Die C.S.S. H.L. Hunley - Das erste funktionierende U-Boot im Sezessionskrieges

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Die C.S.S. H.L. Hunley - Das erste funktionierende U-Boot im Sezessionskrieges

Beitrag von Orianne am Di Jan 27, 2015 12:11 pm

Die C.S.S. H.L. Hunley - Das erste funktionierende U-Boot im Sezessionskrieges


Der Sezessionskrieg war für die Waffenproduzenten ein gewaltiger "Übungsplatz" für ihre neuen Produkte. Zu diesen zählte das erste richtig funktionierende U-Boot die C.S.S. H.L. Hunley. Dieses Boot war gedacht die Seeblockade der Unionstruppen zu durchbrechen, das Geld für dieses Unternehmen stellten Privatleute zur Verfügung.

1861 wurde in New Orleans das erste U-Boot, ein knapp 6 Meter langer Kessel und einem einfachen Schnorchel gebaut. Hauptbetreiber und Geldgeber war Hauptmann Hunley aus Tennessee, der sich die Inspiration von David Bushnell und Leonardo Da Vinci holte.

Weil New Orleans durch die Unionstruppen erobert wurde fiel das Projekt ins Wasser, man wollte verhindern, dass die US-Trupppen den Prototyp fanden, deshalb wurde das Boot in die sumpfigen Bayous ausserhalb der Stadt geschafft. Dort wurde es um 1900 wieder gefunden.

Ein zweites Boot wurde in Mobile Alabama gebaut, es war fast 8 Meter lang 1c5 Meter breit und 1,8 Meter hoch. Als man das Boot zu Wasser lief sank es sofort. Auch weitere Versuche klappten nicht. Wieder wurde ein neues Boot gebaut, dieses Mal ca. 10 Meter lang mit Ballasttanks an beiden Enden, die über Handpumpen gefüllt und geleert werden konnten. Der Antrieb erhielt das Boot über eine Schraube, die die auf Handbetrieb lief. Die Besatzung war für den Antrieb zuständig, der Offizier war am Steuer vorne. Flossen an beiden Seiten eine Quecksilbersäule zur Tiefenbestimmung und Ballastgewichte am Boden, komplettierten das Boot. Zwei Ausstiege, vorn und hinten hatten Bullaugen. Eine Luftkammer aus Gusseisen sass oben auf der Röhre. Als Bewaffnung diente ein 90 Pfund Sprengkörper mit Kontaktzündung, so wie eine Wassermine. Gedacht war den Sprengkörper eingekleidet mit Kupferplatten bezogen, an einem am U-Boot befestigten Tau zu ziehen, und damit ein US-Schiff zu versenken. 10 Mann waren an Bord (8 Mann und zwei Offiziere). Der Luftvorrat diente als Atemquelle, eine Kerze war das Kontrollinstrument. Bei einer Probefahrt war die Hunley 2 h und 30 Minuten unter Wasser, sagenhaft! Mit der Eisenbahn wurde das Boot nach Charleston verfrachtet und im grössten Hafen von South Carolina ausprobiert. Kommandant war John Payne von der Konföderierten Navy (CSN). Wieder gab es einen verheerenden Rückschlag, bei zwei Testfahrten ertranken 14 Matrosen. Noch einmal schlug das Schicksal zu, der Erbauer und die gesamte Besatzung ertranken im Hafenbecken.
Leutnant Dixon und der Ingenieur W.A. Alexander die beide an der Konstruktion beteiligt waren hoben das Boot. Schliesslich wurden wieder Freiwillige gefunden, die an Probefahrten teilnahmen. General Beauregard, der skeptisch war, befahl, dass alle Matrosen von den Unfällen erfuhren, aber es blieben alle.

Am 17. Februar 1864 nach zahlreichen geglückten Versuchen griff Dixon das vor der Hafenmole liegende US-Kanonendampfschiff Housatonic an. Obwohl ein Deckoffizier dien Hunley erblickte, sie schaute ca. 30 Zentimeter aus dem Wasser, konnte ein Ausweichmanöver nicht mehr verhindern, dass eine Explosion ein 3 Meter grosses Loch in die Schiffswand steuerbord riss, das Schlachtschiff sank, aber auch die Hunley mit ihrer Besatzung.

