Wahlen in Österreich

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Wahlen in Österreich

Beitrag von Klartext am Di Okt 10, 2017 11:35 pm

Es kommt bald die Wahl in Österreich. Auch hier zeigt sich ein Debakel der Sozialdemokratie ab, hoffentlich kommt es auch so. Die ÖVP unter Kurz ist ganz gut im Kurs, aber im Gegensatz zu Merkel in Deutschland hat Kurz die Zeichen der Zeit verstanden. Hier eine Analyse von Martin Sellner:

https://www.youtube.com/watch?v=_wtYaZlGZPE

Er sieht vor allem, dass Strache von der FPÖ die Themen gesetzt hat, und der smarte, für viele Wähler akzeptablere Kurz sie verarbeitet hat.

Ich hoffe jedenfalls auf eine Koalition von FPÖ und ÖVP.

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Re: Wahlen in Österreich

Beitrag von Marek1964 am Fr Okt 13, 2017 9:58 pm

Martin Sellner gibt hier ein interessante Einschätzung zum ÖVP Chef Kurz:

https://www.youtube.com/watch?v=4My6QR9SedQ

Hauptfrage: Ist Kurz ein Opportunist oder hat er seine Meinung nachhaltig geändert?

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Re: Wahlen in Österreich

Beitrag von Lux:-? am Sa Okt 14, 2017 1:36 am

Hier können die Österreicher lesen, was sie erwartet:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=40592
Und die AfD in Deutschland versucht, den gleichen Background zu erreichen, nur ist die CDU noch nicht soweit und die CSU erst auf dem Weg dahin. Der Neoliberalismus aktiviert seine letzten Reserven und muss endgültig scheitern, sonst scheitert Europa und möglicherweise letztlich die ganze Menschheit. Soll Österreich nun wieder der Vorreiter einer wahnwitzigen Politik werden? 1933 war's scheinbar nur ein Österreicher, jetzt sollen es wohl alle werden. Und nachher, wenn's endgültig schief gegangen ist und wir am Abgrund stehen, will's wiedermal keiner gewesen sein. Ich kann da nur an Brecht erinnern (Karthago führte 3 Kriege ...) und auch an Tucholsky (Das passt zu ihnen! - nämlich den Deutschen und anscheinend auch den Österreichern)...
Die deutsche Linke hat dank machtgeiler pseudolinker Sektierer im Vorstand keine wirksame Antwort, hoffentlich ist die österreichische besser aufgestellt. Die sozialdemokratische Führung ist allerdings auch kaum besser als die deutsche...
Und das nächste Ziel könnte die Schweiz werden...

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Re: Wahlen in Österreich

Beitrag von Titus Feuerfuchs am Sa Okt 14, 2017 3:36 pm

Marek1964 schrieb:Martin Sellner gibt hier ein interessante Einschätzung zum ÖVP Chef Kurz:

https://www.youtube.com/watch?v=4My6QR9SedQ

Hauptfrage: Ist Kurz ein Opportunist oder hat er seine Meinung nachhaltig geändert?
Hab das Viedeo nicht angesehen, aber eine Eiunschätzung vorab:
Imho beides.


Für mich aber nicht wählbar, weil er beim Kontrollverlust und Totalversagen der Regierung in der Flüchtlingfrage mit an Bord war.
Außerdem wählt man hier den NAtionalrat und nicht den Kanzler direkt. Die ÖVP ist seit über 30 Jahren an der Macht und damit maßgeblich für die Probleme, die wir haben verantwortlich!
Ev würde die Sache für mich anders ausschauen, wenn Kurz wie Macron eine eigene Liste gemacht hätte.

Abgesehen davon kann ich auch mit seiner EU-Politik nicht mit. Die ist mir viel zu ergeben und zu unkritisch. Seit der Eurokrise kommen für mich nur EU-kritische Parteien in Frage.
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Re: Wahlen in Österreich

