Adolf Hitlers "Mein Kampf" - lesenswert?

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Adolf Hitlers "Mein Kampf" - lesenswert?

Beitrag von MisterYannick am Mo Dez 28, 2015 2:57 pm

Moin,

Ich bin noch ganz neu hier und wollte einfach mal ne Frage stellen. Nun soweit ich weiß soll Anfang Januar 2016 "Mein Kampf" wieder frei erhältlich sein und ich würde gerne Wissen ob es sich lohnt dieses Buch zu lesen? Vorbeugend möchte ich schon mal sagen, das ich diese Buch nur zu Informationszwecken lesen möchte. Ich bin keinesfalls jemand der stolz auf die Taten von früher bin, jedoch interessiert mich diese Thema brennend und ich würde wie gesagt gerne wissen ob es sich lohnt dieses Buch zu lesen oder ob es "Zeitverschwendung" ist.

Mfg,
Yannick
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Re: Adolf Hitlers "Mein Kampf" - lesenswert?

Beitrag von Falk v. K. am Mo Dez 28, 2015 7:03 pm

Ich habe das Buch schon lange als pdf. Nach etwa einem Drittel habe ich das Lesen aufgegeben.
Die kruden Vorstellungen von Adolf Nazi sind einfach hirnrissig...
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Falk v. K.

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Re: Adolf Hitlers "Mein Kampf" - lesenswert?

Beitrag von Marek1964 am Mo Dez 28, 2015 8:35 pm

Über Mein Kampf wurde hier
http://geschichte-forum.forums.ag/t443-adolf-hitlers-mein-kampf-wieviel-wusste-man-vor-1933-wie-oft-gelesen-diskussion-rezeption und hier
http://geschichte-forum.forums.ag/t614-das-weltbild-des-jungen-hitler-nach-seinem-buch-mein-kampf
schon diskutiert.

Die meisten Einschätzen sind derjenigen von Falk ähnlich. Ich selsbt gehöre zu der Minderheit, die das Buch trotzdem lesenswert findet - es zeigt mE die Gedankenwelt des Adolf Hitler. Dabei muss man sich bewusst werden, dass es auch schon in der Weimarer Republik weder verboten noch geächtet war. Vom Autorenhonorar konnte Hitler sehr gut leben.

Sein Autor konnte sich nur gerade ein halbes Jahrzehnt nach seiner Veröffentlichung zum Chef der stärksten Partei Deutschlands emporschwingen. Der krude und militante Text hielt so einflussreiche Politiker der alten Garde wie Hindenburg nicht davoon ab, ihn zum Reichskanzler zu ernennen.

Zur Rolle HIndenburgs bei Hitlers Machtergreifung hier mehr: http://geschichte-forum.forums.ag/t504-paul-von-hindenburg-totengraber-der-weimarer-demokratie-oder-gibt-es-was-positives?highlight=HIndenburg

Auch im Ausland schaute man lange Zeit nur zu, ja man glaubte sich mit ihm einigen zu können. Das dachten Chamberlain, Daladier aber auch Stalin.

Gerade deshalb halte ich diese Lektüre für wertvoll, auch wenn es sicher nicht notwendig ist, alles zu lesen. Ich selbst habe es teilweise gelesen, teilweise überflogen.

Man kann es im Internet finden, auch antiquarisch kaufen, im arabischen Ausland auch kaufen.

Die später gerne kolportiere Aussage, das Buch habe kaum einer gelesen und schon gar niemand ernst genommen, halte ich für eine Schutzbehauptung. Es war ein Masterplan dessen, was Adolf Hitler geplant hatte und so jemanden hätte man eigentllich nicht wählen und schon gar nicht als Reichskanzler ernennen dürfen, aber im Ausland auch nicht tolerieren dürfen.

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Re: Adolf Hitlers "Mein Kampf" - lesenswert?

Beitrag von Marek1964 am Mo Dez 28, 2015 9:09 pm

Dass es in den dreissiger Jahren durchaus Leute gab, die das wahre Gesicht von Hitler erkannt hatten, sei am Beispiel des tschechischen Autors Karel Čapek erwähnt, der 1936 das Buch die "weisse Krankheit" schrieb. In ihr spielt der "Marschall" (ie der Führer) eine Hauptrolle. Dort lässt ihn der Autor Reden halten "diese jämmerliche kleine Nation, die hat kein Recht auf Leben". Hier mehr davon:

http://www.radio.cz/de/rubrik/tagesecho/weisse-krankheit-auch-heute-noch-aktuell
https://en.wikipedia.org/wiki/The_White_Disease

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Re: Adolf Hitlers "Mein Kampf" - lesenswert?

