Political Correctness - was ist das, wer bestimmt sie

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Political Correctness - was ist das, wer bestimmt sie

Beitrag von Marek1964 am Do Sep 17, 2015 11:08 pm

Ausgehend von dieser Diskussion möchte ich das Thema political correctness zur Diskussion stellen - http://geschichte-forum.forums.ag/t676-wie-schlimm-ist-es-wirklich#7242

Gontscharow schrieb:Ich gebe Herrn Schutze-Rhondorff komplett recht. Schade nur, daß diese vernünftige Position
in unseren im Parlament vertretenen traditionellen demokratischen Parteien CDU-SPD-Grüne-FDP-Linke nicht verteten werden darf, weil politisch "nicht korrekt" ( wer bestimmt das eigentlich ? Die Mehrheit der Bevölkerung garantiert nicht !) und daß er sich an die AfD wenden muß.

Ein Begriff, der immer mal wieder zu hören ist. Aber was heisst dieser Begriff und wer bestimmt ihn?

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Re: Political Correctness - was ist das, wer bestimmt sie

Beitrag von Klartext am Mo Mai 15, 2017 10:41 am

Eigentlich ist political correctness etwas sehr gutes - es gibt auch den Ausdruck "diplomatisch korrekt sein". Respekt vor anderen zu haben - eingentlich eine gute Sache. Genauso wie Gutmensch, ein Mensch, der es gut mit anderen meint, auch grundsätzlich mal was positives.

Was kritisiert wird, ist die Übersteigerung darin, dass man Realitäten nicht wahrnehmen und will und Leute, die darauf hinweisen, in eine illegitime Ecke drängt. Das ist eigentlich unannehmbar, weil es den demokratischen Diskurs verunmöglicht.

Hier ein interessanter Artikel einer ehemaligen Linken, Verena Friederike Hasel, aus der ZEIT:

Politische Korrektheit: Ich bin nicht mehr links.

Hasel zeigt erst mal, aus welcher Wertordnung ist - Gleichheit und Solidarität, Multikulturalismus. Daraus geben sich Ideale. Aber Ideale stossen an Grenzen. Nicht alle Menschen sind gleich gut - eigentlich banal. So nimmt sie auch zur Flüchtlingsfrage Stellung:

Fluchtbewegungen werden das 21. Jahrhundert bestimmen. Wir müssen also zwangsläufig über Formen der Begrenzung sprechen. Genauso wie wir darüber reden müssen, was wir dazu beitragen können, dass das Leben anderswo lebenswerter wird. Aber was machen meine linken Bekannten? Sie ziehen sich auf eine primitiv binäre Wahrnehmungsstufe zurück, die nur noch Schwarz oder Weiß kennt. Vor Kurzem twitterte einer von ihnen: "Flüchtlingskrise, Flüchtlingsproblem, Flüchtlingsfrage – ersetze Flüchtling durch Jude, und dann sieht man ja, wo das hinführt."

Ich habe auch schon oft das Argument gehört, wenn  man gegen Flüchtligen sei, läge es daran, dass man keine kenne. Ganz abgesehen, dass es ein irrelevantes Argument ist, denn keiner kann soviele Menschen einer Gruppe kennenlernen, um ein represäntatives Bild zu bekommen - so lange lebt kein Mensch. Dabei kann aber dieses Argument genauso umgekehrt werden - viele Linke kennen keine oder nur handverlesene Migranten.

Hasel hat auf jedenfall Flüchtlinge aufgenommen für kurze Zeit und erlebte halt das, was zu erwarten war: Einen Kulturschock.

Als weiteren ultimativen Test für ihre linke Gesinnung nannte sie den Moment der Einschulung ihrer Tochter - als sie erwog, ihre Kinder an eine Schule mit hohem Migrantenanteil zu schicken - als sie den rauhen Ton am Pausenhof sah, nur türkisch oder arabisch hörte und von Mobbing deutscher Schüler durch Muslime hörte - da war klar, dass diese Schule für ihre Töchter nicht in Frage kam.

Und schliesslich die Schlüsselfrage: Sind nicht Konservative einfach ehrlicher?

Ein weiteres Zitat:
Anfang des Jahres traf ich eine alte Freundin auf der Straße wieder. Es war kalt, und wir sprachen nur kurz, aber sie empörte sich trotzdem sofort über die Kölner Silvesternacht und das racial profiling, das ihrer Meinung nach dort stattgefunden hatte. Meine Frage, wen die Polizisten denn hätten kontrollieren sollen, wenn nicht Männer, die den Tätern vom Vorjahr ähnelten, beantwortete sie nicht. Stattdessen sagte sie, dass die sexuellen Übergriffe damals doch nichts anderes als Oktoberfest-Grapschereien gewesen seien.

Diese Form von politischer Korrektheit ist für mich die linke Variante von Fake-News.

Ferner hält sie fest, dass alles, was vom Islam komme, sakrosankt sei. Alles wird irgendwie gerechtfertigt, entschuldigt oder relativiert. Aber wenn ähnliches von einer der christlichen Kirchenvertreter gesagt werden würde, würde der Sturm der Entrüstung ausbrechen.

Sie führt schliesslich aus, wie dialogunfähig Linke geworden sind - so wurde in Zürcher Theater eine Diskussionsrunde mit Beteiligung eines AfD abgesagt - auf die Frage, an einen Regisseur dort, den sie kannte, ob man sich denn nicht mit der AfD auseinandersetzen solle, entgegnete er, er setze sich in seinen Theaterstücken schon mit der AfD auseinander - tja, Monolog statt Dialog.

Der Artikel schliess mit eine bezeichnenden Beispiel aus Berlin, als ein ehemaligen DDR Bürger, seines Zeichens Kompostwächter eines Mauergarten Vereins, sich als AfD Wähler geoutet hat - es gab dann Mitglieder, die seinen Ausschluss betreiben wollten - unter dem Titel "Entnazifizierung".

http://www.zeit.de/2017/17/politische-korrektheit-links-intoleranz-afd

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