Die soziale Marktwirtschaft - Grenzen und Möglichkeiten

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Die soziale Marktwirtschaft - Grenzen und Möglichkeiten

Beitrag von Marek1964 am Do Mai 04, 2017 11:52 pm

Überleitung von hier http://geschichte-forum.forums.ag/t1091-war-die-fluchtlingskrise-vorhersehbar#11875

van Kessel schrieb:Die Ansichten einer Frau Merkel werden dem Souverän nicht offenbart. Sie hält es mit Friede, Freude, Eierkuchen...und ihrer Realität. Und diese Realität heißt Wachstum. Dies ist ihre Botschaft und die Botschaft der Leute, für die sie steht, und das ist nicht der deutsche Wahlbürger.

Industrie und Handwerk wollen Kasse machen. Dies geschieht zweckmäßigerweise mit Billigstarbeitskräften (denn Arbeit ist ein großer Posten in der Kalkulation). So hat sie alle eingeladen, nach Deutschland zu kommen, um das BIP zu schaffen.

Nichts boomte so massiv, wie die Schaffung neuer Wohnungen für... Flüchtlinge. Da konnte sogar in Gebieten gebaut werden, welche Jahrzehnte als Streuobstwiesen von einer Bebauung ausgenommen waren. Ihr getreuer Ekkehard (der Innenminister de Maiziere) muss es dem Volk verklickern, dass dies notwendig ist und für die einhergehenden Probleme, wären die Linken, Rechten, AfD oder das Wetter verantwortlich.

Alles wird und wurde eingespannt, die Flüchtlinge als Bereicherung, Notwendigkeit und christliche Aufgabe zu verstehen. G'schissen auf die Gesellschaft, sie hat gefälligst zu akzeptieren, dass es den Deutschen nur gut geht, wenn es der Wirtschaft gut geht; Basta!

So löffelt der brave Deutsche weiterhin mit 'nem Teelöffel die Nord- in die Ostsee - oder umgekehrt - und meint dies wäre alternativlos.


ArnoldBentheim schrieb:
van Kessel schrieb:Die Ansichten einer Frau Merkel werden dem Souverän nicht offenbart. Sie hält es mit Friede, Freude, Eierkuchen...und ihrer Realität. Und diese Realität heißt Wachstum. Dies ist ihre Botschaft und die Botschaft der Leute, für die sie steht, und das ist nicht der deutsche Wahlbürger.

"Wachstum" ist aber das Mantra in der Bundesrepublik seit ihrer Gründung, also keine merkelsche Besonderheit.

Übrigens finde ich, dass "Friede, Freude, Eierkuchen" nicht die schlechteste politische Zielsetzung ist.   Cool


Industrie und Handwerk wollen Kasse machen. Dies geschieht zweckmäßigerweise mit Billigstarbeitskräften (denn Arbeit ist ein großer Posten in der Kalkulation). So hat sie alle eingeladen, nach Deutschland zu kommen, um das BIP zu schaffen.

Man sollte bei der Realität bleiben: Merkel hat niemanden "eingeladen, nach Deutschland zu kommen"  -  zumindest nicht bewusst und zielgerichtet! Dass sie dabei Unterstützung von der Industrie erhielt, stimmt nur zum Teil. Gerade aus der Industrie kamen kritische Stimmen über die berufliche Integrierbarkeit der Flüchtlinge. Übertriebenen Euphemismus gab es bei der SPD, insbesondere beim Ministerium Nahles, und natürlich bei den Grünen. Mittlerweile hat sich fast überall in der Politik ein kritischer Standpunkt durchgesetzt!


Nichts boomte so massiv, wie die Schaffung neuer Wohnungen für... Flüchtlinge. Da konnte sogar in Gebieten gebaut werden, welche Jahrzehnte als Streuobstwiesen von einer Bebauung ausgenommen waren. Ihr getreuer Ekkehard (der Innenminister de Maiziere) muss es dem Volk verklickern, dass dies notwendig ist und für die einhergehenden Probleme, wären die Linken, Rechten, AfD oder das Wetter verantwortlich.

