Ehe statt Lebenspartnerschaft

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Ehe statt Lebenspartnerschaft

Beitrag von Gontscharow am Mo Jun 15, 2015 12:46 pm

Als Einstieg finde ich diese kurze Zusammenfassung gut :

http://www.zeit.de/politik/deutschland/ ... -bundesrat

Ich selbst lebe in einer sogenannten "Eingetragenen Lebenspartnerschaft". Den Unterschied zur Ehe erlebte ich hauptsächlich
dadurch, daß ich auf manchen Formularen "Eingetragene Lebenspartnerschaft" statt "Ehe" eintragen mußte. Die Gleichbehandlung
findet auf fast allen Gebieten bereits statt. Ok, meinetwegen kann man dieses Wortkonstrukt der "Lebenspartnerschaft" abschaffen
und es gleichfalls "Ehe" nennen, aber so besonders wichtig finde ich das nicht. Und verstehe nicht, warum manche Politiker
so ein Thema daraus machen ... Vielleicht aus Uninformiertheit ? Vielleicht wissen sie gar nicht, daß Lebenspartnerschaften
längst gleichgestellt sind und wollen somit als Gegner  der "Homoehe" etwas verweigern wollen , was wir längst haben ?  tongue
Ich habe manchmal den Verdacht, daß das alles Scheingefechte sind, man streitet um eine Mücke und macht einen Elefanten daraus -
um sich nicht um die wirklich wichtigen Themen kümmern zu müssen ? Große, unlösbar erscheinende Problem wie etwa die Staatsverschuldung.


Zuletzt von Gontscharow am Di Jun 16, 2015 12:40 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Ehe statt Lebenspartnerschaft

Beitrag von Exmitglied-2 am Mo Jun 15, 2015 2:26 pm

Ich stimme dir so halb zu. Wenn du einen anderen Begriff für die Ehe zwischen Menschen gleichen Geschlechts gibst, gibst du ihm damit auch automatisch einen Status des "Anderssein". Es findet also eine sprachliche Ausgrenzung statt, die damit gleichzeitig den Beigeschmack hat, nicht gleichwertig mit der "normalen" Ehe zu sein. (Nicht wirklich vergleichbar, aber irgendwie doch: So ist es ja auch mit der Verwendung des Wortes "Fräulein" im Gegensatz zur "vollwertigen" [Ehe-]Frau passiert.)  Ich bin daher schon dafür, diesen Begriff aus dem Sprachgebrauch zu verbannen, um die Gleichstellung auch auf sprachlicher Ebene deutlich zu machen.
Die ewige Diskussion um das Thema bin ich allerdings auch leid,weil es für mich einfach so selbstverständlich ist.

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Re: Ehe statt Lebenspartnerschaft

Beitrag von Judas Phatre am Mo Jun 15, 2015 7:00 pm

Gontscharow schrieb: Vielleicht wissen sie gar nicht, daß Lebenspartnerschaften
längst gleichgestellt sind und wollen somit als Gegner  der "Homoehe" etwas verweigern wollen , was wir längst haben ?  tongue
Ich habe manchmal den Verdacht, daß das alles Scheingefechte sind, man sreitet um eine Mücke und macht einen Elefanten daraus -
um sich nicht um die wirklich wichtigen Themen kümmern zu müssen ? Große, unlösbar erscheinende Problem wie etwa die Staatsverschuldung.
Wen interessiert die Staatsverschuldung, wenn Pferdefleisch in der Lasagne ist jocolor ?
Ich habe über die Ehe ein bisschen nachgedacht, zumal ich selbst einen Scheidungsterror über 7 Jahre hinter mir hab (das verflixte 7. Jahr). Geheiratet habe ich nur wegen der Steuer. Für mich war die Ehe immer eine Einschränkung der Freiheit. Man denke an die 60er Jahre zurück: Damals konnte man "schuldig" geschieden werden. Das zeigt das Wesen der christlich geprägten Ehe: Sie ist eine subtile Form der Sklaverei. Früher heiratete eine Frau und begab sich in wirtschaftliche Abhängigkeit vom Mann. Dafür musste sie ihm bedingungslos treu sein. Das klingt nach Sklaverei, auch wenn das Treuegebot auch für ihn galt. Nur war er ja finanziell unabhängig!
Mein Vorschlag: Die Ehe abschaffen. Wenn Erwachsene sich gegenseitig finanziell absichern wollen, sollen sie das mit einem Zivilvertrag machen. Wenn sie Gottes Beistand brauchen, gibt es Angebote zuhauf. Staatlich geschützt werden sollte nicht die Ehe, wie es im GG steht, sondern die Kinder. Deren Rechte sind festzuschreiben und die sollten steuerlich begünstigt werden. Was macht es für einen Sinn, wenn ein Großverdiener Steuern sparen kann, weil sein Lebenspartner sich lieber die Nägel lackiert statt zu arbeiten?
Für mich sind das alles Relikte.
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Re: Ehe statt Lebenspartnerschaft

