AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von Wallenstein am Di Sep 06, 2016 12:42 pm

Ja, da wo es kaum Ausländer gibt, ist die Furcht vor ihnen am größten. Einige Zahlen:

Die Bevölkerungszahl Ende 2015:

Mecklenburg- Vorpommern: 1.612.360 Einwohner; Zahl der Ausländer: 64.000

Hamburg: 1.787.410 Einwohner, Zahl der Ausländer: 275.995.

In Wirklichkeit ist der Ausländeranteil in Hamburg viel höher: Er liegt bei etwa 600.000, macht also ein Drittel der Einwohnerschaft aus. Das liegt daran, dass viele inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, dann statistisch gesehen keine „echten“ Ausländer mehr sind.

Mecklenburg hat seit der Wende etwa 300.000 Einwohner verloren, die junge erwerbstätige Bevölkerung ist abgewandert. Die Bevölkerungsstruktur ist überaltert mit 22,8 % über 65. Vergleich: Hamburg 18,8%, Deutschland insgesamt 20,8%.

Mecklenburg ist das ärmste Bundesland. BIP pro Einwohner: 22.871 Euro, Zum Vergleich: Hamburg 53.611 Euro. Die Flächenstaaten Hessen mit 38.490 Euro und Bayern mit 38.429 Euro belegen die vorderen Plätze.

In der Rangfolge besetzen beim BIP pro Einwohner alle 5 neuen Bundesländer die letzten Plätze, in der Altersstruktur hingegen stehen sie alle fünf an der Spitze: Sie sind alle völlig überaltert, Tendenz steigend.

Diese Besonderheiten und die unterschiedliche historische Entwicklung führen auch zu abweichenden Wahlergebnissen: Die Linke hat dort immer großen Zulauf im Gegensatz zum Westen und auch die AFD ist hier viel stärker. Es ist abzunehmen, dass die AFD auch in den alten Bundesländern Stimmen gewinnt, aber sicherlich längst nicht so spektakulär wie im Osten.

Schon in der früheren DDR gab es Spannungen zwischen den Einwohnern und den vergleichsweise wenigen ausländischen Arbeitern. Das hat sich nicht geändert. In der alten BRD hingegen erleben wir die Zuwanderung schon seit sehr langer Zeit, die Menschen sind daran gewöhnt.

Das Ausländer gerade da gefürchtet sind, wo es sie gar nicht gibt, ist ein bekanntes Phänomen. Auch in England hatte die Leave Bewegung dort großen Erfolg, wo nur noch industrielle Ruinenlandschaften existieren, aber kaum Ausländer vorhanden sind. In London, wo sich die Fremden ballen, hatten sie viel weniger Erfolg.

In den achtziger Jahren habe ich eine Zeitlang in Japan gearbeitet. Dort herrscht auch eine regelrechte Xenophobie, obwohl dort praktisch überhaupt keine Ausländer leben. Und, was ich erstaunlich fand, sehr viel Antisemitismus, ohne das dort überhaupt Juden sind bzw. das Land jemals Bekanntschaft mit Juden gemacht hat.


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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von van Kessel am Di Sep 06, 2016 2:33 pm

"sie sind alle völlig überaltert"! Ja, da hilft doch nur noch die Einführung von Soylent Green, oder die Umformung zum Biodiesel?
Wer hat die letzten Jahre die Verantwortung für MV gehabt?
Wie immer ist der dumme Wähler schuldig, nie die staatstragenden (und somit formenden) Parteien oder Polit-Nasen.

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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von Marek1964 am Di Sep 06, 2016 11:55 pm

Den Bundesländern der ehemaligen DDR wurde die Wirtschaft kaputt gemacht - durch die übereilte Einführung der harte DM. Ich weiss ja, wie schwierig das hierzulande mit der stark abgewerteten Krone auch noch war. So ist logisch, dass junge im Arbeitsalter dort wegziehen müssen.

Dass man dort keine unkontrollierte Einwanderung will, sehe ich ähnlich, wie in anderen Staaten Mitteleuropas - man will nicht die gleichen Fehler machen wie im Westen, auch weil man sehr wohl weiss, dass man es sich nicht leisten kann und will.

Aber zurück zur AfD, der wohl erfolgreichsten Neupartei der Geschichte der BRD. Hier ein Video:

https://www.youtube.com/watch?v=RQiABny6bE8

Und besonders hier ein eindrückliches Statement vom ehemaligen SPD Mitglied Guido Reil. Gleich zu Anfang des Videos:

https://www.youtube.com/watch?v=z-VlQwhhM5Y

Nach Thilo Sarrazin und Heinz Buschkowsky ein weiteres SPD Mitglied das Klartext spricht - aber in eine rhetorischen Kraft, die die anderen nicht haben. Hier die ganze Sendung von "hart aber fair".

https://www.youtube.com/watch?v=UGZgIvpoIBI

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Essener Ex-SPD Mitglied Guido Reil bei der AfD

Beitrag von Marek1964 am Mi Sep 07, 2016 12:49 pm

Die Diskussionrunde ist auf der ARD Mediathek vollständig einsehbar:

http://www.ardmediathek.de/tv/Hart-aber-fair/Fluchtpunkt-Deutschland-hat-Merkel-ihr/Das-Erste/Video?bcastId=561146&documentId=37544320

Einige weitere Quellen zu Guido Reil: http://www.pi-news.net/2016/07/essen-ex-spd-ratsherr-guido-reil-tritt-afd-bei/

Er widerlegt auch das immer wieder zu hörende Credo, dass "Fremdenfeindlichkeit" dort am stärksten sei, wo es wenige oder keine Fremde gibt. Guido Reil lebt in Essen seit Jahrzehnten und kennt türkischstämmige von klein auf; und er sagt: die Türken haben sich radikalisiert, sie waren früher Anhänger Atatürks, heute verachten sie den Modernisierer der Türkei - was das heisst, sehen wir - zunehmende Islamisierung.

Er äussert sich in einem Interview mit derwesten.de sehr kritisch zum Verhalten der Flüchtlinge bezüglich Lärmbelästigungen, anmassende Haltung und Kriminalität.

Er war bei der SPD einer derer, die die Verdrängung der Probleme mit muslimischen Migranten immer wieder kritisiert hat. Dabei erntete er von seinen Parteigenossen informelles Schulterklopfen, nicht aber offen. Als er seinen Austritt verkündet hatte, zunächst ein vielfaches Versuchen, ihn zum Umdenken zu bewegen. Damals sagte er, die AfD käme für ihn nicht in Frage.

Darauf angesprochen, dass er heute in der AfD ist, sagt er schlicht: "Ich hatte keine Ahnung".

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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von van Kessel am Mi Sep 07, 2016 2:16 pm

man kann auf einen hohen Sockel von Arbeitslosen in MV*, nicht noch - durch Zuwanderung - eine Erhöhung vornehmen.