Beitrag von ralfgrabuschnig am Sa Okt 14, 2017 9:22 pm

Lux:-? schrieb:Hier können die Österreicher lesen, was sie erwartet:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=40592
Und die AfD in Deutschland versucht, den gleichen Background zu erreichen, nur ist die CDU noch nicht soweit und die CSU erst auf dem Weg dahin. Der Neoliberalismus aktiviert seine letzten Reserven und muss endgültig scheitern, sonst scheitert Europa und möglicherweise letztlich die ganze Menschheit. Soll Österreich nun wieder der Vorreiter einer wahnwitzigen Politik werden? 1933 war's scheinbar nur ein Österreicher, jetzt sollen es wohl alle werden. Und nachher, wenn's endgültig schief gegangen ist und wir am Abgrund stehen, will's wiedermal keiner gewesen sein. Ich kann da nur an Brecht erinnern (Karthago führte 3 Kriege ...) und auch an Tucholsky (Das passt zu ihnen! - nämlich den Deutschen und anscheinend auch den Österreichern)...
Die deutsche Linke hat dank machtgeiler pseudolinker Sektierer im Vorstand keine wirksame Antwort, hoffentlich ist die österreichische besser aufgestellt. Die sozialdemokratische Führung ist allerdings auch kaum besser als die deutsche...
Und das nächste Ziel könnte die Schweiz werden...

Auch wenn ich nicht mit allem übereinstimme, ist das eine gute Analyse, lieber Lux. Deine negative Erwartungshaltung kann ich als gelernter Österreicher - wie man bei uns gern sagt - auch durchaus teilen.

Eine ÖVP-FPÖ Koalition scheint tatsächlich unausweichlich. Im Gegensatz zu großen Teilen dieses Forums halte ich das allerdings für keinesfalls erstrebenswert. Die FPÖ ist in weiten Zügen eine illiberale Partei, die ÖVP in Teilen ebenfalls. Keiner der beiden hätte imo ein großes Problem damit, wenn Österreich mehr wie Ungarn werden würde. Nun habe ich zwei Jahre lang in Ungarn gelebt und eines kann ich sagen: das will ich beim besten Willen nicht! Zusätzlich sind wir in Österreich auch immer noch dabei, den Scherbenhaufen der letzten ÖVP-FPÖ Koalition aufzukehren. Stichwort Eurofighter. Bei der FPÖ könnte man auch noch die Hypo hinzufügen.

Aber klar: es hat auch seinen Grund, warum Schwarz-Blau so unausweichlich scheint. Die Große Koalition hat wieder mal versagt. Kurz hat es geschafft, das von sich abzuschütteln. Kern nicht. Die Linke hat, wie überall sonst auch, in der Vergangenheit nicht viel Sinnvolles zur politischen Debatte Österreichs beigesteuert und eine liberale Kraft gibt es traditionell nicht. Auch die NEOS werden nicht in absehbarer Zeit zur Großpartei.

Insofern kann ich die das sich abzeichnende Wahlergebniss in Teilen nachvollziehen. Ich halte es aber dennoch für grundlegend falsch. Ich befürchte nur, dass ich damit in der Bevölkerung Österreichs schon lange in der Minderheit bin.
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Re: Wahlen in Österreich

Beitrag von Gontscharow am Mo Okt 16, 2017 11:14 am

Falls eine schwarz-blaue Regierung versagen sollte, gibt es in ein paar Jahren ja wieder Wahlen und die österreichischen Wähler können sie abwählen. Wenn jahrzehntelang die gleiche Konstellation in einem Land regiert - ob das nun die SPD in Bremen oder die CSU in Bayern ist oder eben die Große Koalition in Österreich -
so kann das nur zu einem die Demokratie schädigenden Filz führen.
Im übrigen denke ich, daß Populisten, egal ob von rechts oder links, sobald sie in der Regierung sind, binnen kurzem entzaubert werden.
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Re: Wahlen in Österreich

Beitrag von Marek1964 am Di Okt 17, 2017 9:09 am

ralfgrabuschnig schrieb:Eine ÖVP-FPÖ Koalition scheint tatsächlich unausweichlich. Im Gegensatz zu großen Teilen dieses Forums halte ich das allerdings für keinesfalls erstrebenswert. Die FPÖ ist in weiten Zügen eine illiberale Partei, die ÖVP in Teilen ebenfalls. Keiner der beiden hätte imo ein großes Problem damit, wenn Österreich mehr wie Ungarn werden würde. Nun habe ich zwei Jahre lang in Ungarn gelebt und eines kann ich sagen: das will ich beim besten Willen nicht!

Das finde ich interessant - ich kenne die Verhältnisse in Österreich und Ungarn eher wenig - kannst Du ausfühuhren, welche illiberale Tendenzen das sind (für Ungarn evtl. einen eigenen Faden eröffnen).


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Re: Wahlen in Österreich

Beitrag von Sebius am Mi Okt 18, 2017 7:20 am

Der Wahlausgang ist der Erfolg jahrelanger Massenzuwanderung.

