Was wir uns wünschen, gäbe es eine Zeitmaschine

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Was wir uns wünschen, gäbe es eine Zeitmaschine

Beitrag von Ceres am Di Feb 06, 2018 12:16 pm

Hallo liebe Gemeinde,

jeder Mensch hat doch sicher seine Vorstellungen und Träume im Leben. Gern möchte ich mich mit euch darüber austauschen, was ihr euch so vorstellt, gäbe es eine Zeitmaschine.Wo würdet ihr mal gern sein? Würdet ihr in die Antike reisen oder gar noch weiter zurück? Oder womöglich in die Zukunft schauen wollen? Oder gar eine Reise zu den Sternen?

Was mich betrifft: Ich würde gern in die Antike reisen, um mal das Leben im Römischen Reich real zu erleben, die damaligen Bauten in ihrer ganzen Schönheit
mit eigenen Augen betrachten zu können. Ich hätte mir sicher viel angeschaut, über das Forum Romanum geschländert, bei einer Senatorenversammlung heimlich gelauscht und evtl. einen Kaiser begegnet, z. B. Marcus Aurelius (mein Lieblingskaiser und großer Philosoph)
Das würde mich sehr reizen.

Und wo würdet ihr gern sein, wenn es ginge??

Hoffe, das mein Post willkommen ist und wir einfach mal hierzu unsere Gedanken so austauschen.  Very Happy

LG Ceres  Very Happy
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Re: Was wir uns wünschen, gäbe es eine Zeitmaschine

Beitrag von Eppelein von Gailingen am Mi Feb 07, 2018 10:55 am

Moin Ceres,

im Großen und Ganzen bin ich mit der Gegenwart zufrieden.

Wenn ich jedoch einen Abstecher machen könnte, dann zu den Großen wie Tesla, Heisenberg, Hahn, da Vinci uvm.; weiter wäre ich auf deutschen U-Booten VII, XXI, XXIII mit in See gestochen.

Gruß
Eppelein

Eppelein von Gailingen

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Re: Was wir uns wünschen, gäbe es eine Zeitmaschine

Beitrag von peter o. am Mi Feb 07, 2018 2:02 pm

Hallo !
Das wäre ´mal ´was. Da ich gerne heute lebe, sollte meine Zeitmaschine so gebaut sein, dass man zurückkehren kann, etwa so, als ob ein Urlaub gebucht wird. Ich wüsste gar nicht, wo ich anfangen sollte mit den Zeitreisen, denn neugierig wäre ich auf vieles.          Gerne würde ich Alexander und sein Heer einige Zeit begleiten. Ein Diner mit Elisabeth I., Luise von Preussen, Jeanne d´Arc oder Isabella der Katholisch(t)en. Ein Gespräch mit Rasputin, Matthias Erzberger oder dem Emir von Cordoba. Tenochtitlan sehen, bevor Hernan Cortes und seine Horden das Aztekenreich heimsuchen. Etc. Etc.
Ich vermute, dass man als Deutscher aus dem Jahre 2018 nach einigen Zeitreisen und der Konfrontation mit den jeweiligen Bedingungen in Politik und im Alltag realisieren würde, dass "unser" Gesellschaftssystem RELATIV gesehen gar nicht so übel ist.
- Schon oft habe ich mir vorgestellt, etwa in 100, 200 oder 1.000 Jahren noch einmal zurückzukehren. Nur um zu schauen, wie es weitergegangen ist:
Klimaentwicklung, Ausländerintegrierung, technische und gesellschaftliche Entwicklung, Ende der Erdölvorkommen, Lebenserwartung, Wasserverteilung. Etc. Etc.  Und die Konflikte, die daraus und aus anderen Gründen entstehen . . . Etc. Etc.
Es wäre sicher interessant. Ein Gruss vom Niederrhein Rolling Eyes

peter o.

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Re: Was wir uns wünschen, gäbe es eine Zeitmaschine

Beitrag von Ceres am Mi Feb 07, 2018 4:31 pm

Danke sehr für die interessanten Beiträge. Ja, das würde ich auch voraussetzen, dass es Möglichkeiten gäbe, wieder in unsere Welt zurückkehren zu können.
Auch würde ich gern in das antike Griechenland reisen und Alexander den Großen auf einem seiner Feldzüge im Hintergrund begleiten.
Oder auch im antiken Ägypten mich bewegen und Kleopatra VII besuchen, als sie noch mit Caesar verheiratet war, und später mit Marcus Antonius. Gerne würde ich auch ihre Kinder sehen wollen - überhaupt etwas aus ihrem Leben mit eigenen Augen sehen...
Ich glaube.. da wäre ich viel unterwegs, z. B. auch Pompeji vor dem großen Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. besuchen...
Mal zu sehen, wie sich die Welt verändert hat -Das wäre der Hammer !!
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Re: Was wir uns wünschen, gäbe es eine Zeitmaschine

Beitrag von van Kessel am Fr Feb 09, 2018 10:57 pm

eine in der Tat verführerische Idee, wenn nur die Physik da mitmachen würde?!