Mit Recht wehren sich die MV-Menschen, durch die Wahl der AfD, gegen die Anmassung und Unfähigkeit, der herrschenden Politkaste.

"Man kann doch nicht die armen Menschen im Mittelmeer ertrinken lassen", meinte sinngem. - im BT - Frau Merkel. Und nun schreibe ich etwas sehr Irritierendes: doch man kann!

Aufgrund dieser Aussage und Einstellung der Regierung Merkel, tanken die Menschen-Schlepper in Libyen die Schlauchboote nicht mehr voll, in der Überzeugung, dass die EU-Flottille, die hilflos treibenden Boote schon findet, und die Menschen rettet.

Die ganze Perversion dieser guten Menschen zeigt sich doch daran, dass es ein leichtes wäre, die Menschen in Tripolis (oder in einem türkischen Hafen) aufzunehmen, und nach Deutschland zu karren. Warum macht man dies nicht, sondern ermöglicht den Schleppern nicht nur ein 'Bombengeschäft' (hat inzwischen den Drogenhandel als Einnahmequelle Nr. 1 abgelöst), sondern riskiert mit dieser Willkommenskultur auch, dass alles was Beine hat zu laufen, sich nach Nordafrika aufmacht, um in die Länder von Milch und Honig zu kommen?

Erst die Merkel-Selfies und die offensichtliche Aufnahmebereitschaft, haben die legalen Wege der Auswanderung überlaufen. Die Verletzung der Rechtsamkeit in Deutschland (beginnend bei Schröder, welcher mit der arroganter Attituede - die Verschuldung Deutschland zu reduzieren - die 'blauen Briefe' aus Brüssel als Abfall erklärte - bis zur no-bail-out-Klausel der Lissaboner Verträge durch die Regierung Merkel), lässt Menschen ins Land kommen, welche nur alimentiert werden können, weil ihre Kultur eine Spezielle ist. Menschen, welche aus einer rein landwirtschaftlich geprägten Ethnie kommen, können schwerlich zum Facharbeiter 'herangezogen' werden, was der deutschen Wirtschaft wohl so vorschweben mag. Da liegen 1 -2 Generationen der Anpassung zwischen.

Wie sensibel gerade die deutsche Wirtschaft ist, hat man an VW gesehen, wo der Streik von Zulieferern, den größten Automobilhersteller der Welt, ohnmächtig nur noch reagieren sah. Und wovon soll z.B. Niedersachsen arbeitslose VW-Werker bezahlen, wenn der nächste VW-Klops aufgedeckt wird und überdies ein hoher Sockel von zu alimentierenden Menschen 'draussen vor der Tür' steht?

* 9%

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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von Marek1964 am Do Sep 08, 2016 12:22 am

van Kessel schrieb:

"Man kann doch nicht die armen Menschen im Mittelmeer ertrinken lassen", meinte sinngem. - im BT - Frau Merkel. Und nun schreibe ich etwas sehr Irritierendes: doch man kann!

Aufgrund dieser Aussage und Einstellung der Regierung Merkel, tanken die Menschen-Schlepper in Libyen die Schlauchboote nicht mehr voll, in der Überzeugung, dass die EU-Flottille, die hilflos treibenden Boote schon findet, und die Menschen rettet.

Ja, das klingt erst mal asozial und rücksichtslos, andererseits - wollen und können die Deutschen überall die Retter für die Opfer von Verbrechern (also die Schlepper), die von Gaunerstaaten wie Lybien toleriert werden, spielen?

Aber im Vortrag von Hans Werner Sinn habe ich eine andere Lösung vernommen - so wie sie Spanien hat: Leute werden zwar auf der See aufgegriffen, aber dann konsequent nach Marokko zurückgebracht - mit Marokko hat Spanien ein Abkommen. Hat wohl was gekostet, aber bringt die Ergebnisse. Ausserdem, wenn man Sinn glauben darf, dann gibt es dort pratkisch keine Seenotsopfer.

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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von van Kessel am Fr Sep 09, 2016 1:33 am

hi Marek1964,
Aber im Vortrag von Hans Werner Sinn habe ich eine andere Lösung vernommen - so wie sie Spanien hat: Leute werden zwar auf der See aufgegriffen, aber dann konsequent nach Marokko zurückgebracht - mit Marokko hat Spanien ein Abkommen. Hat wohl was gekostet, aber bringt die Ergebnisse. Ausserdem, wenn man Sinn glauben darf, dann gibt es dort pratkisch keine Seenotsopfer.
sind btw. aus der Enklave Mellia und sind deshalb keine Seenotopfer?

Die EU mit dem Zirkus, die Boote aufzugreifen, und die Leute an Bord zu holen, um dann die Boote in Brand zu setzen, ist schon mehr als seltsam. Als ob die Menschenhändler nicht diese Transportgeräte, flugs in ihre Schlepper-Kalkulation eingerechnet hätten.

Erst wenn sich herumspricht, dass die EU, die Boote an den Haken nimmt und wieder in libysche Gewässer bringt, könnte diese Narretei beenden. So werden sie nach Lampedusa gebracht, aufgepäppelt und in den Zug nach Norden gesetzt. Dort haben dann die Östereicher das Vergnügen. "Reich mir mal die Flüchtlinge rüber", ist die infame Spielart vom 'Spiel ohne Grenzen'.

Und dies wird als Politik verkauft mit moralischen Begründung. Es wäre interessant zu überprüfen, welch moralische Komponenten die Schweiz vorhält, wenn sie : https://oconomicus.wordpress.com/2011/.../land-grabbing-ackerland-in-afrika-aufgekau...
Irgendwann sitzen die Betroffenen auf den Wülsten der Schlauchboote, und werden nach Europa geschleppt, wo sie sich dann Autos kaufen, welche mit dem Sprit aus ihrer Heimat angetrieben werden.

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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von Marek1964 am Fr Sep 09, 2016 10:37 pm

In der Diskussion in hart aber fair, war die Rede davon, die Durchgangsstaaten wie Niger mit ins Boot zu holen - mal sehen.

Wie es Spanien macht, muss ich mich schlau machen. Dann ab nächster Woche, und in eigenem Thread, hier geht es ja um die AfD.

Wieder zurück zur "hart aber fair Sendung" - als Guido Reil dort von der Zunahme von Sexuellen Belästigungen an Volksfesten und Schwimmbädern file die SPD Frau Gesine Schwan nichts besseres ein als zu sagen:

[quote]Die meisten sexuellen Übergriffe geschehen in den deutschen Familien. Da ist dann sogar der Moderator baff. "Sie machen Wahlkampf par excellence für die AfD"
Frank Plasberg erinnert an die Silvesternacht in Köln, an die mehr als 600 sexuellen Übergriffe, begangen mehrheitlich von Nordafrikanern und daran, dass damals die Diskussion über Flüchtlinge kippte. "Mit Ihrer reflexhaften Reaktionen betreiben Sie doch Wahlkampfhilfe par excellence für die AfD", stellt er fest. Pädagogische Statistikpflegerei bringe überhaupt nichts.