Von "Boom" würde ich nicht sprechen wollen, gleichwohl fließen erhebliche Summen von Steuergeldern in die Wirtschaft, denn die Flüchtlinge brauchen Wohnraum, Lebensmittel u.v.m. Das sichert auch in Deutschland ein paar Arbeitsplätze und fließt über Steuern wenigstens teilweilse wieder ins Staatssäckel.

Die Problemlage ist eigentlich für alle politisch informierten Bürgern klar: alle Beteiligten: die Regierung, die Politik auf allen staatlichen Ebenen, auch die EU, defizitäre Jurisdiktion, radikale Parteien und Gruppierungen, kriminelle Flüchtlinge, das deutsche Volk zu nicht kleinen Teilen tragen mit dazu bei, dass Probleme entstehen und/oder nicht gelöst werden.


Alles wird und wurde eingespannt, die Flüchtlinge als Bereicherung, Notwendigkeit und christliche Aufgabe zu verstehen. G'schissen auf die Gesellschaft, sie hat gefälligst zu akzeptieren, dass es den Deutschen nur gut geht, wenn es der Wirtschaft gut geht; Basta!

Man mag über unsere Politiker denken, was man will, aber nur Dummköpfe unter ihnen hätten - oder haben - geglaubt, dass eine solche Masse an Flüchtlingen für Deutschland wirtschaftliche Vorteile bringen würde. Allenfalls langfristig mag das sein können, aber bis dahin werden zunächst einmal erhebliche Finanzmittel aufzubringen sein, um den Flüchtlingen, die langfristig oder dauerhaft in Deutschland bleiben, wenigstens zu einem Teil Bildung, Beruf und folglich ein selbständiges Leben zu ermöglichen. Gerade in dieser Hinsicht macht die Politik erhebliche Fehler. Nur ein Beispiel: um der Schulpflicht formalrechtlich zu genügen, werden schulfähige und nicht schulfähige Kinder in einer Klasse zusammengepfercht, der Lehrer allein gelassen mit dem Ergebnis, dass alle Schüler leiden, weil regulärer Unterricht kaum möglich ist. Nur um Geld zu sparen, nimmt die Politik eine neue Bildungskatastrophe in Kauf!

So löffelt der brave Deutsche weiterhin mit 'nem Teelöffel die Nord- in die Ostsee - oder umgekehrt - und meint dies wäre alternativlos.

"Alternativlos" ist, dass unser Asylrecht ein hohes Gut ist und nicht weiter ausgehöhlt werden darf! Keineswegs "alternativlos" ist das sparsam-kleinliche Dahinwursteln, das derzeit herrscht, der Streit um Finanzierungen zwischen Bund, Ländern und Kommunen, der kuschelige Kurs im Umgang mit kriminellen Asylbewerbern und Flüchtlingen usw.

