War die Wissenschaft auf das Jahr 1989 vorbereitet? Hatte man Konzepte des Übergangs und Reformen vom Kommunismus zur Marktwirtschaft?

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Re: War die Wissenschaft auf das Jahr 1989 vorbereitet? Hatte man Konzepte des Übergangs und Reformen vom Kommunismus zur Marktwirtschaft?

Beitrag von karstde am Mo Jul 27, 2015 7:46 pm

Mal noch ein paar Gedanken zu den Politikern, warum diese nicht meine besten Freunde sind. Bleiben wir bei den Thema und verbinden dies. So viel mir bekannt ist wurde eine Belohnung von 5 Mill. DM aufgerufen für die Suche nach dem SED Parteivermögen. Das Volksvermögen wurde nicht gesucht. Liquiditätskredite für DDR Unternehmen wurden von der Treuhand vor allem mit der Dt. Bank und der Dresdner ausgekungelt. Betrügereien mit der Treuhand für 1DM Geschäfte. Bei einigen DDR Betrieben war die Kasse voll. Das haben die für 1DM bekommen. Ein überschneller Verkauf einer ganzen Wirtschaft in kürzester Zeit. Treuhandgehälter waren 481.000 DM für Direktoren bis 242.000 für Abteilungsleiter. Die adligen Großgrundbesitzer die nach 45 enteignet wurden, haben alles zurückbekommen. So enteignet man ein ganzes Volk. Man nimmt die Betriebe, vernichtet Arbeitsplätze, schließt Kindergärten und Ferienheime, die Universitäten werden zum Beutegut für westdeutsche Dozenten. Die Menschen im Osten sollten nicht erfahren wo ihr Vermögen geblieben ist. Datenschutz wird nur gewährt wo es dem Staat passt. Die Treuhand war die größte Geschenk- und Enteignungsagentur die die Menschheit bisher gesehen hat. Ostdeutschland wurde vom westdeutschen Monopol ausgeplündert, das man nicht mehr Lebensfähig war. Damit war die Einheit vollzogen. Und das alles mit dem Wissen und den Auftrag der Politik.


Zuletzt von karstde am Mo Jul 27, 2015 9:34 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: War die Wissenschaft auf das Jahr 1989 vorbereitet? Hatte man Konzepte des Übergangs und Reformen vom Kommunismus zur Marktwirtschaft?

Beitrag von Judas Phatre am Mo Jul 27, 2015 9:31 pm

So weit ich mich erinnere, ist damals von vielen Experten davor gewarnt worden, die Währungen 1:1 bzw 1:2 umzurechnen. Mein Bruder in Berlin hat vor der Wende im Westen auch deutlich mehr als 4 Mark 50 für eine DM bekommen. Es war doch die Bevölkerung der DDR, die einmütig darauf bestand, ihr Geld 1:1 zu tauschen. Da sehe ich eine große Mitverantwortung. Wie sollte sich der Dicke gegen so viele potentielle Wähler wehren? Ich meine damals auch gehört zu haben, dass DDR-Betriebe schon vor der Wende verschuldet waren, warum auch immer. Weiß da jemand mehr?
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Re: War die Wissenschaft auf das Jahr 1989 vorbereitet? Hatte man Konzepte des Übergangs und Reformen vom Kommunismus zur Marktwirtschaft?

Beitrag von karstde am Mo Jul 27, 2015 9:37 pm

Ich rede hier nicht vom Schwarzmarkt der DM und DDR Mark. Ich rede hier von einem festgesetzten Umtauschkurs für den Handel zwischen den Ländern. Das ist ein Unterschied. Welche Experten waren das? Erzählen tut man viel. Wissen muss man es. Wenn ich jedesmal mich darauf verlassen würde was man mir erzählt oder gehört habe, wäre ich verlassen. Hier muss man sich die Kenntnisse verschaffen.

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Re: War die Wissenschaft auf das Jahr 1989 vorbereitet? Hatte man Konzepte des Übergangs und Reformen vom Kommunismus zur Marktwirtschaft?

Beitrag von karstde am Mo Jul 27, 2015 9:44 pm

Übrigens ist Geld der Ausdruck von Wert, wo auch lebendige Arbeit drin steckt. Das ist das Problem. Sicherlich gabs Betriebe die Verschuldet waren. Ist heute auch nicht anders.Das hat nicht nur mit der DDR zu tun.

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Re: War die Wissenschaft auf das Jahr 1989 vorbereitet? Hatte man Konzepte des Übergangs und Reformen vom Kommunismus zur Marktwirtschaft?

Beitrag von karstde am Mo Jul 27, 2015 9:49 pm

Wenns nach Kohl gegangen wäre, wäre es besser gelaufen.

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Re: War die Wissenschaft auf das Jahr 1989 vorbereitet? Hatte man Konzepte des Übergangs und Reformen vom Kommunismus zur Marktwirtschaft?

Beitrag von wfwbinder am Mo Jul 27, 2015 10:05 pm

karstde schrieb:Wenns nach Kohl gegangen wäre, wäre es besser gelaufen.

Wohl kaum, er hat das Treuhandkonuzept forciert und als er informiert wurde, welche Folgen es haben würde, drängte er auf einen frühen Wahltermin in 1990.
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Re: War die Wissenschaft auf das Jahr 1989 vorbereitet? Hatte man Konzepte des Übergangs und Reformen vom Kommunismus zur Marktwirtschaft?