Beitrag von Klartext am Di Dez 29, 2015 5:12 pm

Hitlers Mein Kampf lesenswert? Ich sage da mal ein "eindeutiges Jein" Very Happy Es als historische Quelle anzusehen, ist sicher gut und dann mach es Sinn. Andererseits ist es wirklich schwer verdaulich.

So mein Rat an Yannick: Einfach mal aus dem Internet runterladen und anfangen zu lesen und wenns langweilig wird sein lassen. Hitler Biographien sind wohl sinnvoller (z.B. Brigitte Hamann), Wallenstein hat im anderen Thread (Hitlers Weltbild) schon mal eine gute Zusammenfassung geliefert.

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Re: Adolf Hitlers "Mein Kampf" - lesenswert?

Beitrag von Marek1964 am Di Dez 29, 2015 6:31 pm

Hier noch ein interessanter Artikel in der ZEIT: http://www.zeit.de/2015/49/mein-kampf-adolf-hitler-hilfe-autor

Ein Argument, das für die Beschaffung der kommentierten Ausgabe spricht, sind eben die kritischen Kommentare, die so manche interessanten Hintergründe ergänzen könnten.

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Re: Adolf Hitlers "Mein Kampf" - lesenswert?

Beitrag von MisterYannick am Di Dez 29, 2015 8:05 pm

OK danke für die ganzen hilfreichen Antworten, ich werde mir das Buch einfach mal anschauen Smile
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Re: Adolf Hitlers "Mein Kampf" - lesenswert?

Beitrag von Klartext am So Jan 03, 2016 3:22 pm

Na, dann viel Vergnügen. Schreib uns dann, wie weit du gekommen bist und wie es dir gefallen hat.

Hier übrigens eine interessante Seite dazu: https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/innenpolitik/hitlers-mein-kampf.html

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Re: Adolf Hitlers "Mein Kampf" - lesenswert?

Beitrag von Marek1964 am Mo Jan 04, 2016 11:13 pm

Vielen Dank für die Quelle, Klartext, ja, ich kann sie auch empfehlen – vor allem natïrlich, weil sie meine Thesen bestätigt  alien Die da wären, dass das Buch nicht so schlecht geschrieben ist und dass es weit mehr gelesen wurde, als man es nach dem Kriege wahrhaben wollte.  Im Deutschunterricht haben wir so manchen schwer verdaulichen Text gelesen und zu verstehen versucht. Ich glaube, dass kritische Urteil von vielen auf die starke Konditionierung zurückzuführen ist. Mann weiss, zu was es geführt hat, aber solcherlei Publikationen schreckten damals sehr viel weniger als sie es heute tun würden.

Hier zwei Ziitate der LeMO Seite:

Mein Kampf“ 1933–1945
Es ist daher anzunehmen, dass der wenige Monate später mit HitlersMachtübernahme einsetzende Boom des Buches durchaus eine Basis wenn nicht in der Zustimmung, so doch im politischen Interesse erheblicher Teile der deutschen Gesellschaft gehabt hat. Dies unterstreicht ein zweiter rezeptionsgeschichtlicher Glücksfall. Im Juni 1933 hat sich mit Gerhart Hauptmann ein weiterer Vertreter der Bildungsschicht und zugleich ein weltweit geachteter Literat mit „Mein Kampf“ beschäftigt. Auch er hat das Buch nicht als unlesbar abgetan, sondern bis zum Ende durchgearbeitet, wie sich anhand seines Exemplars nachvollziehen lässt, das in der Staatsbibliothek zu Berlin verwahrt wird. Hauptmann folgte dabei offenbar einem 1930 einsetzenden Trend, der auf eine zunehmende Verbreitung des Buches verweist, wie die Verkaufszahlen bis 1932 belegen. Bereits im Frühjahr 1930 und damit deutlich vor dem Wahlerfolg im September desselben Jahres stiegen die Verkaufszahlen erheblich an, worauf der Eher-Verlag im Mai 1930 mit der Herausgabe der heute bekannten „Volksausgabe“ reagierte.

