Eritrea bald menschenleer?

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Eritrea bald menschenleer?

Beitrag von Orianne am So Aug 02, 2015 3:14 pm

Viele Menschen aus Eritrea suchen in der Schweiz und in den Nachbarländern eine neue Zukunft.
Im Kanton Aargau musste man wegen Platzmangels Leute in Armeezelten unterbringen, diese Situation ist natürlich
nicht angenehm, aber ich finde, immer noch besser als z.B. in einer Zivilschutzanlage unterirdisch wohnen zu müssen.
Die Lage in D/A ist auch nicht viel besser, auch dort werden die Empfangsstellen überschwemmt.

Der Hauptgrund der Männer ist immer noch der abzuleistende Militärdienst, der in Eritrea auf unbestimmte Zeit festgelegt ist.

Was ich noch kurz anmerken möchte, der grösste Teil unserer Männer musste in solchen Zelten schlafen, auch ich hatte für 3 Wochen
in einem Zeltlager das Vergnügen, doch wenn man es muss, dann sieht die Sache doch ein wenig anders aus...

Was kann Europa tun? Wäre es sinnvoll die Entwicklungshilfe vermehrt auf Eritrea zu fokussieren (Vorschlag von Politikern aus der Schweiz)?

Hier noch ein Artikel zum Thread:

http://www.aargauerzeitung.ch/aargau/kanton-aargau/so-leben-die-ersten-asylsuchenden-in-den-armee-zelten-in-aarau-129402061

Bitte schreibt sachlich Exclamation

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Re: Eritrea bald menschenleer?

Beitrag von Gontscharow am So Aug 02, 2015 3:33 pm

In Münster kommen auch immer wieder Wellen junger Männer aus Eritrea an,
die vor der dortigen Militärdiktatur fliehen. Ihre Chancen, als Asylant anerkannt
zu werden, sind übrigens sehr gut ( davon können zur Zeit nur wenige andere
Gruppen ausgehen - die Iraker und Syrer beispielsweise, die vor dem IS fliehen,
während Kosovaren zu fast 100 % als Asylsuchende abgelehnt werden),
ihre Perspektiven in Deutschland auch halbwegs gut, da es dank der guten
Konkunktur  auch mit mangelhaften Deutschkenntnissen/Qualifikation möglich ist,
eine Arbeit zu finden.
Wie man aus Europa auf die Herkunftsländer einwirken kann ? Leider so gut wie gar nicht,
ist meine Erfahrung....Die eritreischen Machthaber können sich jederzeit an China, Japan oder Rußland oder Saudi-Arabien um Hilfe wenden, falls sie der Ansicht sind, daß die Europäer ihnen dumm kommen.
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Re: Eritrea bald menschenleer?

Beitrag von Orianne am So Aug 02, 2015 3:44 pm

Gontscharow schrieb:In Münster kommen auch immer wieder Wellen junger Männer aus Eritrea an,
die vor der dortigen Militärdiktatur fliehen. Ihre Chancen, als Asylant anerkannt
zu werden, sind übrigens sehr gut

Die Chance hier bei uns liegt bei über 95 %.

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Re: Eritrea bald menschenleer?

Beitrag von Wallenstein am So Aug 02, 2015 4:13 pm

Der jetzige Präsident von Eritrea, Issaias Afewerki, (seit der Unabhängigkeit 1993), war einmal der große Hoffnungsträger in Afrika. Er war seit 1970 Anführer der Eritreischen Volksbefreiungsfront (EPLF), die in einem fast dreißigjährigen Krieg ihre Unabhängigkeit von Äthiopien erkämpfte. Viele glaubten, dass es anschließend alles besser würde. Doch er regierte das Land danach so, wie er früher die Untergrundarmee befehligt hatte, Befehl und Gehorsam, militärische Disziplin. Schon während des Krieges ging er mit Abweichlern nicht schonend um. Er propagierte früher eine marxistisch-leninistische Theorie und baute das Land nach dem Vorbild dieser Staaten um. Ideologisch orientiert er sich jetzt an China. Doch während dort zumindest ein beachtliches Wirtschaftswachstum stattfindet, rührt sich in Eritrea überhaupt nichts. Das Land ist ein Armenhaus. Um von seiner wirtschaftlichen Unfähigkeit abzulenken, provozierte er Kriege mit Äthiopien und dem Sudan. Das gibt ihm den Vorwand, ständig Bedrohungsszenarien zu entwickeln, die dann als Begründung herhalten müssen, um die innenpolitische Repression zu rechtfertigen.

