Diensterfahrungen NVA der DDR - bedingt Einsatzbereit?

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Diensterfahrungen NVA der DDR - bedingt Einsatzbereit?

Beitrag von Admin am Di Jan 20, 2015 8:01 pm

Aus einer anderen Diskussion:

Nemeth hat geschrieben:
Nun das will ich als ehem. Wehrpflichtiger der NVA weder bestätigen noch dementieren.
In meiner gesamten Dienstzeit war es kein volles Magazin (30 Schuss) die ich mit
unterschiedlichem Erfolg verballert habe. :crazy:

Wahnnsinn. Jeder Schweizer Werhmann muss jedes Jahr ein Magazin verschiessen am sogenannten "Obligatorischen", unabhängig ob er noch sonst Dienst leistet (wo aber meist auch geschossen wird).

Kaum vorstellbar, dass so eine Armee wehrtauglich war. Oder betraf das nur bestimmte Einheiten oder Wehrmänner?

Die Frage oben ergibt sich einerseits aus dem berühmten Bericht über die Bundeswehr vor der SPIEGEL-Strauss Affäre, aber eben aus der mir kaum glaubbaren Aussage von ehemaligen Angehörigen der NVA, die also nicht einmal ein ganzes Magazin verschossen haben in ihrer Dienstzeit.

Andererseits kann ich mich an einen Artikel aus dem SPIEGEL erinnern, wo ein NVA Offizier in der Lage war, auch einen Leopard Panzer zu fahren, rein von der Theorie her. Das wiederum würde hohe Professioanliät vermuten lassen. Die Wende zeigte dann, dass diese Offiziere tastächlich in der Lage waren, einen Leopard Panzer zu fahren, ohne jemals einen vorher gesehen zu haben.

Gab es das eine ZweIklassengesellschaft? Die "Zuverlässigen", denen alle Ausbildung zuteil wurde, und die an deren, die nicht einmal ein Magazin verschiessen konnten?

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Re: Diensterfahrungen NVA der DDR - bedingt Einsatzbereit?

Beitrag von Admin am Di Jan 20, 2015 8:20 pm

Spartaner hat geschrieben:
Man schiesst auch nicht sein ganzes Magazin auf einmal leer. Das hat man weder bei der Bundeswehr noch bei der NVA so gemacht.
Kurze Feuerstösse bei Dauerfeuer, am besten zwei Schuss auf sein Ziel in weiter Entfernung sind am effektivsten. Zu beachten war, dass man zwischen zwei Atemzügen abdrückt und den Abzug vorher mit den Zeigefinger ein wenig strafft, um sein Ziel nicht zu verreissen.
Bei Vorzeigeübungen von Geschützfeuer oder Panzerfeuer ist meistens etwas schief gelaufen. Das war auch bei beiden Armeen Bundeswehr und NVA annähernd gleich gewesen. Beide Armeen waren doch nur Statisten und jeder auf seiner Seite wusste doch, dass es keinen konventionellen Krieg geben würde und wenn dann wäre er nur mit atomaren Waffen geführt worden, deshalb war es irrelavant wer bessser war. Es waren beide gleich schlecht.

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Re: Diensterfahrungen NVA der DDR - bedingt Einsatzbereit?

Beitrag von Admin am Di Jan 20, 2015 8:23 pm

Beitrag von Marek1964

Heisst das aber, die Behauptung, in der NVA habe man in seiner gesamten Dienstzeit nicht einmal ein Magazin verschossen nicht bestätigen kannst?

Ich kann mich erinnern, in der unbesiegten Schweizer Armee haben wir in den Bergen wie die Deppen geballert und "Mun" verschossen, "gemitrt*" wie man sagte. Obs militärisch so sinnvoll war, ist eine andere Frage...

*kommt aus dem französischen "mitraille", Gewehrhagel, Maschinengewehrfeuer

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Re: Diensterfahrungen NVA der DDR - bedingt Einsatzbereit?

Beitrag von Admin am Di Jan 20, 2015 8:26 pm

Spartaner schrieb:
Allein auf dem Schießplatz wurde schon ein ganzes Magazin bei den Schießübungen verschossen.

