Tschechien und Slowakei, Partner, Brüder ?

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Tschechien und Slowakei, Partner, Brüder ?

Beitrag von Nemeth am Mi Aug 26, 2015 10:24 am

Angeregt durch den Beitrag von @ Walzbruder finde ich dieses Thema durchaus betrachtenswert.

So denke ich, daß man dieses Thema fürs Erste aus geschichtlicher Warte sehen sollte.
Die Tschecheslowakei, war wie der Name es schon sagt ein Kunstgebilde, entstanden aud der Erbmasse
des K.u.K. Reiches mit Genehmigung, Förderung und Patronat der Siegermächte des I. Weltkrieges.

In solchen historischen Situationen fanden sich schon immer Personen, Bewegungen, Parteien die immer
nur das "Gute " wollten und zwar für sich.
In Verkennung der sich entwickelnden politischen Situationen wurden viele Fehler gemacht, die dann auch
zu dem führten, was zur Trennung der "Bruderstaate" führte.
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Re: Tschechien und Slowakei, Partner, Brüder ?

Beitrag von SarahF am Mi Aug 26, 2015 6:39 pm

Sicherlich, Tschechen und Slowaken haben verschiedene Mentalitäten, einen anderen
Entwicklungsstand und eine gemeinsame Geschichte, bei denen die einen zu Ungarn, die anderen zu Österreich gehörten, was einen bedeutenden Unterschied darstellt.
Die Sprachen sind aber sehr ähnlich, deshalb war es schon snnvoll, gemeinsam einen
Staat zu bilden, auch wenn dieser künstlich war. Er existierte dennoch den gößten Teil des
20.Jh. lang.
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Re: Tschechien und Slowakei, Partner, Brüder ?

Beitrag von Gontscharow am Fr Aug 28, 2015 12:32 pm

Die erste tschechoslowakische Republik zwischen den beiden Weltkriegen war in
der merkwürdigen Situation, daß das tschechische "Staatsvolk" weniger als die Hälfte der Bevölkerung zählte, deshalb veröffentlichte man die Ergebnisse der ersten Volkszähung aus den 20 er Jahren als "Tschechoslowaken", denn nur Tschechen und Slowaken zusammen hatten die Mehrheit. Nun wollten aber die Slowaken Autonomie
innerhalb des Staatsgebildes, diese wurde ihnen verwehrt, weil man in Prag den Anfängen wehren wollte. Bald hätten auch Ungarn, Deutsche und Karpatho-Ukrainer mit Recht auf eine Autonomie pochen können, wenn die Slowaken sie gehabt hätten.
WObei bei Ungarn und Deutschen ziemlich kalr war, daß sie sich den jeweiligen Nachbarländern hätten anschließen wollen ( so ist es dann - von Hitler erzwungen - ja auch gekommen).
Die Sprachen sind sich ähnlich, aber sie entwickeln sich jetzt auseinander. Ich kann sie nicht so einfach verstehen, habe heute morgen versucht, einen tschechischen Text auf facebook zu entziffern, ihn durch Google übersetzen lassen und da war dann von "Drogen" die Rede, wo ich "Freunde" verstanden hatte ( auf Russisch heißt "drug / drusja " Freund / Freunde)
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Re: Tschechien und Slowakei, Partner, Brüder ?

Beitrag von Rübezahl am Fr Aug 28, 2015 1:11 pm

Sprache allein ist kein Grund, Staaten zu trennen oder zusammenzuschließen. In der Schweiz leben ohne große Spannungen Bewohner dreier romanischer und einer germanischen Sprache zusammen, weil sie sich geschichtlich verbunden fühlen und weil ihnen das Territorialprinzip relative Sicherheit vor Überfremdung bietet. Das Kunstgebilde Tschechoslowakei war trotz sprachlicher Verwandtschaft zu sehr durch die ganz anders verlaufene Geschichte geprägt. Nach dem Ersten Weltkrieg hat man den Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn zerschlagen, um eine ganze Reihe neuer Vielvölkerstaaten zu schaffen, die mit dieser Vielfalt noch viel weniger umgehen konnten oder wollten als die alte Habsburger Monarchie. So ist z.B. der Staat der Südslawen geschaffen worden, die zwar (bis auf die linguistisch etwas abweichenden Slowenen) fast die gleiche Sprache sprachen, aber durch vollkommen andere Geschichte, Kultur und vor allem Religion geprägt waren. Zusammengehalten wurde das Ganze durch den Altösterreicher Josip Broz, genannt Tito, der selbst das beste Beispiel des österreichischen Vielvölkergemischs war. Der Vater entstammte der zimbrischen (altbayerischen) Minderheit im italienischsprachigen, zu Österreich gehörenden Welschtirol, die Mutter war Slowenin, unter seinen vier Frauen waren eine Russin ebenso wie eine deutschsprachige Untersteirerin und zwei Serbinnen, er selbst hat mehrere Sprachen, darunter auch Deutsch, fließend, wenn auch mit starkem Akzent gesprochen. Einer seiner vielen außerehelichen Söhne, Hans Studer, ist ausgerechnet im Kampf gegen die Tito-Partisanen gefallen.

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Re: Tschechien und Slowakei, Partner, Brüder ?

Beitrag von Walzbruder am Fr Aug 28, 2015 4:38 pm

Es begann in der "Samtenen Revolution", als der Streit um den Namen der Republik ausbrach. Es wurde kleinkariert um den "Bindestrich" zwischen Tschechien und Slowakei, ja sogar um Groß- und Kleinschreibung einzelner Buchstaben im Namen gestritten. Bald stellten sich unterschiedliche Ansichten zu wirtschaftlichen und politischen Zielen heraus.
Nach den Wahlen 1992 konnte man sich nicht mehr auf ein gemeinsames Parlament einigen.
So gehen seit 1. Januar 1993 beide Völker eigene Wege. Es scheint zu gehen, obwohl es im europäischen Sinne nicht gerade leicht zu verstehen ist. Beide Länder brauchen jedenfalls keine Rettungsgelder.
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