Franz von Werra - Jagdpilot für Hitler aus der Schweiz

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Franz von Werra - Jagdpilot für Hitler aus der Schweiz

Beitrag von Orianne am Sa Aug 15, 2015 2:47 pm


Franz von Werra - Jagdpilot für Hitler aus der Schweiz




Am 13. Juli 1914 wurde Baron Franz von Werra auf Schloss Leuk im Kanton Wallis geboren.
Der Familie entstammten viele Geistliche und Offiziere, die in Spanien oder Frankreich Karriere gemacht
hatten. Wegen einer Familienfehde verarmte der der Leuker Zweig derer von Werra. Die Eltern gaben die
Kinder zur Adoption frei. Franz und seine Schwester Emma kamen zu einem adeligen Ehepaar nach Süddeutschland.
Doch auch hier wurde das Geld sehr knapp, und bald stand das Geschwisterpaar wieder vor den gleichen Problem.

Die beiden Geschwister hatten ein inniges Verhältnis, und so so suchte sich Emma eine Stelle als Sekretärin, und Franz meldetet sich zur Luftwaffe, aus Geldmangel musste er das Gymnasium abbrechen. Nachdem Franz einen Arierausweis bringen musste, staunte er nicht schlecht, dass er aus der Schweiz stammte, aber auch über seine zum Teil berühmten Ahnen.
Die Deutsche Luftwaffe nahm Franz nun auf.

Nach seiner Ausbildung in Potsdam an der Kriegsschule kam Franz zum Alpengeschwader mit dem er 1938 über Wien flog.
Danach wechselte er zur Stabstaffel der II. Gruppe des Jagdgeschwaders 3, der Kommandant war Günter Lützow. In Frankreich liess es sich damals gut leben, und Franz und seine Kameraden flogen über Frankreich bis zur Côte d’Azur.

Franz war phantasievoll, ehrgeizig, aber auch ein frommer Katholik, er liebte das Risiko, gerne unterflog er Brücken, was eigentlich verboten war, die Luftwaffe wollte ihre Piloten nicht durch solche Mutproben verlieren.

Von Werras Ziel war das Ritterkreuz, verbunden mit einem Rittergut, das ja von Hitler versprochen wurde.


Die Luftkämpfe in England, Frankreich, Ostpreussen und später an der Ostfront waren für ihn Spass, er liebte die Fliegerei, der Krieg war Nebensache für ihn, das schrieb er auch Emma, seiner Schwester.


Die Politik interessierte ihn gar nicht, er liebte nur das Hakenkreuz, das er als martialisch ansah. Seine Staffel hatte als Maskottchen einen jungen Löwen namens Simba.

Am 30. Mai 1940 wurde von Werra mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet, er meldete noch einmal 9 feindliche Flugzeuge die er über England abgeschossen hatte. Zeugen hatte er keine, und doch wurden die Abschüsse anerkannt, und von Werra als Held in Deutschland gefeieert.

Am 5. September 1940 flogen 3 ME-109 darunter Oblt von Werra von Calais Richtung England gestartet.
Sie zählten zu einem Geleitschutz von Bombern. Nach dem Abdrehen über Croydon wurden sie in einen wilden Kampf mit
Spitfires hinein gezogen, Beteiligt waren Flight Lieutenant J.T.
Webster und Squadron Leader George Bennions, beide von der 41th Squadron in Hornchurch, sowie Squadron Leader Gerald Stapleton, Pilot Officer William Rafter und Flight Lieutenant Fred Rushmer, alle von der 603rd Squadron in Rochford.
Rushmer, der erst 19 Jahre alt war wurde getötet, von Werra wurde abgedrängt, und von den Spitfires verfolgt. Nach mehreren Motorentreffern raste er im Tiefflugüber Äcker, Obstwiesenund Rinderkoppeln hinweg, bis es schliesslich bei
Maidstone südlich der Eisenbahnlinie Redhill- Ashford abstürzte.

Nach der Gefangennahme durch die Home Guard kam er nach Kensington wo er verhört wurde.
Danach brachte man ihn in das Offizierslager von Grizedale Hall, das sich in einem Moorgebiet befand, und als ausbruchssicher angeschaut wurde, befand es sich doch ca. 30 Kilometer von der Irischen See.

Am 7. Oktober 1940 floh von Werra, erst nach 3 Tagen wurde er an der Küste entdeckt, konnte aber erneut fliehen.
Zwei Tage später wurde er erschöpft aufgegriffen und zurück nach Grizedale Hall gebracht.

Nach 21 Tagen Einzelhaft wurde von Werra in das Durchgangslager 13 bei Swanwick verlegt. Dort begangen er und seine Kameraden einen Tunnel zu graben. Sie fabrizierten auch falsche Erkennungsmarken, und änderten ihre Fliegeruniformen in das Design der Holländischen Luftwaffe um, die immer noch mit England verbündet war.