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Re: Diensterfahrungen NVA der DDR - bedingt Einsatzbereit?

Beitrag von Admin am Di Jan 20, 2015 8:27 pm

Spartaner schrieb:Ja, 20 Magazine kommen in der Regel schon zusammen. Vielfach hat man ja auch bei Feldübungen mit Platzpatronen geschossen und diese Munition musste komplett aufgebraucht werden. Nur auf dem Schiessplatz wurde unter strenger Aufsicht scharf geschossen. Es wurde aber mehr an den Waffen geputzt, als geschossen.

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Re: Diensterfahrungen NVA der DDR - bedingt Einsatzbereit?

Beitrag von Admin am Di Jan 20, 2015 8:29 pm

Nemeth schrieb:--bedingt Einsatzbereit--

Das kann ich nur bestätigen.
Das bezieht sich nicht nur auf das Verschiessen von Infantriemunition, sondern auf vieles Andere mehr.
Die Kontigentierung von Treibstoffen war dermaßen exrem, daß ab dem 10. des Monats kaum noch
Treibstoff zur Verfügung stand. Von dem Ersatz von Verschleißteilen möchte ich garnicht schreiben.

Nochmals zurück zur Infantriemunition: Ich schreibe von 1965-1966. Von LSK-LV, es kann natürlich
bei den Mot-Schützen ein höheres Kontigent vorhanden gewesen sein.

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Re: Diensterfahrungen NVA der DDR - bedingt Einsatzbereit?

Beitrag von Admin am Di Jan 20, 2015 8:31 pm


Zitat Spartaner: Allein auf dem Schießplatz wurde schon ein ganzes Magazin bei den Schießübungen verschossen.

Wendenkönig schrieb:kannst Du Dich eventuell an die Übergabe der Munition erinnern? Der Wortlaut war: 15Schuss richtig übergeben (durch den Ausgeber)
Die Antwort: 15 Schuss richtig übernommen (durch den Shützen)
Ein Magazin fasst 30 Schuss. Also kein volles Magazin wurde verschossen.
Diese Prozedur wurde etwa drei mal in der Wehrdienstzeit abgespult, es sei denn es kamen Inspektionen oder anderweitige Überprüfungen dazu. Jeder NVA Wehrdienstler hat also höchstens 45 Schuss, allerdings in 18 Monaten, abgegeben. (Ausnahmen: siehe oben) Waren alle Ziele getroffen wurde die Restmunition von den Aufsichtshabenden eingesammelt und dann nach Lust und Laune in die Landschaft gejagt.
Übrigens gab es schon ein strenges Munitionskontingent zu meiner Zeit, war es bei Euch anders?

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Re: Diensterfahrungen NVA der DDR - bedingt Einsatzbereit?

Beitrag von Nemeth am Mi Jan 21, 2015 11:03 am

Um mal vom leidigen Thema, dem Verschießen von Infantriemunition wegzukommen, möchte ich erwähnen, daß ich bei LSK_LV
gedient habe. Unsere hauptsächlichste Aufgabe war, den DDR-Himmel von unerwünschten Agressoren freizuhalten.
Dieses haben wir bis zum Abwinken Tag und Nacht geübt. Und auch zu einer bestimmten Pefektion gebracht.
Dieses war unsere Aufgabe, der perfekte Umgang mit der persönlichen Waffe , war ein "Privileg" der Mot-Schützen.
Die Hauptsache war, wir konnten den anstehenden Wachdienst absolvieren.
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Re: Diensterfahrungen NVA der DDR - bedingt Einsatzbereit?

