Die Qualität der Presse in Deutschland - Lügenpresse oder objektiv nach bestem Wissen und Gewissen?

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Die Qualität der Presse in Deutschland - Lügenpresse oder objektiv nach bestem Wissen und Gewissen?

Beitrag von Marek1964 am Mi Apr 08, 2015 7:46 pm

Eine Bemerkung von segula ( http://geschichte-forum.forums.ag/t259p30-mieter-raus-fluchtlinge-rein#2671 ) liess mich ebenso nachdenklich werden wie eine Diskussion, die ich zwischen zwei Diskussionspartnern, die ich beide schätze, nämlich über den Begriff "Lügenpresse". Judas Phatre sprach hier von nazi Terminologie, ebenso Wallenstein, wobei letzterer seinem Diskussionspartner "teilweise" Recht gab.

Von taz über SPIEGEL bis zur Welt: ich lebe ja nicht in Deutschland, las oft aber den Spiegel und heute die Internet Ausgaben verschiedener Medien wie ZEIT, Welt, sueddeutsche, FAZ und andere. Die Bild Zeitung - ja, halte ich auch nicht soviel davon, auch schon seit den Jugendjahren (resp. ihrem Schweizer Pendant "Blick" und seit 1990 leider auch hierzulande in Tschechien "blesk".)

Wie sieht Ihr das heute? Ist der Begriff "Lügenpresse" - vielleicht auch teilweise - berechtigt?

Oder ist es vielleicht so, wie ich aus Gontschs Post herauslese:

Gontscharow schrieb:Es kommen auch Ärzte und Ingenieure nach Deutschland.
Die große Welle kam nach 1990 aus Osteuropa, momentan haben
wir einen Zustrom griechischer Ärzte ( wegen der Sparmaßnahmen im dortigen
Gesundheitsweisen suchen sie ihr berufliches Auskommen hier),
aus Syrien und dem Irak kommen ebenfalls viele Akademiker.
Die Medien berichten über Asylbewerber, deren Integration unspektakulär
verläuft, fast nichts - weil es eben nichts zu berichten gibt...
Ich selbst habe beruflich fast nur mit den Problemfällen zu tun - natürlich
fokussieren die Medien sich auf diese Pappenheimer.
http://geschichte-forum.forums.ag/t259p30-mieter-raus-fluchtlinge-rein#2677

Was heisst "only bad news is good news" und von mir daraus hergeleitet: "only bad news sells".

Die Diskussion ist eröffnet.


Zuletzt von Marek1964 am Mi Apr 08, 2015 9:10 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Re: Die Qualität der Presse in Deutschland - Lügenpresse oder objektiv nach bestem Wissen und Gewissen?

Beitrag von wfwbinder am Mi Apr 08, 2015 8:03 pm

„Wer die Wahrheit nicht kennt, ist nur ein Dummkopf. Wer sie aber kennt, und sie eine Lüge nennt, ist ein Verbrecher.“
Galileo Galilei

ERgänzend dazu: "Hund beißt Mann" ist keine Meldung, "Mann beißt Hund" ist eine Meldung.

1. Die Medien werden nie berichten 2,7 Millionen Türken haben sich gut integriert und sind brave Steuerzahler. Die Medien interessieren sich für die türkischen Familien, deren Söhne die Schule schwänzen und einer Rentnerin die Handtasche klauen.

2. Das Wort "Lügenpresse" ist belastet, weil es genau das Zitat von Galileo Galilei betraf. Die freie Presse in der Nazizeit wurde als Lügenpresse bezeichnet, weil sie die Wahrheit schrieb, die aber von den Führung gewollten Nachrichten entlarvte.

3. Wir sollten auf die unabhängigen Medien stolz sein. Auch wenn wir nicht immer eindeutige Meinungen "vorgekaut" bekommen udn die Kommentare in Heute Journal und Tagesthemen zu unterschiedlichen Schlüssen kommen und die Zeit dann noch etwas anderes schreibt.

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Re: Die Qualität der Presse in Deutschland - Lügenpresse oder objektiv nach bestem Wissen und Gewissen?

Beitrag von Exmitglied-1 am Mi Apr 08, 2015 11:36 pm

Die Medien allgemein erfüllen ihren Manipulationsauftrag, für Leute, die uns einreden wollen, der Islam gehöre zu Deutschland, der Zuzug jedes Flüchtlings ist ein Gewinn für Deutschland - obwohl jeder 80.000 € kostet, aus Bulgarien kommen nur Ärzte nach Deutschland.
Wer mir so ins Gesicht lügt, muss auch Lügner genannt werden!
Warum bringt denn die Presse keinen einzigen Fall, wo ein Arzt mit Migrationshintergrund auf dem Land eine Praxis eröffnet. Damit hätten sie doch ihre Behauptungen bewiesen.
Es müsste natürlich ein nachvollziehbarer Fall sein, kein gestellter und auch nichts anonymes, wie eine Klinik, wo Otto Normal gar nicht hinkommt.
Nichts nichts nichts! Nicht ein Fall -
Kein Bericht über eine erfolgreiche Integration!
Und warum? Weil dann die ohnehin schon besorgte Volksseele vielleicht die Auflagen noch mehr sinken lässt.
Und mehr werde ich nicht mehr zu diesem Thema sagen.
Langsam ein eigenartiger Diskussionsstil hier.

