Die letzten Tage der Cleopatra VII

Seite 1 von 8 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8  Weiter

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

Die letzten Tage der Cleopatra VII

Beitrag von Ceres am Do Jul 13, 2017 9:58 am

Nach Cleopatras Niederlage und den Tod Mark Anton war sie eine "gebrochene" Frau und versuchte sich das Leben zu nehmen durch Nahrungsentzug.
Doch Octavian wusste es zu verhindern, indem er ihre Kinder mit dem Tod bedrohte und lies sie bewachen. Cleopatra wollte ihre Zurschaustellung im Triumphzug des Siegers in Rom unbedingt verhindern.
Sie bat ihn um eine Unterredung, um ihren Geliebten nach ägyptischer Sitte bestatten zu dürfen.
Oktavian stimmte dem lt. ihrem Leibarzt Olympos zu.

Doch wie starb Cleopatra?
Ich kann es mir nicht vorstellen, dass sie den Schlangenbiss bevorzugt hatte; denn außerdem wurde keine Schlange in ihre Gemächer gefunden - soviel ich weiß. Es scheint mir auch
unwahrscheinlich, dass der Biss einer Kobra schmerzlos ist, eher nehme ich an, dass der Tod des Giftes erst Stunden oder gar Tage zum Tod führen würde. Außerdem wäre es sehr quälend und sehr schmerzvoll bevor sie sterben würde..
Eher nehme ich an, das sie das Gift eingenommen hatte oder es sich gespritzt haben könnte.
Oder hatte Octavian es veranlasst, Cleopatra töten zu lassen, so wie später ihren Sohn Caesarion, der auf dem Weg nach Äthopien war und von dort nach Indien fliehen wollte? Octavian erfuhr davon und ließ ihm die Nachricht zubringen, das er ihn zum König krönen lassen würde. Caesarion glaubte diese Nachricht. So hatte Octavian die Möglichkeit, ihn töten zu lassen.

Octavian ließ die verstorbene Kleopatra, wie von ihr gewünscht, neben Antonius in ihrem erst jetzt vollendeten Mausoleum beisetzen, wo auch Iras und Charmion ihre letzte Ruhe fanden. Doch wo befindet sich ihre Grabstätte? Befand es sich im Isistempel? Oder in der Nähe? Lt. Cassius Dio hatte Cleopatra ihr Mausoleum auf dem Palastgrundstück errichtet.
Oder ist es mittlerweile im Meer versunken?

Fragen über Fragen....
avatar
Ceres

Anzahl der Beiträge : 633
Anmeldedatum : 08.05.16

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Die letzten Tage der Cleopatra VII

Beitrag von Sebius am Mi Aug 02, 2017 7:26 am

@Ceres,

römische Sichtweise als historische Fakten beim Leben und Tod Kleopatras VII. primär in den Vordergrund zu stellen ist deshalb nicht sinnvoll, weil Rom unter Augustus aus politischen Gründen die Ausrottung der ptolemäischen Elite nicht erwähnte, bzw. logischer Weise falsch darstellte.

Dass Oktavian, der spätere Augustus ihren Sohn Caesarion (Ptolemäus XV.) wahrscheinlich selbst im Prätorianerkommando ermordete, weiß man aus hieroglyphischer, also ägyptischer Perspektive. Es ist naiv anzunehmen, dass später Kleopatra und ihre beiden Kinder Antonius sein Sohn Alexander Helios (Sonnengott) und Schwester Helene aus freien Stücken Selbstmord begingen. Auch der Selbstmord Antonius „stürzte sich ins eigene Schwert...“ ist mehr als fragwürdig. Oktavian und Agrippa waren bereits als Jugendliche gewalttätige gedungene Mörder im Auftrag der Prätorianer und verdienten sich so Anerkennung in Roms Polizei- und Militärapparat der Basis späteren politischen Aufstiegs.

Augustus wird sehr gerne als „Friedensonkel“ dargestellt, ein angeblich gewaltloser Politiker und Kirchengründer Roms der römisch- lateinischen Kirche im Kaiserreich, in Funktion des ersten amtierenden Pontifex Maximus als Kaiser, oberster Feldherr sowie oberster Richter Roms. In Wahrheit herrschte ein autoritäres Polizei- und Militärregime unter seinem Kommando.