Beitrag von Rübezahl am Mo Jun 15, 2015 9:17 pm

Der ursprüngliche Sinn der Ehe war ja, den Kindern ein sicheres Aufwachsen in einer Familie zu garantieren. Es hat Zeiten gegeben, wo das durchaus angebracht war. Dieser Sinn hat sich weitgehend überholt, da das gesicherte Aufwachsen immer mehr von der Gesellschaft gewährleistet wird, während andererseits Ehen ohne Absicht der Kindererzeugung geschlossen werden. Es gibt daher auch keinen Unterschied mehr zwischen hetero- und homosexuellen Ehen bzw. Partnerschaften. Wie man das Ding nennt, ist eigentlich nicht so wichtig. Wichtig ist, dass der Gesetzgeber allen die gleichen Rechte einräumt. Gesetze hinken den gesellschaftlichen Entwicklungen meistens hinterher, aber der Trend scheint doch europaweit in Richtung auf Garantie der persönlichen Freiheiten zu gehen. Die Religionen reagieren meist wesentlich schwerfälliger, wenn überhaupt, auf gesellschaftliche Entwicklungen, aber zum Glück gibt es heute doch eine weitgehende Trennung von Religion und Staat und niemand ist mehr gezwungen, einer Kirche anzugehören.

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Re: Ehe statt Lebenspartnerschaft

Beitrag von Judas Phatre am Mo Jun 15, 2015 9:35 pm

Rübezahl schrieb:Der ursprüngliche Sinn der Ehe war ja, den Kindern ein sicheres Aufwachsen in einer Familie zu garantieren.
Das glaube ich nicht. Fast immer steht die sexuelle und ökonomische Beziehung zwischen den Partnern im Mittelpunkt. Über die Kinder wird in den biblischen Texten kaum geredet.
Es gibt ein ursprünglicheres Modell der Kinderbetreuung in allen "primitiven" Gesellschaften, die ich als anarchisch bezeichnen würde. Dabei kümmert sich der gesamte Stamm um alle Kinder, die Eltern haben natürlich den Löwenanteil daran, sind aber ersetzlich.
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Re: Ehe statt Lebenspartnerschaft

Beitrag von Gontscharow am Di Jun 16, 2015 12:53 am

Es gibt zahlreiche Gründe, warum jemand eine Ehe / Lebenspartnerschaft schließt. In meinem Fall war es das Ausländerrecht.
Wenn du mit einem Nicht-EU-Ausländer/in in Deutschland zusammen leben willst, hast du im Regelfall keine andere Möglichkeit, als ihn/sie
zu heiraten bzw. dich zu "verpartnern" ( dieses Wort gebrauchen sie auf dem Standesamt wirklich dafür Very Happy ), damit eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis gewährt wird. So war es in meinem Fall und so ist es in vielen anderen Fällen.Hätte ich einen deutschen oder EU-Partner, hätte ich mich wohl kaum "verpartnert", ich halte mämlich eigentlich wenig von dieser Institution und irgendwie ist man, wenn man diesen Schritt tut, in der Tat um einiges unfreier als vorher.
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Re: Ehe statt Lebenspartnerschaft

Beitrag von Judas Phatre am Di Jun 16, 2015 11:01 pm

Gontscharow schrieb:"verpartnern" ( dieses Wort gebrauchen sie auf dem Standesamt wirklich dafür Very Happy  ), damit eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis gewährt wird. So war es in meinem Fall und so ist es in vielen anderen Fällen.Hätte ich einen deutschen oder EU-Partner, hätte ich mich wohl kaum "verpartnert", ich halte mämlich eigentlich wenig von dieser Institution und irgendwie ist man, wenn man diesen Schritt tut, in der Tat um einiges unfreier als vorher.
Steuerlich seit ihr aber einer "Ehe" gleichgestellt?
"verpartnern" finde ich witzig, dann bin ich "entpartnert", erinnert mich an das "raumübergreifende Großgrün" (Baum).
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Re: Ehe statt Lebenspartnerschaft