van Kessel schrieb:@ArnoldBentheim",

"Wachstum" ist aber das Mantra in der Bundesrepublik seit ihrer Gründung, also keine merkelsche Besonderheit.
dies ist nicht der Fall. Seit Bestehen der Bundesrepublik ist es die Erhardt'-Vorgabe von der sozialen Marktwirtschaft, nicht von einem Turbo-Kapitalismus jetziger Art. Das deutsche 'Wachstum' war Ergebnis der sozialen Marktwirtschaft, nicht umgekehrt.
Übrigens finde ich, dass "Friede, Freude, Eierkuchen" nicht die schlechteste politische Zielsetzung ist.
leider hast du den Rest des Satzes verschluckt, wo es um die Merkelsche Realität geht.
Man sollte bei der Realität bleiben: Merkel hat niemanden "eingeladen, nach Deutschland zu kommen"  -  zumindest nicht bewusst und zielgerichtet! Dass sie dabei Unterstützung von der Industrie erhielt, stimmt nur zum Teil. Gerade aus der Industrie kamen kritische Stimmen über die berufliche Integrierbarkeit der Flüchtlinge. Übertriebenen Euphemismus gab es bei der SPD, insbesondere beim Ministerium Nahles, und natürlich bei den Grünen. Mittlerweile hat sich fast überall in der Politik ein kritischer Standpunkt durchgesetzt!
die Realität wie sie halt normale User sehen. Dass die Qualifikation der Flüchtlinge nicht dem deutschen Standard entsprechen, wusste man 'scheinbar' erst, nachdem sie hier um Arbeit gebeten hatten. Jetzt, wo das Kind in den Brunnen gefallen ist, kommen die Bedenkenträger aus den Löchern und nagen am "wir schaffen das". Ein Satz, den Frau Merkel wohl in ihren Albträumen verfolgt.
Von "Boom" würde ich nicht sprechen wollen, gleichwohl fließen erhebliche Summen von Steuergeldern in die Wirtschaft, denn die Flüchtlinge brauchen Wohnraum, Lebensmittel u.v.m. Das sichert auch in Deutschland ein paar Arbeitsplätze und fließt über Steuern wenigstens teilweilse wieder ins Staatssäckel.
eine sehr seltsame Art, Steuergelder anzulegen. Da fallen mir ganz spontan marode Brücken usw. ein, welche dringend saniert werden müssen und einen Haufen Geld kosten. Dafür muss man sich nicht Ethnien ins Haus holen, welche die Gesellschaft 'überdehnen'.
Die Problemlage ist eigentlich für alle politisch informierten Bürgern klar: alle Beteiligten: die Regierung, die Politik auf allen staatlichen Ebenen, auch die EU, defizitäre Jurisdiktion, radikale Parteien und Gruppierungen, kriminelle Flüchtlinge, das deutsche Volk zu nicht kleinen Teilen tragen mit dazu bei, dass Probleme entstehen und/oder nicht gelöst werden.
das deutsche Volk? Ich glaube nicht, dass das deutsche Volk in toto, irgend welche Ethnien eingeladen hat. Wenn man den Konsumhunger der Deutschen dafür verantwortlich macht (was durchaus ein legales Argument wäre), müsste ja jeglicher Wohlstand mit der Aufnahme von 'Hungerleidern' [dies nicht falsch verstehen], bezahlen? Die EU - um bei diesem Argument zu bleiben - war nicht involviert, weil Frau Merkel meinte, sie schafft das alleine. Ich denke, die Vorgänge um die erste Flüchtlingswelle vor Deutschlands Toren, sind allen noch geläufig, weshalb hier keine Nachbereitung notwendig ist.
Man mag über unsere Politiker denken, was man will, aber nur Dummköpfe unter ihnen hätten - oder haben - geglaubt, dass eine solche Masse an Flüchtlingen für Deutschland wirtschaftliche Vorteile bringen würde.
dann haben uns die klugen Politiker schamlos betrogen, wäre die Quintessenz deines Satzes?
Allenfalls langfristig mag das sein können, aber bis dahin werden zunächst einmal erhebliche Finanzmittel aufzubringen sein, um den Flüchtlingen, die langfristig oder dauerhaft in Deutschland bleiben, wenigstens zu einem Teil Bildung, Beruf und folglich ein selbständiges Leben zu ermöglichen. Gerade in dieser Hinsicht macht die Politik erhebliche Fehler. Nur ein Beispiel: um der Schulpflicht formalrechtlich zu genügen, werden schulfähige und nicht schulfähige Kinder in einer Klasse zusammengepfercht, der Lehrer allein gelassen mit dem Ergebnis, dass alle Schüler leiden, weil regulärer Unterricht kaum möglich ist. Nur um Geld zu sparen, nimmt die Politik eine neue Bildungskatastrophe in Kauf!
dies engt das Thema ein, auch wenn du wohl recht mit deiner Kritik hast. Es sind nicht nur schulpflichtige Kinder, sondern (sogar in der Menge), junge Männer, meist dem Schulalter schon entwachsen. Und diese jungen Männer sind schon geprägt (im Gegensatz zu ihren schulpflichtigen Geschwistern) und welche Arbeit wollen, und sich radebrechend durch die Republik mogeln. Die exakte Bedeutung von Flüchtling und Asylant, dieses verschwommene Gebilde des Unbestimmten, macht es leicht, in dieser Republik zu 'verschwinden'.
"Alternativlos" ist, dass unser Asylrecht ein hohes Gut ist und nicht weiter ausgehöhlt werden darf!
Asyl, aber dies ist kein Dauerrecht oder gar eine Einwanderung unter 'anderen Umständen'. Da Deutschland sich an das internationale Asylrecht wie es auch in der EU vorhanden ist, angenähert hat, kann man dies 1 : 1 übernehmen. Das deutsche Asylrecht, geboren aus den schlimmen Erfahrungen des 3. Reiches (wo niemand mehr draußen vor der Tür stehen sollte, bei Gefahr für Leib und Leben), wurde mehrfach revisioniert. Es dürfte kein Problem sein, eine ständige Liste zu erhalten (up-to-date), aus welchen Ländern überhaupt ein Asyl gewährt werden kann. Die Flüchtlinge aus wirtschaftlicher Not würden so schon durch das Raster fallen.