Endlich hat sich die Bevölkerung gefügt und wählte rechts. Die Rechtskonservativen können ihre Pläne durchsetzen und soziale Errungenschaften für alle in Österreich abbauen, restriktive Nazigesetze einführen und einen rechtsradikalen Terrorstaat aufbauen, so wie damals Kurt Schuschnigg*, auch er war Justizminister ...

So wie es aussieht, wird Österreich zum dritten Mal politischer Brandherd.

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Re: Wahlen in Österreich

Beitrag von Titus Feuerfuchs Heute um 4:20 am

Titus Feuerfuchs schrieb:
Marek1964 schrieb:Martin Sellner gibt hier ein interessante Einschätzung zum ÖVP Chef Kurz:

https://www.youtube.com/watch?v=4My6QR9SedQ

Hauptfrage: Ist Kurz ein Opportunist oder hat er seine Meinung nachhaltig geändert?
Hab das Viedeo nicht angesehen, aber eine Eiunschätzung vorab:
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Für mich aber nicht wählbar, weil er beim Kontrollverlust und Totalversagen der Regierung in der Flüchtlingfrage mit an Bord war.
Außerdem wählt man hier den NAtionalrat und nicht den Kanzler direkt. Die ÖVP ist seit über 30 Jahren an der Macht und damit maßgeblich für die Probleme, die wir haben verantwortlich!
Ev würde die Sache für mich anders ausschauen, wenn Kurz wie Macron eine eigene Liste gemacht hätte.

Abgesehen davon kann ich auch mit seiner EU-Politik nicht mit. Die ist mir viel zu ergeben und zu unkritisch. Seit der Eurokrise kommen für mich nur EU-kritische Parteien in Frage.




Sehr gut analysiert Sellner die Thematik der sozialen Kosten, sich öffentlich zur FPÖ zu bekennen. Es ist einer Karriere in der Öffentlichkeit stehende Menschen alles andere als förderlich, vom Mainstream abzuweichen, geschweige denn sich zur FPÖ zu bekennen. Gaballier ist eine absolute Ausnahme, obwohl auch er sich nicht offen zur FPÖ bekennt.

Zu Kurz: Im Gegensatz zu vielen anderen vergesse ich nicht. Mir ist Kurz' Handeln vor seinem Gesinnungswechsel wohlbekannt. Deshalb habe ich ihn nicht gewählt.
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Re: Wahlen in Österreich

Beitrag von Titus Feuerfuchs Heute um 4:35 am

ralfgrabuschnig schrieb:

 Die FPÖ ist in weiten Zügen eine illiberale Partei, die ÖVP in Teilen ebenfalls. Keiner der beiden hätte imo ein großes Problem damit, wenn Österreich mehr wie Ungarn werden würde. Nun habe ich zwei Jahre lang in Ungarn gelebt und eines kann ich sagen: das will ich beim besten Willen nicht! Zusätzlich sind wir in Österreich auch immer noch dabei, den Scherbenhaufen der letzten ÖVP-FPÖ Koalition aufzukehren. Stichwort Eurofighter. Bei der FPÖ könnte man auch noch die Hypo hinzufügen.

 Ad illiberal: Kann deiner Analyse hier nicht zustimmen. Es sind traditionell linke Parteien, die alles Mögliche staatlich regeln wollen. Besonders die Grünen wollen den Menschen bis in sehr private Bereiche vorschreiben, wie sie zu leben haben.

Die FPÖ aber vor allem die ÖVP sind nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis um vieles liberaler als die etatistische Linke.

Ad Skandale: Perfekte linke PR: Die FPÖ-Skandale werden in den Himmel gehoben, die der SPÖ kleingeredet.

Auf's Konto der SPÖ gehen u.a:

-Wiesenthalaffäre
- AKH-Skandal
-Noricum
-Lucona
-Club 45 (Proksch hielt sich SPÖ-SPitzen wie Marionetten)
- Schmutzkübelkampagne gegen Waldheim
- Konsum
- Bawag/ÖGB-Skandal
- Schmutzkübelkampagne gegen Schüssel/Haider, Resultat waren die EU-Sanktionen
- Finanzsskandale in Linz und Salzburg (Verspekulation von Steuergeld)
- Inseratenaffäre
- Silbersteinaffäre
-.....

Kein Mensch echauffiert sich gegen die SPÖ oder meint, sie solle deshalb nicht in die Regierung. Derweil ist sie um nichts besser als die FPÖ, im Gegenteil, sie hat noch viel mehr Dreck am Stecken.
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