Beitrag von Gontscharow am Mi Jun 17, 2015 12:51 am

Ja, ich bin von Steuerklasse I in III gewechselt.
Tja, welche Bezeichnungen sich der Amtsschimmel für einen Baum einfallen lässt,
ist schon witzig Very Happy
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Re: Ehe statt Lebenspartnerschaft

Beitrag von SarahF am Mi Jun 17, 2015 12:02 pm

Ich schließe mich Naqia an : Für mich ist die Möglichkeit der Beziehung /Ehe unabhängig vom Geschlecht so selbstverständlich wie das Amen in der Kirche Wink ´
Das darüber immer noch diskutiert werden soll, halte ich für überflüssig. Wir haben wirklich
andere Probleme.
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Re: Ehe statt Lebenspartnerschaft

Beitrag von Judas Phatre am Mi Jun 17, 2015 10:41 pm

SarahF schrieb:Ich schließe mich Naqia an : Für mich ist die Möglichkeit der Beziehung /Ehe unabhängig vom Geschlecht so selbstverständlich wie das Amen in der Kirche Wink ´
Das darüber immer noch diskutiert werden soll, halte ich für überflüssig. Wir haben wirklich
andere Probleme.
Für mich ist das wichtig. Seitdem ich nicht mehr verheiratet bin, habe ich auf Teilzeit reduziert, damit ich Haushalt und Kinder als Alleinerziehender geregelt bekomme, muss meine Frau unterhalten und zahle trotzdem deutlich mehr Steuern. Namensgebungen sind mir egal, nicht aber finanzielle oder rechtliche Aspekte. So dürfen gleichgeschlechtliche Partner keine Kinder adoptieren. Ist das o.k.?
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Re: Ehe statt Lebenspartnerschaft

Beitrag von Greyff am Do Jun 18, 2015 1:40 am

In Deutschland gibt es viel mehr Adoptionswillige, als Kinder, die man adoptiern könnte.
Die Jugendämter versuchen, das vermeintlich Beste für das Kindeswohl zu erreichen,
sie werden gutverdienende, gebildete, heterosexuelle Paare auch weiterhin allen anderen
vorziehen, die irgendein Manko haben. Gleichgeschlechtliche Paare würden genau so unter den Tisch fallen wie weniger
Gebildete und / oder weniger gutverdienende Heteropaare. Die Jugendämter befürchten die Diskriminierung von Kindern, die bei Gleichgeschlechtlichen aufwachsen - m.E. zu Recht.
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Re: Ehe statt Lebenspartnerschaft

Beitrag von Atzec am Do Jun 18, 2015 3:45 pm

Das ist natürlich ein haltloses und etwas debiles "Argument"! :-)

Weil es dümmliche Diskriminierung gibt, diskriminieren wir einfach offiziell weiter mit... :-)

Ich überblicke die Adoptionsregelungen in Deutschland nicht, hielte es allerdings auch für schlechterdings infam, Einkommenshöhe oder Heterosexualität automatisch zu einem überlegenen Qualifizierungsmerkmal zu erheben. Da reiben sich doch nur die Anwälte die Hände... :-)

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Re: Ehe statt Lebenspartnerschaft

Beitrag von Atzec am Do Jun 18, 2015 3:51 pm

Greyff schrieb:
Die Jugendämter versuchen, das vermeintlich Beste für das Kindeswohl zu erreichen,

Überhaupt wäre das eine Auffassung, die elemantar dem Verfassungsrecht widersprechen würde. In unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft ist das "Kindeswohl" die allerletzte Verteidigungslinie, die der Staat besetzt, um Kinder vor Sorgeexzessen zu schützen, also ein staatliches Abwehrrecht gegen menschenverachtende, Menschenrechte verletzende Erziehungspraktiken - und eben gerade nicht die Verwirklichung irgendeines imaginierten Erziehungsideals oder -optimums! Das bleibt weiterhin totalitären Gesellschaften vorbehalten.