Beitrag von Wendenkönig am Mi Jan 21, 2015 2:07 pm

Stimmt genau was Nemeth schreibt. Bei der NVA waren ja die verschiedensten Richtungen vertreten. Ich zum Beispiel war Spezialist im Raketen und Waffentechnischen Dienst. Unsere Einheiten sorgten dafür, dass "Genossen" wie Nemeth den Himmel sauber halten konnten. Also keine Kampfeinheit. ZUm realen Kampf wären wir wahrscheinlich nie gekommen. Unsere Waffen waren als mehr oder weniger für den Notfall gedacht, nicht mehr und nicht weniger. Bei den Motschützen ( den "Muckern" ) , Falschirmjägern, Kapfschwimmern, Aufklärern usw, sah es anders aus. Sie haben mit Sicherheit mehr als 45 Schuss in ihrer Dienstzeit abgegeben. Die "Kämpfer" hatten ihre Waffen 100%ig im Griff.

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Re: Diensterfahrungen NVA der DDR - bedingt Einsatzbereit?

Beitrag von Gontscharow am Do Jan 22, 2015 11:35 am

Nun, "bedingt einsatzbereit" kann man auch in einem anderen Sinne verstehen :
Wäre die Geschichte anders gelaufen und es wäre statt zu einer Vereinigung zu einem
militärischen Konflikt zwischen DDR und BRD gekommen - hätten die NVA Soldaten wirklich
geschossen, oder wären sie massenweise in den Westen desertiert ?
Ich bin übrigens sehr froh über diese Wiedervereinigung, und daß Wendenkönig und Nemeth
nicht auf Gontscharow schießen mußten .... und umgekehrt Smile
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Re: Diensterfahrungen NVA der DDR - bedingt Einsatzbereit?

Beitrag von Wendenkönig am Do Jan 22, 2015 11:41 am

Gute Frage! Ich glaube nicht, dass die Soldaten ernsthaft "Krieg spielen" wollten. Ich glaube, die wenigsten hätten geschossen. Die anderen wärensicher nicht alle desertiert, Sie hätten "den Hahn in Ruh gelegt". Die "ungeheuer überzeugten Offiziere, Unteroffizier und Soldaten", die es ja auch gab, ...ich glaube die hätten einen sehr kurzen Krieg erlebt.

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Re: Diensterfahrungen NVA der DDR - bedingt Einsatzbereit?

Beitrag von Nemeth am Do Jan 22, 2015 1:14 pm

Dieses ist schon eine sehr emotionale Frage. Die wohl ein jeglicher mit seinem Gewissen vereinbaren muss.
Das lässt sich im Abstand von 25 Jahren und so wie bei mir von 50 Jahren sehr schwer beantworten. Wie immer gibt es sone, sone und auch solche.
Da war schon die Angabe daß man "Westverwandtschaft" hatte, ein Kriterium nicht zu den Grenztruppen eingezogen zu werden. Man konnte den Führungs- und Politoffizeren schon zu
verstehen geben, wie man tickte.
Durch die Historie meiner Volksgruppe war ein großer Teil meiner Verwandtschaft in der BRD, So machte ich keinen Hehl daraus, daß ich NICHT auf meine eigenen Cousins schießen werde.

So können wir uns täglich bedanken, daß es nie eintrat, daß Brüder auf Brüder schießen mussten.
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Re: Diensterfahrungen NVA der DDR - bedingt Einsatzbereit?

Beitrag von Exmitglied-1 am Sa Jan 31, 2015 12:19 pm

Wenn ich so zurückdenke, ich hatte meinen Grundwehrdienst bei den Mot-Schützen bei der NVA vom Herbst 1972 bis Frühling 1974. Was mir da an schon an Entscheidungen abgenommen wurde, nur, weil man mich nicht zu den Grenztruppen gezogen hatte. Obwohl ich keine Westverwandtschaft hatte. So blieb es mir belassen, nur den Krieg "üben" zu müssen und nicht auf Menschen richtig zu schießen.  
Ob wir für einen Ernstfall gewappnet gewesen wären habe ich manchmal angezweifelt. Ich als Panzer(faust)büchsenschütze hatte auch die Aufgabe, bei Alarm unseren Schützenpanzerwagen mit einer Kurbel von Hand auf eine Temperatur von mindestens 60°C zu bringen, bevor dieser gestartet werden konnte. Eine kraftraubende Prozedur!  drunken
Das hat meistens eine halbe Stunde gedauert.
Inzwischen - so skandierte der Witz - stünde der Ami vorm Tor und verteile Kaugummis.  bounce
Auch habe ich aus meiner Panzerbüchse - Panzerfaust durften wir nicht sagen - niemals aus Kostengründen eine scharfe Granate verschossen, immer nur Dummys. Manchmal sogar nur mit Hilfe eines Granatenadapters, der in den Lauf der Panzerfaust gesteckt wurde und mit dem man Kleinkaliberpatronen verballern konnte.

