Kassandra, die Seherin (griechische Legende)

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Kassandra, die Seherin (griechische Legende)

Beitrag von Ceres am Sa Jun 18, 2016 3:49 pm

Kassandra war die Tochter von Priamos, des sechsten (und letzten) Königs von Troja, und dessen Frau Hekabe. Zu ihren Geschwistern zählten die berühmten trojanischen Helden Hektor und Paris.

Einst verliebte sich der Zeussohn und Orakelgott Apollon in die Sterbliche. Um ihre Gunst zu gewinnen, verlieh er ihr die Gabe der Vorhersehung. Kassandra verschmähte jedoch den Gott. Dieser verfluchte daraufhin seine Gabe ( die er nicht zurücknehmen wollte oder konnte ). Zwar konnte Kassandra nach wie vor in die Zukunft sehen, jedoch niemand sollte je ihren Vorhersagen Glauben schenken.

So sah sie zwar den Untergang ihrer Heimatstadt Troja durch das berühmte trojanische Pferd voraus und warnte ihre Landsleute davor. Doch genau wie die Warnungen des Priesters Laokoons blieben auch ihre Warnungen ungehört und unbeachtet.
Sie flüchtete sich daraufhin vor den Griechen in den Tempel der Göttin Athene, wo sie von Ajax dem Lokrer (auch bekannt als der kleine Ajax ) geschändet wurde. Athene, die bisher auf Seiten der Griechen gestanden hatte konnte diesen Frevel an ihrem Tempel nicht hinnehmen und wandte sich daraufhin von den Griechen ab.
(Ihren Unwillen sollte die zurückkehrende griechische Flotte noch zu spüren bekommen).

Agamemnon beanspruchte Kassandra als Kriegsbeute für sich und machte sie zu seiner Sklavin. Auf der Rückfahrt nach Mykene gebar Kassandra einen Sohn, den Agamemnon als sein eigenes Kind anerkannte. Nach der Ankunft in Mykene wurde Agamemnon von seiner Frau Klytaimnestra ermordet. Je nach Quelle wurde Kassandra ebenfalls ermordet oder floh - gewarnt durch ihre Gabe - rechtzeitig mit ihrem Sohn nach Kolchis zu ihrer Tante.

(Quelle: fantasy/Rollenspiel)

(mein Text aus einem anderen Forum, indem ich auch unterwegs bin)

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Re: Kassandra, die Seherin (griechische Legende)

Beitrag von Skeptik am So Jun 19, 2016 1:42 pm

Was soll uns dieses nun sagen. - Trash ist ein kulturelles Produkt mit geringem geistigen Anspruch. Und Telenovelas sind ursprünglich Arbeiterinnen in den Zigarren-Manufakturen während der Arbeit vorgelesene Fortsetzungsromane. Hier haben wir nun wohl Entsprechendes für das reife Bildungsbürgertum. Schändung, Tötung, Vergewaltigung und Morden werden in einer höheren, geistigen Ansprüchen genügenden Form dargegeboten. Auch hier gibt es Variationen. Für jeden Geschmack:

"Avant son départ pour la guerre de Troie, Agamemnon et ses troupes rassemblées à Aulis, ne peuvent partir : Agamemnon a offensé Artémis en prétendant pouvoir chasser mieux qu'elle, et la déesse se venge en lançant des vents contraires sur la mer. Seul le sacrifice d'Iphigénie apaisera la déesse. Agamemnon sacrifie ainsi Iphigénie sur l'autel d’Artémis."

"In einer anderen Version des Mythos war Klytaimnestra bereits mit einem Tantalos verheiratet, der entweder als Sohn des Thyestes oder des Tantaliden Broteas bezeichnet wird. Die beiden hatten einen Sohn, als Agamemnon sie das erste Mal traf. Agamemnon brachte Tantalos und ihr Kind vor ihren Augen um und vergewaltigte sie, ehe er sie heiratete."