Schon während des Unabhängigkeitskampfes gegen Äthiopien haben fast eine Million Menschen das Land verlassen, nicht wenige wollten zurückkehren, um das Land aufzubauen. Viele hatten im Ausland genug Geld verdient, doch die Diktatur von Afewerki hat sie wieder vertrieben, der von diesen „Feiglingen“ und „Landesverrätern“ nichts wissen wollte. Er befürchtete eine Destabilisierung seiner Macht durch die Rückkehrer. Seitdem zahlen die im Ausland lebenden Bewohner eine „Aufbausteuer“, die einen großen Teil der Einnahmen des Landes ausmachen.

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Re: Eritrea bald menschenleer?

Beitrag von Orianne am Mo Aug 03, 2015 7:48 pm

Heute ist ein interessanter Artikel im Tagesanzeiger aus Zürich über die Situation der Eritreer in der Schweiz.

Vermutlich ist er aus Deutschland nicht lesbar Neutral


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Re: Eritrea bald menschenleer?

Beitrag von Marek1964 am Mo Aug 03, 2015 11:28 pm

Orianne schrieb:
Was kann Europa tun? Wäre es sinnvoll die Entwicklungshilfe vermehrt auf Eritrea zu fokussieren (Vorschlag von Politikern aus der Schweiz)?

Exclamation

Entwicklungshilfe - ich kann mich an die Diskussionen in der Schweiz schon in den 80er Jahren erinnern. Vor allem linke Kreise steckten da noch voll Idealismus. Wie diese Leute heute denken, so sie noch leben, weiss ich nicht.

Entwicklungshilfe kann wohl nur dann Sinn machen, wenn wenigstens halbwegs brauchbare lokare Regierungen vorhanden Sinn. Ansonsten kann man nur das schlimmste lindern, aber keine nachhaltige Politik betreiben. Eigentlich müsste man intervienieren und unfähige und korrupte Regimes absetzen. Aber sowas führt eher vom Regen in die Traufe.

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Re: Eritrea bald menschenleer?

Beitrag von Gontscharow am Di Aug 04, 2015 12:52 am

Wir sollten keine Kolonialkriege mehr führen.
Präsident Clinton hatte in den 90er Jahren aus humanitären Gründen versucht,
in Somalia, einem anderem sogenannten "failed state", zu intervenieren.
Nachdem die ersten US-Soldaten in Somalia getötet worden waren und vor
laufenden Kameras als blutige Bündel durch den Staub Somalias geschleift wurden,
kippte die Stimmung in den USA sehr schnell und die US-Interventionstruppen
wurden flugs wieder abgezogen.
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Re: Eritrea bald menschenleer?

Beitrag von Orianne am Di Aug 04, 2015 8:38 am

Du sprichst mir da aus dem Herzen Gontscharow - Ich finde aber, dass genau in diesem Fall die ehemaligen Kolonialmächte immer noch eine Verantwortung tragen.

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Re: Eritrea bald menschenleer?

Beitrag von Wallenstein am Di Aug 04, 2015 9:13 am

Die Kolonialzeit ist in Eritrea allerdings schon lange vorbei. 1941 wurden die Italiener von den Briten vertrieben und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es mit Äthiopien zwangsweise vereinigt. Schuld an der desolaten Lage sind vor allem die früheren äthiopischen Regierungen von Kaiser  Haile Selassie  und später von Mengistu.

Die Rebellengruppe von Issaias Afewerki in Eritrea hatte zusammen mit der äthiopischen Befreiungsarmee EPRDF von Zenawi das totalitäre Regime von Mengistu 1991 gestürzt.

Doch dann gerieten sie aneinander und streiten sich seitdem um einige Quadratkilometer Wüste. Meines Erachtens muss zuerst die Regierung Afewerki abtreten und dann müssen die beiden Länder, Äthiopien und Eritrea, ihre sinnlose Auseinandersetzung beenden. Die Feindseligkeiten gehen derzeit vor allem von Afewerki aus, der den Kriegszustand braucht, um seine Diktatur zu legitimieren. Solange dieser Zustand anhält, macht auch Entwicklungshilfe wenig Sinn.