Dass gerade Gerhart Hauptmann sich die Mühe nahm, das Ding zu lesen, spricht schon Bände - und eben nicht kritisierte, es sei literarisch schlech. Weitere prominente Leser waren auch Stalin und der Papst.

Erreichte man 1932 mit einer Jahresverkaufszahl von über 90.000 Stück bereits ungeahnte Höhen, so sprengte das Jahr 1933 alles bisher Gekannte: In diesem Jahr wurden etwa 900.000 Exemplare des Buches verkauft. Selbst wenn man die großzügige Ausstattung der Bibliotheken in Deutschland ab März/April 1933 in Rechnung stellt, bleibt ein erheblicher Anteil für den privaten Kauf. Mit der einsetzenden Stabilisierung der nationalsozialistischen Herrschaft war man in der Bevölkerung offenbar durchaus daran interessiert, sich mit den Ausführungen des neuen Kanzlers zu beschäftigen. Die aus dieser Zeit leider nur in beschränktem Ausmaß erhalten gebliebenen Entleihdaten aus Bibliotheken deuten in dieselbe Richtung, denn das Buch wurde in dieser Zeit durchaus nachgefragt und entliehen.
Gleichzeitig war jedoch damit eine Dimension erreicht, die in den nächsten Jahren nicht zu halten war. Der drastische Rückgang der Verkaufszahlen nach 1933 brachte. 

Gerne wurde nach dem Krieg dieser Erlass als Beleg dafür herangezogen, dass „Mein Kampf“ ein ungelesenes, weil zwangsverordnetes Buch gewesen wäre. Unberücksichtigt bleibt dabei, dass es nie zu einer vollständigen Umsetzung dieses Erlasses gekommen ist, denn er enthielt die Klausel, dass die finanziellen Mittel der Gemeinden zu berücksichtigen wären, was vor allem von den größeren Städten genutzt wurde, um weiterhin die Verschenkung des Buches zu unterlaufen. Im Jahr 1938 setzte noch nicht einmal die Hälfte aller Gemeinden in Deutschland den Erlass um, und der Prozentsatz stieg nur langsam. Im Jahr 1939 verweigerten sich Großstädte wie Berlin, Hamburg oder Dresden trotz intensivster Bemühungen des Verlags noch immer.

Letzteres finde ich bemerkenswert – selbst in einem so totalitären Staat gab es also „Schlupflöcher“, wo die Städte also tatsächlich sich verweigern konnten – wo doch sonst Hitlers Finanzpolitik „Geld spielt keine Rolle“ zum Grundsatz hatte. Aber vielleicht war ihm das alles nicht mehr so wichtig. Er hatte in Goebbels seinen begabten PR-Manager der alles im Griff hatte.

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Re: Adolf Hitlers "Mein Kampf" - lesenswert?

Beitrag von Lux:-? am Di Jan 05, 2016 12:45 am

Nur eine Anmerkung zum eigentlichen Thema
Ich habe persönlich keinen Bedarf an diesem Buch - es gibt für mich Interessanteres auf dem Markt. Aber wie ich kürzlich erfuhr, hat mein über 80jähriger Exchef Interesse daran, allerdings nicht wegen des eigentlichen Inhalts, sondern wegen der Kommentare, denn es soll kommentiert erscheinen. Das wäre ggf ein Grund zum Kauf/Lesen, denn man könnte so einiges über den Stand der historischen Aufarbeitung in der BR erfahren...
Gesundes Neues, Lux :-?

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Re: Adolf Hitlers "Mein Kampf" - lesenswert?

Beitrag von Moschusochse am Mi Jan 06, 2016 12:40 pm

Eindeutig - Adolf Hitlers Mein Kampf hat Konjunktur: Hier zwei Kommentare der zwei angesehenen Hamburger Zeitungen:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/diez-kolumne-hitler-und-mein-kampf-a-1070252.html

http://www.zeit.de/2015/49/mein-kampf-adolf-hitler-nationalsozialismus-leser

Bin gespannt auf Rekationen und Kommentare.
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Re: Adolf Hitlers "Mein Kampf" - lesenswert?

Beitrag von ThomasAral am Mi Jan 06, 2016 8:49 pm

ich habs nicht gelesen.
was mich immer wundert ist jedoch, dass viele juden nicht bereits bei machtergreifung hitlers bzw. ca. 30 Tage danach als Hitler die "Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat" außer Kraft setzte, das land verlassen haben ---- denn die hatten da ja sicherlich mein kampf gelesen oder zumindest in grundzügen davon gehört.