Aber es ist interessant, wie sehr das Alltagsdenken vieler Zeitgenossen an solchen Nahstellen tatsächlich selber noch totalitär geprägt ist... :-)

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Re: Ehe statt Lebenspartnerschaft

Beitrag von Judas Phatre am Do Jun 18, 2015 4:07 pm

Ich sage jetzt vermutlich dasselbe wie Aztec: Es muss gerade gegen Vorurteile gearbeitet werden. Hätten sich die Homosexuellen seit den 70er Jahren weiter versteckt, um sich gegen die Mehrheitsmeinung zu "schützen", wären wir heute keinen Schritt weiter. Es braucht Mut, um die Zukunft zu gewinnen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass in meinem Umfeld eine solche Diskriminierung überhaupt wahrscheinlich ist. Ich weiß natürlich auch nicht, welchen Einfluss die sexuelle Ausrichtung der Eltern auf die Kinder hat, das muss man wohl abwarten und beobachten. Da aber keine Daten dagegen spechen, sollte die Freiheit der Menschen ihr Glück zu suchen überwiegen. Meine vorsichtige Prognose ist, dass es besonders gut klappen wird, weil die Motivation wenigstens am Anfang sehr hoch sein dürfte.
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Re: Ehe statt Lebenspartnerschaft

Beitrag von Nemeth am Do Jun 18, 2015 6:37 pm

So muss ich feststellen, wie so oft in unserer modernen Zeit, daß sich meine Lebensauf-
fasssung nicht mehr mit dem kogruent ist, was gerade IN ist.
Wir sind seit über einem halben Jahrhundert miteinander verheiratet. Auf einen besonderen religiösen Ritus haben wir schon damals keinen Wert gelegt.
Für uns zählt es heute noch: "Bis das der Tod euch scheidet".
Und jeder Tag der uns noch vergönnt ist, ist ein Schöner, wenn wir ihn gemeinsam verbringen dürfen.
Ich habe eine konservative Lebensauffassung, trotzdem sollte ein JEDER nach seine Facon selig werden.
Diskriminierung, gleich welcher Art, halte ich für unangebracht.
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Re: Ehe statt Lebenspartnerschaft

Beitrag von Gontscharow am Fr Jun 19, 2015 12:01 pm

Das ist ein schöner Post, Nemeth Smile
Die Erwartung, daß eine Ehe für den Rest des Lebens hält, haben aber nach wie vor
alle, die heiraten. Zumindest habe ich noch nichts anderes gehört. Und in der Mehrheit der
Fälle ist das ja auch noch immer so.
Trotzdem bin ich unseren modernen Zeiten durchaus dankbar, daß man eine Ehe auch wieder
auflösen kann, wenn sie scheitert. Schwierig genug ist das durchaus immer noch, also per Mausklick im Internet kann man sich nicht scheiden lassen.
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Re: Ehe statt Lebenspartnerschaft

Beitrag von Atzec am Fr Jun 19, 2015 12:24 pm

Vor einem halben jahrhundert geheiratet? Da war in rechtlicher Hinsicht noch eine Auffassung und Ausgestaltung der Ehe "en vogue", die die Ehefrau in vielerlei Hinsicht noch zur Privatleibeigenen des Ehemannes degradierte, bis dann die sozialliberale Koalition Mitter der 70er Jahre von der Frauenbewegung getrieben die formae Gelichstellung der Frau rechtlich weiter vorantrieb.

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Re: Ehe statt Lebenspartnerschaft

Beitrag von Nemeth am Fr Jun 19, 2015 12:51 pm

" Vor einem halben Jahrhundert geheiratet ? Da  war...........................

Es ist das schöne an unserem Forum, daß hier verschiedenartige Erfahrungen und auch verflossene Gesellschaftsformen aufeinandertreffen und diskutiert werden können.

In der DDR (bis 7.10.1949 SBZ, kurz ZONE ) war die Frau gleichberechtigt, nicht nur pro forma, sondern auch im täglichen Leben.
Sie war nicht abhängig von ihrem Ehemann und auch keine Privatleibeigene.
Dieser Fakt ist gerne von der kommunistischen Propaganda überhöht worden, doch die Praxis war an dem.
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Re: Ehe statt Lebenspartnerschaft

Beitrag von Judas Phatre am Fr Jun 19, 2015 5:05 pm

Nemeth schrieb:In der DDR (bis 7.10.1949 SBZ, kurz ZONE ) war die Frau gleichberechtigt, nicht nur pro forma, sondern auch im täglichen Leben.
Sie war nicht abhängig von ihrem Ehemann und auch keine Privatleibeigene.
Dieser Fakt ist gerne von der kommunistischen Propaganda überhöht worden, doch die Praxis war an dem.
Die DDR steht "bei uns" immer für "der doofe Rest". Ähnlich wie bei Nazideutschland gibt es die Tendenz, alles als schlecht anzusehen. Das nimmt uns Entscheidungsspielraum für die Zukunft. Die Emanzipation der Frau ist eine von vielen Stärken des Sozialismus und Kommunismus. Viele dieser Ideen sind keinesfalls gescheitert, es muss nur Lolch und Weizen getrennt werden.
Wie lief denn eine Scheidung "drüben" ab?
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Re: Ehe statt Lebenspartnerschaft