Es gibt mehrere Beispiele dafür, wie das eritreische Regime ausländische Entwicklungshilfe für das Land missbraucht hat. Als das Regime Nahrungsmittelhilfen der EU verkaufte und den Erlös für eigene Beschäftigungsprogramme verwendete, erwog die EU‑Kommission ernsthaft, die Beihilfen einzustellen. Für 2009‑2013 sind jedoch im Haushalt 122 Mio. EUR Entwicklungshilfe für das Land vorgesehen. In diesem Haushalt sollen rund 10 Mio. EUR für die Rechtssicherheit und 70 Mio. EUR für die Nahrungsmittelsicherheit aufgewendet werden.
Ein Minimum muss aufrechterhalten werden, damit man ein  Bein in der Tür behält.

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Re: Eritrea bald menschenleer?

Beitrag von SarahF am Mi Aug 05, 2015 1:23 pm

Wahrscheinlich kann sich die eriteische Militärdiktatur nur durch ständigen Krieg
mit Äthiopien an der Macht halten - sozusagen ihre Überlebensgarantie Evil or Very Mad
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Re: Eritrea bald menschenleer?

Beitrag von Orianne am Mi Aug 05, 2015 1:41 pm

Bei uns hier in der CH wollen heute gewisse politische Kreise Eritreer gar nicht mehr als Flüchtlinge anerkennen lassen.
Militärdienst und instabile Wirtschaft seien keine Asylgründe...

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Re: Eritrea bald menschenleer?

Beitrag von Waldi am Mi Aug 05, 2015 1:58 pm

Dem kann ich nur zustimmen!

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Re: Eritrea bald menschenleer?

Beitrag von Orianne am Mi Aug 05, 2015 3:43 pm

Waldi schrieb:Dem kann ich nur zustimmen!

Es sind keine ultrarechten Politiker, sondern zwei Regierungsräte (vergleichbar mit einem Ministerpräsidenten in D oder mit einem Landeshauptmann in A) die einfach dieser Schwemme nicht mehr gewachsen sind.
Von 165 Leuten kommen über 123 aus Eritrea, die dann in dem Kanton untergebracht werden müssen. Unser Bund macht es sich einfach, er hat Empfangszentren, dort werden die Leute erfasst und befragt, danach werden sie den Kantonen (Bundesländer) zugeteilt, die geben die Menschen dann weiter an die Städte und Gemeinden.

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Re: Eritrea bald menschenleer?

Beitrag von Waldi am Mi Aug 05, 2015 6:24 pm

Es ist ein Wahnsinn, was alles in D hereingelassen wird!
Heute steht in der Zeitung, was die Neuankömmlinge alles an Mahlzeiten tagtäglich bekommen.

Ohne Schmarrn, dies Essen könnte sich keine Familie jeden Tag leisten!!!!

Aufbrausend sind die Burschen dann auch noch, weil keine getrennten Duschen (Container) für die Frauen vorhanden sind, das geht gar nicht!

Dem einen schmeckt das Essen nicht usw. ....

In ihrem Land wird jeden Tag Hirsebrei.... mit zwei Fingern aus einem gemeinsamen Futternapf entnommen und zum Mund geführt ....

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Re: Eritrea bald menschenleer?

Beitrag von Klartext am Mi Aug 05, 2015 9:34 pm

Waldi schrieb:In ihrem Land wird jeden Tag Hirsebrei.... mit zwei Fingern aus einem gemeinsamen Futternapf entnommen und zum Mund geführt ....

Ja. Und in Deutschland erhält jede Katze und jeder Hund mehr. So what.

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Re: Eritrea bald menschenleer?

Beitrag von Greyff am Do Aug 06, 2015 1:25 am

Für mich würde zu "gutem Essen" alleine schon der Umstand gehören, daß ich mir
selbst aussuchen kann, was ich esse und wann und wie ich das tue.
Aber ich glaube, das Essen nicht das Hauptproblem ist, wenn es um die Flüchtlinge aus
Eritrea geht. Wir stehen generell vor einem Dilemma : in der Mehrzahl der Länder dieser
Erde lebt ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung unter Umständen, die wir aus europäischer Sicht
als "menschenunwürdig" bezeichnen würden. Wir können diese Menschen wegen ihrer großen
Zahl nicht alle bei uns aufnehmen, nicht mal einen kleinen Teil davon. Wir machen es
den Menschen so schwer wie möglich, hierhin zu kommen und wenn sie doch da sind,
versuchen wir , sie schnell wieder los zu werden, gelingt das nicht,lassen wir sie jahrelang und oft
am Ende unbefristet bei uns leben.Was wieder ein Anreiz für deren Bekannte und Angehörige ist, nach Europa zu kommen, den das Leben hier ist sehr viel besser als fast überall sonst.
Wäre man konsequent, würde man zu allen Flüchtlingen "Nein" sagen und nur diejenigen
in ihren Herkunftsländern selbst as Einwanderer aussuchen, die wir hier meinen, gebrauchen
zu können. ALso ein Einwanderungsgesetz müßte her.
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Re: Eritrea bald menschenleer?

