Warum Südtirol nicht interessant für Hitler?

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Warum Südtirol nicht interessant für Hitler?

Beitrag von Marek1964 am Do Mai 07, 2015 11:14 pm

Heute bin ich auf einen Südtiroler gestossen und habe mich entschlossen diese Frage hier reinzustellen, die ich mir schon manchmal gestellt habe: Wieso hat sich Hitler nicht für den Anschluss Südtirols an das Reich eingesetzt? War es, weil er Mussolini als Verbündeten wollte? Oder gab es andere Gründe?
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Re: Warum Südtirol nicht interessant für Hitler?

Beitrag von Klartext am Do Mai 07, 2015 11:26 pm

ja, gute Frage. Es gab ja eigentlich nicht die geringste Legitimation für die Abtretung Südtirols an Italien, aber es musste wohl etwas an Italien gegeben werden, wiewohl das mässig gute Soldaten waren. 


Dass Hitler daran nicht anknüpfte dürfte wohl tatsächlich an seiner Bewunderung für den Duce zusammenhängen, am Bedarf, ihn als Verbündeten, vor allem beim Anschluss Österreichs, zu gewinnen wie auch damit, dass dieses Volkstum im Süden, und nicht im Osten, wohin er sich wenden wollte, war.

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Re: Warum Südtirol nicht interessant für Hitler?

Beitrag von Rübezahl am Fr Mai 08, 2015 12:00 am

Die Antwort auf die Frage, warum Südtirol für Hitler nicht interessant war, hat Hitler selbst in seinem Buch "Mein Kampf" von 1925 und sehr ausführlich in seiner Schrift "Die Südtiroler Frage und das Deutsche Bündnisproblem", München 1926, gegeben. Für ihn war das Bündnis mit Mussolini wichtiger als das Schicksal von 250.000 "Volksdeutschen". "Parteipolitische, religiöse, humane, überhaupt alle übrigen Gesichtspunkte scheiden restlos aus", schreibt Hitler, die Interessen dieses Gebietes müssten daher "rücksichtslos" (ein Lieblingswort Hitlers) zurückgestellt werden. Als sich die beiden Diktaturen dann 1938 näherkamen, erklärte Hitler am 3. Mai 1938 in Rom: „Es ist mein unerschütterlicher Wille und mein Vermächtnis an das deutsche Volk, dass es die von der Natur zwischen Italien und Deutschland gezogene Grenze für immer als unantastbar betrachtet.“
Endgültig besiegelt wurde der Schulterschluss Hitler-Mussolini durch den "Stahlpakt", den die Außenminister Joachim von Ribbentrop und Galeazzo Ciano am 22. Mai 1939 im Beisein Hitlers in Berlin unterzeichneten. Die Präambel betonte die weltanschaulichen Gemeinsamkeiten des nationalsozialistischen Deutschland und des faschistischen Italien; auf Drängen Italiens war auch eine Bestätigung der Brennergrenze eingefügt worden. 1939 schlossen das faschistische Italien und Nazideutschland dann das Optionsabkommen, dessen Sinn es war, dass Italien zwar das Land behalten, die Bevölkerung aber dem Reich abliefern sollte. Mit den Südtirolern sollte die Krim (für die Nazis "Gotenland") besiedelt werden. Ein ähnliches Abkommen mit Mussolini betraf die Gottschee in dem Teil Sloweniens, den sich Italien angeeignet hatte, sowie ein Abkommen mit Stalin über die Aussiedlung der Bessarabiendeutschen.

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Re: Warum Südtirol nicht interessant für Hitler?

Beitrag von Gontscharow am Fr Mai 08, 2015 10:21 am

Es gibt eine sehr interessante deutsch-italienische Fernsehserie zum Thema :
"Verkaufte Heimat" - z.Zt. komplett bei youtube zu sehen.
Detailgetreu werden alle Entwicklungen in den 30er und 40er Jahren an Hand des Schicksals einiger Südtiroler Familien geschildert.
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Re: Warum Südtirol nicht interessant für Hitler?

Beitrag von wfwbinder am So Mai 10, 2015 1:00 pm

Ich glaube, dass Hitler nicht nach Südtirol griff, weil er den Verbündeten Mussolini nicht verärgern wollte und so ein Streit in der Zeit völlig unnötig war.

Man bedenke, Hitler plante die Welthauptstadt Germania. Das bedeutet nichts anderes, als dass Italien nach einem gewonnenem Krieg, spätestens nach Mussolinis (natürlichem Tod), die Südmark geworden wäre. Hitler hätte bestimmt auch für die Arbeitslager in Sibirien eine Aufgabe bereit gehabt, wobei sich nur die Nationalität der Aufseher geändert hätte.

Südtirol, die Ukrainischen Hilfstruppen usw. das wären nach einem Sieg und einer Konsolidierungsphase nur noch Petitessen gewesen.
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