Die Verschuldung der USA in China - Chinas Merkantilismus oder USA Leben auf Pump?

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Die Verschuldung der USA in China - Chinas Merkantilismus oder USA Leben auf Pump?

Beitrag von Marek1964 am So März 29, 2015 7:12 pm

Ausgelöst durch diese Diskussion http://geschichte-forum.forums.ag/t246p15-droht-krieg-in-europa-schwappt-die-ukrainekrise-und-krieg-zu-uns#2413 stelle ich hier die Frage: Wie ist es zur massiven Verschuldung der USA in China gekommen? Sicher, die chinesische Wirtschaft arbeitet mit Dumpinglöhnen und die US Wirtschaft hat viel an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Wie frei ist aber der chinesische Markt?

Und wie sieht es Europas Verschuldung in China aus?

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Re: Die Verschuldung der USA in China - Chinas Merkantilismus oder USA Leben auf Pump?

Beitrag von wfwbinder am So März 29, 2015 8:18 pm

Es ist ja nicht so, dass der jeweilige US-Finanzminister in China um Geld gebettelt hat. Die Chinesen haben schon seit Jahren durch den exorbianten Aussenhandelsüberschuss einfach einen gigantischen Bestand an Liquidität aufgebaut.

Natürlich war/ist der in der Leitwährung US-Dollar. Somit war es einfach logisch auf die Art des Kaufs von US-Schatzanleihen das Geld anzulegen.

In Europa haben die Chinesen wohl kaum Staatsanleihen gekauft, sondern sind sehr stark in Direktinvestitionen und kaufen lieber Betriebe.
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Re: Die Verschuldung der USA in China - Chinas Merkantilismus oder USA Leben auf Pump?

Beitrag von SarahF am Mo März 30, 2015 1:00 pm

Warum investieren die Chinesen ihre Exportüberschüsse eigentlich nicht in ihrem eigenem Land ? Dort besteht doch ein hoher Bedarf,
vor allem im Inneren des Landes.
Denken sie, dass es mittelfristig zu höheren Gewinnen kommt, wenn sie den USA Geld leihen ? Da könnten sie sich täuschen.
Generell ist so eine Politik - das eigene Land ist immer noch in vielen Bereichen und Regionen arm und vorhandenes, eigenes Geld wird im Ausland angelegt - nur in einer Diktatur möglich.
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Re: Die Verschuldung der USA in China - Chinas Merkantilismus oder USA Leben auf Pump?

Beitrag von Wallenstein am Mo März 30, 2015 1:42 pm

SarahF schrieb:Warum investieren die Chinesen ihre Exportüberschüsse eigentlich nicht in ihrem eigenem Land ? ,,,


Generell ist so eine Politik - das eigene Land ist immer noch in vielen Bereichen und Regionen arm und vorhandenes, eigenes Geld wird im Ausland angelegt - nur in einer Diktatur möglich.

Das ist so nicht richtig. Kapital strömt immer dorthin, wo man sich die meisten Gewinne erhofft. Japan hat ebenfalls riesige Exportüberschüsse mit den USA und bei denen sind die Amerikaner auch hoch verschuldet:

Auslandsschulden der USA gegenüber China: 1.159,8 Milliarden Dollar, gegenüber Japan: 912,4 Milliarden Dollar.
http://www.goldreporter.de/diesen-landern-schulden-die-usa-das-meiste-geld/news/11363/

Natürlich könnten die Chinesen ihr Geld auch im eigenen Land anlegen, aber sie tun es nicht, weil dies nicht profitabel genug ist. Armut und Unterentwicklung wirken in der Regel abstoßend auf das Kapital, aber da, wo schon viel ist, fließt immer noch mehr hin. Das China eine Diktatur ist, hat damit nichts zu tun, das so viel Geld den Amerikanern geliehen wird. Eine Diktatur hätte im Gegenteil eher die Möglichkeit, diesen Geldstrom zu stoppen, um damit das eigene Land aufzubauen, aber das tun sie in Peking nicht, weil auch dort die Führung dem Profit hinterher jagt.

Denn wenn man sich der Marktwirtschaft verschreibt, dann strömt das Kapital immer dorthin, wo es den höchsten Gewinn erzielt und es spielt dann keine Rolle, ob das Land, aus dem es stammt, eine Diktatur ist wie in China oder eine Demokratie wie in Japan, der BRD, Indien oder welches Land wir auch als Beispiel nehmen. Auch in Deutschland könnte viel Kapital z.B. in den neuen Bundesländern angelegt werden, aber es tummelt sich lieber auf dem Weltmarkt und den internationalen Finanzmärkten.

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Re: Die Verschuldung der USA in China - Chinas Merkantilismus oder USA Leben auf Pump?

Beitrag von wfwbinder am Mo März 30, 2015 2:34 pm

SarahF schrieb:Warum investieren die Chinesen ihre Exportüberschüsse eigentlich nicht in ihrem eigenem Land ? Dort besteht doch ein hoher Bedarf,
vor allem im Inneren des Landes.
Denken sie, dass es mittelfristig zu höheren Gewinnen kommt, wenn sie den USA Geld leihen ? Da könnten sie sich täuschen.
Generell ist so eine Politik - das eigene Land ist immer noch in vielen Bereichen und Regionen arm und vorhandenes, eigenes Geld wird im Ausland angelegt - nur in einer Diktatur möglich.

Die Chinesen investieren nur da, wo es sich für sie lohnt. entweder in solche Anleihen, oder aber als Direktinvestitionen in anderen Ländern, oder in Fabriken in denen sie mit Ausländern zusammenarbeiten. z. B. Autofabriken, die sie mit Volkswagen unterhalten.

Im Landesinnere tut sich bei den Chinesen nichts, da ist Landwirtschaft, dass ist kein Thema, was die Mächtigen interessiert.
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