Beitrag von karstde am Mo Jul 27, 2015 10:07 pm

Meine Informationen sind da anders. Er wollte die wirtschaftlichen Beziehungen der ehemaligen DDR mit der Sowjetunion aufrecht erhalten. Zwei Sachen machten ihm ein Strich durch die Rechnung. Das deutsche Kapital und Gorbatschow mit seiner Perestroika.

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Re: War die Wissenschaft auf das Jahr 1989 vorbereitet? Hatte man Konzepte des Übergangs und Reformen vom Kommunismus zur Marktwirtschaft?

Beitrag von wfwbinder am Mo Jul 27, 2015 10:45 pm

karstde schrieb:Ich rede hier nicht vom Schwarzmarkt der DM und DDR Mark. Ich rede hier von einem festgesetzten Umtauschkurs für den Handel zwischen den Ländern. Das ist ein Unterschied. Welche Experten waren das? Erzählen tut man viel. Wissen muss man es. Wenn ich jedesmal mich darauf verlassen würde was man mir erzählt oder gehört habe, wäre ich verlassen. Hier muss man sich die Kenntnisse verschaffen.

Ich war zur Zeit der Wende gerade im Studium. Silvester 1989/1990 habe ich zusammen mit Kommilitonen aus Hannover in Leipzig verbracht.

Es waren sehr interessante Gespräche die wir hatten. Aber das ist hier nicht das Thema. Spannender war es, das wir in Hannover, wie auch an anderen Unis diskutierten, wie man diese Probleme wohl lösen könnte.

Es gibt schon Möglichkeiten die richtigen Währungsparitäten zu ermitteln. Wenn das auch schwerer ist, wenn es ein Land mit überwiegend politischen Preisen ist. Schwierig, aber möglich, z. B. nach dem Wert der Arbeit im Verhältnis zu Artikeln die vergleichbare Preise haben. Gab es ja auch in der DDR. Aber diese dinge sind ncht ganz einfach.

Die Wissenschaftler lagen fast alle bei 1:3 bis 1:5 als vermutlich richtigen Kurs.

Aber das hätte man politisch nie verkaufen können. Die meisten Bürger fanden es ja schon ungerecht, dass nur 3.000,- Mark 1:1 getauscht wurden. Natürlich hätte man nicht die Preise 1:4 umrechnen können, aber die Guthaben 1:1 bis 1:2.

Also ein sehr schwieriges Gebiet, mit einer sehr kurzen Vorbereitungszeit.
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Re: War die Wissenschaft auf das Jahr 1989 vorbereitet? Hatte man Konzepte des Übergangs und Reformen vom Kommunismus zur Marktwirtschaft?

Beitrag von karstde am Mo Jul 27, 2015 10:59 pm

Gehe ich voll mit Ihnen mit. Meiner Meinung nach liegt aber auch eine politische Brisanz drin wie Sie es erwähnten. Da hätte ein Werktätiger der 40 Jahre gearbeitet hat letztendlich nur für 10 Jahre Geld bekommen. Anders. Eine Familie hat 100.000 DDR Mark gespart. Was hat die am Ende raus. Hier steckt lebendige Arbeit mit drin. Machen Sie mal den Menschen klar, das die Jahrelang für Dummdudelei gearbeitet haben. Da wären die Politiker mit Pauken und Trompeten durchgeflogen. Diejenigen die es  nicht Betraf konnten gut reden. Nun gab es Menschen die öfters ihr Geld verloren hatten auf Grund unserer bewegten Geschichte.

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Re: War die Wissenschaft auf das Jahr 1989 vorbereitet? Hatte man Konzepte des Übergangs und Reformen vom Kommunismus zur Marktwirtschaft?

Beitrag von wfwbinder am Di Jul 28, 2015 8:04 am

Vollkommen richtig. Aus dem Posting könnte man, mit den unterschiedlichen Sichtweisen, eine philosophische, eine wirtschaftswissenschaftliche und eine politische Diskussion entwickeln.

Wirtschaftswissenschaftlich ist es relativ klar, verkauft Takraf eine Anlage in einem Tauschverhältnis 4,5 : 1, so kann auch
das Bankguthaben nur im Verhältnis 4,5 : 1 umgestellt werden.

Jemand der ein Arbeitsleben gespart hat, wird natürlich anderer Ansicht sein und sich bei dem Tauschverhältnis übervorteilt vorkommen.

Ein Politiker hat natürlich das Interesse einen Ausgleich herzustellen und vor allem gewählt zu werden.

Dazu kommen eben die Probleme bei der Bewertung, wenn in einem Land Preise politisch festgesetzt werden.

In einem Land in dem die Marktwirtschaft herrscht, gibt es bestimmte Beziehungen zwischen Preisen. Am eklatantesten bei Immobilien im Verhältnis zu Planwirtschaftsländern.

Eine Mietwohnung kostet ca. 10-12 Jahresmieten, eine Eigentumswohnung, oder ein Einfamilienhaus so ca. 20-25 Jahresmieten.

Ein DDR Bürger, der sich 100.000 Mark erarbeitet hatte, hätte damit vermutlich ca. 1000 Monate seine Miete zahlen können.

Ein Bundesbürger mit ersparten 100.000,- DM wohl nur 200 Monate seine Miete. Der Bundesbürger hätte mit den 100.000,- eine vergleichbare Wohnung kaufen können. Der DDR-Bürger ?

Bei einer Umstellung von 4,5 : 1 hätte die DDR Wirtschaft isoliert bleiben müssen (also alle Preise für Mieten, Lebensmittel usw.), sonst wären die DDR Bürger natürlich sofort verhungert.

Ein sehr vielschichtiges Problem, wie man es macht, es gibt immer Probleme.
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