Warum war de Gaulle gegen den Beitritt Grossbritanniens in die EWG?

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Warum war de Gaulle gegen den Beitritt Grossbritanniens in die EWG?

Beitrag von Marek1964 am Fr Jun 24, 2016 12:19 pm

in Zusammenhang mit dem Brexit stelle ich mir die Frage, warum de Gaulle gegen den Beitritt Grossbritanniens war? Er, der doch wie kein anderer die Briten als die Retter Europas kennenlernen musste?

ww.spiegel.de/politik/ausland/brexit-alles-was-sie-zum-referendum-wissen-muessen-a-1089870.html#sponfakt=2

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Re: Warum war de Gaulle gegen den Beitritt Grossbritanniens in die EWG?

Beitrag von van Kessel am Fr Jun 24, 2016 10:23 pm

hi Marek1964,
in Zusammenhang mit dem Brexit stelle ich mir die Frage, warum de Gaulle gegen den Beitritt Grossbritanniens war? Er, der doch wie kein anderer die Briten als die Retter Europas kennenlernen musste?
er hat sie aber auch - in seinem Exil in London - als hochnäsige Gastgeber eines geschlagenen Generals kennen gelernt.

Diese Demütigungen hat er wohl nie überwunden und die Tommys als das gesehen was sie sind: eine arrogante Bande von Kolonialisten, welche außerdem noch stolz auf ihre Küche sind.

Von ihm (de Gaulle) stammt übrigens auch der Ausspruch, das Nationen niemals Freunde, sondenr nur Interessen haben. Ein Spruch den die Weltenretter aus Germanien gerne vergessen. Die Schnittmenge zwischen Deutschen und Franzosen war einfach größer, als die alten Allianzen zwischen Franzosen und Engländern.


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Re: Warum war de Gaulle gegen den Beitritt Grossbritanniens in die EWG?

Beitrag von Wallenstein am Sa Jun 25, 2016 12:26 pm

van Kessel schrieb:hi Marek1964,
in Zusammenhang mit dem Brexit stelle ich mir die Frage, warum de Gaulle gegen den Beitritt Grossbritanniens war? Er, der doch wie kein anderer die Briten als die Retter Europas kennenlernen musste?
er hat sie aber auch - in seinem Exil in London - als hochnäsige Gastgeber eines geschlagenen Generals kennen gelernt.

Diese Demütigungen hat er wohl nie überwunden und die Tommys als das gesehen was sie sind: eine arrogante Bande von Kolonialisten, welche außerdem noch stolz auf ihre Küche sind.

Von ihm (de Gaulle) stammt übrigens auch der Ausspruch, das Nationen niemals Freunde, sondenr nur Interessen haben. Ein Spruch den die Weltenretter aus Germanien gerne vergessen. Die Schnittmenge zwischen Deutschen und Franzosen war einfach größer, als die alten Allianzen zwischen Franzosen und Engländern.


Mag sein, dass dies eine Rolle spielte. Aber de Gaulle hat sich ja auch mit Deutschland, seinem früheren Erbfeind, verbündet. Er war durchaus realistisch, wenn es um seine Interessen ging.

Der Grund liegt wohl mehr woanders: De Gaulle hatte Angst, dass der Beitritt Englands das Gewicht Frankreichs in der EU schmälern würde. Das jedenfalls behauptet Stephan Wall, ein britischer Diplomat, der die Verhandlungen miterlebte. Er schreibt, dass de Gaulle auf einer Pressekonferenz 1963 erklärt habe:

„Der Vertrag von Rom ist zwischen sechs kontinentalen Staaten geschlossen worden, die, wirtschaftlich gesehen, von gleicher Art sind«, begann er. »Es gibt zwischen [diesen sechs] keine Streitigkeiten, keine Grenzprobleme, überhaupt keine Rivalität in Fragen von Macht oder Dominanz.«
Außerdem sei keines der sechs Länder »durch einen politischen oder militärischen Vertrag außerhalb der gemeinsamen Verpflichtungen gebunden«.

England hingegen, fuhr de Gaulle fort, sei »insular, maritim, durch seinen Handel und seine Märkte den verschiedenartigsten und häufig weit auseinanderliegenden Ländern verbunden«. Auch habe »das Land in all seinem Tun sehr eigenwillige Gewohnheiten und Traditionen«. Ein Beitritt der Briten und der anderen Kandidaten würde die Gemeinschaft daher unwiderruflich verändern. Es entstünde »eine riesige atlantische Gemeinschaft«, die von den USA abhängig wäre. Die USA aber würden die europäische Gemeinschaft »schnell aufsaugen«.

http://www.zeit.de/2013/06/Grossbritannien-EU-Beitritt-Geschichte/seite-2

Der britische Premierminister Macmillan meinte: „De Gaulle wolle lieber »der Hahn auf einem kleinen Misthaufen sein, statt zwei Hähne auf einem größeren zu akzeptieren«.

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