Aber - da doch der Weg das Ziel ist - wie wäre es, die eigenen Leute in der Vergangenheit zu beobachten um daraus Schlüsse des eigenen Weges zu erkunden, als über hochgelobte Menschen der Weltgeschichte zu 'forschen'?

So könnte man die Nöten, Sorgen und Schicksale der Altvorderen nachempfinden um letztendlich doch festzustellen, dass es nichts Neues unter den Sternen gibt.

Wie gut, dass die  Barriere einer Chronologieverletzung den Historikern ihren Arbeitsplatz erhält und wir die Vergangenheit 'erarbeiten' müssen. Very Happy Very Happy

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Re: Was wir uns wünschen, gäbe es eine Zeitmaschine

Beitrag von Ceres am Sa Feb 10, 2018 9:28 am

@van Kessel: dein Text hört sich auch sehr interessant an!
Wenn es um das Schicksal der Altvorderen ginge, so wäre ich auch daran interessiert, meine Großmutter (die mir viel bedeutet hat) in jungen Jahren zu erleben, wie sie ihre Kindheit verbrachte und später als erwachsende Frau. Zwar hatte sie mir viel aus ihrem Leben erzählt, besonders von der Flucht aus Pommern.
Das muss eine furchtbare Zeit für die Menschen gewesen sein!!
Aber wenn ich meine Großmutter begleiten könnte, würde ich sie gern nur als einen glücklichen Menschen sehen wollen... Aber ihr Leben war tatsächlich alles andere als glücklich...
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Re: Was wir uns wünschen, gäbe es eine Zeitmaschine

Beitrag von van Kessel am So Feb 11, 2018 4:59 pm

hi "Ceres",
Das muss eine furchtbare Zeit für die Menschen gewesen sein!!
Aber wenn ich meine Großmutter begleiten könnte, würde ich sie gern nur als einen glücklichen Menschen sehen wollen... Aber ihr Leben war tatsächlich alles andere als glücklich...
Menschen können sehr leidensfähig sein. Es wäre falsch dies zu negieren, denn das Leben ist kein Ponyhof.

Glück - wenn ich dies so sagen darf - ist lediglich die Abwesenheit von Kummer und Leid.

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Re: Was wir uns wünschen, gäbe es eine Zeitmaschine

Beitrag von marylinjackson am Mo Feb 12, 2018 7:14 pm

Die Zeitmaschine andersrum sollte dann auch in den Träumen funktionieren.
Viel lieber würde ich früheren Zeitgenossen heute begegnen und mich daran erfreuen, wie sehr unser technisches Zeitalter sie erstaunt.
Mit J.S.Bach  zu seinen Kantatenaufführungen nach Trogen fahren oder mit William Shakespeare und Sergej Prokofjew zur Ballettaufführung "Romeo und Julia" nach Moskau fliegen, wäre meine Vorstellung.

Kummer und Leid gab es zu jeder Zeit.
Zu dem Text von Martin Moller von 1587 komponierte Bach eine Kantate 1727:

"Ach Gott wie manches Herzeleid
begegnet mir zu dieser Zeit.
Nur Geduld, Geduld mein Herze,
es ist eine böse Zeit."

Geblieben nach dem Kummer ist heute nur die schönste Musik.
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Re: Was wir uns wünschen, gäbe es eine Zeitmaschine

Beitrag von Ceres am Mo Feb 12, 2018 7:23 pm

@marylinjackson: Danke für deine wundervollen Zeilen !!
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Re: Was wir uns wünschen, gäbe es eine Zeitmaschine

Beitrag von Skeptik am Mo Feb 12, 2018 8:48 pm

Ein besonderes Mitgefühl empfinde ich mit diesen Menschen und ihrer Zeit.
Nur der Glaube half, das Schicksal zu ertragen:

Mein sind die Jahre nicht,
die mir die Zeit genommen;
mein sind die Jahre nicht,
die etwa mögen kommen;
der Augenblick ist mein,
und nehm ich den in acht,
so ist der mein,
der Zeit und Ewigkeit gemacht.

Andreas Gryphius (1616 - 1664)


Es ist genug! Mein matter Sinn
Sehnt sich dahin, wo meine Väter schlaffen.
Ich hab es endlich guten Fug,
Es ist genug! Ich muß mir Rast verschaffen.

Ich bin ermüdt’, ich hab geführt
Die Tages Bürd’: Es muß einst Abend werden.
Erlös mich, Herr, spann aus den Pflug,
Es ist genug! Nimm von mir die Beschwerden.