Es ist nicht nur das - es ist eine Beleidigung aller deutscher Familien. Auch ich schüttle nur den Kopf, stimme aber zu - das ist beste Werbung für die AfD.

Hier ein paar Artikel: http://www.focus.de/kultur/kino_tv/focus-fernsehclub/tv-kolumne-hart-aber-fair-fluechtlingstalk-nach-cdu-schlappe-zeigt-wieso-ein-sozialdemokrat-zur-afd-ueberlaeuft_id_5899248.html

http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/peinlich-gesine-schwan-spd-relativiert-sex-attacken-von-fluechtlingen-mit-sexueller-gewalt-in-deutschen-familien-a1930870.html

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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von Delta_01 am Mi Sep 14, 2016 7:55 pm

Grundsätzlich ist die AfD für mich mittlerweile wählbar geworden. Ganz einfach darum, weil ich mich zum ersten Mal wirklich vertreten fühle.
Warum?

Die SPD hat für mich als Arbeiterpartei ausgedient. Dank der ungerechten und diskriminierenden Sozialpolitik der Ära Schröder und nicht zu vergessen dem völlig sinnlosen Afghanistan Einsatz (und vor allem den Umgang damit). Dazu kommt der Ausbau des Niedriglohn und Zeitarbeitsektors der in dieser Zeit vorangetrieben wurde sowie teilweise asoziales Verhalten der Führung (Sigmar G., Heiko Maas,...). Auch der Umgang mit Kritikern in den eigenen Reihen (Thilo Sarrazin) ist einfach unterste Schublade und erinnert eher an vergangene Zeiten. An lang vergangene Zeiten.

Die CDU hat Anteil an der Euro Einführung und damit direkt am Verlust von Kaufkraft und Wohlstand beteiligt. Die Argumente gegen den Euro wurden damals schon als "Schwurbelei" und "VT" abgetan, die Fakten blieben: Viele Preise blieben gleich oder wurden ein bis zwei Jahre nach der Einführung auf das alte Niveau angehoben. Die Löhne blieben gleich. In der Finanzkrise 2008 sahen sich CDU/ CSU als Vertreter der deutschen Finanzindustrie. Anstatt Fehler zu beheben, wurde der Steuerzahler für das Versagen von Aufsichtsräten und Managern haftbar gemacht, weil die Chefs in den Banken eben die richtigen Personen kannten (BayernLB,...)

Die CSU in Bayern hört sich gerne Reden, Taten folgen meist keine. Es sei denn es geht um die "Spezls" von irgendwelchen Kandidaten (siehe oben). Seehofer hätte die Chance gehabt, das "Flüchtlings"disaster zumindest einzudämmen und die Grenzen zu schließen. Gelabert hat er ja viel, passiert ist genau nichts. Vertrauen verspielt. Dazu kamen Sachen wie bei Wahlen in den 90er Jahren, als man alten Leuten "half" den Stimmzettel auszufüllen.

Die GRÜNEN widern mich an. Ich kann das leider anders nicht schreiben. Menschen die sich in ihrer Jugend als Terroristen, Steinewerfer und Schläger engagiert haben, haben in der Politik nichts verloren. Als es dann ans Regieren ging, hatte man als Pazifist auch keine Probleme damit, mal eben Krieg zu führen (Jugoslawien, Afghanistan). Hat man eben anders genannt, war aber dasselbe. Das ist in meinen Augen hochgradig schizophren.

Für PDS/ Die Linke gilt in weiten Teilen das selbe. Beiden Parteien und deren Angehörigen ist zu eigen, das politische Gegner gerne mal als Nazi, Rassist oder sonstiges Diffamiert werden.

Die FDP ist für mich nicht erwähnenswert. Deren Mitglieder sind mir nur durch Lobbyarbeit aufgefallen. Meist für Industrie oder Hotelketten.

So. Alle diese Parteien haben eines gemeinsam: Sie nennen sich Volksparteien. Am Volk sind die aber in den letzten Jahrzehnten kaum interessiert gewesen. Mehr oder weniger alle Parteien sind mit der Macht fett geworden und eigentlich nur dadurch aufgefallen, das sie wirtschaftliche Entscheidungen getroffen haben unter denen der einzelne leiden muss. Sei es durch die Quasi Abschaffung der sozialen Marktwirtschaft oder durch Ausweiten der Rechte für Arbeitgeber oder durch Erhöhung von Steuern (die meist Niedrigverdiener härter treffen). Und alle sind für mich nicht mehr ertragbar. Der Zustand des Landes sowohl in der Sozial- als auch in der Sicherheitspolitik ist mehr als gefährlich geworden, dank der Entscheidungen die diese Menschen getroffen haben. Anstatt sich um die Fehler zu kümmern werden aber weiterhin Parolen unters Volk gebracht, das und andere Sachen erinnern mich mehr und mehr an eine Zeit, von der ich glaubte sie wäre vor meiner Generation schon vorbei (die Gnade der späten Geburt und so)

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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von Delta_01 am Mi Sep 14, 2016 7:55 pm

Grundsätzlich ist die AfD für mich mittlerweile wählbar geworden. Ganz einfach darum, weil ich mich zum ersten Mal wirklich vertreten fühle.
Warum?

Die SPD hat für mich als Arbeiterpartei ausgedient. Dank der ungerechten und diskriminierenden Sozialpolitik der Ära Schröder und nicht zu vergessen dem völlig sinnlosen Afghanistan Einsatz (und vor allem den Umgang damit). Dazu kommt der Ausbau des Niedriglohn und Zeitarbeitsektors der in dieser Zeit vorangetrieben wurde sowie teilweise asoziales Verhalten der Führung (Sigmar G., Heiko Maas,...). Auch der Umgang mit Kritikern in den eigenen Reihen (Thilo Sarrazin) ist einfach unterste Schublade und erinnert eher an vergangene Zeiten. An lang vergangene Zeiten.

Die CDU hat Anteil an der Euro Einführung und damit direkt am Verlust von Kaufkraft und Wohlstand beteiligt. Die Argumente gegen den Euro wurden damals schon als "Schwurbelei" und "VT" abgetan, die Fakten blieben: Viele Preise blieben gleich oder wurden ein bis zwei Jahre nach der Einführung auf das alte Niveau angehoben. Die Löhne blieben gleich. In der Finanzkrise 2008 sahen sich CDU/ CSU als Vertreter der deutschen Finanzindustrie. Anstatt Fehler zu beheben, wurde der Steuerzahler für das Versagen von Aufsichtsräten und Managern haftbar gemacht, weil die Chefs in den Banken eben die richtigen Personen kannten (BayernLB,...)