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Re: Diensterfahrungen NVA der DDR - bedingt Einsatzbereit?

Beitrag von Gontscharow am Sa Jan 31, 2015 1:50 pm

Der Witz mit den Kaugummis ist gut Laughing
Aber in der Bundeswehr kursierten zu dieser Zeit ähnliche Witze,
beispielsweise :
"Was machen wir, wenn WIRKLICH Krieg ausbricht ?
Wegducken und warten, bis uns eine richtige Armee zur Hilfe kommt."
Obschon die Bewaffnung der Bundeswehr während des Kalten Krieges nichts zu wünschen überließ, oder ?
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Re: Diensterfahrungen NVA der DDR - bedingt Einsatzbereit?

Beitrag von Wendenkönig am Mi Apr 01, 2015 5:45 pm

Lange ist her als der letzte Beitrag in diesem Threat geschrieben wurde. Heut hab ich wieder mal gelesen und etwas gefunden, was vielleicht einer kleinen Korrektur bedarf.

segula hat geschrieben:

"Auch habe ich aus meiner Panzerbüchse - Panzerfaust durften wir nicht sagen - niemals aus Kostengründen eine scharfe Granate verschossen, immer nur Dummys. Manchmal sogar nur mit Hilfe eines Granatenadapters, der in den Lauf der Panzerfaust gesteckt wurde und mit dem man Kleinkaliberpatronen verballern konnte.

Wie ich ja schon geschrieben habe, war ich Waffenspezialist.
Segula schreibt, man durfte nicht Panzerfaust sagen. Das hatte natürlich einen Grund, der aber nicht aus politisch-antiquarischen Gründen (WKII) oder auf sonstwas, zurück zu führen war. Die Panzerbüchse RPG-7 war eben keine Panzerfaust sondern eine Panzerbüchse. Büchsen und Gewehre sind eben Büchsen und Gewehre. Eine Panzerfaust ist eine Panzerfaust. Warum? Büchsen sind "Rohre" aus denen man immer wieder Munition verschießen kann. Es kommt also immer nur neue Munition zum Einsatz und das "Rohr bleibt beim Schützen. Die Panzerfaust verschießt auch Munition aus einem Rohr aber hier sind Rohr und Munition eine Einheit also eine kplt. Waffe. Nach dem Abschuss wird das Rohr weggeworfen und man muss eine neue Waffeneinheit zum Einsatz bringen. Es sind also rein technische Gründe warum der Begriff Panzerfaust nicht genannt werden sollte wenn man seine Waffe bezeichnete.
Der Verschuss von Panzerbüchsen Munition war tatsächlich aus Kostengründen nur sehr beschränkt. Wobei leider die Treffsicherheit des Schützen, bei einem echten Schuss sehr fragwürdig war. Die Granate, die aus dem RPG-7 verschossen wurde war ein reaktives Geschoss mit einer Hohlladungsgranate als Sprengkopf. Sie reagierte also genau entgegengesetzt eines aus der "Einsteckatrappe" verschossenen Projektils welches übrigens kein Kleinkaliber sondern ganz normale 7,62mm Stahlkern Munition war. Diese wurde auch aus der Mpi- Kalaschnikov verschossen. Warum? Die Schussdistanz war minimum 100 m. Diese Entfernung war für die Kleinkaliber Munition erreichbar aber konnte nicht mehr als gezielter Schuss abgegeben werden. Ein "Adapter" war übrigens immer notwendig, anders ging es nicht.
Ich selbst war im Rahmen meiner Tätigkeit als Ausbilder für u.A. auch RPG-7 Schützen tätig und habe auf dem RPG Schießplatz des MSR 7, in Marinberg/ Sa., geschossen.

