken, das kann man natürlich tun. Nur, der Bürgerkrieg (er wird noch so genannt) in Syrien, entstand anders, als der 2. WK.
Der sogenannte Luftkrieg über Deutschland, den hätte es nie gegeben, hätte es kein Hitler und kein Hitlerdeutschland gegeben.
Dieser Gedanke ist immer in mir, wenn es um das Gedenken der Opfer der Luftangriffe in Dresden geht.
Ausserdem: warum wird nicht auch so sehr dem Luftangriff auf Hamburg gedacht, der auch verheerend war?
Noch schlimmer ist doch der Umstand, dass Erdogan gerade einen türkischen Luftkrieg gegen Zivilisten in Syrien führt. Und keiner macht etwas. Die Nato schaut zu!!!!
Wie kann das sein?
Wieso wird ein Erdogan nicht isoliert in der NATO - in Europa?
Ich fasse das nicht.
Und ja, ich hoffe natürlich auch, dass es nie zu einem Bürgerkrieg oder Krieg in Europa kommen wird, wir alle hoffen wohl auf ewigen Weltfrieden. Den werden wir aber nie erreichen können, so lange es Menschen gibt.

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Re: Der Luftkrieg über Deutschland

Beitrag von marylinjackson am Do Feb 15, 2018 10:32 am

Hätte es kein Hitler gegeben...
Das ganze deutsche Wahlvolk hat es mit seinen Kindern eben büßen müssen. So läuft das immer. In Dresden und auch woanders gab es keine mutigen Leute, die mit der weißen Fahne kapitulierten. Sie haben sich alle wie hypnotisiert weggeduckt und auf ein Wunder gewartet, und das im 7. Kriegsjahr. Die Soldaten, als Väter ihrer Kinder und Männer ihrer Frauen, wussten, dass bei Kapitulation und Desertation der Tod drohte.

In Syrien ist das nicht anders.

Warum ergeben sich heute nicht alle syrischen Kämpfer? Sie sind fanatisiert und gar nicht müde von der ebenfalls 7-jährigen zerstörerischen Auseinandersetzung. Nein, sie wollen sich nicht einmal an einen Tisch setzen, um zu verhandeln. Der pure Hass ist in den Gesichtern zu sehen, wenn sie sich vor der Kamera präsentieren. Kein Mitleid haben diese Leute mit ihren Frauen und Kindern.
Die Zivilbevölkerung aus dem Krieg heraushalten, geht eben nicht! Gerade sie hat alle Möglichkeiten, die Männer und Väter  zu beeinflussen, endlich zu kapitulieren.

Sollte Mitleid nur ein Gefühl der Zivilisten sein? Ich wehre mich sehr dagegen.
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Kämpfen bis zu Endsieg-welcher Sinn steckt dahinter?

Beitrag von marylinjackson am Sa Feb 24, 2018 8:15 pm

So wie 1945 die letzten Bastionen des Faschismus erbarmungslos von den Alliierten zerbombt wurden, bombardiert Assad vor Damaskus die extremistische salafistische Hochburg in Ost-Ghuta, die von der Türkei unterstützt wird. Diese Extremisten könnten sich ergeben, was sie aber nicht zu tun gedenken. Auf ihre Frauen und Kinder nehmen sie keine Rücksicht.
Das entsetzt mich am meisten.
Die Situation in Syrien ähnelt der damaligen in Deutschland in den letzten Kriegstagen.
Russische und amerikanische Kampfflugzeuge erproben jetzt ihre neuesten Waffen in Syrien, leider gegeneinander und nicht miteinander.
Das militärische Chaos wird durch die Kurden,Türken und Israelis noch vergrößert.

Die UN ruft seltsamerweise die extremistischen Rebellen nicht zur Kapitulation auf, wenigstens könnte sie es versuchen.

Die großen Fotos von weinenden syrischen Kindern heute in meiner Zeitung sollten endlich die Herzen ihrer Väter erweichen, die aber "bis in den Tod" weiter kämpfen wollen.

Was solche Fotos bei uns bezwecken sollen, verstehe ich nicht.
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Re: Der Luftkrieg über Deutschland

Beitrag von van Kessel am So Feb 25, 2018 11:36 pm

ich denke, dass man die Bombardierungen deutscher Städte in WK II mit 'Flächenbombardements'*, nicht mit einem irren Bürgerkrieg in Syrien vergleichen kann, wo sich eine geheime, fanatische Armee von Kopfabschneidern, in einer Großstadt zwischen der Bevölkerung versteckt.

Hier wäre so denke ich, ein Vergleich mit dem Kampf zweier Armeen in einer Großstadt anwendbar. Vulgo: Stalingrad. Diesen Kampf scheut aber jeder militärische Führer, weil Häuserkampf zu den erbärmlichsten Dingen eines Krieges zählt. Daher wird von Seiten der Syrer und Moskau, lieber die ungezielte Vernichtung von allem was da kreucht und fleucht, angewendet.

Würde man die Uhr zurückdrehen, könnte man sehen, dass der IS erst durch die massiven Waffenanlieferung der USA in den Stand gesetzt wurden, den Irak - und dann Syrien -zu überrennen (auch weil die Armeen des Diktators Saddam Hussein) außer Funktion gesetzt waren.

Die dumme USA haben es noch nicht begriffen (oder wollen es nicht begreifen) dass fremde Völker die US-Geschichten von OK-Corral', als bare Münze verstehen. Wie kann sich ein Volk als kulturell hochstehend begreifen, wenn es noch immer einer Ideologie des schnellen Colts anhängig ist?

* mit einem beabsichtigten Feuersturm, wo zuerst Phosphorbrandbomben die Dächer abfackelten, damit die nachfolgenden Sprengbomben und Luftminen, besser die Gebäude platt machen konnten. Wo die großen Feuer den Luftsauerstoff abzogen und ein wirklicher Feuersturm durch die Straßen fegte.

van Kessel

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Re: Der Luftkrieg über Deutschland

Beitrag von van Kessel am So Feb 25, 2018 11:48 pm

Krieg der Bilder
sollen auch dazu dienen, die sich auflösenden IS-Reihen, wieder zu schließen. Sie sollen dumme Mädchen und Buben, welche gerne das Abenteuer ihres Lebens finden möchten, in diese Terrororganisation locken.

Die stereotypen Bilder, von rennenden Männern mit verwundeten? Kindern im Arm lassen doch den Verdacht aufkommen, dass hier massiv gefakt wird. Sicherlich gibt es tote Menschen wenn Bomben fallen, aber die Opfer werden auch immer wieder missbraucht für die eine oder andere Seite.

Sollte uns doch schon vor Jahrzehnten der sogen. body-count in Vietnam weismachen, dass diese kriegsgeile Nation von Sieg zu Sieg eilt; wir wissen es doch inzwischen besser, oder?

van Kessel

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