Beitrag von Nemeth am Fr Jun 19, 2015 7:22 pm

Nun werter Judas Phatre stellst du diese Frage an den denkbar Falschen.
Dennoch will ich versuchen sie zu beantworten.
Die Entschluss war dem Amtsgericht mitzuteilen. Dort war eine Gebühr in Höhe eine Monatslohnes zu hinterlegen. Vor der eigentlichen Verhandlung wurden ein bis mehrere
Versöhnungtermine anberaumt. Wenn dann das Gericht zu der Erkenntnis kam, das die Aufrechterhaltung der Ehe zwecklos war, wurde bei beiderseitigem Einverständnis geschieden. War ein Partner nicht einverstanden, so ging es an das Bezirksgericht, wo Anwaltspflicht vorgegeben war.
Große Probleme mit Gütertrennung und dergl. gab es nicht, es wurde immer und in jedem Falle das Wohl der KInder bedacht.
Die Alimente betrug zwischen 10-15 % des Einkommens .
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Re: Ehe statt Lebenspartnerschaft

Beitrag von Judas Phatre am Fr Jun 19, 2015 7:54 pm

Nemeth schrieb:Nun werter Judas Phatre stellst du diese  Frage an den denkbar Falschen.
Nun, lieber Nemeth, da habe ich die Frage doch an den Richtigen gerichtet. Das war interessant. Solche Dinge hätte man nach der "Wende" viel detaillierter diskutieren sollen. "Schuldig" geschieden werden konnte man also nicht?
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Re: Ehe statt Lebenspartnerschaft

Beitrag von Nemeth am Sa Jun 20, 2015 7:59 pm

Zumindest, meinem Wissen nach ist dieser Passus "schuldig " schon Anfang der sechziger Jahre abgeschafft worden. Auch irgendwelche Ansprüche an den jeweils anderen Partner-- Rentenpunkte, Gewinnzuwachs, Versorgungsausgleich und dergl. gab es nicht.Auch dieses war praktizierte Gleichberechtigung.

Zurück zum Thema:
Ich würde die Fragestellung um die Themen Ehe, Lebenspartnerschaften und andere innerfamiliäre Beziehungen in historischer Zeit bis heute, erweitert wissen.
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Re: Ehe statt Lebenspartnerschaft

Beitrag von Judas Phatre am Sa Jun 20, 2015 9:02 pm

Nemeth schrieb:
Zurück zum Thema:
Ich würde die Fragestellung um die Themen Ehe, Lebenspartnerschaften und andere innerfamiliäre Beziehungen in historischer Zeit bis heute, erweitert wissen.
Haben wir das Thema denn verlassen? Und die DDR ist doch Geschichte, für mich sogar eine sehr spannende. Ich stehe nicht so sehr auf Politik von vor 500 Jahren oder Schlachten aus dieser Zeit. Zeitzeugen, die ein paar Jahrzehnte Abstand von der Welt haben, in der sie früher lebten, sind etwas sehr Wertvolles. Ich faände es schön, wenn Du (oder jemand anderes) mir also noch eine Frage zum Thema beantworten würdest:
Wie war das mit der Homosexualität in der DDR? Ich hätte vermutet, dass da die Toleranz endete.
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Re: Ehe statt Lebenspartnerschaft

Beitrag von Gontscharow am So Jun 21, 2015 12:52 am

In der DDR wurde der § 175 früher reformiert als in der Bundesrepublik. Insofern war
die DDR auch auf diesem Gebiet fortschrittlicher als die BRD.
Ansonsten wurde die Thematik in beiden deutschen Staaten bis in die 70er und 80er Jahre
hinein schlichtweg totgeschwiegen.Ich kenne die DDR-Szene nur aus meiner Westberliner
Zeit, am Prenzlauer Berg gab es beispielsweise einen "Sonntagskreis", wo Homosexuelle sich trafen. Eine aktive Diskriminierung seitens des Staates und seiner Organe gegenüber Homosexualität fand in der DDR nicht statt, gelegentlich konnte man in den Staatsmedien etwas darüber lesen, das hatte dann den liberalen Tenor, daß man Homosexuelle nicht diskriminieren solle.
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