Warum verliessen nicht mehr Juden nach dem 30. Januar 1933 Deutschland

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Warum verliessen nicht mehr Juden nach dem 30. Januar 1933 Deutschland

Beitrag von Marek1964 am Mi Jan 06, 2016 10:25 pm

Die von ThomasAral in diesem Thread http://geschichte-forum.forums.ag/t786-adolf-hitlers-mein-kampf-lesenswert#8460 gestellte Frage, warum die Juden nach dem 30. Januar 1933 nicht gleich alle Deutschland verlassen haben - im Nachhinein eine Frage, die wirklich schwer verständlich scheint. Doch sollten wir uns bewusst werden, dass wir heute im Nachhinein eben mehr wissen als die Menschen damals. Aber, da gebe ich Thomas recht: Mein Kampf war längst bekannt und so hätten doch auch die Juden wissen müssen, wohin die Reise geht?

Erste Antworten liefert der hier verweisende Artikel des SPIEGEL:

http://www.spiegel.de/einestages/juedische-emigration-a-948165.html

So dachten manche, der Spuk würde nicht lange dauern und Hitler würde stürzen - so dachten einige, auch viele Sozialdemokraten. Eine andere Erklärung könnte sein, dass sich Juden in ihrer Verfolgungsgeschichte so allerhand gewöhnt waren und dachten, "es werde schon nicht so schlimm kommen". Wieder eine andere Erklärung könnte sein, dass es für die einzelnen Menschen nicht einfach Alternativen gab - der Wille Juden aufzunehmen, war in anderen Ländern nicht sehr gross, um mal ganz höflich zu bleiben. Gruselig in Erinnerung ist zweifellos der Ausspruch des Kanadischen Premiers MacKenzie-King, der den berüchtigt gewordenen Spruch "even none is too much" in die Welt liess - selbst kein Jude ist zuviel (das war allerdings einige Jahre später) - ein Riesenland, das notfalls für das ganze Volk Israels Platz gehabt hätte...

Und ja, nicht zu vergessen, die ambivalente Geseztgebung der Nazis, die auf der einen Seite jüdische Emigration durchaus wollte, aber bitte unter Zurücklassung möglichst aller Werte.

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Re: Warum verliessen nicht mehr Juden nach dem 30. Januar 1933 Deutschland

Beitrag von ThomasAral am Mi Jan 06, 2016 11:00 pm

danke, in dem artikel geht es aber hauptsächlich um die späteren jahre ... nicht jedoch gleich um die zeit 1 monat nach Machtübernahme.  Der einzige Grund der bleibt ist, sie glaubten an einen Machtwechsel ... aber das ist doch doof. Gerade erst wurde die Macht übernommen. Wenn die sich nur ein wenig für das politische Geschehen interessiert hätten, hätten sie gewusst dass eher das Gegenteil der Fall ist. Nämlich jegliche andere Partei an Macht verliert und die Mehrheit der Deutschen immer mehr nach Hitler schreien. Für mich unverständlich, dass Anfang 1933 nicht zumindest jeder der das Geld dazu hatte von den Juden weg ist - hätten mind. 200000 sein müssen denke ich. Hinzu kommt noch, dass jedes Abwarten damit bestraft wird dass man selbst mit noch so viel Geld nicht mehr fort kommt, weil eben dann Gegenmaßnahmen ergriffen werden. So schlau hätten sie doch sein können. Hinzu kam dann am 1.April 1933 noch der Boykott der jüdischen Geschäfte. Also die Kaufleute konnten ja hier nichts mehr verkaufen, die mussten dann ja eigentlich geradezu fliehen. An jeden Geschäft hingen ja mind. 100 oder mehr Personen die abhängig von den Einnahmen waren. Ich vesteh' es nicht.

ThomasAral

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