Die CSU in Bayern hört sich gerne Reden, Taten folgen meist keine. Es sei denn es geht um die "Spezls" von irgendwelchen Kandidaten (siehe oben). Seehofer hätte die Chance gehabt, das "Flüchtlings"disaster zumindest einzudämmen und die Grenzen zu schließen. Gelabert hat er ja viel, passiert ist genau nichts. Vertrauen verspielt. Dazu kamen Sachen wie bei Wahlen in den 90er Jahren, als man alten Leuten "half" den Stimmzettel auszufüllen.

Die GRÜNEN widern mich an. Ich kann das leider anders nicht schreiben. Menschen die sich in ihrer Jugend als Terroristen, Steinewerfer und Schläger engagiert haben, haben in der Politik nichts verloren. Als es dann ans Regieren ging, hatte man als Pazifist auch keine Probleme damit, mal eben Krieg zu führen (Jugoslawien, Afghanistan). Hat man eben anders genannt, war aber dasselbe. Das ist in meinen Augen hochgradig schizophren.

Für PDS/ Die Linke gilt in weiten Teilen das selbe. Beiden Parteien und deren Angehörigen ist zu eigen, das politische Gegner gerne mal als Nazi, Rassist oder sonstiges Diffamiert werden.

Die FDP ist für mich nicht erwähnenswert. Deren Mitglieder sind mir nur durch Lobbyarbeit aufgefallen. Meist für Industrie oder Hotelketten.

So. Alle diese Parteien haben eines gemeinsam: Sie nennen sich Volksparteien. Am Volk sind die aber in den letzten Jahrzehnten kaum interessiert gewesen. Mehr oder weniger alle Parteien sind mit der Macht fett geworden und eigentlich nur dadurch aufgefallen, das sie wirtschaftliche Entscheidungen getroffen haben unter denen der einzelne leiden muss. Sei es durch die Quasi Abschaffung der sozialen Marktwirtschaft oder durch Ausweiten der Rechte für Arbeitgeber oder durch Erhöhung von Steuern (die meist Niedrigverdiener härter treffen). Und alle sind für mich nicht mehr ertragbar. Der Zustand des Landes sowohl in der Sozial- als auch in der Sicherheitspolitik ist mehr als gefährlich geworden, dank der Entscheidungen die diese Menschen getroffen haben. Anstatt sich um die Fehler zu kümmern werden aber weiterhin Parolen unters Volk gebracht, das und andere Sachen erinnern mich mehr und mehr an eine Zeit, von der ich glaubte sie wäre vor meiner Generation schon vorbei (die Gnade der späten Geburt und so)

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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von Tammuz am Do Sep 15, 2016 4:34 pm

Delta_01 schrieb:
Die GRÜNEN widern mich an. Ich kann das leider anders nicht schreiben. Menschen die sich in ihrer Jugend als Terroristen, Steinewerfer und Schläger engagiert haben, haben in der Politik nichts verloren.

Mir ist im Moment nicht klar, welche Grünen du unter ´Ex-Terrorist´ und ´Schläger´ einreihst. Bitte frische mein Gedächtnis auf.

Delta_01 schrieb:Als es dann ans Regieren ging, hatte man als Pazifist auch keine Probleme damit, mal eben Krieg zu führen (Jugoslawien, Afghanistan). Hat man eben anders genannt, war aber dasselbe. Das ist in meinen Augen hochgradig schizophren.

Eine Meinung zu ändern hat doch nichts mit Schizophrenie zu tun. Zu hinterfragen sind lediglich die Gründe für einen Kurswechsel. Im Bosnienkrieg waren es die Massenmorde durch Serben in politischen Tabuzonen (UN-Schutzgebiete), die Fischer zur Befürwortung militärischer Intervention veranlassten, mit der Begründung, die Linke (worunter er auch die Grünen zählte) verlöre ohne Bereitschaft zur Intervention ihre moralische Glaubwürdigkeit. Er konnte damals sich in seiner Partei damit aber (noch) nicht durchsetzen. Ich finde, dass du hier zu undifferenziert urteilst, auch deine Verwendung des "man" ist einer Analyse wenig förderlich.

Delta_01 schrieb:Für PDS/ Die Linke gilt in weiten Teilen das selbe. Beiden Parteien und deren Angehörigen ist zu eigen, das politische Gegner gerne mal als Nazi, Rassist oder sonstiges Diffamiert werden.

Kritiker der Merkelpolitik als "rechts" und "rassistisch" abzustempeln ist leider nicht nur ein Trick der Linken, sondern aller etablierten Parteien mit gegenwärtiger Ausnahme der CSU. Für mich stellt sich eher die Frage, warum die Linken so notorisch unkritisch gegenüber dem Islam bzw. der islamischen Kultur sind. Karl Marx und Friedrich Engels waren - was aus ihrem Verdikt über das Christentum logisch folgt - auch dezidierte Kritiker des Islam.

Der Koran und die auf ihm fußende muselmanische Gesetzgebung reduzieren Geographie und Ethnographie der verschiedenen Völker auf die einfache und bequeme Zweiteilung in Gläubige und Ungläubige. Der Ungläubige ist 'harby', d.h. der Feind. Der Islam ächtet die Nation der Ungläubigen und schafft einen Zustand permanenter Feindschaft zwischen Muselmanen und Ungläubigen.

(Marx, Die Kriegserklärung - Zur Geschichte der orientalischen Frage, Marx-Engels-Werke, Band 10, 170)

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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von Delta_01 am Do Sep 15, 2016 5:56 pm

Tammuz schrieb:
Mir ist im Moment nicht klar, welche Grünen du unter ´Ex-Terrorist´ und ´Schläger´ einreihst. Bitte frische mein Gedächtnis auf.

Ich spreche z.B. Joschka Fischer als Mitglied der APO und der Linksextremen Vereinigung Revolutionärer Kampf an, der auch eine Nähe zur RAF nachgesagt wird. Auch Jürgen Trittin, Mitglied der trotzkistischen Gruppe Internationaler Marxisten und aktiv in der Sponti Szene. Das waren die, die ich auf die Schnelle gefunden habe und einigermaßen belegen kann, ist also keine vollständige Liste.

https://de.wikipedia.org/wiki/Joschka_Fischer#Studentenbewegung
https://de.wikipedia.org/wiki/Jürgen_Trittin#Kommunistischer_Bund_und_Gr.C3.BCndung_der_Gr.C3.BCnen

Spontis:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sponti


Tammuz schrieb:
Eine Meinung zu ändern hat doch nichts mit Schizophrenie zu tun. Zu hinterfragen sind lediglich die Gründe für einen Kurswechsel. Im Bosnienkrieg waren es die Massenmorde durch Serben in politischen Tabuzonen (UN-Schutzgebiete), die Fischer zur Befürwortung militärischer Intervention veranlassten, mit der Begründung, die Linke (worunter er auch die Grünen zählte) verlöre ohne Bereitschaft zur Intervention ihre moralische Glaubwürdigkeit. Er konnte damals sich in seiner Partei damit aber (noch) nicht durchsetzen. Ich finde, dass du hier zu undifferenziert urteilst, auch deine Verwendung des "man" ist einer Analyse wenig förderlich.