Dies mag sich herzlos lesen, ist aber den Realitäten dieser Welt geschuldet, welche so herzlos ist, Waffen an Länder zu liefern, welche dann Flüchtlinge 'erzeugen' (ich denke da an den Jemen, wo auch deutsche Waffen in Saudischen Händen, für den Nachschub an Flüchtlingen sorgen. Moral ist nämlich keine Einbahnstraße, wenn man von 'hohen Gütern' schreibt.
Keineswegs "alternativlos" ist das sparsam-kleinliche Dahinwursteln, das derzeit herrscht, der Streit um Finanzierungen zwischen Bund, Ländern und Kommunen, der kuschelige Kurs im Umgang mit kriminellen Asylbewerbern und Flüchtlingen usw.
richtig, aber ist das Kind nicht schon vorher in den Brunnen gefallen? Ein klitzekleines Beispiel wäre doch gewesen, dass das mächtige Deutschland in der EU, dieser Organisation ein Handelsrecht abgetrotzt hätte, welches Afrikanern ihre Tomaten hätte selbst anbauen und exportieren lassen, anstatt dieses Gemüse, von den Niederlanden nach Afrika zu karren.

Unsere Gelder, in eine wirksame Finanzierung (nicht Hilfe) für die Landwirtschaft Afrikas eingebracht, würden Deutschland nicht nur die armen Schlucker vom Leibe halten, sondern auch einen Zukunftsmarkt (unter fairen Bedingungen) eröffnen. So beuten wir aber lieber aus, und wundern uns über den' Zuzug'.

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Re: Die soziale Marktwirtschaft - Grenzen und Möglichkeiten

Beitrag von Marek1964 am Do Mai 04, 2017 11:57 pm

ArnoldBentheim schrieb:
van Kessel schrieb:dies ist nicht der Fall. Seit Bestehen der Bundesrepublik ist es die Erhardt'-Vorgabe von der sozialen Marktwirtschaft, nicht von einem Turbo-Kapitalismus jetziger Art. Das deutsche 'Wachstum' war Ergebnis der sozialen Marktwirtschaft, nicht umgekehrt.

Wachstum war und ist das Mantra, ganz gleich ob soziale oder sog. neoliberale Marktwirtschaft, die man auch einen „Turbo-Kapitalismus“ nennen kann. Es ist also nichts Neues und nichts Falsches, wenn sich auch Merkel auf Wachstum als eines ihrer politischen Zielsetzungen beruft. Wachstum kommt allen Bürgern zugute – wenn die Marktwirtschaft sozial ist! In der Tat gibt es in dieser Hinsicht mannigfaltige Defizite.

Zur „sozialen Marktwirtschaft“ noch ein Wort: das Wachstum war das Ergebnis der Marktwirtschaft – und die grundlegende Voraussetzung, die Marktwirtschaft sozial zu gestalten. Das Interesse „des deutschen Wahlbürgers“ ist also Wachstum einerseits, die sozial gerechte Verteilung des Wachstums andererseits. Dann haben „Friede, Freude, Eierkuchen“ eine Chance, wieder für mehr Menschen im Lande zur „Realität“ zu werden.

die Realität wie sie halt normale User sehen.

Ich möchte keinesfalls zu den „unnormalen Usern“ gerechnet werden!  

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