Römisches Marschlager in Wilkenburg bei Hannover entdeckt

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Römisches Marschlager in Wilkenburg bei Hannover entdeckt

Beitrag von Skeptik am Sa Okt 17, 2015 4:28 pm

Peter Paul schrieb:

Wer übrigens das Westwerk in Corvey einmal betreten hat, wird sich mit recht die Frage stellen, was dieses merkwürdige Bauwerk ursprünglich denn mal gewesen sein kann? Das dort vorhandene Bauprogramm mit den vielen Säulen als römische Spolien steht ebenfalls in der Baukunst vollkommen isoliert da. Eine Nutzung für kirchliche/christliche Zwecke ergibt keinen Sinn. Es ist wohl ursprünglich ein römisches Heiligtum o. ä. gewesen, daß später von der Christenheit weitergenutzt wurde.

Neues von Römern in Westfalen: Ein römisches Marschlager für 20.000 Soldaten wird bei Wilkenburg ausgegraben. Der erste Fund dieser Art in Niedersachsen wird auf die ersten Jahre n. Chr. datiert. Kampierte hier womöglich Varus?

Rundum Corvey findet man also immer mehr „Römisches“.

http://www.nw.de/lokal/kreis_hoexter/hoexter/hoexter/6258656_Auf-der-Suche-nach-den-Roemern.html

Gerhard Steinborn hat ein ungewöhnliches Hobby: Die Archäologie. Seit 45 Jahren untersucht der 64-Jährige auf eigene Faust den Raum Hochstift - und kommt dabei zu interessanten Ergebnissen. "Die Forschung sagt, die Römer hätten sich nach der Niederlage in der Varus-Schlacht sofort aus dem rechtsrheinischen Germanien zurückgezogen", erklärt Steinborn. Seine Nachforschungen brachten ihn allerdings zu anderen Erkenntnissen. Er glaubt, die Römer waren 200 bis 300 Jahre länger im Hochstift, als bisher angenommen wird.

Um die zu finden, wertet er topographische Karten, Infrarot-Aufnahmen und Luftbildkarten aus und macht sich außerdem selbst auf die Suche nach den Überbleibseln der Römer. Mit Feldstecher, Kamera und Karten bewaffnet marschierte der Hobby-Archäologe jahrelang durch Paderborn und Höxter - und fand dabei unter anderem Wege, weitab jeder Ortschaft, die schnurgerade durch das Land führen und teilweise gepflastert sind. Steinborn vermutet, dass diese Wege römischen Ursprungs sind. Im Mittelalter habe es nämlich weder gepflasterte noch schnurgerade Pfade gegeben. "Diese Weg-Form ist typisch für die Römer", sagt Steinborn. Und wenn das stimmt, haben sich diese im Hochstift auch länger aufgehalten, als bisher angenommen - sonst hätten sie keine Infrastruktur angelegt.

Das Problem ist, dass diese Entdeckungen durch Grabungsschnitte belegt werden müssten, die bisher nicht vorgenommen worden sind. Obwohl Steinborn seine Entdeckungen regelmäßig an befreundete Archäologen weitergibt, weiß er nicht, ob das jemals etwas wird. "Ich kann verschiedene Auffälligkeiten zeigen, kann das Ganze aber nicht beweisen", sagt er. Er selbst darf keine Grabungen durchführen, dazu sind nur Archäologen berechtigt. Und die hätten zwar schon oft Interesse an dem Thema angemeldet, es aber wegen Unterbesetzung nie anpacken können.


Andere interessante „Fundstücke“:

...Die bisher gefundenen Römerlager an der Lippe, Holsterhausen, Haltern, Oberaden und An- reppen, weisen in Richtung des Eggegebirges und der Weser. Die Gebirgspässe bei Altenbeken nach Driburg und Reelsen müssen bei der Überquerung benutzt werden.
Es sind nun im Bereich der Nethemündung und von Höxter-Corvey viele Römerfunde gemacht worden, welche auf eine Anwesen- heit von Legionen in der Zeit von 13 v.Chr. bis 15 n. Chr. hinweisen.

…Corvey ist seit 1716 durch eine gerade Baumallee, die Corveyer Allee, mit Höxter verbunden, und liegt in dessen Stadtgebiet.
(Vielleicht hat man eine ursprünglich gerade römische Straße dazu genutzt.)