Isis lactans https://de.wikipedia.org/wiki/Isis#Ikonografie  


Aus: Isis Regina - Zeus Sarapis (von Reinhold Merkelbach)

Augustus nahm als Divi filius Augustus „Sohn Gottes“ seines im Grunde verächteten Ziehvaters Divus Iulius als Zweck der die Mittel heiligt alles in Kauf, ebenso die damit aufkommende Isis aus Ägypten. Entgegen vormals republikanischer Einstellung wurde der Isiskult in Rom eingeführt, als „Isis lactans“. Ausgesprochen wird „Isis“ = „Eisis“ mit ihrem Kleinen am Arm, dem Iheisus ausgesprochen „E(i)jesus“, Kleopatras Vermächtnis als Urmutter römisch- christlicher Mythologie und Staatsfundament aller darauffolgenden Kaiser.

Sebius

Anzahl der Beiträge : 243
Anmeldedatum : 29.05.17

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Die letzten Tage der Cleopatra VII

Beitrag von Ceres am Mi Aug 02, 2017 12:00 pm

@Sebius: Erstmal herzlichen Dank für deine Antwort.

Ja, das Oktavian seinem Ziehvater nicht wohlgesonnen war, habe ich auch daraus geschlossen, dass er von dem Attentat Kenntnis hatte und auch nicht dagegen gesprochen hat. Er hatte Julius Caesar auch keinen mahnenden Hinweis gegeben, soviel ich weiß. Oktavian hatte immer das Ziel vor Augen, den Thron zu besetzen und sah Caesarion als Rivale, der beseitigt worden musste..
Was Cleopatres Kinder von Antonius betrifft, weiß ich nur soviel, das er sie mit nach Rom genommen hatte und sie erzogen worden sind von Augustus Schwester. Ob es nun der Wahrheit entspricht, weiß ich nun auch nicht mit Sicherheit.

Ich nahm immer an, das Caesarion auf der Flucht von den Prätorianern ermordet worden sei.
avatar
Ceres

Anzahl der Beiträge : 633
Anmeldedatum : 08.05.16

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Die letzten Tage der Cleopatra VII

Beitrag von Sebius am Fr Aug 04, 2017 7:08 am

Ceres schrieb:... Ich nahm immer an, das Caesarion auf der Flucht von den Prätorianern ermordet worden sei.


cohors praetoria

... viele bekannte Militärführer bedienten sich ihrer, einschließlich Gaius Iulius Caesar, Marcus Antonius (erg. er wurde ausgeschlossen und verbannt) und Augustus. Als Augustus im Jahr 27 v. Chr. Herrscher des römischen Reiches geworden war, entschied er, dass eine derartige Formation nicht nur im Krieg, sondern auch in der Politik nützlich sein könne, und rekrutierte aus den Rängen der Legionen aller Provinzen die Prätorianergarde. ... *

Prätorianergarde, eine Mischung aus staatlich- polizeilicher und militärischen Sicherheitsdienst, auch als „Leibstandarte des Kaiser“ befehligt, meist schwarze Rüstung, schwarzen Umhang, gold/silberne Abzeichen (Grußform, anheben der r. ausgesteckten Hand war gleich wie im III.R.), sie waren in ihrem Vorgehen an keine üblichen Gesetze gebunden, konnten im Bedarfsfall ebenso jeden töten. Ähnlich heutiger staatlicher Sicherheits- und Geheimdienste, daran hat sich nichts verändert, politische Karieren sind unzertrennbar damit verbunden, im Aufstieg sowie Fall eines Politikers.


Bild aus: *

Und angebliche „Selbstmorde von Politikern“ gab es damals genauso ... Cool

Sebius

Anzahl der Beiträge : 243
Anmeldedatum : 29.05.17

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Die letzten Tage der Cleopatra VII

Beitrag von Ceres am Fr Aug 04, 2017 11:46 am

@Sebius: Je tiefer man in die Antike eintaucht, je mehr offenbart sich das Ganze und man kann sein Wissen korrigieren.. Vieles, was in den Fachbüchern steht, glaubt man auch vorerst wenn man nicht tiefer forschen kann durch bestimmte Quellen, d. h. alte Schriften, Papyri etc...
D. h. Mark Anton wurde verbannt und hatte kein Selbstmord verübt, sondern eines natürlichen Todes?
Mir ist nur soviel bekannt, dass er Selbstmord verübte.
Mit Markus Antonius werde ich mich noch näher beschäftigen...
avatar
Ceres