Das man eigene Handlungen auch als politische Partei hinterfragen und aktualisieren sollte sehe ich genau so. Mit einem Aber: Die Aktion war in meinen Augen nur dazu gedacht, die Aktionen die stattfanden irgendwie zu rechtfertigen. Ein Auseinandersetzen mit den Handlungen dauert seine Zeit. Es ging Buchstäblich von heute auf morgen und plötzlich war die Entscheidung zum "Ja" da. Das war mit dem Afghanistan Einsatz ähnlich, obwohl bis heute nicht klar ist, warum unsere Freiheit am Hindukusch verteidigt wird und nicht an unseren Grenzen. Als dann nach schweren Gefechten gegen die Taliban (u.a. Karfreitagsgefecht, ständige IED Bedrohung, Anschläge) klar war, das es sich hier um einen Krieg handelt, war man ja zum Glück nicht mehr an der Macht...

Zugegeben: Hier ist sehr viel persönliche Meinung dabei, die eine Analyse fast unmöglich macht.

Tammuz schrieb:
Kritiker der Merkelpolitik als "rechts" und "rassistisch" abzustempeln ist leider nicht nur ein Trick der Linken, sondern aller etablierten Parteien mit gegenwärtiger Ausnahme der CSU. Für mich stellt sich eher die Frage, warum die Linken so notorisch unkritisch gegenüber dem Islam bzw. der islamischen Kultur sind. Karl Marx und Friedrich Engels waren - was aus ihrem Verdikt über das Christentum logisch folgt - auch dezidierte Kritiker des Islam.

Hier muss ich Dir (leider) recht geben. Das mit der Nazikeule war auch nicht immer so, gefühlt wurden diese Bandagen erst in den späten 90er Jahren angezogen. Vorher sind mir diese Äußerungen vor allen im Linken und Linksextremen Spektrum aufgefallen, zusammen mit einer etwas eigenen Art, Diskussionen zu kapern und unmöglich zu machen.
Einer der Gründe für die undifferenzierte Herangehensweise der Linken kann darin liegen das die heutige Linke aus der RAF Generation der deutschen Linken hervorgeht. Damals gab es Verbindungen zwischen Linksterroristen und Islamischen Attentätern, beide Parteien wurden unter anderem im Nahen Osten in den selben Lagern ausgebildet (Palästina, Libyen) Es gab Verbindungen, über das Ausmaß kann man aber nur spekulieren.


Tammuz schrieb:Der Koran und die auf ihm fußende muselmanische Gesetzgebung reduzieren Geographie und Ethnographie der verschiedenen Völker auf die einfache und bequeme Zweiteilung in Gläubige und Ungläubige. Der Ungläubige ist 'harby', d.h. der Feind. Der Islam ächtet die Nation der Ungläubigen und schafft einen Zustand permanenter Feindschaft zwischen Muselmanen und Ungläubigen.

Das sind unter anderem die Gründe warum ich nicht verstehe, warum wir ausgerechnet eine Zuwanderung aus Gebieten brauchen die mit dieser Weltanschauung regiert werden oder wo die Mehrheit der Menschen diese Werte aktiv vertreten.

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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von Tammuz am Fr Sep 16, 2016 12:15 pm

Delta_01 schrieb:
Tammuz schrieb:
Mir ist im Moment nicht klar, welche Grünen du unter ´Ex-Terrorist´ und ´Schläger´ einreihst. Bitte frische mein Gedächtnis auf.

Ich spreche z.B. Joschka Fischer als Mitglied der APO und der Linksextremen Vereinigung Revolutionärer Kampf an, der auch eine Nähe zur RAF nachgesagt wird. Auch Jürgen Trittin, Mitglied der trotzkistischen Gruppe Internationaler Marxisten und aktiv in der Sponti Szene.

Mir ist schon klar, dass Fischer und wohl auch Trittin in den 1960ern bei Demos mit Steinwürfen aktiv gewesen sind. Deshalb habe ich nur nach dem Grund gefragt, warum du Grüne als frühere "Terroristen" und "Schläger" bezeichnet hast. Ein Steinewerfer ist nun einmal kein Terrorist und auch kein "Schläger".

Delta_01 schrieb:Es ging Buchstäblich von heute auf morgen und plötzlich war die Entscheidung zum "Ja" da.

De facto war das viel komplizierter.

1995 hatte sich Fischer für die Befürwortung einer militärischen Intervention entschieden. Er konnte 1996 eine Minderheit bei den Grünen von der Notwendigkeit einer solchen Maßnahme überzeugen. Auslöser für den Gesinnungswandel war der Besuch einer 18-köpfigen Delegation der Grünen im Kriegsgebiet von Bosnien-Herzogewina, wo der Gruppe zum einen das Ausmaß des Schreckens erst so richtig bewusst wurde und zum andern die Einsicht dämmerte, dass man Frieden nicht herbeibeten kann, sondern - wenn kein anderes Mittel eine Besserung verspricht - die schuldigen Gewalttäter mit Gewalt an den von ihnen verübten Greueln hindern muss. Dennoch war eine Mehrheit der Grünen erst 1999 auf dem Parteitag von Bielefeld bereit, der von Fischer seit 1998 aktiv mitgetragenen Interventionspolitik zuzustimmen. Auf diesem Parteitag wurde Fischer von Gegnern dieser Politik heftig beschimpft und gewaltsam attackiert (Trommelfellriss durch Farbbeutelwurf). Der Interventionsbefürworter Rezzo Schlauch wurde von sog. Autonomen sogar mit Buttersäure (gesundheitsschädlich) übergossen. Fischers Interventionsbeschluss-Antrag wurde schließlich mit 444 zu 318 Stimmen angenommen.

Delta_01 schrieb:Einer der Gründe für die undifferenzierte Herangehensweise der Linken kann darin liegen das die heutige Linke aus der RAF Generation der deutschen Linken hervorgeht. Damals gab es Verbindungen zwischen Linksterroristen und Islamischen Attentätern, beide Parteien wurden unter anderem im Nahen Osten in den selben Lagern ausgebildet (Palästina, Libyen) Es gab Verbindungen, über das Ausmaß kann man aber nur spekulieren.

Das mag einer der Gründe sein. Ich komme auf dieses Thema noch zurück.