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Re: Die Qualität der Presse in Deutschland - Lügenpresse oder objektiv nach bestem Wissen und Gewissen?

Beitrag von wfwbinder am Do Apr 09, 2015 8:20 am

segula schrieb:Die Medien allgemein erfüllen ihren Manipulationsauftrag, für Leute, die uns einreden wollen, der Islam gehöre zu Deutschland, der Zuzug jedes Flüchtlings ist ein Gewinn für Deutschland - obwohl jeder 80.000 € kostet, aus Bulgarien kommen nur Ärzte nach Deutschland.
Wer mir so ins Gesicht lügt, muss auch Lügner genannt werden!
Warum bringt denn die Presse keinen einzigen Fall, wo ein Arzt mit Migrationshintergrund auf dem Land eine Praxis eröffnet. Damit hätten sie doch ihre Behauptungen bewiesen.
Es müsste natürlich ein nachvollziehbarer Fall sein, kein gestellter und auch nichts anonymes, wie eine Klinik, wo Otto Normal gar nicht hinkommt.
Nichts nichts nichts! Nicht ein Fall -
Kein Bericht über eine erfolgreiche Integration!
Und warum? Weil dann die ohnehin schon besorgte Volksseele vielleicht die Auflagen noch mehr sinken lässt.
Und mehr werde ich nicht mehr zu diesem Thema sagen.
Langsam ein eigenartiger Diskussionsstil hier.

Irgendwie seltsam, es scheint so zu sein, dass ich die falschen Quellen lese.

"Der Islam gehört zu Deutschland" wird dort nicht als Tatsache berichtet, sondern kontrovers diskutiert.

Die Tatsache, dass Asylanten Geld kosten wird nicht bestritten, sondern als hinnehmbar wegen des höheren Rechtsguts des im Grundgesetz verankerten Asylrechts.

Das man von Praxiseröffnungen durch ehemalige Asylanten, die hier den Gang durch die Instanzen geschafft haben, so wenig liest, dürfte daran liegen, dass die vermutlich fast ausschließlich in Angestelltenverhältnisse gehen. Aber es wäre mit Sicherheit spannend das mal zu recherchieren.

Zum Thema Bulgaren, oder sagen wir Personen vom Balkan, habe ich im Fernsehen auch schon einen spannenden Bericht gesehen, in dem Anwohner einer Siedlung mit Sinthi und Roma
zu wort kamen die sehr begründete Klagen vortragen und belegen konnten.

Aber wie schon geschrieben, bestimmt habe ich die falschen Quellen, ich werde mal weiter suchen.

Aber um zu zeigen, dass ich nicht einfach Dinge behaupte, noch Beispiele aus der Presse, die angeblich alles weich spült:

http://www.derwesten.de/thema/sinti-und-roma-in-duisburg

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.kriminalitaet-unter-fluechtlingen-mehr-straftaten-von-asylbewerbern.4172f800-acfd-4a8a-981f-2a6b643d7f93.html
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Re: Die Qualität der Presse in Deutschland - Lügenpresse oder objektiv nach bestem Wissen und Gewissen?

Beitrag von Gontscharow am Do Apr 09, 2015 9:57 am

Man neigt dazu, immer nach seinen eigenen Erfahrungen und seinem persönlichen
Umfeld zu urteilen. Aßerdem haben wir Menschen eine selektive Wahrnehmung, für die
wir nichts können, weil sie von der Natur so eingerichtet ist ( wir können z.B. nicht alle Eindrücke, die auf uns einströmen, wenn wir durch eine Fußgängerzone gehen, aufnehmen,
was objektiv dazu führt, daß wir das meiste gar nicht wahrnehmen, also objektiv gesehen achtlos daran vorbei gehen ).
Nun zum Wort "Lügenpresse" - das ist eindeutig ein Naziwort, und diejenigen, die es
wieder in den heutigen Sprachgebrauch nehmen, sind Rechtsextremisten.Oder aber verwirrte
Verschwörungstheoretiker, die ohnhin schwarz von weiß nicht (mehr) unterscheiden können und
eigentlich psychiatrischer Behandlung bedürften. Solange sie sich nur im Internet austoben,
kann man dies als Ventil für ihre psychischen Störungen zulassen und schlicht und einfach ignorieren.
Nichts desto trotz ist Vorsicht beim Medienkonsum geboten. Zunächst solte man sich immer die Herausgeber ansehen und über sie kurz recherchieren, dann weiß man in etwa, wessen Geistes Kind die Autoren sind / sein müssen. Bei der Springerpresse mußten beispielsweise jahrzehntelang alle Journalisten, die dort arbeiteten, eine Verpflichtungserklärung unterschreiben, positiv und wohlwollend über Israel zu berichten.Keine Ahnung, ob das immer noch so ist, müßte man mal nachforschen. Natürlich wäre deshalb ein Antisemit bei Springer
schnell wieder entlassen worden. Solche Vorgaben dürfen Arbeitgebr machen, ich finde es auch legitim, es zu tun.
Ein anderes Thema ist die oft oberflächliche, schlechte bzw. gar nicht stattfindende Recherche,
was ebenfalls eine ganze Palette von Gründen zwischen Zeitmangel, Ignoranz und Faulheit haben kann. Wenn man selbst beispielsweise an seinem Arbeitsplatz schon einmal mit der Presse zu tun hat, merkt man recht schnell, daß man denen eine ganze Menge erzählen könnte,
weil sie ja nicht groß Ahnung von dem haben, über das sie berichten sollen ( du selbst hingegen schon) - insofern man es geschickt anstellt, liest du am anderen Tag deine persönliche Meinung in der Regionalpresse ;-).
Also : Man soll um Gottes Willen nicht alles glauben, was Medien berichten - "Lügenpresse" ist allerdings ein politisches Kampfwort aus dem rechtsextremen Spektrum.
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Re: Die Qualität der Presse in Deutschland - Lügenpresse oder objektiv nach bestem Wissen und Gewissen?