Anzahl der Beiträge : 633
Anmeldedatum : 08.05.16

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Die letzten Tage der Cleopatra VII

Beitrag von Sebius am Di Aug 08, 2017 8:54 am

Es gibt Funde von Marcus Antonius und Kleopatra VII, aus deren Grabstätte(?) - gepostet in https://www.selket.de/ sie schreibt:

... Um Taposiris Magna ist es die letzten Monate sehr ruhig geworden. Das war eine zeitlang ganz anders, denn hier suchten Archäologen hartnäckig die letzte Ruhestätte von Kleopatra und Markus Antonius. Einige Funde wie eine Maske von Markus Antonius, ein Statuenkopf von Kleopatra VII. und einige Münzen mit dem Gesicht der Königin, ließen die Herzen der Forscher höher schlagen. ...

https://blog.selket.de/aus-der-archaeologie/stele-entdeckt-es-wird-wieder-gegraben-taposiris-magna

Dazu ein Video mit dem Titel „The Search for Antony and Cleopatra“ von Zahi Hawass
https://www.youtube.com/watch?v=gJ4ugRiL8WM

Sebius

Anzahl der Beiträge : 243
Anmeldedatum : 29.05.17

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Die letzten Tage der Cleopatra VII

Beitrag von Sebius am Di Aug 08, 2017 10:59 am

Die Totenmaske Marcus Antonius?




aus: https://cleopatraexhibit.wordpress.com/

Sebius

Anzahl der Beiträge : 243
Anmeldedatum : 29.05.17

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Die letzten Tage der Cleopatra VII

Beitrag von Sebius am Mi Aug 09, 2017 10:56 am

Münze mit Abb. Marcus Antonius:





Auf der Münze die Büste des Marcus Antonius.
Nach rechts; die Lateinische Inschrift darauf ANTON•AVG•IMP•III•COS•DES•III•III•V•R•P•C

Ausgeschrieben bedeutet sie:
Antonius Augustus Imperator zum 3. mal, zum 3. mal zum Konsul designiert, Tresvir Rei Publicae Constituendae *


Herodes der Große  *

Herodes der Große studierte so wie Marcus Antonius und andere genannten in Rom, es waren politisch- gesellschaftliche und freundschaftliche Seilschaften u.a. aus ihrer Studienzeit. Sie wollte ähnlich wie heute die Grünen multikulturelle Ideen verwirklichen. Augustus war eine Generation später, er war der jüngste unter den Triumvirn des 2. Triumvirat mit Antonius und Lepidus.

Es ging um hoch dotierte Ämter die i.d.R. nach dem Studium vergeben wurden, arbeitslose Akademiker gab es nicht:
Legatus | Magister militum | Comes | Dux | Vicarius | Pontifex Maximus | Imperator | Princeps senatus | Pater patriae | Augustus | Caesar *

Kleopatra starb wohl am 10. August 30 v. nach dem damaligen römischen Kalender, also vermutlich am 12. August heutigen Kalenders unter ungeklärten Umständen. ... * Scheint mir bislang die vernünftigste Erklärung.

Sebius

Anzahl der Beiträge : 243
Anmeldedatum : 29.05.17

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Die letzten Tage der Cleopatra VII

Beitrag von Sebius am Mo Aug 14, 2017 6:52 am

In Dendera erkennt man mehrere römische Kaiser in der Grabanlage Neros wieder, ebenso Galba * der selben Verwandtschaft. Anfangs durch Nero eingesetzt, zählte er später zu seinen größten Konkurrenten, politisch auch Galbas Missgunst Neros Mutter Agrippina gegenüber. Mütter der Kaiser werden in Dendera als stillende Gottesmutter Isis dargestellt, als spätere Isis lactans in Rom, dazu:



Aus: "Hellenistic and Roman Terracottas from Egypt" (von László Török) *

Sebius

Anzahl der Beiträge : 243
Anmeldedatum : 29.05.17

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Die letzten Tage der Cleopatra VII

Beitrag von Sebius am Di Aug 15, 2017 12:05 am

Drei Texte, in Griechisch, Demotisch und Hieroglyphisch beweisen denselben Sachverhalt,  die gesamte Kaiserfamilie mit dem Ahnsherrn Caesar Iulius als Divus mit seiner ägyptischen Gottesgattin Kleopatra, deren Gottessohn Caesar Ptolemaios (XV) finden sich ebenso in Dendera wieder, wie sein Ziehsohn Divi filius Augustus Caesar als Autokrator, Nero Caesar als Autokrator, Galba, u.v.a. der direkten julianisch- claudisch- genealogischen Familie, sowie hohe ägyptische und römische Beamte der Caesardynastie.