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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von Wallenstein am Fr Sep 16, 2016 1:11 pm

@ Delta_01 schrieb:
Einer der Gründe für die undifferenzierte Herangehensweise der Linken kann darin liegen das die heutige Linke aus der RAF Generation der deutschen Linken hervorgeht. Damals gab es Verbindungen zwischen Linksterroristen und Islamischen Attentätern, beide Parteien wurden unter anderem im Nahen Osten in den selben Lagern ausgebildet (Palästina, Libyen) Es gab Verbindungen, über das Ausmaß kann man aber nur spekulieren.

@Tammuz
Das mag einer der Gründe sein. Ich komme auf dieses Thema noch zurück.

Nun, ich vermute, ihr seid noch relativ jung. Ich bin Jahrgang 1944 und habe in den sechziger Jahren studiert. Eine RAF-Generation gibt es nicht, es gab wohl viele linke Strömungen an den Universitäten, die sich aber stets deutlich von der RAF distanzierten, was nicht ausschließt, das auch einige Sympathisanten vielleicht dabei waren. Die RAF, Kommando zweiter Juni, Tupamaros West-Berlin, Sozialistisches Patientenkollektiv usw. waren winzige Gruppierungen, von der Bevölkerung und auch vom Großteil der Linken isoliert. Diese Gruppen hatten auch keine Beziehungen zu Islamisten, sondern zu linken Palästinenser – Gruppierungen um Arafat, Dr. Habasch usw. Das waren arabische marxistisch-leninistische Organisationen, die etwa im Jemen oder in der Sowjetunion ausgebildet wurden. Vom Ostblock wurden sie auch finanziert und unterstützt.

Die Islamisten entstehen erst in den achtziger Jahren, häufig als Gegner dieser linken Gruppierungen, wie etwa die Hamas, die sich heftige Kämpfe mit der PLO lieferten, bis heute. Die Islamisten entstanden hauptsächlich in Afghanistan als Kämpfer gegen die UDSSR und wurden zunächst vom Westen und Saudi-Arabien unterstützt. Sie haben einen ganz anderen Hintergrund und eine ganz andere Ideologie, als die arabischen Terroristen in den siebziger Jahren.

Warum heute Linke undifferenziert über den Islam schreiben, weiß ich auch nicht. Das war in den sechziger und siebziger Jahren völlig anders, damals galten die feudalen Monarchien im Nahen Osten und religiöse Gruppierungen als reaktionär und wurden von den Linken bekämpft.



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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von Tammuz am Fr Sep 16, 2016 1:23 pm

Wallenstein schrieb:
Nun, ich vermute, ihr seid noch relativ jung.

Danke für die Blumen, aber mein Sohn (u.a. Studium in Oxford, 2 Doktortitel in Sprachwissenschaften) ist schon 36.

Wallenstein schrieb:Warum heute Linke undifferenziert über den Islam schreiben, weiß ich auch nicht.

Es gibt zum Glück auch engagierte linke Islamkritiker, in der BRD vor allem in Gestalt des Marxisten Hartmut Krauss:

https://www.youtube.com/watch?v=Ft-eJ8_5IAI

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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von Delta_01 am Sa Sep 17, 2016 9:48 am

Tammuz schrieb:
Mir ist schon klar, dass Fischer und wohl auch Trittin in den 1960ern bei Demos mit Steinwürfen aktiv gewesen sind. Deshalb habe ich nur nach dem Grund gefragt, warum du Grüne als frühere "Terroristen" und "Schläger" bezeichnet hast. Ein Steinewerfer ist nun einmal kein Terrorist und auch kein "Schläger".

Zumindest von Fischer ist bekannt, das er auch aktives Mitglied einer Schlägertruppe war und wissentlich/ willentlich gegen Polizeibeamte vorging. Bei Trittin ist es nicht ausgeschlossen. Es blieb auch nicht nur bei Steinwürfen, es kam auch zu Schlägereien. Menschen, die ihre politischen Absichten mit Hilfe von Gewalt durchsetzen oder zumindest anerkannt haben wollen, sind gemeinhin Terroristen. Auch wenn sie im Links Deutsch gerne als "Aktivisten" gesehen werden, vor allem wenn die Straftäter aus dem eigenen Milieu kommen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Putzgruppe

Tammuz schrieb:
De facto war das viel komplizierter.

1995 hatte sich Fischer für die Befürwortung einer militärischen Intervention entschieden. Er konnte 1996 eine Minderheit bei den Grünen von der Notwendigkeit einer solchen Maßnahme überzeugen. Auslöser für den Gesinnungswandel war der Besuch einer 18-köpfigen Delegation der Grünen im Kriegsgebiet von Bosnien-Herzogewina, wo der Gruppe zum einen das Ausmaß des Schreckens erst so richtig bewusst wurde und zum andern die Einsicht dämmerte, dass man Frieden nicht herbeibeten kann, sondern - wenn kein anderes Mittel eine Besserung verspricht - die schuldigen Gewalttäter mit Gewalt an den von ihnen verübten Greueln hindern muss. Dennoch war eine Mehrheit der Grünen erst 1999 auf dem Parteitag von Bielefeld bereit, der von Fischer seit 1998 aktiv mitgetragenen Interventionspolitik zuzustimmen. Auf diesem Parteitag wurde Fischer von Gegnern dieser Politik heftig beschimpft und gewaltsam attackiert (Trommelfellriss durch Farbbeutelwurf). Der Interventionsbefürworter Rezzo Schlauch wurde von sog. Autonomen sogar mit Buttersäure (gesundheitsschädlich) übergossen. Fischers Interventionsbeschluss-Antrag wurde schließlich mit 444 zu 318 Stimmen angenommen.

Diese 180 Grad Drehung wirkt deshalb nicht glaubwürdiger sondern verschlimmert das Bild von dieser Partei noch. Mit den obigen Fakten ergibt sich dann folgendes Denkmuster:
Gewalt ist okay wenn:
- die Gewalt von uns ausgeht
- die Gewalt, die von uns ausgeht einer guten Sache dient
- die Gewalt, die von uns ausgeht einer guten Sache dient, von der wir bestimmen das sie gut ist
- wir sind die moralische Instanz und bestimmen, was gut ist und was nicht
Dafür wurde diese Partei ja nachhaltig abgewählt, in der Nachbetrachtung kann man nur sagen: Zum Glück!

Wallenstein schrieb:
Nun, ich vermute, ihr seid noch relativ jung. Ich bin Jahrgang 1944 und habe in den sechziger Jahren studiert. Eine RAF-Generation gibt es nicht, es gab wohl viele linke Strömungen an den Universitäten, die sich aber stets deutlich von der RAF distanzierten, was nicht ausschließt, das auch einige Sympathisanten vielleicht dabei waren. Die RAF, Kommando zweiter Juni, Tupamaros West-Berlin, Sozialistisches Patientenkollektiv usw. waren winzige Gruppierungen, von der Bevölkerung und auch vom Großteil der Linken isoliert. Diese Gruppen hatten auch keine Beziehungen zu Islamisten, sondern zu linken Palästinenser – Gruppierungen um Arafat, Dr. Habasch usw. Das waren arabische marxistisch-leninistische Organisationen, die etwa im Jemen oder  in der Sowjetunion ausgebildet wurden. Vom Ostblock wurden sie auch finanziert und unterstützt.