"In old versions of the story, on returning from Troy, Agamemnon is murdered by Aegisthus, the lover of his wife, Clytemnestra. In some later versions Clytemnestra helps him or does the killing herself in his own home. The best-known version is that of Aeschylus: Agammemnon, having arrived at his palace with his concubine, the Trojan princess Cassandra, in tow and being greeted by his wife, entered the palace for a banquet while Cassandra remained in the chariot. Clytemnestra waited until he was in the bath, and then entangled him in a cloth net and stabbed him. Trapped in the web, Agamemnon could neither escape nor resist his murderer.
Meanwhile, Cassandra saw a vision of herself and Agamemnon being murdered. Her attempts to elicit help failed (she had been cursed by Apollo that no one would believe her prophecies). She realized she was fated to die, and resolutely walked into the palace to receive her death."

"Clytemnestre sera tuée, en même temps qu'Égisthe, par son fils Oreste, sept ans plus tard. Il donna ordre de les enterrer hors de la ville, les jugeant indignes du tombeau d’Agamemnon.“


Wir lernen also von männlicher Prinzipientreue (Apollon). Von Frauen, denen man nicht alles glaubt. Von Männern, die ganze Kerle sind. Von Frauen, die sich nur durch Hinterhältigkeit von einen unschuldig Badenden befreien. So etwas wird dann auch nicht vergessen und nach sieben Jahren folgt der Tod als gerechte Strafe und ein schändliches Verscharren außerhalb der Stadtmauern. - So what?

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Re: Kassandra, die Seherin (griechische Legende)

Beitrag von Ceres am So Jun 19, 2016 11:22 pm

Was soll mir deinen Text hier sagen??

Na schön.. wenn ich hier nur Trasch schreibe, dann "Addio"
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Re: Kassandra, die Seherin (griechische Legende)

Beitrag von Marek1964 am Di Jun 21, 2016 12:04 am

Also, für den Trash (wenn also engl. Papierkorb gemeint ist) schreibst Du sicher nicht. Ich verstehe allerdings Skeptiks Beitrag auch nicht ganz.

Offenbar gab es schon in der Antike mehrere Versionen der Geschichte von Troja und ihren Protagonisten? Wäre ja nicht so überraschend, gibt es doch sicher verschiedene Überlieferungen. Und nicht zu guter Letzt gab es auch "moderne" Fassungen des trojanischen Krieges. Eine davon haben wir in unserer Schule aufgeführt - von Jean Giraudoux, "Der trojanische Krieg findet nicht statt", links, sozialkritisch.

So gesehen, denke ich nicht, dass der Trojanische Krieg und die Illias nur oder vor allem für die Plebs waren. Als wir an unserer Schule die Aufführungen unserer Paralellklasse gesehen haben, die Stücke von Goldoni aufgeführt haben, haben wir davon gesprochen, dass diese Stücke für die Plebs seien - ohne politischen Tiefgang.

Zu Kassandra: Dass die Gabe, die (gefährliche) Zukunft vorauszusehen eigentlich gar nicht so toll ist, wenn einem sowieso nicht geglaubt wird, leuchtet auch ein.

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Re: Kassandra, die Seherin (griechische Legende)

Beitrag von Wallenstein am Di Jun 21, 2016 11:43 am

Homer und seine Ilias ist sicherlich nicht Trash, sondern Weltliteratur. Das gilt auch für  die antiken Theaterstücke von Aischylos, Agamemnon und Euripides, die Troerinnen, in denen Kassandra auftaucht. Erwähnt wird sie auch in dem Epos Aeneis von Vergil. Alles grundlegende Werke der europäischen Literatur.

Oder ist die Geschichte der Atriden Trash? Zumindest ist sie der reinste Horror, eine Familie aus dem Bilderbuch des Schreckens.

Der bereits erwähnte Agamemnon, der Kassandra als Kriegsbeute aus Troja verschleppt, war mit Klytaimnestra verheiratet, eine Halbschwester der von Paris geraubten Helena, angeblich der Grund für den Krieg um Troja.