Dazu sein Name im Text:

"Zugunsten des Imperator Caesar, Sohn Gottes, Augustus, Zeus Eleutherios * , der Isis, der größten Göttin (gemeint ist Kleopatra VII.) Thermutis * genannt wird, .... im 18. Regierungsjahr des Caesar am 4. Pharmouthi. ... (aus:  *)



Belege aus:

"Griechische und lateinische Inschriften zum Ptolemäerreich und zur römischen Provinz Aegyptus" von Stefan Pfeiffer *
- und dem „Thesaurus Linguae Aegyptiae“  http://aaew.bbaw.de/tla/

Sebius

Anzahl der Beiträge : 243
Anmeldedatum : 29.05.17

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Die letzten Tage der Cleopatra VII

Beitrag von Sebius am Di Aug 15, 2017 7:17 am

Ergänzend noch eine Münze aus dem Jahre 49 BC des Claudius Marcellus (ein Neffe Augustus?) als Zeus Eleutherios


Aus: http://romanumismatics.com/articles/  

Kann jemand rausfinden um welchen Claudius Marcellus es sich im Zeitfenster Denderas noch handelt?
Er stand auf jeden Fall oppositionell zu Caesar.

1) Gaius Claudius Marcellus (* spätestens 93 v. Chr.; † Anfang 40 v.) war ein römischer Politiker der späten Republik und einer der Konsuln des Jahres 50 v. ... *

2) Gaius Claudius Marcellus (* spätestens 92 v. Chr.) war ein römischer Politiker der späten Republik und einer der Konsuln des Jahres 49 v. Chr. Er war Sohn und Enkel eines Marcus.[1] Sein Vater war wohl Marcus Claudius Marcellus, Ädil im Jahr 91 v. Marcus Claudius Marcellus (Konsul 51 v. Chr.) war vermutlich sein älterer Bruder. Gaius Claudius Marcellus ist nicht zu verwechseln mit seinem gleichnamigen Cousin, dem Konsul des Jahres 50 v. Chr. Zu Beginn der Amtszeit von Marcellus und seinem Kollegen Lucius Cornelius Lentulus Crus brach der Bürgerkrieg zwischen Gaius Iulius Caesar und der Senatsmehrheit unter Führung des Pompeius aus. Marcellus, ein Gegner Caesars, verließ Rom, hob Truppen aus, mit denen er nach Griechenland übersetzte, und kommandierte 48 v. Flotteneinheiten. Nach diesem Jahr wird er nicht mehr erwähnt. ... (erg. aus der Familie Marcus Antonius) *

3) Gaius Claudius Marcellus (Maior) (before 91 BCE – c. 48 BCE) was a Consul of the Roman Republic in 49 BCE. He is known to historians as C. Claudius ... *

4) Gaius Claudius Marcellus Minor (88 BC – May 40 BC) was a Roman Senator who served as Consul in 50 BC. He was a member of the distinguished Claudius … *


----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Man brachte "unter göttlicher Herkunft" so oder so die gesamten Familienmitglieder als Beamte mit super Jahresgehalt unter ... Cool

Sebius

Anzahl der Beiträge : 243
Anmeldedatum : 29.05.17

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Die letzten Tage der Cleopatra VII

Beitrag von Ceres am Di Aug 15, 2017 1:33 pm

Ich nehme an, das es der "Gaius Claudius Marcellus (Maior) (vor 91 v.Chr. - ca. 48 v.Chr.)
war. Er war auch  Konsul der römischen Republik. Den Historikern ist er als C. Claudius Marcellus Major bekannt, um ihn von seinem homonymen Cousin zu unterscheiden (mit dem er leicht verwechselt werden könnte mit dem Gaius Claudius Marcellus Minor, einer der Konsuln des Vorjahres).
Dieser aber hier war auch ein Gegner Caesars in der Hinsicht, seinen Feldzug in Galien zu beenden.  Außerdem hatte er versucht, Caesar  daran zu hindern, mit der Absicht von 48 v.Chr. in Abwesenheit zur Wahl als zweites Konsulat zu kommen.