Für weitere technische Fragen stehe ich gern zur Verfügung.

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Re: Diensterfahrungen NVA der DDR - bedingt Einsatzbereit?

Beitrag von Exmitglied-1 am Mi Apr 01, 2015 6:14 pm

Danke Wendenkönig für die technische Erklärung.  
Du sprichst von der RPG 7 - kann es sein, dass es auch eine RPG 6 gab? Ich meine, eine solche bedient zu haben. Oder verwechsele ich da was: war die Panzerbüchse ca. 6 kg schwer?
Und oft hieß es, wir schießen mit KK Munition.
Auch ich habe in Marienberg gedient (Grundwehrdienst). Nicht, dass wir uns kennen?

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Re: Diensterfahrungen NVA der DDR - bedingt Einsatzbereit?

Beitrag von Wendenkönig am Mi Apr 01, 2015 10:53 pm

Hi,
Standard war RPG 7. Es gab noch ein SPG 9. Das war stationär auf einem Dreibein und verschoß Unterkaliber Granaten mit der gleichen Wirkungsweise wie das RPG 7, wobei dieses 85mm Überkalibergranaten verschoß, bei einem Rohrkaliber von 40mm. Das heißt, Überkaliber= Granate war außerhalb des Rohres, Unterkaliber = Granate wurde innerhalb des Rohres abgefeuert. Beides waren aber Granaten mit Hohlladung.
Aha, Du dientest also bei Max Wink Begegnet sind wir uns nicht. ich war 1973 im Frühjahr grad mit der U Schule, TUS Prora fertig.
In welcher Einheit warst Du denn?

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Zuletzt von Wendenkönig am Mi Apr 01, 2015 11:14 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Diensterfahrungen NVA der DDR - bedingt Einsatzbereit?

Beitrag von Wendenkönig am Mi Apr 01, 2015 11:05 pm

Zufügung:

Das RPG 7 war seit 1961 Standardwaffe bei der NVA (panzerbrechend) und hatte ein Gewicht von gut 6kg.

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Re: Diensterfahrungen NVA der DDR - bedingt Einsatzbereit?

Beitrag von Exmitglied-1 am Do Apr 02, 2015 12:21 am

Wendenkönig schrieb:Hi,
...
Aha, Du dientest also bei Max Wink Begegnet sind wir uns nicht. ich war 1973 im Frühjahr grad mit der U Schule, TUS Prora fertig.
In welcher Einheit warst Du denn?

VG, Euer Wendenkönig king

Das wird immer kribbeliger, ich war vom Herbst 1972 bis 1974 im Frühjahr bei Max Roscher. Da haben wir im Sommer 1973 in Gelobtland einen Schießplatz gebaut. Und mal habe ich mit Experten bei den Zieloptiken die Fadenkreuze justiert ...fünfte, später sechste Kompanie.

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Re: Diensterfahrungen NVA der DDR - bedingt Einsatzbereit?

Beitrag von Wendenkönig am Do Apr 02, 2015 1:36 pm

Hi segula,

kribbeln zurückfahren ich hab grad in meinen Ausführungen einen Fehler bemerkt Embarassed
´74 im Frühjahr war ich fertig. Herbst ´73 bin ich eingezogen. Ansonsten hätte es durchaus sein können. Justieren der Visiereinrichtungen gehörte ja zu meinem Aufgabenbereich, an allen Waffen die bei uns gewartet oder repariert wurden. Manchmal auch in den anderen Regimentern der Division.
Das MSR hatte ja nur den Schießplatz in Gelobtland. Dort wurde alles geschossen, Turmbewaffnung Panzer, MG, Mpi und eben auch RPG-7. Also auch ich hab in Gelobtland mit dem RPG geschossen.
6. Kp hmmm, die war doch im letzten oder vorletzten Block rechts vom KdL aus gesehen also noch hinter dem Stabsgebäude?
Schade, ich war das erste mal im Herbst ´74 in Marienberg. Ab da dann regelmäßig und auch unregelmäßig zwischen den Umstellungen.