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Re: Adolf Hitlers "Mein Kampf" - lesenswert?

Beitrag von Marek1964 am Mi Jan 06, 2016 10:39 pm

Die Diskussion über die jüdische Emigration (oder Nicht-Emigration) wollen wir hier http://geschichte-forum.forums.ag/t794-warum-verliessen-nicht-mehr-juden-nach-dem-30-januar-1933-deutschland#8465 weiterführen.

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Re: Adolf Hitlers "Mein Kampf" - lesenswert?

Beitrag von Marek1964 am Mi Jan 13, 2016 8:14 pm

Moschusochse schrieb:Eindeutig - Adolf Hitlers Mein Kampf hat Konjunktur: Hier zwei Kommentare der zwei angesehenen Hamburger Zeitungen:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/diez-kolumne-hitler-und-mein-kampf-a-1070252.html

http://www.zeit.de/2015/49/mein-kampf-adolf-hitler-nationalsozialismus-leser

Bin gespannt auf Rekationen und Kommentare.



Bensonders erwähnenstwert finde ich die Erwähnung der Feststellung der Exil-SPD:

Im Mai 1939 stellte die Exil-SPD in einem ihrer Berichte fest, dass man in Deutschland "mit einer erschreckenden Sachlichkeit über die Ziele Hitlers spricht. Viele Menschen haben eine Vorstellung davon, die phantastisch erscheinen mag, von der sie jedoch merkwürdig nüchtern reden. [...] Über die Ziele an sich kann man aus Kreisen der Hitlergegner ähnliches hören wie von überzeugten Nationalsozialisten. Man sagt, daß Hitlers Kampf über diese Ziele deutlich genug spräche, so daß man sich nicht in Vermutungen darüber ergehen brauche."

Auch dieser Kommentar spricht eigentich eine deutliche Sprache – der Inhalt von Mein Kampf und der Ziele von Adolf Hitler waren bekannt – und sie wurden nüchtern zur Kenntnis genommen. Angesichts der unaufhörlichen Siege bis zum Winter 1941 kamen keine moralischen Bedenken auf. So wird auch in einer Doku ein ehemaliger Wehrmachtsoffizier gezeigt, der sich an einen Kameraden Lutwaffenoffizier erinnert, der sich schon freute, auf der Krim ein Gut zu besitzen und dort seine „“Leibeigenen vögeln“ würde.

Auch das Beispiel der Martin Heidegger belegt: Völkisch wahnwitzige Literatur war nichts verwerfliches und einen Autor konnte man schon mal als "ungewöhnlichen und sicheren politischen Instinkt"  bezeichnen – wiewohl er damit irgendwo richtig lag – denn Hitler konnte sich sehr lange auf seinen „Instinkt“ verlassen und ungewöhnlich war er auch – aber nach 1945 wollte Heidegger nichts mehr davon wissen.

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Re: Adolf Hitlers "Mein Kampf" - lesenswert?

Beitrag von Marek1964 am Mi Jan 13, 2016 9:37 pm

ArnoldBentheim schrieb:1. Die Kommentierung von Hitlers Machwerk ist sehr sinnvoll. Warum? Weil die meisten Menschen heute nicht mehr über das notwendige Wissen verfügen, um die Vorraussetzungen und Hintergründe von Hitlers Ausführungen, Irrtümer und seine Propaganda erkennen, begreifen und interpretieren zu können.
2. Die jetzt erschienene kritische, also kommentierte Edition von "Mein Kampf" darf ohne Einschränkungen von Jedermann erworben werden!
3. Ich kann beschreiben, was die Lektüre dieses geschwätzigen Machwerkes in mir besonders ausgelöst hat: gähnende Langeweile! An diesem Buch ist nichts Geheimnisvolles! Statt seine Zeit damit zu vertrödeln, rate ich zur interessanten Lektüre folgender Werke, die die wirre Gedankenwelt dieses Verbrechers Hitler und die entsprechenden Folgen eindrucksvoll entschlüsseln:
-  Eberhard Jäckel: Hitlers Weltanschauung. 2. Aufl. 1991.
-  Derselbe Autor: Hitlers Herrschaft. Vollzug einer Weltanschauung. 4. Aufl. 1999.
MfG
Arnold

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