Die Islamisten entstehen erst in den achtziger Jahren, häufig als Gegner dieser  linken Gruppierungen, wie etwa die Hamas, die sich heftige Kämpfe mit der PLO lieferten, bis heute. Die Islamisten entstanden hauptsächlich in Afghanistan als Kämpfer gegen die UDSSR und wurden zunächst vom Westen und Saudi-Arabien unterstützt. Sie haben einen ganz anderen Hintergrund und eine ganz andere Ideologie, als die arabischen Terroristen in den siebziger Jahren.

Warum heute Linke undifferenziert über den Islam schreiben, weiß ich auch nicht. Das war in den sechziger und siebziger Jahren völlig anders, damals galten die feudalen Monarchien im Nahen Osten und religiöse Gruppierungen als reaktionär und wurden von den Linken bekämpft.
Da kann, glaube ich jeder nur spekulieren. So genau habe ich mich mit den inneren Richtungen der Fatah und wie sie alle heißen noch nicht befasst. Das die Kämpfer in Afghanistan von den USA unterstützt wurden ist ja ein mehr oder weniger offenes Geheimnis, ebenso wie die internen Machtkämpfe um die Vorherrschaft in der palästinensischen Bevölkerung.
Es muss aber Verbindungen und Schnittstellen geben. Auch wenn einzelne Personen sich kritisch mit der Materie beschäftigen bleibt die Mehrheit doch etwas zurück um es freundlich auszudrücken.

Soo jung bin ich auch nicht mehr Wink

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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von Ceres am Sa Sep 17, 2016 11:44 am

Die AfD ist schon mittlerweile die 3. stärkste Partei! Wer das Parteiprogramm noch nicht gelesen haben sollte, hier bitte:

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/nach-programmparteitag-so-radikal-will-die-afd-deutschland-umbauen-14210980.html

Ich habe da große Bedenken. Das alles scheint mir ganz schön riskant und nicht so einfach durchführbar. Was mich auch stört, ist, dass sie die Atomforschung wíeder durchsetzen will (hört sich m.E. sehr gefährlich an, oder?)

Mich würde echt interessieren, wie Frau Merkel das mit der AfD so sieht....
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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von Tammuz am Sa Sep 17, 2016 5:06 pm

Delta_01 schrieb:
Zumindest von Fischer ist bekannt, das er auch aktives Mitglied einer Schlägertruppe war und wissentlich/ willentlich gegen Polizeibeamte vorging.

Das scheint durch ein Video belegbar zu sein. Es geht aber nicht an - wie du es machst -, von den Verhaltensweisen eines 25jährigen zwingend auf die Eignung eines über 50jährigen für die (Welt-)Politik zu schließen. Menschen können sich mit zunehmendem Alter ändern und reifen. Wenn ich mich jetzt (gut über 50) mit mir selbst als 25jährigem vergleiche, dann liegen dazwischen Welten, und ich denke, das geht vielen so. Dir fehlt entweder die Einsicht in die Möglichkeit solcher Wandlungsprozesse oder deine emotionale Abneigung gegen die Grünen ("angewidert") verstellt dir den Blick dafür.

Delta_01 schrieb:Menschen, die ihre politischen Absichten mit Hilfe von Gewalt durchsetzen oder zumindest anerkannt haben wollen, sind gemeinhin Terroristen.

Terrorismus liegt erst vor, wenn 1) das Ziel der Gewalt die Zivilbevölkerung ist und 2) die Tötung von Menschen eingeplant ist. Ohne diese Bedingungen ist dein Terrorismusbegriff viel zu nebelhaft und verharmlost außerdem den wahren Terrorismus, wie er z.B. durch Selbstmordattentäter im großen Stil praktiziert wird. Man kann einen Steinewerfer nicht mit dem gleichen Begriff benennen wie einen 100-fachen Massenmörder, wenn dieser Begriff einen Sinn haben soll.

Delta_01 schrieb:Diese 180 Grad Drehung wirkt deshalb nicht glaubwürdiger sondern verschlimmert das Bild von dieser Partei noch. Mit den obigen Fakten ergibt sich dann folgendes Denkmuster:
Gewalt ist okay wenn:
- die Gewalt von uns ausgeht
- die Gewalt, die von uns ausgeht einer guten Sache dient
- die Gewalt, die von uns ausgeht einer guten Sache dient, von der wir bestimmen das sie gut ist
- wir sind die moralische Instanz und bestimmen, was gut ist und was nicht

Du argumentierst, wenn es um die Grünen geht, notorisch nebulös.

1)
Wer ist "uns"? Du ignorierst, dass der Antrag mit 444 zu 318 Stimmen angenommen wurde, dass also über 1/3 der Grünen dagegen war,  was bedeutet, dass hinter dem Beschluss kein "Wir" steht, sondern etwas ganz Abstraktes, nämlich ein demokratisches Abstimmungsergebnis, dem sich die Beschlussgegner regelgemäß zu beugen haben.

2)
Dein Gewaltbegriff ist ebenfalls viel zu undifferenziert. Gewalt kann moralisch und juristisch legitim sein, wenn sie der Notwehr dient. Im besagten Fall liegt diese Bedingung vor. Falls du das bestreitest, solltest du detailliert begründen, warum eine militärische Intervention mit dem Zweck, die Zivilbevölkerung vor kriminellen Massenmorden zu schützen, im besagten Fall NICHT gerechtfertigt war.

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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von Delta_01 am So Sep 18, 2016 2:31 pm

Tammuz schrieb:
Das scheint durch ein Video belegbar zu sein. Es geht aber nicht an - wie du es machst -, von den Verhaltensweisen eines 25jährigen zwingend auf die Eignung eines über 50jährigen für die (Welt-)Politik zu schließen. Menschen können sich mit zunehmendem Alter ändern und reifen. Wenn ich mich jetzt (gut über 50) mit mir selbst als 25jährigem vergleiche, dann liegen dazwischen Welten, und ich denke, das geht vielen so. Dir fehlt entweder die Einsicht in die Möglichkeit solcher Wandlungsprozesse oder deine emotionale Abneigung gegen die Grünen ("angewidert") verstellt dir den Blick dafür.
Einmal Terrorist, immer Sympathisant. Selbst wenn die Menschen reifen, ihre Prägung verlieren nur die wenigsten.