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Re: Diensterfahrungen NVA der DDR - bedingt Einsatzbereit?

Beitrag von Klartext am So Mai 17, 2015 12:55 pm

Sehr interessanter Faden, habe ich erst heute bemerkt. Da würde ich an die ehemaligen DDR Soldaten fragen: Ging der Einsatz über zwei Jahre und hatte man da minimal Urlaub? So war es, so hab ich gehört, in anderen Ostblockstaaten auch.

Militärisch war so etwas doch sicher nicht nötig, zumal im Westen Soldaten übers Wochenende nach Hause durften.

Auch die Schickane gab es? Der ältere Jahrgang? Diente das zur Volkserziehung?

Bin gespannt auf eure Antworten.

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Re: Diensterfahrungen NVA der DDR - bedingt Einsatzbereit?

Beitrag von Wendenkönig am So Mai 17, 2015 8:37 pm

Hi "Klartext",

da kann ich wohl als am längsten Gedienter etwas sagen. Die anderen sicher auch aber leider sind wir nicht so viele hier.
Also, die Dienstzeit bei der NVA betrug für Wehrdienstleistende 18 Monate. Urlaub gab es auch. Wieviel Tage es waren kann ich gar nicht mehr genau sagen. Ich glaube 3 Wochen im Jahr und dann anteilmäßig plus Sonderurlaube aber der waren ja Leistungsabhängig. Da kann "segula" sicher genauere Daten liefern. Ich selbst hatte 30 Tage im Jahr Urlaub. Allerdings zählten die Sonn- und Feiertage bei den Urlaubstagen mit. Ich hatte allerdings im Normalfall das Jahr über alle WE frei, es sei denn ich hatte Dienst oder wir waren zu Übungen, irgendwo in der Botanik, unterwegs. Ich selbst hab auch nicht kaserniert gewohnt sondern bin jeden Tag, nach Feierabend, nach hause gefahren. Es war auch nicht so, dass jeder NVA- Angehörige in der SED sein musste. Einer meiner "Genossen", Berufsunteroffizier, wie auch ich, wir zwei waren keiner Partei angehörig. Wie das in den anderen Ostblockstaaten war weiß ich nicht aber auf jeden Fall wurde es überall anders gehandhabt. Ich glaube, am schlimmsten war es bei den Russen. Die armen "Muschigs" haben uns immer Leid getan.

Schikane,... nun ja, die gab es sicher in Einzelfällen auch aber nicht so wie es heut zu Tage von, ich muss es leider mal so ausdrücken, Westdeutsche, 20 oder 30jährigen "Geschichtsforschern" beschrieben wird. ...oder von speziellen Ex- Soldaten der NVA, die ja ach so unterdrückt waren. Wink. Die Soldaten die ich kennengelernt habe und das waren nicht wenige in meiner Dienstzeit, haben ihre Zeit abgedient und sind dann in die Reserve entlassen worden.
Volkserziehung, wieder so ein Wort was mehr an Chinas Diktatur erinnert als an das tatsächliche Leben in der DDR/ NVA. Klar, Politunterricht war Pflicht aber wie heißt es doch so treffend? ...Die Gedanken sind frei! Selbst unter den "Länger Dienenden" gab es Meinungen, die teiweise gelebt wurden aber dann aber nur "getarnt" oder eben so, dass man keinem am Zeug flicken konnte. Also "Volkserziehung" die war vielleicht von oben geplant, konnte aber in den seltensten Fällen 100%ig nach unten durchgesetzt werden.  
Soviel zum Anfang, aus meiner Sicht. Wenn noch mehr Interesse besteht, einfach weiter fragen. Wir kleines Häuflein ehemaliger NVA Angehöriger, hier im Forum, antworten gern. Zumindest ich antworte gern. Ich denke aber, die anderen auch.

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Re: Diensterfahrungen NVA der DDR - bedingt Einsatzbereit?

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