Das war das vorläufige Ende des U-Boot Krieges. Erfolgreicher waren die Torpedoboote, flache, kleine Schaluppen und Dampfboote, die am Bug eine Stahlspitze hatten, auf der ein Sprengkörper befestigt war.

Die Hunley wurde 1995 entdeckt und 2000 gehoben, der Schriftsteller Clive Cussler suchte das Boot seit 1980, schliesslich fand er das fast intakte Boot vor der Küste von Sullivan Island. Nach Untersuchungen durch Wissenschaftler starben die Insassen des Bootes am Erstickungstod, ertrunken ist niemand.


Nach der Beseitigung von 10 Tonnen Sedimentablagerungen fanden die Archäologen im Inneren des fast völlig intakten Wracks die Leichen der Besatzung sowie Dutzende von noch guterhaltenen Gebrauchsgegenständen. Mithilfe der Schädel gelang es Forensikspezialisten, die Gesichter der Besatzungsmitglieder zu rekonstruieren.

Die Überreste der 8 umgekommenen Besatzungsmitglieder konnten am 17. April 2004 feierlich bestattet werden. Ihre Gräber liegen auf dem Magnolia-Friedhof in Charleston, direkt neben denen der beiden vorherigen Besatzungen.

Die C.S.S. Hunley läutete eine neue Form der Kriegsführung unter Wasser ein.

Quellen: Meine Aufzeichnungen, US Naval Institute Annapolis Maryland

Die Entdeckung des Wracks
https://www.youtube.com/watch?v=9swer3-vNtQ

Beerdigung der Besatzung 2004
https://www.youtube.com/watch?v=oOSVos79rnI

Link: Konstruktionsplan:
http://www.vernianera.com/Hunley/reconstruction.html

Dokumentation auf Youtube (englisch)
https://www.youtube.com/watch?v=7R-4WFSFwm8

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Re: Die C.S.S. H.L. Hunley - Das erste funktionierende U-Boot im Sezessionskrieges

Beitrag von Waldi am Do Jan 29, 2015 6:10 pm

Guten Abend Orianne,

hatte man im Sezessioskrieg wohl mehrere Tauchboote im Einsatz und nur die Hunley war seetüchtig?

Nico


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Re: Die C.S.S. H.L. Hunley - Das erste funktionierende U-Boot im Sezessionskrieges

Beitrag von Orianne am Fr Jan 30, 2015 9:11 pm

Eigentlich wurde nur die Hunley benutzt es gab vor diesem Schiff die Turtle, dieses "Ding" wurde 1776 eingesetzt, es hatte Platz für 1 Mann, man muss sich die Turtle wie eine Kugel vorstellen.

Die Turtle gilt als erstes richtiges U-Boot, da als Antrieb zwei über Handkurbeln betriebene Schrauben dienten und nicht, wie bei allen Vorläufern, ein Segel oder Ruderer an der Wasseroberfläche das Gefährt unter Wasser antrieb. Ausserdem war die Turtle auch das erste U-Boot, das im Zuge eines Krieges eingesetzt wurde.

Die Turtle wurde vom Amerikaner David Bushnell im Jahre 1776 mit dem Ziel gebaut, unter Wasser eine explosive Ladung an gegnerischen Schiffen im Hafen anzubringen.

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Re: Die C.S.S. H.L. Hunley - Das erste funktionierende U-Boot im Sezessionskrieges

Beitrag von Waldi am Fr Jan 30, 2015 9:47 pm

Servus Orianne,

danke für Deine Ausführungen.

Vor der Hunley  wurden Unternehmungen mit sogenannten Ein-Mann-Booten getestet, die allesamt in die Hosen gingen.


Die Deutschen hatte verschiedene Klein-Uboote entwickelt, die hohe Verluste forderten.
Ein Kenner dieser Klein-Uboote ist Klaus Mattes, mit dem ich vor Jahren zusammen gekommen bin.

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