Am 17. Dezember nutzten von Werra und seine Kameraden einen deutschen Angriff und flohen, sie wurde aber schnell entdecktn, und wieder eingefangen. Franz von Werra blieb aber unauffindbar, er blieb in der Nähe des Lagers und suchte den nächsten Flugplatz der Royal Air Force. Doch sein Plan schlug fehl, er wurde wieder fest genommen.

Die Engländer hatten nun genug von ihm, sie schifften ihn mit 1000 anderen Kriegsgefangenen ein mit Kurs nach Kanada.
Die Temperatur war -20 C°, und der Himmel sternenklar, der Schnee lag meterhoch, und von Werra kam nur schleppend voran.
Er versuchte am St.Lorenz Strom die Grenze zur USA zu überqueren, die Staaten waren damals noch nicht im Krieg.
Er schaffte es die amerikanische Stadt Ogdensburg zu erreichen. Von Werra gab gerne an, so erzählte er seine Story gerne herum, da er aber in den Staaten als illegaler Einwanderer galt, und Grossbritannien seine Auslieferung forderte, floh er am 24. März 1941 erneut, er sollte nämlich interniert werden. Er reiste von New York nach Mexico und von dort über Panama, Peru, Rio de Janeiro, Barcelona und Rom zurück nach Berlin, wo er am 18 April eintraf. Während seiner Flucht schrieb er regelmässig Postkarten an seine Schwester, er vergass aber auch die britischen Verhöroffiziere in Hucknall nicht.

Die Propaganda unter Goebbels feierte von Werra frenetisch, und Hitler verlieh im das heiss ersehnte Ritterkreuz, er wurde auch vom Reichsmarschall Göring empfangen, von Werra liebte es im Mittelpunkt zu stehen. Gleichzeitig beförderte man ihn zum Hauptmann. Für die Abwehr war er Gold wert, so kannte er die Verhörmethoden, und auch die Luftwaffe benutzte ihn, um ihre Lager "sicherer" zu machen.

Die ganze Welt sprach über ihn, doch der Kanton Wallis hatte Angst vor ihm, er fürchtete einen Racheakt mit Bombern.
Drei seiner Brüder dienten in der Schweizer Armee, von Werra wollte aber gar nicht mehr einen Schweizer Pass, für ihn lag die Zukunft in Deutschland.

Am 1. Juli 1941 wurde von Werra Kommandeur der Gruppe I des Jagdgeschwaders 53 "Pik-As, das an der Ostfront stationiert war.
Von Werra wurde nicht mehr für Einsätze nach England eingeplant. Nach weiteren Abschüssen wurde von Werra Mitte August auf die Me-109F-4 umgeschult und die Verlegung seiner Einheit zum Küstenschutz nach Katwijk in Holland befohlen.
Vorher hatte von Werra noch seine langjährige Verlobte mit Nazipomp geheiratet.

Am 25 Oktober 1941 befand sich von Werra auf einem Routineaufklärungsflug bei Fieslingen, als der Motor aussetzte, die Maschine stürzte kopfüber ins Meer und versank sofort.

Sein Tod wurde erst nach dem Tod von Ernst Udet bekannt gegeben, seine Schwester Emma arbeitete nach dem Krieg als Psychiatrieschwester und starb 1992. Franz von Werra wurde 27 Jahre alt, sein Leben war kurz aber intensiv, sein Flugzeug, mit dem er in England abstürzte, wird immer noch im Royal Air Force Museum in Folkestown in Kent ausgestellt

Im Jahr 1956 wurde ein Spielfilm mit Hardy Krüger in der Hauptrolle gedreht, „The One that Got Away“
(„Einer kam durch“), wo quasi seine Lebensgeschichte gezeigt wurde. Man weiss aber, dass vieles von ihm erfunden wurde, trotzdem bleibt er ein erstaunlicher Mann.

Quellen: SRF, eigene Aufzeichnungen.

Wer den Film anschauen möchte, hier ist er auf Youtube, leider mit viel Werbung (Sollte er für Deutschland gesperrt sein, einfach ss vor Youtube unten schreiben, dann wird man umgeleitet, und kann auf dieser Seite dann den Film sehen.


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Re: Franz von Werra - Jagdpilot für Hitler aus der Schweiz

Beitrag von wfwbinder am Sa Aug 15, 2015 6:23 pm

Ich kenne den Film und die Geschichte.

Man sollte zur Vollständigkeit erwähnen, dass dieser Film von Briten gedreht wurde, die sich dafür den deutschen Hardy Krüger für die Hauptrolle holten.

Ein englischer Film über einen deutschen Flieger, der die Briten zum Narren hielt. Ich denke ein weiterer Beweis, das die Briten solche Männer auch "sportlich" sahen.
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Re: Franz von Werra - Jagdpilot für Hitler aus der Schweiz

Beitrag von Orianne am Mo Aug 17, 2015 12:01 pm

wfwbinder schrieb:Ich kenne den Film und die Geschichte.


Ich denke ein weiterer Beweis, das die Briten solche Männer auch "sportlich" sahen.

Das sehe ich auch so!

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