Medizinische Behandlung und Versorgung im Mittelalter

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Medizinische Behandlung und Versorgung im Mittelalter

Beitrag von Nepomuk am Mo Jun 27, 2016 9:38 pm

Hallo

Wer kennt es nicht, eine Zahnwurzel-Entzündung ? Vor ca. einem Monat hatte es mich auch erwischt, die Zahnwurzel eines Backenzahns hatte sich entzündet und das vor einem langen Wochenende. Die Schmerzen die nachfolgend entstanden waren, sind extrem gewesen und mit einer der stärksten Schmerzen die ich hatte, vor allem weil gleich der halbe Kopf davon betroffen war.

500 mg Paracetamol und 1600 mg Ibu haben so gut wie gar nicht gewirkt, es tat heftig Weh. Sogar so, das mir schwindelig wurde. Montagsmorgens war ich sofort beim Zahnarzt und bekam eine Mehrtägige Wurzelbehandlung, bis der Nerv abgetötet wurde ect.

In der Zeit der heftigen Schmerzen, habe ich daran gedacht, was haben die Menschen im Mittelalter in solchen Fällen gemacht, es gab doch keine solch große Behandlungs Möglichkeiten wie es sie heute gibt. Es gab keine Schmerzmittel gegen diese wirklich heftigen Schmerzen. Was wurde unternommen, oder sind die Menschen Wahnsinnig geworden vor Schmerz und haben sich die Zähne rausgerissen ?

Wie sah das Medizinische Spektrum im Mittelalter aus ?

Nepomuk
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Re: Medizinische Behandlung und Versorgung im Mittelalter

Beitrag von van Kessel am Mi Jun 29, 2016 12:18 am

hi Nepomuk22
Wer kennt es nicht, eine Zahnwurzel-Entzündung ? ....Wie sah das Medizinische Spektrum im Mittelalter aus ?
ein belgischer Forscher erschoss sich im Kongo, weil ihn seine Zahnschmerzen wahnsinnig machten. Sehr schön auch die Sequenz, wo sich Tom Hanks auf seiner Insel (nach dem Flugzeugabsturz) seinen Zahn aus dem Maul haute.

Irgendwie scheint der Mensch noch nicht ganz fertig zu sein, oder er frisst einfach zu viel Zucker (wie George Washington, der nie lachte, weil er nur noch einen Zahnstummel im Maul hatte). Im Mittelalter wurde wohl keine Sterblichkeitsstatistik geführt, weshalb vereiterte Zähne durchaus unter einem Herzstillstand 'geführt' werden konnten. Es waren die Bader und Feldscher welche sich der armen Menschen annahmen wenn ihnen etwas Groberes passierte. Aderlaß ohne Ende, und wenn einem englischen König in Frankreich der Blinddarm platzte, war es auch für einen Monarchen das Aus. Wenn du den Medicus gelesen hast, so hast du eigentlich eine grobe Vorstellung vom Leben und Sterben im MA.

Die Ägypter konnten schon Knochen richten und eine Trepanation vornehmen (Schädelöffnung mit Hohlbohrer) was an den verblichenen Knochern nachweisbar gelungen ist. Auch der Neanderthaler kümmerte sich um seine Kranken, wie an Knochen sichtbar ist, welche schief zusammengewachsen waren, und dies der Beweis dafür ist, dass seine Sippe ihn mit Nahrung und Wärme weiterhin versorgte (und ihn nicht der Natur überließ). Letzendlich ist die medizinische Wissenschaft (zusammen mit anverwandten Wissenschaften) dafür verantwortlich, dass sich der Homo Sapiens über diesen Planeten hermachte.

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Re: Medizinische Behandlung und Versorgung im Mittelalter

Beitrag von Ceres am Mi Jun 29, 2016 10:06 am

Im Frühmittelalter und sogar noch in späterer Zeit des Mittelalters hatte das einfache Volk kaum oder gar keine medizinische Hilfe. Wenn z. B. jemand Probleme mit den Zähnen bekam, ging er zum Barbier, der auch Zähne gezogen hatte. Auch bei anderen Krankheiten gingen die Menschen zu der Zeit zu irgendwelchen "Quacksalbern" oder einfach zu Kräuterfrauen, da dieses arme Volk einen Arzt kaum oder gar nicht bezahlen konnten.
Das läßt sich auch noch bis in die Antike zurück verfolgen.
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Re: Medizinische Behandlung und Versorgung im Mittelalter

Beitrag von Ceres am Fr März 24, 2017 5:51 pm

@Nepomuk: Über das Buch "Medicus" habe ich schon gehört. Wollte es auch mal lesen. Aber habe nicht mehr an das Buch gedacht - bis jetzt !!
Nun beim Lesen deines Textes habe ich es nun endlich geordert !!
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Re: Medizinische Behandlung und Versorgung im Mittelalter

Beitrag von ArnoldB. am Fr März 24, 2017 9:10 pm

Ich möchte an die wichtige Rolle der Klöster erinnern, die die Grundlagen antiker Medizin übernahmen und auf dem experimentellen Weg insbesondere im Bereich der Diäthetik und Heilkräutermedizin weiterentwickelten. Dieser Schatz der "Naturmedizin" wird seit einigen Jahren gehoben, um ihn für die moderne Medizin nutzbar zu machen.

Alle Klöster hatten Räumlichkeiten zur Krankenversorgung, die größeren eigene "Krankenhäuser". Orden wie Benediktiner bzw. Zisterzienser versorgten nicht nur die kranken Klosterinsassen, sondern halfen auch den Menschen ihrer Umgebung und Reisenden.

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