Die beiden hatten vier Kinder: Chrysothemis, Iphigenie, Elektra und Orest.

Vor der Kriegsfahrt gegen Troja will Agamemnon seine eigene Tochter, Iphigenie, den Göttern opfern. Doch Artemis kommt der Todgeweihten zu Hilfe und entführt sie nach Tauris.

Zwischenzeitlich amüsiert sich Klytaimnestra mit einem Liebhaber namens Aigisthos, der auf Agamemnon nicht gut zu sprechen ist, weil dieser seinen Vater Thyestes getötet hat. Als der ungeliebte Kriegsherr wider Erwarten doch aus Troja heimkehrt, beschließen seine Frau und ihre neuer Freund, ihn einfach umzubringen, was sie dann auch machen. Kassandra töten sie bei dieser Gelegenheit gleich mit.

Nun wird die Tochter Elektra aktiv. Sie überredet ihren Bruder Orest, seine Mutter und deren Liebhaber umzubringen, was dieser auch tut. Er flüchtet anschließend vor den Rachegöttinnen nach Athen. Dort kommt es zu einem Prozess wegen Muttermord, der mit seinem Freispruch endet. Doch die Rachegöttinnen verfolgen ihn weiter. Er geht nach Tauris, wo seine Schwester Iphigenie inzwischen als Priesterin arbeitet. Orest soll geopfert werden, doch seine Schwester verhindert dies. Später wird er dann König von Mykene.

Dieser Stoff bietet jede Menge Möglichkeiten, um ihn weiter auszuschlachten. Es ist deshalb kein Wunder, das viele Schriftsteller ihn aufgegriffen haben.

Mit Elektra beschäftigen sich: Hugo von Hofmannsthal eine Elektra, welche er später zu einem Libretto für Richard Strauss’ Oper Elektra umarbeitete. Auch Gerhart Hauptmann verfasste eine Elektra. Später haben Jean-Paul Sartre (im Drama Die Fliegen) und Jean Giraudoux (Électre) den Mythos verwendet.
Mit Iphigenie z.B.: Johann Wolfgang von Goethe: Iphigenie auf Tauris.
Auch über die anderen Figuren gibt es jede Menge Literatur und sogar Opern.

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Re: Kassandra, die Seherin (griechische Legende)

Beitrag von Klartext am Di Jun 21, 2016 12:20 pm

All diesen Texten ist Mord und Totschlag immanent - wie es eigentlich dann auch in der Geschichte Roms und wie wir hier im Forum auch lesen konnten von Byzanz seine Fortsetzung fand - so waren diese antiken "Telenovelas", um in Skeptiks Duktus zu bleiben, das zu eigen, was sich später (und wohl auch vorher) in der Realität abspielte.

Interessant auch, dass die Götter auch kräftig intrigierten und mitmischten - also keine lieben und gerechten, allenfalls strafenden Götter der monotheistischen Religionen waren, sondern eben auch machten was sie wollten. Halt frei von Idealen, dafür realistisch.

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Re: Kassandra, die Seherin (griechische Legende)

Beitrag von Anticus am Di Jun 21, 2016 2:17 pm

Ceres schrieb:Was soll mir deinen Text hier sagen??

Na schön.. wenn ich hier nur Trasch schreibe, dann "Addio"

Hallo Ceres,

ich bin hier schon einige Zeit stiller Leser und würde es schade finden, wenn du jetzt nicht mehr schreibst - ich lese deine Beiträge gerne und habe mich jetzt endlich angemeldet, um dich zum hierbleiben zu bewegen. Ich interessiere mich für die Antike und werde gleich ein paar Fragen stellen.