....

Nicht besser soll es mir ergehn,
Als wie geschehn den Vätern, die erworben
Durch ihren Tod des Lebens Ruch,
Es ist genug! Es sei also gestorben!

Herzog Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel (1633-1714)



Dasselbe Thema. Aber heute oft nur mit Sarkasmus zu ertragen:

Frau Pichlers Ankunft im Himmel

Lieber Gott, mein Herz ist schwer.
Jetzt kommt Max, mein Mann, aus dem Büro,

und ich lebe doch nicht mehr!
Ich bin tot und das kam so:

Eben trat ich zum Balkon hinaus
und befühlte die gewaschnen Socken.
Denn ich wusste, Max kommt gleich nach Haus,
und ich dachte, sicher sind sie trocken.

Auf der Straße war Geschrei.
Menschen brüllten. Andre warfen Steine.
Irgendwo pfiff Polizei.
Und ich nahm die Socken von der Leine.

Denn ich dachte, dass ich eilen müsse,
und ich freute mich aufs Abendbrot.
Plötzlich fielen auf der Straße Schüsse.
Einer trat mich. Und da war ich tot.

Ach, ich hätte Max so gern
vorher noch einmal gesprochen!
Werd ich nun ein kleiner Stern?
Und die Nudeln werden überkochen!

Wenn er heimkommt und mich liegen sieht,
wird er stillstehn und es erst nicht glauben.
Herr, von dem, was in der Welt geschieht,
dürftest du sehr Vieles nicht erlauben.

Lieber Gott, mein Herz ist schwer.
Max wird weinen und mich nie vergessen.
Warum leb ich denn nicht mehr?
Wenn ich nicht gestorben wär,
würden wir jetzt abendessen…

Erich Kästner  (1899-1974)

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Re: Was wir uns wünschen, gäbe es eine Zeitmaschine

Beitrag von Ceres am Di Feb 13, 2018 12:02 pm

da wir gerade über Poesie sprechen, ist das wundervolle und schwer beeindruckende Buch von Epiktet zu empfehlen.
Hier mal ein kleiner Auszug:

Bei allem, was deine Seele verlockt oder dir einen Nutzen gewährt oder was du lieb hast, denke daran, die immer wieder zu sagen, was es eigentlich ist. Fang dabei mit den unscheinbarsten Dingen an. Wenn du einen Krug liebst, so sage dir: "Es ist ein Krug, den ich liebe". Dann wirst du nämlich nicht deine Fassung verlieren, wenn er zerbricht. Wenn du dein Kind oder deine Frau küßt, so sage dir: "Es ist ein Mensch, den du küßt" Dann wirst du nämlich nicht die Fassung verlieren, wenn er stirbt.

Dieser kleine bemerkenswerte  Text hat mich tief bewegt.

Epiktet - ein großartiger Philosoph !!
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Re: Was wir uns wünschen, gäbe es eine Zeitmaschine

Beitrag von marylinjackson am Di Feb 13, 2018 1:35 pm

Der Mensch ist ein spirituelles Wesen und seine geistige Nahrung nimmt er sich aus Büchern, Musik und Kunst.
Am Ende des Lebens fragen wir uns alle, was ist geblieben?
Jeder Tag und jeder Augenblick ist kostbar. Andreas Gryphius und Erich Kästner, auch Epikrit haben das wunderbar ausgedrückt.
Danke für die berührenden Gedanken und Anregungen.
Die Hoffnung und der Trost, nach dem Tod in eine schönere Welt einzutreten, macht es für gläubige Christen einfacher, sich von der Welt zu verabschieden.
Ich beneide sie sehr darum.
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Re: Was wir uns wünschen, gäbe es eine Zeitmaschine

Beitrag von Ceres am Di Feb 13, 2018 2:10 pm

marylinjackson schrieb:Der Mensch ist ein spirituelles Wesen und seine geistige Nahrung nimmt er sich aus Büchern, Musik und Kunst.
Am Ende des Lebens fragen wir uns alle, was ist geblieben?
Jeder Tag und jeder Augenblick ist kostbar. Andreas Gryphius und Erich Kästner, auch Epikrit haben das wunderbar ausgedrückt.
Danke für die berührenden Gedanken und Anregungen.
Die Hoffnung und der Trost, nach dem Tod in eine schönere Welt einzutreten, macht es für gläubige Christen einfacher, sich von der Welt zu verabschieden.
Ich beneide sie sehr darum.

sehr schön geschrieben, liebe MarylinJackson.. Beim letzten Satz deines Textes ist mir in den Sinn gekommen, dass sich auch viele Menschen wünschen unsterblich zu sein,
weil sie sich zu sehr vor dem Sterben fürchten.
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