John Clarence (Chris) Woods - Der Henker von Nürnberg

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John Clarence (Chris) Woods - Der Henker von Nürnberg

Beitrag von Orianne am Di Jan 27, 2015 3:06 pm

John Clarence (Chris) Woods - Der Henker von Nürnberg


John Clarence Woods wurde am 5. Juni 1911 in Wichita in einfachen Verhältnissen geboren.

Nach seiner Schulzeit schlug er sich mit Gelegenheitsarbeiten durchs Leben.

Mit dem Eintritt der Vereinigten Staaten von Amerika in den Krieg meldete sich Woods zur Armee.
Er wurde einem Pionierbattalion zugeteilt. Er machte sich nicht schlecht, und wurde zum Gefreiten befördert.
Man wusste in der Army nichts von seiner Navy Vergangenheit, aber später mehr dazu.

1944 suchte die Army einen Mann, der sich traute Leute hinzurichten, also einen Henker. Wood sah in sich den geeigneten Mann, er meldete sich und wurde von am 29. September 1944 von Generalmajor Milton A. Rekord, dem Theater Provost Marshal) zum Master Sergeant befördert, er übersprang damit gleich 6 Dienstgrade, durfte eine persönliche Wache haben und einen Jeep dazu.

Obwohl Woods keine Ahnung von diesem "Handwerk" hatte, reiste er in Frankreich umher, und richtete ca. 30 US Soldaten hin, zumeist handelte es sich um Mörder oder Vergewaltiger, schon diese Hinrichtungen waren extrem dilettantisch, und die Verurteilten mussten oft sehr lange leiden, bis der Tod eintrat.

Das war also der Leistungsausweis von Woods für Nürnberg. Dort angekommen wurde er von Hitlers bestem Henker Johann Reichhart unterrichtet. Reichharts Vorfahren waren bereits ab dem 18. Jahrhundert Scharfrichter. Reichhart liess in Nürnberg die Galgenanlage bauen, verrechnete sich aber bei den Klappen, so dass später fast jeder Kopf eines Delinquenten aufschlug. Eine Schlamperei, die lange nicht beseitigt wurde. Auch verrechnete sich Woods oft bei der Länge des Stricks, so dass einige Verurteilte nicht mit einem Genickbruch starben, so wie vorgesehen, sondern sie wurden grausam stranguliert.

Zurück zu Woods, seine Weste im Militär war nicht rein, er meldete sich bei der US Navy 1929, dort trat er am 3. Dezember ein, um einige Monate später vom Flugzeugträger "Saratoga" zu desertieren, er wurde gefasst und kam vor ein Militärgericht.
Dort wurde er von Gerichtspsychiatern begutachtet. Es wurde bei ihm ein Minderwertigkeitskomplex festgestellt sowie eine leichte geistige Zurückgebliebenheit. Man liess ihn laufen. Später versuchte Woods beim Arbeitsdienst der Armee unterzukommen. Doch auch hier machte er Schwierigkeiten, man entliess ihn 1933 ehrenlos.

Ueber die Anzahl seiner Hinrichtungen sind sich die Historiker im Unklaren, man spricht von 347, aber wahrscheinlich dürften es ca. 70 - 100 gewesen sein, warum es keine Aufzeichnungen gibt, ist mir nicht bekannt. Woods wurde immer paranoider, er trug jetzt immer eine Armeepistole auf sich, dazu begann er zu trinken, man löste ihn ab. 1950 starb er an einem Stromschlag auf den Marshallinseln. Da es sich dort um ein Atomprogramm handelte, sprossen viele Gerüchte, er sei von Deutschen ermordet worden etc. Fakt ist, dass er an einem gewöhnlichen Arbeitsunfall starb, weil er betrunken war. Die Ingenieure aus Deutschland kannten diesen Mann gar nicht.

Sein deutscher "Lehrer" Johann Reichhart richtete noch 156 so genante Nazis hin. Als die Alliierten ihn ab 1951 nicht mehr brauchten wurde er interniert. Er kam vor eine Spruchkammer, dort kam er ohne Strafe davon, weil er gesundheitlich in einem sehr schlechten Zustand war. In seiner 23 jährigen Zeit als Henker richtete er 3165 Menschen hin, 2805 zwischen 1940 und 1945. Reichhart blieb bis zu seinem Tod ein Verfechter der Todesstrafe.

Verarmt und von vielen verachtet lebte er von einer kleinen Militärrente. Er starb 1972 im Alter von fast 79 Jahren im Krankenhaus von Dorfen. Zuvor war er zeitweise in der Nervenheilanstalt Algasing gewesen. Völlig verarmt mit einer Miltärrente und mit vielen Aufenthalten in der Nervenheilanstalt Algasing starb Reichhart 1972, er wurde 79 Jahre alt.

Quellen: Eigene Aufzeichnungen.



Bild aus meinem Besitz, Aufnahmeort unbekannt!

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