Tammuz schrieb:
Terrorismus liegt erst vor, wenn 1) das Ziel der Gewalt die Zivilbevölkerung ist und 2) die Tötung von Menschen eingeplant ist.
Ach so, ich dachte Ziel des Terrorismus ist Unsicherheit zu Verbreiten, um Unterstützer und Nachahmer zu finden, den Gegner dazu zu bewegen Fehler zu machen oder schlicht und einfach um Angst zu machen. Das der Gegner zwangsläufig Zivilist sein muss oder die Tötung dabei geplant werden muss, entzieht sich ebenfalls meinen Kenntnissen (bei den meisten Anschlägen wird diese ohnehin billigend in Kauf genommen).

Tammuz schrieb:
Ohne diese Bedingungen ist dein Terrorismusbegriff viel zu nebelhaft und verharmlost außerdem den wahren Terrorismus, wie er z.B. durch Selbstmordattentäter im großen Stil praktiziert wird. Man kann einen Steinewerfer nicht mit dem gleichen Begriff benennen wie einen 100-fachen Massenmörder, wenn dieser Begriff einen Sinn haben soll.

Nein ich verharmlose gar nichts, mein Begriff stellt nur die Verbindung zwischen diesen Menschen her. Die einzigen Unterschiede zwischen dem Massenmörder (wie z.B. bei den Anschlägen in Nizza) ist das Ausmaß der Zerstörung und der Toten, die in Kauf genommen werden und die Ideologie. Und dabei ist es scheißegal, ob die Opfer Zivilisten oder Polizisten/ Soldaten waren weil sie grad zufällig da waren oder wegen diesem Vorfall erst gerufen wurden. Wegen genau dieser vermeintlichen Differenzierungen ist die Gesellschaft heute so wie sie ist. Diese Gruppierungen haben Gewalt eingesetzt um ihre niederen politischen Ziele zu verfolgen, um auf sich aufmerksam zu machen und sie haben dabei Verletzungen und Todesfälle in Kauf genommen, es ist hier genauso scheißegal bei wem. Ein Unterschied wäre es, wenn es einzelne Täter ohne Bezug gewesen wären, dann würde ich sie nur als dumme Bauern oder einfach geistig verwirrt bezeichnen,

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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von Marek1964 am Di Sep 20, 2016 11:39 pm

In Berlin ist die AfD auf 14,2% gekommen und mischt auch hier die politische Szene auf, bei der nun wohl zu einer Koalition rot-rot-grün kommen dürfte.

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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von Oirahm am Fr Sep 23, 2016 6:30 pm

Die AFD ist nun da und da kann man nicht einfach so tun als gebe es diese Partei nicht. Ich mag die Partei auch nicht. Das gleiche gab es schon einmal mit den Piraten, die heute nur noch unter ferner liefen dahin dümpeln. Ähnliches vermute ich bei der AFD.
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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von marylinjackson am Fr Sep 23, 2016 8:08 pm

Die Piraten sind nicht mit der AfD vergleichbar.
Die Piraten sind mit Marina Weißbrod nur anfangs interessant gewesen.
Laut "Welt" haben 69 000 Nichtwähler in Berlin die AfD gewählt.
Die AfD sollte nicht mehr von den Etablierten als Rattenfänger-Partei bezeichnet werden, momentan sind jene bereits still geworden.
Die AfD-Wähler sind keine kleinen Kinder, die dem Fänger unbekümmert hinterher laufen, und erst recht sind sie keine Ratten, um bei der Sage zu bleiben.
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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von Moschusochse am Fr Sep 23, 2016 8:47 pm

Nun, das sagen viele, aber es gibt schon einige Hinweise dafür, dass es diesemal anders sein könnte.

Durch eine ältere Diskussion zu Thilo Sarrazin bin auf einen Artikel im Focus gestossen, wo das Potential für eine Partei zwischen der CDU und der NPD auf 20% geschätzt wird.

http://www.focus.de/politik/deutschland/deutschland-die-buerger-bewegung_aid_534171.html

Arnulf Baring wird dort zitiert:

Die hierzulande herrschende Diskreditierung der politischen Rechten hat bekanntlich damit zu tun, dass das politischmediale Establishment keinen Unterschied zwischen Rechten, Rechtsextremen und Neonazis macht. Gleichwohl ist die Kluft, welche zwischen CDU und NPD klafft, riesengroß – und nach jeder Wahl strömen neue Scharen künftiger Nichtwähler dorthin. Das Wort Politikverdrossenheit trifft dieses Phänomen nicht wirklich: Diese Menschen sind nicht von der Politik verdrossen, sondern von den Parteien.
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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von Skeptik am Sa Sep 24, 2016 10:10 am

Moschusochse schrieb:Nun, das sagen viele, aber es gibt schon einige Hinweise dafür, dass es diesemal anders sein könnte.

Durch eine ältere Diskussion zu Thilo Sarrazin bin auf einen Artikel im Focus gestossen, wo das Potential für eine Partei zwischen der CDU und der NPD auf 20%.

http://www.focus.de/politik/deutschland/deutschland-die-buerger-bewegung_aid_534171.html

Arnulf Baring wird dort zitiert:

Die hierzulande herrschende Diskreditierung der politischen Rechten hat bekanntlich damit zu tun, dass das politischmediale Establishment keinen Unterschied zwischen Rechten, Rechtsextremen und Neonazis macht. Gleichwohl ist die Kluft, welche zwischen CDU und NPD klafft, riesengroß – und nach jeder Wahl strömen neue Scharen künftiger Nichtwähler dorthin. Das Wort Politikverdrossenheit trifft dieses Phänomen nicht wirklich: Diese Menschen sind nicht von der Politik verdrossen, sondern von den Parteien.

Und jetzt wächst eine Partei der Parteiverdrossenen aus dem Stand auf 10 bis 20 Prozent. Diese Parteiverdrossenen befinden sich nun selbst wieder in einer Partei oder unterstützen sie. Außer einer allgemeinen Parteienverdrossenheit ist es schwer Programme auszumachen. Das sollte aber eine Partei dieser Größe unbedingt in vielen Bereichen vorlegen und auch von kompetenten Fachleuten über einen längeren Zeitraum vertreten und abarbeiten können. Erst wenn das zum Erfolg führt kann man eine neue Partei wirklich ernst nehmen. Ansonsten sind sie natürlich per se ein Ansporn für die etablierten Parteien ihre eigene Arbeit zu überdenken.

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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von marylinjackson am Sa Sep 24, 2016 10:32 am

Die allgemeine Parteienverdrossenheit  entstand, eben weil die Programme der Etablierten "schwer auszumachen" waren.
Die jetzigen bunten Koalitionen werden bereits von "kompetenten Fachleuten" (Lobbyisten) aufgestellt. So wird es mit jeder mehrheitsfähigen Partei geschehen.
Daher wird die AfD noch zulegen müssen. Die "kompetenten Fachleute"  werden dieselben sein, die auch jetzt schon die Parteien beraten und unterstützen.
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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

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