Ich kann aber jetzt auch falsch liegen. Ich bin nur davon ausgegangen, das Marcellus (4) im Zusammenhang mit Caesar in Verbindung gebracht wurde.

Auch habe ich mir die Münze genau betrachtet, aber auf Münzen überhaupt - muss ich zugeben - das ich die Abkürzungen (noch) nicht deuten kann. Das möchte ich auch noch lernen...
avatar
Ceres

Anzahl der Beiträge : 633
Anmeldedatum : 08.05.16

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Die letzten Tage der Cleopatra VII

Beitrag von Sebius am Mi Aug 16, 2017 4:04 pm

Wobei die beiden auch leicht zu verwechseln sind:


Sebius

Anzahl der Beiträge : 243
Anmeldedatum : 29.05.17

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Die letzten Tage der Cleopatra VII

Beitrag von Ceres am Mi Aug 16, 2017 6:31 pm

ist meine Annahme richtig gewesen, oder doch falsch?
Das würde mich jetzt mal sehr interessieren^^
avatar
Ceres

Anzahl der Beiträge : 633
Anmeldedatum : 08.05.16

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Die letzten Tage der Cleopatra VII

Beitrag von Sebius am Mi Aug 16, 2017 7:54 pm

@Ceres,

Deine Annahme ist m.M. richtig, auf der Münze ist Gaius Claudius Marcellus Major der beiden zu sehen, erkennbar u.a. am Stirnband, stammt von den Griechen (z.B Phillipp II. v. Makedonien *) vergleiche Abbildungen oben.



This coin was struck for the two consuls of 49 BC, both of whom supported the party of Pompey and were violently opposed to Caesar ... *

Tante Wiki meint aber:

... Gaius Claudius Marcellus (* spätestens 92 v. Chr.) war ein römischer Politiker der späten Republik und einer der Konsuln des Jahres 49 v. Chr. ... *

Sebius

Anzahl der Beiträge : 243
Anmeldedatum : 29.05.17

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Die letzten Tage der Cleopatra VII

Beitrag von Sebius am Do Aug 17, 2017 6:29 am

Interessant der Umstand (sofern man den Darstellungen glauben darf), dass Gaius Claudius Marcellus Minor Neffe und Schwiegersohn Augustus war*, obwohl beide, also er und Gaius Claudius Marcellus Major sich gegen Iulius Caesar stellten, dem Adoptivvater Augustus.

Ebenso, warum Augustus sich von Iulius Caesar adoptieren ließ, obwohl er einen Vater, nämlich den Gaius Octavius* hatte.

Der Vater Augustus, Gaius Octavius verstarb 59 oder 58 v., nach Darstellung eines Herrn Wunderlich* wuchs er danach bei seiner Großmutter Iulia, einer Schwester Iulius Caesars auf. Nach ihrem Tod übernimmt die Pflegschaft als Ziehvater Lucius Marcius Philippus und Octavian kandidiert im Jahre 47 v. im Kollegium, da war er 14 Jahre alt (wie ist das möglich?). Im Jahre 44 v. wurde Iulius Caesar ermordet, demnach wechselte Octavian seinen Stiefvater in diesem Zeitraum.

Nach anderer Darstellung * war Lucius Marcius Philippus (* ca. 102 v., † nach 43 v.) ein Politiker der ausgehenden römischen Republik und consul des Jahres 56 v. ... Nach der Ermordung Iulius Caesars (44 v.) soll er Augustus (damals noch Octavian) zusammen mit dessen Mutter Atia empfohlen haben, die Erbschaft Iulius Caesars auszuschlagen. Octavian (Augustus) nahm sie trotz dieses Rats dennoch an. ...

Aber Augustus als Adoptivsohn Iulius Caesars verheiratet später seine einzige Tochter Iulia * an seinen Neffen Gaius Claudius Marcellus Minor * der absoluter Gegner Iulius Caesars war.

Diese offiziellen Darstellungen ergeben keinen Sinn.

Sebius

Anzahl der Beiträge : 243
Anmeldedatum : 29.05.17

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Die letzten Tage der Cleopatra VII

Beitrag von Ceres am Fr Aug 18, 2017 12:02 pm

@Sebius: erstmal vielen Dank für deine aufschlußreichen Texte, die ich mit wachem Interesse gelesen habe.
Wie gesagt, kann ich die Kürzel der Buchstaben nicht deuten, aber noch eine Frage bitte.