LG

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Re: Kassandra, die Seherin (griechische Legende)

Beitrag von Ceres am Di Jun 21, 2016 3:33 pm

Nochmals kurz auf dieses Thema einzugehen:

Ja, das der Mythos um Kassandra verschiedene Formen annahm, das ist mir auch klar; aber ich muss zugeben, das ich nur z.Zt. noch diese o.g. Mythologie kenne.
Ich war (und bin noch!) der Meinung und schließe mich bedingungslos unseren Wallenstein hier an, wenn er schreibt: "Homer und seine Ilias ist sicherlich nicht Trash, sondern Weltliteratur".
Mir ist auch noch soviel von Kassandra bekannt, entweder wurde diese umgebracht, oder sie floh mit ihrem Kind auf einer Insel (der Name fällt mir aber im Moment nicht ein, müsste ich nochmal in meinem Buch schauen).
Fällt mir ein: Kolchis !

Eine Frage noch bitte: Könnte mir jemand von euch Lieben ein Fachbuch über den Atriden-Fluch oder überhaupt von den Atriden empfehlen?

Über die Atriden weiß ich noch zuu wenig, würde gerne mein Wissen hierüber noch erweitern.

lg Ceres.

Danke für eure interessanten und aufmunternden Texte. Smile

EDIT:

In meinem Buch "Euripides Tragödien" habe ich "Iphigenie bei den Taurern" gefunden. Da frage ich mich jetzt ob noch weitere spezielle Literatur über den Atridenfluch gibt?
Ich werde mir erstmal diese Mythologie durchlesen. Dann weis ich sicher mehr Smile
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Re: Kassandra, die Seherin (griechische Legende)

Beitrag von Skeptik am Di Jun 21, 2016 5:04 pm

Zitat Skeptik:
Schändung, Tötung, Vergewaltigung und Morden werden in einer höheren, geistigen Ansprüchen genügenden Form dargegeboten.

Zitat Wallenstein:
Homer und seine Ilias ist sicherlich nicht Trash, sondern Weltliteratur.

Zitat Klartext:
Interessant auch, dass die Götter auch kräftig intrigierten und mitmischten - also keine lieben und gerechten, allenfalls strafenden Götter der monotheistischen Religionen waren, sondern eben auch machten was sie wollten. Halt frei von Idealen, dafür realistisch.

Ich fand den Gedanken einfach bizarr: man berauscht sich am Handeln von Menschen und Göttern, die sich in einer Weise aufführen - "halt frei von Idealen, dafür realistisch" - und man kann das auch ohne weiteres tun. Es handelt sich ja um Weltliteratur.

Und legen wir die „Weltliteratur“ zur Seite, folgen wir aber auch anderen Idealen und sind entsetzt über ihre Verletzung, wenn Schändung, Mord und Vergewaltigung „hautnah“ als Wirklichkeit direkt vor unserer Haustüre sich abspielen.

Nicht mehr und nicht weniger ging mir durch den Kopf bei meinem Beitrag. - Es ist, bitte, kein Urteil. Nur eine Feststellung.

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Re: Kassandra, die Seherin (griechische Legende)

Beitrag von Ceres am Di Jun 21, 2016 7:31 pm

Du wirst, wenn du dich mit der griechischen Mythologie beschäftigst, vieles finden, was nicht deinen Vorstellungen vom realen Leben entspricht und kann man nicht miteinander vergleichen. Das ist Mythos und nicht RL. Damit mußt du dich abfinden!
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Re: Kassandra, die Seherin (griechische Legende)

Beitrag von Marek1964 am Mi Jun 22, 2016 12:23 am

Wenn ich das so lese, dann glaube ich, dass es Skeptik nicht so schlecht gemeint hat - aber es bleibt die Frage, was "Trash", oder ich würde vielleicht es eher "Kitsch" nennen, was unterscheidet eigentlich gute von weniger guter Literatur?

Dazu will ich einen Thread eröffnen http://geschichte-forum.forums.ag/t901-kitsch-und-kunst-wo-sind-die-unterschiede#9496

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Re: Kassandra, die Seherin (griechische Legende)

Beitrag von Ceres am Mi Jun 22, 2016 12:11 pm

Wie er es auch gemeint hat, Marek...