Beitrag von Wallenstein am Do Apr 09, 2015 12:53 pm

Vielleicht ergibt sich aus einigen Regionen in Deutschland ein anderes Bild der Lage. Ich bin Generation 70+ und habe ständig nur in westdeutschen Großstädten gewohnt. In den Betrieben, in denen ich tätig war, gab es immer viele Ausländer, nicht selten auch in führenden Positionen.

Mein Hausarzt ist Iraner, hat in Deutschland Medizin studiert und besitzt eine florierende Praxis. Vor einigen Jahren lag ich im Krankenhaus und auf der Station gab es einen Arzt aus Ägypten und einen aus Afghanistan, beide schon lange in Deutschland lebend.

Aber: Wenn ein Krankenhaus einen Arzt aus Afghanistan einstellt, gibt es dann einen Bericht darüber im Fernsehen? Erscheint eine Schlagzeile in der Presse?

Natürlich nicht! Kein Schwein interessiert sich dafür, niemand will das wissen, das ist so langweilig wie eingeschlafene Füße!

Die Medien verfolgen ein ganz einfaches Prinzip: Nur schlechte Neuigkeiten sind gute Neuigkeiten! Nur was spektakulär ist, was ungewöhnlich und auffällig ist, wird berichtet. Man berichtet über Autos, die Unfälle verursachen. Über die Millionen Autos, die keine Unfälle verursachen, schreibt niemand.

Und wenn etwas in der Presse nicht erscheint, bedeutet dies nicht, dass es dies nicht gibt. Es ist nur so langweilig, das es keiner wissen will und deshalb niemand darüber schreibt.

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Re: Die Qualität der Presse in Deutschland - Lügenpresse oder objektiv nach bestem Wissen und Gewissen?

Beitrag von Judas Phatre am Do Apr 09, 2015 3:16 pm

Unsere Presse ist frei. Das heißt nicht, dass sie die Wahrheit verkündet, nicht, dass sie nicht individuelle Interessen vertritt, nicht, dass sie sich nicht irrt. Das heißt aber, dass sie ansatzweise die Vielfalt der Meinungen unserer Kultur wiedergibt und dabei auch ändert. Information, die sich ändert, ist "Leben", eine lebendige Presse.
Ich habe schon viele positive Berichte ohne Sensationsgehalt gelesen. Wenn man wissen will, wieviele Ärzte, Ingenieure, Politiker, Anwälte und Journalisten einen Migrationshintergrund haben, reicht es schon, auf ihre Namen zu achten. Selbstverständlichkeiten brauche ich nicht in der Zeitung zu lesen.
Mein Seitenhieb war natürlich etwas provozierend gemeint, ich hatte Schwierigkeiten, mich zurückzuhalten. Der Begriff "Lügenpresse" hat das Gegenteil von dem bewirkt, was er bewirken sollte. Die geistige Elite ist aufgesprungen und hat diesen Versuch, unsere Freiheit anzugreifen in ein beeindruckendes Bekenntnis zu ihr verkehrt. Hut ab.
Nebenbei: Haben die Pegidamärsche eigentlich meinen Urlaub überlebt?
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Re: Die Qualität der Presse in Deutschland - Lügenpresse oder objektiv nach bestem Wissen und Gewissen?

Beitrag von wfwbinder am Do Apr 09, 2015 6:58 pm

Judas Phatre schrieb:
Nebenbei: Haben die Pegidamärsche eigentlich meinen Urlaub überlebt?

Das was von den Märschen übrig bliebt ist bei heute und Tagesschau in der Bedeutungslosigkeit versunken.

Das bedeutet aber nicht, das dieses Gedankengut verschwunden ist.
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