Beitrag von Waldi am Do Aug 06, 2015 5:18 am

Moin Greyff,

ganz Deiner Meinung!

Nur glaube ich, daß ein Einwanderungsgesetz so ausgelegt, daß es mehr oder weniger Makulatur sein wird. SPD, GRÜNE wie LINKE werden dafür schon sorgen -

Ein Einwanderungsgesetz ohne wenn und aber ........

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Re: Eritrea bald menschenleer?

Beitrag von Orianne am Do Aug 06, 2015 6:59 am

Ein Einwanderungsgesetz wird es wohl bei uns nie geben, da man gegen jedes Gesetz Unterschriften sammeln kann.

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Re: Eritrea bald menschenleer?

Beitrag von wfwbinder am Do Aug 06, 2015 7:39 am

Natürlich brauchen wir ein Einwanderungsgesetz. Aber man muss dabei auch klarmachen, dass dies nichts mit Asyl für Verfolgte zu tun hat.

Aber man sollte es verzahnen, denn Asylanten, die den Bedingungen eines Einwanderungsgesetzes entsprechen, könnten natürlich sehr schnell integriert werden.

Auch ist es nicht sinnvoll, was leider doch öfter Vorkommt, dass Menschen abgeschoben werden, die sich integriert haben. Warum schiebt man Menschen ab, die eine Arbeit heben, sich selbst versorgen, keine öffentlichen Hilfe kassieren und gut deutsch können?

Bei einem Einwanderungsgesetz könnte man natürlich Anforderungen stellen.

- vorhandene Ausbildung in einem Beruf, der bei uns gesucht wird.
- deutsche Grundkenntnisse (könnten beim Goetheinstitut des Heimatlandes erworben werden)
- eventuell ein Höchstalter
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Re: Eritrea bald menschenleer?

Beitrag von Orianne am Do Aug 06, 2015 8:21 am

Wie ich schon in einem ähnlichen Thread schrieb ist ein Einwanderungsgesetz bei uns in der Schweiz nicht möglich, es würde an einem Referendum scheitern, aber ich persönlich würde es begrüssen.

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Re: Eritrea bald menschenleer?

Beitrag von wfwbinder am Do Aug 06, 2015 8:38 am

Die Schweiz kennt ja die direkte Demokratie, bei der über fast alles abgestimmt werden muss.

Aber die generelle Unmöglichkeit eines Einwanderungsgesetzes halte ich für zu negativ gedacht. Es gibt ja Vorschriften darüber, unter welchen Bedingungen man als Ausländer in der Schweiz arbeiten udn wohnen darf, wann man ein Aufenthaltsrecht bekommt, wann es weg ist usw.

Ich denke, es wäre eine Frage, wie so ein Gesetz formuliert wird.

Man muss ja auch etwas Verständnis für die Schweiz aufbringen. Es gibt schon einen Ausländeranteil von ca. 25 % (Deutschland ca. 10 %). Das Land ist relativ klein, wenn auch wirtschaftlich stark.
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Re: Eritrea bald menschenleer?

Beitrag von Waldi am Do Aug 06, 2015 8:44 am

wfwbinder schrieb:Natürlich brauchen wir ein Einwanderungsgesetz. Aber man muss dabei auch klarmachen, dass dies nichts mit Asyl für Verfolgte zu tun hat.

Aber man sollte es verzahnen, denn Asylanten, die den Bedingungen eines Einwanderungsgesetzes entsprechen, könnten natürlich sehr schnell integriert werden.

Auch ist es nicht sinnvoll, was leider doch öfter Vorkommt, dass Menschen abgeschoben werden, die sich integriert haben. Warum schiebt man Menschen ab, die eine Arbeit heben, sich selbst versorgen, keine öffentlichen Hilfe kassieren und gut deutsch können?

Bei einem Einwanderungsgesetz könnte man natürlich Anforderungen stellen.