Aber all das darf einen aufrechten Archäologen aber nicht interessieren: "Denn wer in Ostwestfalen von römischen Siedlungen spricht, wird von den Amtsarchäologen grundsätzlich als Scharlatan abgetan - und ignoriert. Rechts des Rheins gibt es keine Mauern römischer Herkunft, so lautet das Dogma, auf das die gesamte Zunft eingeschworen ist. Und wer behauptet, in Corvey hätten Römer eine Tempelanlage gebaut, "der kann genauso gut sagen, dass hier Außerirdische gebaut haben", sagt Professor Dr. Uwe Lobbedey."

Der konnte schon immer nur von einem genuin karolingischen Gebäude Kloster Corvey schwärmen:
"Über den Mauerbögen dieses Obergeschosses liegt an acht Stellen das Mauerwerk bloß. Und darauf sind deutlich rote Striche zu sehen, tatsächlich: Umrisse von mehr als meterhohen Figuren. Sie kamen erst in den 90er-Jahren ans Licht. Kurze Zeit darauf kramten Lobbedey und Claussen aus dem Bodenschutt einige Stuckbrocken, die sich exakt auf diese Zeichnungen setzen ließen. "Es war wie beim Puzzle, wenn plötzlich das Teilchen einrastet", sagt Lobbedey. Der europaweit erste Nachweis karolingischer Stuckfiguren war gefunden."

Mal wieder einmalig nördlich der Alpen! Wie so manches Karolingische. Man denke nur an die Pfalzkapelle in Aachen mit ihren 32 eisernen Ringanker in moderner Baustahlqualität,  jedes Teil 200 Kilo schwer und im einfachen Rennofenverfahren um 800 n.Chr. hergestellt und von „starken" Armen geschmiedet.

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Re: Römisches Marschlager in Wilkenburg bei Hannover entdeckt

Beitrag von Cherusker am Mo Okt 19, 2015 9:55 pm

Anscheinend nutzten die Römer die Leine als Transportweg für die Legionen. D.h. die Weser war damals nicht so nutzbar, weil in Hameln der Werder einen durchgängigen Transport nicht möglich machte. Erst im Mittelalter wurde das umgangen.
Somit hätte Höxter nur eine Bedeutung gehabt, wenn die Römer der Diemel bis zur Weser folgten (Bad Karlshafen) und diese dann nordwärts zogen.

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Re: Römisches Marschlager in Wilkenburg bei Hannover entdeckt

Beitrag von Lux:-? am Mo Dez 28, 2015 2:29 am

Das passt aber wohl auch zu den Funden im Westharz, die vor nicht allzulanger Zeit durch die Presse gingen. Dabei handelte es sich wohl um die Marschroute eines römischen Expeditionskorps', das von Germanen angegriffen wurde, diesmal aber siegreich blieb. Und das war offensichtlich lange nach Varus.

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Re: Römisches Marschlager in Wilkenburg bei Hannover entdeckt

Beitrag von Cherusker am Mo Dez 28, 2015 8:29 pm

Lux:-? schrieb:Das passt aber wohl auch zu den Funden im Westharz, die vor nicht allzulanger Zeit durch die Presse gingen. Dabei handelte es sich wohl um die Marschroute eines römischen Expeditionskorps', das von Germanen angegriffen wurde, diesmal aber siegreich blieb. Und das war offensichtlich lange nach Varus.

Beim Harzhorn ist ca.235 n.Chr. unter Maximinius Thrax ein römisches Heer gen Süden gezogen und wurde dort von Germanen auf dem Rückweg (vorher "Schlacht in den Sümpfen", die für die Römer äußerst verlustreich war) angegriffen. Anhand der heutigen Funde kann man davon ausgehen, daß die Römer beim Harzhorn nochmals erheblich kämpfen mußten. Als "siegreich" kann man es nur so bezeichnen, wenn die Rettung des Lebens im Vordergrund stand. Wink Dagegen scheinen Teile des Troß in die Hände der Germanen gefallen zu sein. Somit war die Schlacht am Harzhorn und Umgebung eher ein Durchbruch der Römer gen Süden unter erheblichen Verlusten.
Thrax wurde dann einige Zeit später von seinen Legionären ermordet. Wenn er so erfolgreich gewesen wäre, dann wäre das kaum passiert.Wink Die Zeit der Soldatenkaiser war somit im Gange. Und für Rom war es wohl der letzte Ausflug in nördliche Gefilde. Danach begannen die vermehrten Angriffe der Franken, Alemannen, Sachsen usw. .

Aber das war alles 2Jhd. später nach Augustus und Tiberius......

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