Murano Glaskunst/Handel

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Murano Glaskunst/Handel

Beitrag von Ceres am Sa Mai 27, 2017 4:37 pm

Murano-Glas

Bevor ich auf die Glasherstellung eingehe, möchte ich etwas zu dieser Inselgruppe, die sich nordöstlich von Venedig befindet, erwähnen:

Die Insel Murano in der Lagune ist für ihre Glaskunst weltberühmt. Die Geschichte lässt sich bis in die Spätantike zurück verfolgen. Im 5. und 6. Jh. wuchs die Bevölkerung durch zahlreiche Flüchtlinge aus Altinum, die vor den Hunnen und Langobarden flohen und hier in diesem Gebiet Schutz suchten. Konzentriert wurde die Glasproduktion Ende des 13. Jh., die sich aber gegen Ende der Republik Venedig im Niedergang befand.

Ein Rückblick zu der antiken Glasherstellung im Römischen Reich fand duch die Völkerwanderung eine Unterbrechung. Es wird vermutet, das über den Handel mit den Glaswaren mit Byzanz erfolgte, wo die Technik nicht verloren ging. Die spezielle Glasherstellung kam aber über Venedig über Mitteleuropa zurück.

Am Ende des 13, Jh. wurden alle Glasöfen von Venedig aus Brandschutzgründen auf Murano verlegt. Vorallem diente diese Maßnahme dazu, das streng gehütete Geheimnis der Glasherstellung geheim zu halten. Die Glasbläser, die für ihre Kunst hoch bezahlt wurden, war unter Androhung der Todesstrafe verboten, ihr Wissen zu verbreiten.
Der Glasbläser Giogio Ballarin aber stahl dem Erfinder die verschiedenen Farbmethoden, einige Rezepturen und verriet sie seinem angehenden Schwiegervater Ballarin, der darauf einer der erfolgreichsten Glashersteller auf Murano wurde.

Seit dem 13. Jh. besaßen die Glasmacher Statuten, die 1441 reformiert und zusätzlich in Volgare (Referenzen und weiterführende Informationen) übertragen wurden. Diese Statuten werden Mariegole genannt.

In der Renaissance fand eine Blütezeit der kunstvollen Glasprodukte ihren Höhepunkt – eine Haupteinnahme der Bevölkerung. Aus dieser Zeit sind nur noch wenige Kunststücke erhalten. Die Formen/Dekore sind mehr an Darstellungen des Stillebens angelehnt.
Trotz der strengen Geheimhaltung dieser kunstvollen Glasproduktion mit der Glasveredelung gelang es Ende des 16. sowie im 17. Jh. einigen Glasbläsern nördlich der Alpen zu imigrieren und dort Glashütten zu gründen. Entscheidend hierbei waren die Abwerbeversuche Ludwig XIV, der seinen Traum eines Spiegelsaales im venezianischen Stil erfüllen konnte. Dieser Stil „lebte“ in Deutschland, in den Niederlanden und in Flandern weiter. Es sind in diesem Stil noch weitere vielseitige Sammlungen erhalten.
Erst im 18. Jh. wurde dieser venezianische Stil durch barocken Schnittglases gebrochen; denn diese in Böhmen/Schlesien auch in anderen Orten Deutschlands beheimatete Technik beherrschten nicht die Venezianer..



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