- vorhandene Ausbildung in einem Beruf, der bei uns gesucht wird.
- deutsche Grundkenntnisse (könnten beim Goetheinstitut des Heimatlandes erworben werden)
- eventuell ein Höchstalter

Ein Einwanderungsgesetz sollte eine gewisse Bildung der Einzubürgerten voraussetzen und das 35. Lebensjahr nicht überschreiten!

Was bringt es, ältere Menschen "einzubürgern", die nie eine Arbeit, aus welchen Gründen auch immer, bekommen werden - noch mehr "Bakschisch" locker machen - Nein!
Das eigene Volk wird immer mehr zur Kasse gebeten, damit dieses Klientel einen Teil von dem noch frischen Kuchen abbekommt.

Irrsinn ist es in jedem Fall, Menschen, die sich voll integriert haben, einer geregelten Arbeit nachgehen, dem Staat nicht zur Last fallen,... abzuschieben.
Kenne da etliche Familien, egal welcher Herkunft, die einer geregelten Arbeit nachgehen, deren Kinder wohlerzogen, Wohnung piksauber ist,.....




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Re: Eritrea bald menschenleer?

Beitrag von wfwbinder am Do Aug 06, 2015 9:14 am

Ich gebe auch gerne zu, dass es mich immer wieder ärgert, dass hier Leute auf der Straße rumlaufen, die nach Deutschland eingewandert sind, weil sie in Russland wegen ihrer deutschen Abstammung diskriminiert wurden. Durch diese deutsche Vergangenheit ergab sich wohl ein Recht als Spätaussiedler nach Deutschland zu übersiedeln.

Die in Russland gelebte deutsche Kultur ist aber so stark, dass die nach über 10 Jahren die sie hier leben, noch immer untereinander russisch sprechen.

Ausserdem haben viele kaum etwas zum BIP beigetragen, weil sie erst mit über 50 übersiedelt sind.
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Re: Eritrea bald menschenleer?

Beitrag von Waldi am Do Aug 06, 2015 10:15 am

Richtig!

In meinem Umfeld sind Häuser gebaut worden, wo überwiegend "Rußlandsdeutsche und Rumänen mit deutscher Abstammung" -investierten-.

Kamen mit Mitte 50 bis 60 Jahren mit nichteinmal Nichts nach Deutschland. Bauten ein Haus nach dem anderen und mit welchem Geld?

Unsereiner bekam teils nur zinsgünstige Darlehen, das wars dann aber auch schon.
Ohne Eigenkapital ging da nichteinmal nichts!

Der Prass auf diese Leute in unserem Viertel ist immens, das kann man sich nicht vorstellen. Und trotzalledem jammern diese auf höchster Ebene - unvorstellbar!

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Re: Eritrea bald menschenleer?

Beitrag von Orianne am Do Aug 06, 2015 10:40 am

wfwbinder schrieb:Die Schweiz kennt ja die direkte Demokratie, bei der über fast alles abgestimmt werden muss.

Aber die generelle Unmöglichkeit eines Einwanderungsgesetzes halte ich für zu negativ gedacht. Es gibt ja Vorschriften darüber, unter welchen Bedingungen man als Ausländer in der Schweiz arbeiten udn wohnen darf, wann man ein Aufenthaltsrecht bekommt, wann es weg ist usw.

Ich denke, es wäre eine Frage, wie so ein Gesetz formuliert wird.

Man muss ja auch etwas Verständnis für die Schweiz aufbringen. Es gibt schon einen Ausländeranteil von ca. 25 % (Deutschland ca. 10 %). Das Land ist relativ klein, wenn auch wirtschaftlich stark.

Ich gebe Dir da recht, man kann ein Gesetz "aufgleisen", das dauert in der Regel Jahre, bis dahin sind wohl alle hier und eingebürgert, da müsste man etwas machen.
Es gibt bei uns Fälle von abgelehnten Asylbewerbern, die wollen partout nicht ausreisen, auch nicht mit Gewalt, was will man machen, wenn das Ursprungsland die Leute nicht mehr zurück nimmt?
Es gibt schon Gegenmittel, z.B. die Entwicklungshilfe reduzieren, oder ganz streichen, aber dann verarmt das Land und die Leute kommen wieder. Es ist ein Teufelskreis.

Ich habe hier einen Artikel über so einen Afghanen:

http://www.aargauerzeitung.ch/aargau/aarau/dieser-afghane-landete-fuer-neun-monate-im-gefaengnis-weil-er-herumreiste-129377605

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