Ich habe auch schon hin und her versucht, bei http://aaew.bbaw.de/tla/ auf Textseiten zu kommen, aber ich werde leider nicht schlau draus. *bin.doof*

Was ich meine... http://up.picr.de/30085354ey.pdf
avatar
Ceres

Anzahl der Beiträge : 633
Anmeldedatum : 08.05.16

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Die letzten Tage der Cleopatra VII

Beitrag von Sebius am Sa Aug 19, 2017 1:14 pm

Ceres schrieb: ... Auch habe ich mir die Münze genau betrachtet, aber auf Münzen überhaupt - muss ich zugeben - das ich die Abkürzungen (noch) nicht deuten kann. Das möchte ich auch noch lernen...



1) C O ς in der Umschrift heißt eigentlich Cornelioς (nicht „Cornelius“) wahrsch. mit ς Zeta am Schluss geschrieben https://de.wikipedia.org/wiki/Zeta und gespr. einer Mischung aus scharfen ß und z.

2) L.LENT. ist das erste lat. „L“ ein zweiter (Vor-) Name(?), vor dem abgekürzten .LENT. für Lentius, wahrscheinlich wieder „Lentios“ und nicht “Lentius“.

3) C.MARC. steht das . C.  für Claudius (od. Claudios?) und .MARC. für Marcellus oder wieder Marcellos.

Die Inschrift in d. Umschrift auf der Vorderseite der Münze:
Cornelios . L . Lentios . Claudios . Marcellos

Aber was bedeutet die Rückseite auf der Münze? - in der Mitte steht mal Gott Zeus Eleutherios (gr. Ζεὺς Ἐλευθέριος) zu deutsch heißt dieser Gott „Der Befreier“ aus dem Zeus-Eleutherios- Kult, der „Stoa des Gottesvater Zeus“ ... gegr. in Athen (nicht in Jerusalem ...).

Jetzt bist Du dran, auf der Rückseite der Münze: Was hält dieser Gott in der linken und was in der rechten Hand? Was bedeutet der Sockel rechts neben ihm? – und was bedeuten die beiden Zeichen links unter der Hand des Zeus Eleutherios als dessen diese Person/en (Cornelios . L . Lentios . Claudios . Marcellos) als Gott/Götter in Erscheinung treten?

Sebius

Anzahl der Beiträge : 243
Anmeldedatum : 29.05.17

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Die letzten Tage der Cleopatra VII

Beitrag von Sebius am Sa Aug 19, 2017 8:16 pm

Ergänzung zur Graphemik * des Gr./Lat.:

Die „Latiner“ hatten ursprünglich keine eigene ausgeprägte Schrift, darum ist die Umschrift im Altlatein mit dem Griechischen so verbunden, dazu Tante Wiki:

Unter Altlatein * versteht man die Sprachstufe des Lateinischen, die dem klassischen Latein vorausgeht. Im engeren Sinn steht es für die Phase vom Anfang der schriftlichen Überlieferung (Livii Andronici Odusia, 240 v., * /erg. er war Grieche!) bis zum Beginn des 1. Jahrhunderts v. Inschriften älterer Zeit werden als frühlateinisch bezeichnet. ... Erst bei Texten nach dem ersten Drittel des 1. Jahrhunderts v. wird von klassischem Latein gesprochen, ...

Amtliche Dokumente in Rom wurden bis weit nach dem 1. Jhd. n. immer noch überwiegend in Griechisch verfasst. Das uns bekannte ausgeprägte Latein stammt aus der Spätantike eigentlich erst aus dem Mittelalter und sämtliche römische Historiker verfassten ihre Schriften in Griechisch. Das ist auch das verräterische u.a. bei Tacitus aber genauso anderen Historikern, welche im perfekten mittelalterlichen Latein vorliegen, das es zu ihrer Zeit mit Sicherheit so nicht gab.


Amtliches Beschneidungsverbot Rom, 1./2. Jhd. n. unter Kaiser Hadrian in griechischer Schrift.

