Geschichte von Staatsverschuldungen

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Geschichte von Staatsverschuldungen

Beitrag von wfwbinder am So Apr 05, 2015 4:02 pm

Die Diskussion im Bereich Kanzler Schmidt, bei dem es auch um die Staatsverschuldung ging, brachte  mich dazu die Frage der Staatsverschuldung zu einem eigenen Thema zu machen.

Wer denkt, dass die Staatsverschuldung eine Erscheinung ist, die erst nach dem Mittelalter entstand, als es Banken gab, der irrt.

Nur war die Staatsverschuldung der alten Zeit etwas subtiler, es war die Münzverschlechterung. Die Herrscher verschlechterten den Edelmetallgehalt der Münzen und so
konnte man mit weniger Material mehr kaufen/bezahlen. Die Wirkung entsprach einer Staatsverschuldung.

Die moderne Staatsverschuldung durch Anleihen hat wohl auch zur französischen Revolution mit Anlass gegeben. Schon über 10 Jahre davor stiegen die Schulden Frankreichs bedenklich, weil die Kosten des Hofes alle anderen Staatsausgaben überstiegen.

Danach gingen große Staatsschulden erstmal auf Kriege und deren Kosten zurück.

Erst ab der Keynsianischen Theorie, die ihre erste Belastungsprobe im "new deal" von Roosevelt zur Lösung der Wirtschaftskrise bestand, kamen die Staaten verstärkt dazu Schulden auch zu machen, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Nur hatte Keynes gelehrt, dass man in Zeiten schwacher Konjunktur Schulden aufnehmen solle um die Wirtschaft zu stärken und dann in den besseren Zeit die Schulden zu tilgen.

Die Politiker waren jedoch nur 50 % Keynsianer, Schulden machen ja, aber tilgen nein.

in den 50er und sechziger Jahren war das auch nicht ganz so schlimm. Sowohl Bevölkerung, wie auch Wirtschaft wuchsen (von ein paar Dellen abgesehen) stetig. Nur sind die Zeiten unbegrenzten Wachstums vorbei.

Was wir aber nicht übersehen dürfen ist, dass die Generation, die die Schulden erbt, auch die Generation ist, die die Forderungen und das Vermögen erbt.
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Re: Geschichte von Staatsverschuldungen

Beitrag von Greyff am Mo Apr 06, 2015 12:53 am

Es gibt keine Statistiken darüber, wer im Besitz der Schuldverschreibungen
des deutschen Staates ist, es wird jedoch immer gesagt, daß sie zu einem
sehr hohen Anteil im Besitz deutscher Staatsbürger sind.
Das heißt mit anderen Worten : die Schulden des Staates sind der Besitz
seiner Bürger. Das ist nicht ganz so arg, als wenn ein Staat im Ausland verschuldet ist, wie man gerade am Beispiel Griechenland sehen kann.
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Re: Geschichte von Staatsverschuldungen

Beitrag von wfwbinder am Mo Apr 06, 2015 11:32 am

Richtig. Auch Japan, was ja extrem verschuldet ist, hat die Schulden praktisch nur bei Inländern.
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Re: Geschichte von Staatsverschuldungen

Beitrag von Gontscharow am Di Apr 07, 2015 12:50 pm

Eine Verschuldung des Staates bei seinen eigenen Bürgern empfinde ich auch
als "beruhigender" als wenn beispielsweise Putin oder Saudi XY die deutschen Staats-
schulden in Händen hätten.
Trotzdem ist die exorbitante Verschuldung der letzten Jahrzehnte besorgniserregend.
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Re: Geschichte von Staatsverschuldungen

Beitrag von wfwbinder am Di Apr 07, 2015 3:52 pm

Gontscharow schrieb:Eine Verschuldung des Staates bei seinen eigenen Bürgern empfinde ich auch
als "beruhigender" als wenn beispielsweise Putin oder Saudi XY die deutschen Staats-
schulden in Händen hätten.
Trotzdem ist die exorbitante Verschuldung der letzten Jahrzehnte besorgniserregend.

Da hast Du vollkommen Recht. Aber das Problem ist doch, dass bestimmte Ausgaben einfach erfolgen müssen. Speziell in den 90er Jahren
(vereinigungsbedingte Lasten), gab es Zwänge, die zu Verschuldungen führten.

Was man hätte etwas anders machen können, war ohne Zweifel die Lösung der Finanz- und Bankenkrise, aber da hat
man im Prinzip auf sicher gesetzt, weil eine bessere Lösung u. U. mehr Unruhe im Volk erbracht hätte.
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