Machtwechsel in der DDR: von Walter Ulbricht zu Erich Honecker - ein Scheitern Ulbrichts?

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Machtwechsel in der DDR: von Walter Ulbricht zu Erich Honecker - ein Scheitern Ulbrichts?

Beitrag von Marek1964 am Mo Okt 12, 2015 11:40 pm

Diskusionsuberleitung von hier: http://geschichte-forum.forums.ag/t601-verschworungstheorien-definition-abgrenzung-beispiele#7479

EIn Thema, dass wir heute im Thread zu den Verschwörungstheorien die Frage aufgeworfen bekkamen, ob Ulbricht gescheitert war, oder es - auch wie von Nemeth angedeutet - einfach auf sein Alter zurückzuführen war.

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JEIN, war nur Vorwand

Beitrag von Lux:-? am Mi Okt 14, 2015 12:24 am

Tja, das lag wohl eher an Breshnew, Marek,
denn unter ihm hatte sich die sowjetische Ökonomie nicht wesentlich weiterentwickelt. Ganz im Gegenteil dazu war Ulbricht recht experimentierfreudig und hatte in den 60ern das sog NÖS (neues ökonomisches System) durchgesetzt, was auch mit einer größeren politisch-ökonomischen Selbständigkeit verbunden war und deshalb dem Kreml missfiel. Interessant ist in diesem Zusammenhang sicher, dass auch der 68er Umsturz in der CSSR erst knapp 2 Jahre her war und die KPdSU-Führung auch Befürchtungen für die DDR gehegt haben mag. Auf jeden Fall wuchs damals das Misstrauen zwischen den 'Bruderländern'. Eine Folge davon war, dass Mielke ab ca 1970 auch die Residenten des KGB abhören ließ (es gibt da eine 'neckische' Anekdote, die einen Hinweis darauf gibt), was die irgendwann auch bemerkt hatten. Evtl hat er sich aber auch nur darum gesorgt, was passieren würde, falls so etwas wie in der CSSR auch in der SU passieren würde.
Außerdem kannte die DDR-Führung durchaus auch Stalins ursprünglichen Plan, die SBZ als Faustpfand für ein wiedervereinigtes, aber politisch neutrales Deutschland (analog Österreich) einzusetzen. Das haben die Westalliierten zu verhindern gewusst. Immerhin war der Kalte Krieg damals ja schon angelaufen. Die DDR-Gründung war also mitnichten von Stalin inszeniert, sondern er hatte keine Argumente mehr dagegen als die Bundesrepublik gegründet wurde. Alles, was zuvor in der SBZ geschehen war und als Vorbereitung dafür angesehen wird, war letztlich auf Initiative deutscher Kommunisten und Sozialisten (auch stalinistischer Prägung, die sich auf Grund der Verhältnisse gegenüber den anderen durchsetzen konnten) unter wachsender Duldung durch die SU geschehen.
Und im Grunde genommen war die Faustpfand-Sorge der DDR-Führung nicht ganz unbegründet; immerhin hat Gorbatschow dann quasi darauf zurückgegriffen, nur letztlich nicht das dafür bekommen, was er erhofft hatte. Im Gegenteil, in Russland gilt er heute vielen als Zerstörer der SU, obwohl das ja eher Jelzin zugestanden werden muss, der fast auch noch Russland ruiniert hätte. Allerdings soll der ja selbst Putin als Nachfolger bestimmt haben... Wink
Gruß, Lux :-?

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Re: Machtwechsel in der DDR: von Walter Ulbricht zu Erich Honecker - ein Scheitern Ulbrichts?

Beitrag von Marek1964 am Mi Okt 14, 2015 12:38 am

Danke Lux, habe jetzt auch einiges dazu recherchiert, stelle das aber morgen rein.

Ich habe Dir eine PN (private Nachricht) geschrieben, Du findest das unter der Kopfzeile so in der MItte,klicke es dort an.

Gute Nacht.

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Re: Machtwechsel in der DDR: von Walter Ulbricht zu Erich Honecker - ein Scheitern Ulbrichts?

Beitrag von Lux:-? am Mi Okt 14, 2015 1:48 am

Danke! Wink Dito Nacht! Lux :-?

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Re: Machtwechsel in der DDR: von Walter Ulbricht zu Erich Honecker - ein Scheitern Ulbrichts?

Beitrag von Marek1964 am Mi Okt 14, 2015 11:26 pm

Also, ich habe da mal etwas nachgelesen.

Ulbricht geriet ab 1967 mit Breschnew in Gegensatz, nachdem er für seine DDR eine Vorbildrolle für die sozialistischen Länder beanspruchte - damit stelte er den Alleinanspruch der KPdSU in Frage. Er behauptete, die DDR hätte die Phase des Sozialismus hinter sich und befinde sich an der Schwelle zur Phase des Kommunismus. In der Sowjetunion wurde dies kritisiert.

Als er 1968 als einer der Hardliner die Niederschlagung des Prager Frühlings befürwortete, war er für einmal noch der sojwetischen Führung nützlich. Doch trotzdem bauten die fortan auf Erich Honecker.

DDR intern wurde ihm die Entspannungspolitik zur BRD vorgeworfen - welche Ironie, denn die beschritt dann Honecker auch, gipfelnd in der Annahme des Milliardenkredits durch die BRD 1982. Vorerst aber wuchs die Kritik an Ulbricht SED intern.

Ulbricht ist also nicht mehr oder weniger gescheitert als sein Nachfolger - er versuchte wie letzterer auch, die Quadratur des Kreises, indem er den Sozialismus wirtschaftlich retten wollte durch den Kapitalismus und trotzdem konform mit Moskau und den Prinzipien der sozialistischen und kommunistischen Lehren.

Letztlich ist es ein reiner Machtkamf gewesen, Moskau, dass den Alleinanspruch erhalten wollten, und Honecker, der eine Karrierechance sah.

Das Alter von Ulbricht half, seinen Rücktritt auf gesundheitliche Gründe zurückzuführen.

Im Grunde genommen blieb die Politik die gleiche, der endgültige Misserfolg kam aber erst knapp zwei Jahrzehnte später zu Tage.

Hier mehr: https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Ulbricht#Entmachtung

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