Wahrscheinlich hat besagter Cornelioς (oder Cornelius, mit dem, bzw. als griechischer Gott Zeus Eleutherios gr. Ζεὺς Ἐλευθέριος beamtet) deshalb dieses griechische „ς“ im Namen seiner Münze ... Neutral

Sebius

Anzahl der Beiträge : 243
Anmeldedatum : 29.05.17

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Die letzten Tage der Cleopatra VII

Beitrag von Ceres am Sa Aug 19, 2017 8:29 pm

So lieber Sebius. Ich versuche es mal:

In der linken Hand hält er einen Blitz - und in der rechten Hand befindet sich ein Adler (ein Symbol für Kraft/Stärke)

Ich müßte jetzt aber raten:
Unter dem Blitz denke ich mir, dass es die Sonne darstellt, dass Zeus- der oberste Gott- die Macht hat, entweder das Unwetter oder das Licht der Sonne über die Götterwelt/Menschheit zu bestimmen. Damit meine ich, dass Zeus in der Philosophie der Stoa als die Urkraft und kosmische Vernunft in der philosophischen Antike angesehen wurde.

Auch hatte Gaja den Göttern angeraten, Zeus als ihren Herrscher anzusehen. So teilt Zeus das Reich in drei Teile: Er selbst beherrscht den Himmel, Poseidon das Meer und Hades bekommt die Unterwelt.

Unter dem Adler stelle ich es mir so vor, dass dieser Sockel ein Symbol ist für den Kampf mit den Titanen?

Wo er drauf steht, weiß ich nicht. Ich kenne zwar die Mythologie, aber mir fällt im Moment nichts dazu ein.

avatar
Ceres

Anzahl der Beiträge : 633
Anmeldedatum : 08.05.16

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Die letzten Tage der Cleopatra VII

Beitrag von Sebius am Sa Aug 19, 2017 9:22 pm

@Ceres,

ja das kommt hin, hier eine andere Münze mit Detail, den Attributen des Zeus Eleutherios.



Aus: * 7902. SICILY, SYRACUSE, Time of Timoleon, 344-336 BC. AE 23 Hemilitron. Laur. hd. Zeus Eleutherios r./Thunderbolt, eagle r. EF. Choice example with great detail.

Und das "Handwörterbuch der Münzkunde und ihrer Hilfswissenschaften" (von Heinrich Halke) meint dazu:


Aus: *

Das Interessante dabei, Rom war extrem griechisch geprägt, mit Caesar und Kleopatra kam Ägypten als Kultur, Kirche und Religion noch dazu.

Der Sockel (z.B.: Sockel des Zeus-Altars, "Pergamon-Altar" *) rechts neben ihm ist auch ein Herrschaftssymbol (stammt aus dem Ägyptischen), aber worauf dieser Zeus Eleutherios auf der Münze des "Cornelios . L . Lentios . Claudios Marcellos" steht, durchschaue ich auch nicht ...

Sebius

Anzahl der Beiträge : 243
Anmeldedatum : 29.05.17

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Die letzten Tage der Cleopatra VII

Beitrag von Ceres am Sa Aug 19, 2017 9:55 pm

ich nehme aber an (bin mir aber nicht sicher), das nicht nur Kaiser divinisiert wurden, oder sich zu Lebzeiten vergöttlichten/vergöttert wurden - sondern auch hochdotierte Beamte ?
Könnte das sein??

Bei der 2. Münze, denk ich, es ist eine griechische Münze mit dem Kopf des Zeus. Auf der Rückseite schätze ich mal den Adler mit dem Blitz oder Zepter??
avatar
Ceres

Anzahl der Beiträge : 633
Anmeldedatum : 08.05.16

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Die letzten Tage der Cleopatra VII

Beitrag von Sebius am So Aug 20, 2017 7:37 am

@Ceres,

ja, da hast Du absolut recht. Einerseits durch vornehmer Herkunft und Abschluss eines Studiums wurde mit Angelobung und Antritt einer Beamtenlaufbahn die Person dann vergöttlicht, bzw. trat als Sohn göttlicher Herkunft (meist des Vaters) auf. Ähnlich bei uns der nachfolgende Herr Doktor akad., beamtet und beeideter Bundesminister durch den Bundespräsidenten (Landesvater) angelobt.

Die 2. Münze ist griechisch das stimmt, Timoleon * fällt in die Zeit der Republik des Imperium Romanum (344 – 336 BC). Aus meiner Wahrnehmung ist Rom und Griechenland kulturell in dem Zeitfenster kaum zu unterscheiden.