Was soll ich von einer Person halten, der Kunstwerke oder Weltliteratur (egal was!) für Trash hält???

Für mich ist Trash einfach soviel wie: Hirn aus - Buch rein, Hauptsache es unterhält - egal auf welchem Niveau !!

Aber man kann sich ja noch darüber zu deinem o. g. Thread äußern.
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Re: Kassandra, die Seherin (griechische Legende)

Beitrag von Skeptik am Mi Jun 22, 2016 3:00 pm

Ceres schrieb:Wie er es auch gemeint hat, Marek...

Was soll ich von einer Person halten, der Kunstwerke oder Weltliteratur (egal was!) für Trash hält???

Zitat Skeptik:
Trash ist ein kulturelles Produkt mit geringem geistigen Anspruch. Und Telenovelas sind ursprünglich Arbeiterinnen in den Zigarren-Manufakturen während der Arbeit vorgelesene Fortsetzungsromane. Hier haben wir nun wohl Entsprechendes für das reife Bildungsbürgertum. Schändung, Tötung, Vergewaltigung und Morden werden in einer höheren, geistigen Ansprüchen genügenden Form dargegeboten.

Schändung, Tötung, Vergewaltigung und Morde üben einen starken Reiz aus. Das zeigt z.B. ihr überproportional großes Vorkommen in allen unseren Fernsehprogrammen. Auch bei noch so gediegenen Produktionen kann darauf nicht verzichtet werden. Das ist auch in der von dir so verteidigten Weltliteratur nicht anders. Ich weiß wohl zu unterscheiden zwischen plattem Trash und anspruchsvoller Einbettung von Schändung, Tötung, Vergewaltigung und Morden in anerkannter Weltliteratur. Die Bewertung von Weltliteratur und Trash liegt ganz alleine bei Menschen mit entsprechender Bildung. Es ist sicher vergeblich von einem wahren Trash-Liebhaber und -Konsumenten ein fundiertes Urteil über Weltliteratur zu erwarten.

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Re: Kassandra, die Seherin (griechische Legende)

Beitrag von Ceres am Mi Jun 22, 2016 8:06 pm

Also ich muss schon sagen, das Schändung, Tötung usw. schon seit der Menschheitsgeschichte gibt.
Doch gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den sog. "gediegenen Produktionen" (wie du schreibst) und schöngeistige Literatur.
Oder möchtest du sagen, das z. B. Euripides vergleichbar mit div. TV Ausstrahlungen sind? Euripides war einer der großen Dramatiker seiner Zeit. Er war nach Aischilos und Sophokles der jüngste der drei großen Tragödiendichter - und das vor ca 400 Jahren v. Chr.!

Oder Homer mit deinen Dichtungen Ilias und Odyssee - ebenfalls ein hervorragender Dichter des Abendlandes. Seine Dichtungen haben bis heute unbeschritten eine andauernde Wirkung auf die Menschheit; denn er war schon seinerzeit DER Dichter !!

Ich möchte dir aber nicht ans Bein pinkeln, wenn ich noch einmal auf deinen letzten Text eingehe:
Wenn du schreibst, dass du zu unterscheiden weißt zwischen platten Trash und anspruchsvoller Einbettung von Schändung u. dergl (wie du schreibst) dann muss ich mich auch sehr wundern, das du überhaupt das Fernseh erwähnst, denn diese Mythologien sind philosophisch von diesen Dichtern und Philosophen verdichtet worden. Und das ist der Unterschied zwischen Meisterwerken mit hoher Dichtkunst und unsere Fernsehprogramme.
Aber treffend ist ein Satz aus deinem Text: Die Bewertung von Weltliteratur und Trash liegt ganz alleine bei Menschen mit entsprechender Bildung !!!

Nix für ungut.

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