Sebius

Anzahl der Beiträge : 243
Anmeldedatum : 29.05.17

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Die letzten Tage der Cleopatra VII

Beitrag von Ceres am So Aug 20, 2017 11:15 am

...ich hatte es vermutet, war mir aber nicht sicher.

Interessant ist, was man alles so heraus finden kann, wenn man alte Originale oder die Deutungen der Kürzungen auf Münzen lesen und auch versteht!! Das findet man kaum in den Maße in Fachbüchern.

Ich habe noch eine (für mich) extrem interessante Münze gefunden:



Ich versuche, diese zu deuten:

die 1. Seite zeigt den Kopf des Alexander - aber... auf der 2. Seite... Ich schätze mal, dass diese Frauengestalt Barsine war, auf die er während seines Feldzuges bei Issos traf. Er behandelte die königliche Familie Dareios und zwischen Barsine und Alexander hatte sich eine Beziehung entwickelt. Wenn ich mich jetzt nicht irre, hatte er sich geheiratet, obwohl er auf Gegner der Liebschaft traf.
In der rechten Hand... ist es ein Kranz aus Myrre? Darunter das Symbol des Zepters. Beides sind m. E. Symbole der Herrschaft und steht in Verbindung zwischen den beiden Ländern.

Rechts hält die Frau einen Dreizack - ein Symbol, dass auch sie an seiner Seite zum Kampf bereit wäre.
Aber sie ist als Engel dargestellt. Warum?? Kann es sein, dass er viele Gegner dieser Verbindung hatte, aber er sich nicht beeinflussen ließ und das er sie gar vergöttlichte??

Wie siehst du es? Bin ich entfernt oder nah an der Deutung?

Es scheint eine der bedeutesten Münzen gewesen zu sein, die je die Menschheit erblickt hatte:*
http://romanumismatics.com/articles/article/kingdom-of-macedon-alexander-iii-the-great-av-distater-persian-treasure/

Alexander’s stunning conquest of the Persian Achaemenid Empire delivered into his hands a vast wealth of proportions so incredible that it was scarcely believable. At the time of the death of Alexander’s father Philip II in 336 BC the Macedonian state was indebted to the sum of five hundred talents of silver. Yet less than five years later Alexander was the wealthiest man on the face of the earth and the Macedonian kingdom spanned some three thousand miles at its greatest length. The treasuries of Susa, Babylon and Persepolis rendered a treasure estimated at some one hundred and eighty thousand talents. A significant quanity of the captured gold was sent back to Amphipolis where a part was used for the striking of the Alexandrine distaters, the heaviest gold coins the world had yet known. Valued at forty silver drachms, this new denomination meant that Alexander’s discharged veteran soldiers could be paid out their one talent in 120 distaters. In practice, the relatively low output of gold distaters compared with the staters seems to suggest that perhaps they fulfilled a more ceremonial than practical role.
avatar
Ceres

Anzahl der Beiträge : 633
Anmeldedatum : 08.05.16

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Die letzten Tage der Cleopatra VII

Beitrag von Sebius am So Aug 20, 2017 9:22 pm

@Ceres,

im Numismatik- Portal „Gorny & MosH“ (Künker) * interpretiert man eine ähnliche(?) Münze mit folgender Analyse:


Aus *      

Gemeint ist die griechische Siegesgöttin Nike * später als römische Siegesgöttin Viktoria * - und hier ist Viktoria auf einer Münze Kaiser Konstantin II. * zu sehen. 

Numismatiker zählen mittlerweile zu den wichtigsten Zeugen antiker Quellen. Bauwerke, Statuen, Inschriften, sowie viele andere Artefakte der Antike wurden im späteren Mittelalter vor allem der darauffolgenden Neuzeit neben schriftlichen Aufzeichnungen vernichtet. Die vielen Münzen jedoch, verschiedenen Ortes tief im Boden liegend oder im Meer versenkt waren sicher vor ihren Zerstörern bewahrt. Der heutige Handelswert antiker Münzen der weit über dem Metallwert liegt sichert auch den historischen Wert- eine gute Sache diese Numismatik Smile

Sebius

Anzahl der Beiträge : 243
Anmeldedatum : 29.05.17

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Die letzten Tage der Cleopatra VII

Beitrag von Gesponserte Inhalte


Gesponserte Inhalte


Nach oben Nach unten

Seite 1 von 8 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8  Weiter

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben

- Ähnliche Themen

 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten