Rätsel mit geschichtlichen Hintergrund

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Re: Rätsel mit geschichtlichen Hintergrund

Beitrag von Sebius am Mi Mai 02, 2018 7:49 am

Ja, im barocken Kunststil versuchten die beiden Maler Juan Tinoco und Alonso Cano *  die Treffsicherheit der Heiligen Milchkuh Maria darzustellen, hier aus kunsthistorisch- sowie religionshistorischer Sicht *  

Grundlage dieser aus Ägypten stammenden Ideologie der Muttergöttin Isis ist die Landwirtschaft. Der aus dem 3. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung* stammende Kult kam erst mit der Ehe Iulius Caesar und Kleopatra VII. nach Europa. Die Milchkuh war in Ägypten wichtige Nahrungsgrundlage und gleichzeitig politisches Konzept der Nahrungsmittelversorgung.

Isis als Gottesbezeichnung der ägyptischen Königin wurde neben dem König als Nährvater Ägyptens ebenso als Nährmutter bezeichnet. Maria übernahm infolge die Rolle der Nährmutter.


Aus „Schriftmäßige Lobsprüch Mariae der mächtigen Himmelskönigin“ *
(von Pater Leopold Fraydt)

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Re: Rätsel mit geschichtlichen Hintergrund

Beitrag von Skeptik am Mi Mai 02, 2018 10:54 am

Wikipedia Maria lactans:

"In der griechischen Kultur taucht das Motiv in der Heraklestradition auf. Herakles wird von Hera irrtümlich gestillt, saugt aber so stark, dass die Göttin ihn von der Brust wirft. Ihre überschießende göttliche Milch schafft die Milchstraße. Herakles hat indes schon so viel von der göttlichen Kraft aufgenommen, dass er nun seine übermenschlichen Heldentaten vollbringen kann."

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Re: Rätsel mit geschichtlichen Hintergrund

Beitrag von Sebius am Mi Mai 02, 2018 3:09 pm

Durch die Stillung des Säuglings Herakles durch Hera gewann er Riesenkräfte und wurde locker mit den Schlangen fertig die Hera ihm ins Gitterbett legte, weil er ihr in die Brust biss.


Der kleine Herakles (Museum Kapitol)

Hier sehr nett seine Konflikte mit Hera in Ich- Form erzählt:
Frühe Konflikte mit Hera

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Re: Rätsel mit geschichtlichen Hintergrund

Beitrag von Skeptik am Mi Mai 02, 2018 3:30 pm

Danke, Sebius, so schön aufbereitet macht der Göttertrash richtig Spaß und man kann ihn sogar genießen.

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Re: Rätsel mit geschichtlichen Hintergrund

Beitrag von Skeptik am So Mai 06, 2018 6:41 pm

Gesucht wird ein umtriebiger, geschäftstüchtiger Künstler im frühen 16. Jahrhundert. Er begab sich auf eine eilige Reise nach Venedig um sein Recht in einem der frühesten Copyright-Streite zu erlangen. Um was und wen ging es dabei?

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Re: Rätsel mit geschichtlichen Hintergrund

Beitrag von Sebius am Do Mai 10, 2018 11:27 am

@Skeptik,

vielleicht meinst Du Renaissancemaler um Giovanni Bellini* ein sehr geschäftstüchtiger Künstler, der eine große Werkstatt unterhielt, wo u.a. auch Tizian* beschäftigt war. Der Maler Bonifazio Veronese* und sein Kollege Palma il Giovane* verließen die Werkstatt im Streit mit Tizian. Auch Tintoretto* war in Tizians Atelier tätig- und auch er wurde aus dessen Werkstatt hinausgeworfen. Unterschiedliche soziale Schichten und Herkunft waren ausschlaggebend für konträre Ideale und Weltbilder, wohl der ausschlaggebende Grund ihre Differenzen. Die beiden Künstler blieben nicht nur erbitterte Konkurrenten, sondern waren ihr ganzes Leben lang zerstritten.

Das besagte Gemälde um den Streit hat aller Wahrscheinlichkeit ein religiöses Thema, eventuell handelt es sich um die „Himmelfahrt Marias“ o-Ä. eine Vermutung meinerseits.

Sebius

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Re: Rätsel mit geschichtlichen Hintergrund

Beitrag von Skeptik am Do Mai 10, 2018 4:48 pm

Nein, diese Künstler meine ich nicht. Und Tintoretto wurde erst sieben Jahre nach dem Streit, den ich meine, geboren. Mein Künstler war sehr erbost:
" Wehe dir, Betrüger und Dieb fremder Arbeitsleistung und Erfindung, hüte dich, deine dreisten Hände an diese Werke anzule­gen! Denn lass dir sagen, dass uns das Privileg durch den ruhmreichen Kaiser des Hl. Römischen Reiches, Maximilian, erteilt ist, …"

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Re: Rätsel mit geschichtlichen Hintergrund

Beitrag von Sebius am Do Mai 10, 2018 7:27 pm

@Skeptik,

eine sehr schöne historische Rätselfrage!

Vielleicht handelt es sich um die Auseinandersetzung, Vasari, bzw. Albrecht Dürer und Raimondi, hier aus einer PDF der Uni- Heidelberg:
http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/4284/1/Petri_Der_Fall_Duerer_vs_Raimondi_2014.pdf

Daraus:

... Wie vor Gericht sollte dazu zunächst der Tatbestand geklärt werden. Bei Vasari finden sich mehrere Widersprüche und Ungenauigkeiten zu Dürer selbst und zu dessen Verhältnis zu Marcantonio Raimondi.

"So identifiziert Vasari die von Raimondi mit Monogramm nachgestochene Folge falsch: Es ist nicht die Folge der .Kleinen Passion“, sondern das .Marienleben“. Die Passion ist nach Vasari außerdem Gegenstand einer Zusammenarbeit Dürers und Raimon dis.'2 Es scheint also einmal ein gemeinsames transalpines Projekt, ein andermal einen Konflikt gegeben zu haben. Zahlreiche Fakten der Künstlerbiographie Raimondis sind noch immer nicht geklärt. ...

... Wie die anderen Buchausgaben schließt Dürers .Marienleben“ mit einer Mitteilung und Warnung an die Raubkopierer (Abb. 4):

Gedruckt in Nürnberg durch den Maler Albrecht Dürer im Jahr des Herrn 1511. Wehe dir, Betrüger und Dieb fremder Arbeitsleistung und Erfindung, hüte dich, deine dreisten Hände an diese Werke anzulegen! Denn lass dir sagen, dass uns das Privileg durch den ruhmreichen Kaiser des Hl. Römischen Reiches, Maximilian, erteilt ist, dass niemand den Neuschnitten diese Bilder drucken oder gedruckt inner halb des Reichsgebietes verkaufen darf. Solltest Du aber in Missachtung oder aus verbrecherischer Habgier zuwiderhandeln, sei versichert, dass du nach Konfiskation deines Besitzes mit der schärfsten Strafe rechnen musst.7
aus

In der Renaissance war man sich über den sozialen Hintergrund Marias immer noch nicht schlüssig, ob Magd oder eher adelige Königstochter. Geschrieben hat die Geschichte über die Familie Jesu Geburt und Weihnachten so wie sie heute dargestellt wird T. Lindemann erst nach Luthers Tod, er war verschwägert mit der Lutherfamilie. Dürer war aktives Mitglied der Reformatoren.

Sebius

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Re: Rätsel mit geschichtlichen Hintergrund

Beitrag von Skeptik am Do Mai 10, 2018 8:18 pm

Sebius schrieb:
Vielleicht handelt es sich um die Auseinandersetzung, Vasari, bzw. Albrecht Dürer und Raimondi, hier aus einer PDF der Uni- Heidelberg:
http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/4284/1/Petri_Der_Fall_Duerer_vs_Raimondi_2014.pdf

Daraus:

Um den Tatbestand zusammenzufassen: Raimondi ko­pierte zwischen 1506 und 1508 für die venezianischen Ver­leger Niccolo und Domenico Sandri 17 Blätter des .Marienlebens“ von Dürer mit dessen Monogramm in das Me­dium des Kupferstichs. Die kopierte Folge wurde auf ihrem als Kolophon dienenden letzten Blatt als Kopie Raimondis und als Verlagsprodukt der Gebrüder Sandri gekennzeich­net. Dies entsprach der verlegerischen Praxis für Heiligen­bilder, die nicht Sammler und Kenner als Abnehmer im Sinn hatten, sondern ein frommes Publikum, das solche Bilder zur Erbauung nachfragte.

Dürer scheint aber sein von Kaiser Maximilian erhaltenes Privileg in Venedig nicht haben durchsetzen können. Venedig vergab eigene Privilegien, die nur für in Venedig gedruckte Werke durchsetzbar waren. So scheint Dürer dort nicht ganz durchgedrungen zu sein mit seinem Verlangen. Er arbeitete in Venedig dann mit Raimondi zusammen. Nach dem Motto: „If you can’t beat him, join him!" Am Ende ging es Dürer hauptsächlich darum, daß bei den fremden Nachdrucken sein AD-Monogramm nicht zu sehen war und gedruckt wurde.

Das Patent war Standortpolitik: Venedig wurde ein attraktiver Ort auch für ausländische Erfinder und Ingenieure, und die Stadt profitierte von deren Ideen. Die venezianische Regierung lud Ausländer ein, venezianische Druckprivilegien zu beantragen - unter der Vorausset­zung, dass in Venedig gedruckt wurde. Die von Vasari-Herausgeber Milanesi - mit Anton Neumayr - geäußerten Zweifel, ob die venezianischen Gesetze ausländische Wer­ke geschützt hätten, können also mit einem klaren Jein beantwortet werden.

Die nächste Nuss von Sebius!

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Re: Rätsel mit geschichtlichen Hintergrund

Beitrag von Sebius am Fr Mai 11, 2018 10:48 am

Eine etwas schwierige Frage, weil Wiki darüber keine Auskunft gibt:

„Aus welcher kulturellen Verbindung und benannten Regenten leitet sich der eingedeutschte Name Bartholomäus ab?

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Re: Rätsel mit geschichtlichen Hintergrund

Beitrag von Ceres am Fr Mai 11, 2018 11:06 am

Ich weiß nur soviel, dass der Name eine griechische bzw. lateinischen Form, aber hebräischen Ursprung hat. Die Bedeutung ist: So hieß der Sohn des Tolmai. In der Bibel ist Bartholomäus ein Apostel.

Sicher beantwortet es nicht ganz deinem Rätsel. Aber vielleicht weiß jemand noch mehr darüber?

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Re: Rätsel mit geschichtlichen Hintergrund

Beitrag von Sebius am Fr Mai 11, 2018 3:58 pm

@Ceres,

„Aposteln“ waren keine Regenten.

Ein kleiner Hinweis, den ursprünglichen Namen meiner Frage kann man auf mehreren Namenskartuschen lesen. „Bartholomäus" schreibt sich auch „Partolomäus“ ist für die richtige Antwort zwar irrelevant, bloß eine Eindeutschungsform, aber der gesuchte Name und Begriff transkribiert sich zu Beginn mit „P“ .

Sebius

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Re: Rätsel mit geschichtlichen Hintergrund

Beitrag von Ceres am Fr Mai 11, 2018 5:41 pm

Das war mir klar, das Aposteln keine Regenten waren, lieber Sebius Smile
Ich ging hierbei von der Herkunft und Bdeutung des Namens im allgemeinen aus. Dabei habe ich mich auch nicht festgelegt und den letzten Satz hinzugefügt.
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Re: Rätsel mit geschichtlichen Hintergrund

Beitrag von Skeptik am Fr Mai 11, 2018 7:43 pm

Bartholomäus steht wahrscheinlich am Ende verschiedener Namensentwicklungen. Es gibt sicher eine Verbindung von Bar Talmai, bartalmai (Sohn des Talmai) und Ptolemais - sehr oft ein Herrschername - und z.B. Name eines Generals von Alexander dem Großen.

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Re: Rätsel mit geschichtlichen Hintergrund

Beitrag von Sebius am Fr Mai 11, 2018 9:51 pm

@Skeptik, bravo!

Du hast die Nuss geknackt.

Ja gemeint ist der Name, Dynastie Ptolemäus und dessen Epoche der Ptolemäer, ein General (Ptolemaios I. Soter, von 367 bis 283 v.) Alexander des Großen der eine griechisch- ägyptische Epoche einleitete. Variierende Schreibweisen: Ptolemaeus (Latein), Ptolemäus (Griechisch), Ptolemaios (eingedeutscht), u.a.  

Hier sein Eigenname:

-> Leserichtung


Transkription durch Jean-François Champollion


Bild Google

Der Kartuschenname blieb bis zur Zeit Caesars immer gleich, der letzte Herrscher der Dynastie der Ptolemäer war sein Sohn der kleine Caesar, genannt Caesarion (Caesarsohn) Ptolemaios XV.

Der griechisch- latinisierte eingedeutschte Name „Partolomäus“ bzw. „Bartholomäus“ leitet sich davon ab, da weder Latein noch Deutsch den Doppelkonsonanten „Pt“ (Ptolemäus) aus dem griechisch- ägyptischen in der Phonetik anwendet, das sogenannte Aleph- Phonem.


Bild Google

"Pt“ = Aleph- Phonem, bereits im ägyptischen Gott Ptah aus dem 4. Jahrtausend v. u. Zr.

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Re: Rätsel mit geschichtlichen Hintergrund

Beitrag von Skeptik am So Mai 13, 2018 10:18 am

Wir suchen einen wenig sonntäglichen, gierigen Erzbischof aus dem 14. Jahrhundert. Er stand einem Erzbistum vor, das von einem Kaiser als das Ranghöchste eingestuft wurde. Nicht das Wohlergehen seiner Schäfchen sondern der Mammon lag ihm vor allem am Herzen. Noch eine Steuer hier und eine zusätzliche Abgabe da. Als er es mit seiner Habgier übertrieb und auch noch die Biersteuer erhöhte, brachte er sozusagen das Faß zum Überlaufen. Man setzte ihn fest und erschlug ihn bald darauf in einem dunklen Keller mit einer eisernen Türklinke.

Wer war der Kirchenfürst und wie hieß sein Erzbistum?

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Re: Rätsel mit geschichtlichen Hintergrund

Beitrag von Sebius am So Mai 13, 2018 1:52 pm

Handelt es sich eventuell um den Erzbischof Konrad von Hochstaden * der sich im Jahre 1238 vom Kaiser Friedrich II * ein Privileg einholte, welches ihm die Erhebung einer Biersteuer gestattete?
Diese Information habe ich in der Web des Kölner Brauereiverbandes gefunden *

Das Erzbistum Konrad von Hochstaden wäre demnach jenes von Köln, Wiki dazu:

Erzbischof  Konrad von Hochstaden ... legte am 15. August 1248 den Grundstein zum gotischen Kölner Dom und am 3. März 1255 zur Zisterzienserabteikirche in Altenberg (= Altenberger Dom); einer der bedeutendsten Politiker auf dem erzbischöflichen Thron ... aus

Das tragische Ende dieses überaus geschäftstüchtigen Erzbischof fand ich bislang leider nicht, aber ich denke dass Du gut recherchiert hast und dem auch so war. Drogen und Kirchen sind überall eng miteinander verbunden, in orientalischen Ländern „wo geraucht wird“ hört sich jeder „Einkäufer“ zuerst mal in Moscheen um ...

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Re: Rätsel mit geschichtlichen Hintergrund

Beitrag von Skeptik am So Mai 13, 2018 4:52 pm

Leider ist es der von Hochstaden nicht. Aber mit der Biersteuer hatte es der also auch. KvH ist aber schon 1261 gestorben. Ich hoffe es war ein friedlicher Hinschied.
Mein Erzbischof machte die unselige Bekanntschaft mit dieser eisernen Türklinke aber erst im ersten Viertel des 14. Jahrhunderts. Und Köln war es schon mal nicht.
Um seine Geldgier zu unterstreichen: Er verlangte auch einen "Zoll" für den Tritt über die Kirchenschwelle. Was aber nicht mehr zum Tragen kam.

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Re: Rätsel mit geschichtlichen Hintergrund

Beitrag von Sebius am So Mai 13, 2018 9:22 pm

Auch Berthold von Henneberg * war mit der Biersteuer schnell zur Hand.

Berthold veranlasste „Bücherzensur zur Reinhaltung von christlicher Lehre ... und "Seinen Untertanen gestattete er die Erhebung einer Biersteuer ... er war Erzbischof und Kurfürst von Mainz *

Allerdings fällt er bereits ins 15. Jhd. (1441-1504) und Berthold verstarb an „ ... langwieriger Krankheit ... *

Offensichtlich waren mehrere Bistümer durch Biersteuer reich geworden. Wenn es der Berthold auch nicht ist, werde ich weitersuchen und den passenden bierbesteuernden Erzbischof schon finden ...

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Re: Rätsel mit geschichtlichen Hintergrund

Beitrag von Sebius am So Mai 13, 2018 9:37 pm

Habe eventuell den richtigen gefunden, Erzbischof Burchard III., sein Bistum war Magdeburg *

Die NTV- Nachricht schreibt *

„Denn der Magdeburger lässt nicht mit sich spaßen. Das musste 1325 selbst ein Erzbischof am eigenen Leibe erfahren. Zwischen der bürgerlichen Stadtverwaltung und der Kirche herrschte fast ein Dauerstreit wegen der Steuern und Abgaben, doch Erzbischof Burchard III. war offenbar der Gierigste. ..."

„... Noch vor dem nächsten Morgen wurde Burchard III. mit einer eisernen Türklinke erschlagen und im Sand des Kellers verscharrt. ...
aus

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Re: Rätsel mit geschichtlichen Hintergrund

Beitrag von Skeptik am Mo Mai 14, 2018 9:21 am

Der Dritte war der Richtige, Sebius!

Aber auch einen Burchard III. meuchelt man nicht ungestraft. Der Papst belegte die Magdeburger mit seinem Bann. Sie durften fünf Jahre lang nicht beerdigen und entsorgten ihre Toten in der Elbe.

Auch Kollegen des Burchard ließ der Mord nicht ruhen und man versuchte es mit einer Heiligsprechung. Den Tod durch eine eiserne Türklinke deutete man als das erforderliche Martyrium. Aber bei den dann noch nötigen Wundern kam man nicht recht weiter. Es waren einfach zu wenige um eine Heiligsprechung zu beantragen. Alle Kanonisierungsversuche verliefen im Sande.


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Re: Rätsel mit geschichtlichen Hintergrund

Beitrag von Sebius am Mo Mai 14, 2018 1:59 pm

Ja, denn bei einer Heiligsprechung wäre Burchard III. wesentlich bekannter, so ging er weniger rühmenswert in die Geschichte ein.

Meine neue historische Rätselfrage lautet:

„Von wem stammt dieses Gemälde, wie lautet der Titel des Bildes, aber vor allem wen (siehe roter Pfeil) porträtierte der Künstler tatsächlich, wo kamen die vier tatsächlich alle her und in welchem Verhältnis standen sie?


Bild Google

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Re: Rätsel mit geschichtlichen Hintergrund

Beitrag von Skeptik am Di Mai 15, 2018 12:50 pm

Da sind wir sicher wieder bei Albrecht Dürer. Das Bild hat die Bezeichnung „Vier Apostel“. Aber von den zwölf Aposteln haben wir hier nur zwei. Johannes und Petrus. Der im Hintergrund ist der Evangelist Markus und ganz rechts der selbsternannte Apostel Paulus. DieAltartafeln wurden 1526 gemalt. Der Johannes soll eine Ähnlichkeit mit dem Reformator Melanchton haben. Wie ihn ein Bild - auch 1526 geschaffen - zeigt:



Was sich Dürer wohl bei dieser Zusammenstellung der Männer gedacht hat? Könnte mir vorstellen, der Titel „Vier Apostel“ stammt nicht von Dürer selbst.

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Re: Rätsel mit geschichtlichen Hintergrund

Beitrag von Sebius am Di Mai 15, 2018 5:11 pm

@Skeptik, alle Achtung, Du hast das Rätsel wiederum sehr gut gelöst!

Es ist Melanchthon mit seinem Nürnberger Freundeskreis.


Bild google *


aus * (u.a. Albrecht Dürers „Vier Apostel“ eine kirchen- und kunsthistorische Untersuchung, von Karl Arndt Bernd Moeller)  

Wobei ich mir mit den beiden Apostel im ersten Teil des Diptychon Dürers dargestellter Figuren nicht so sicher bin wie z.B. Wikipedia * die Reihung wird angegeben mit: Johannes, Petrus, Marcus und Paulus, ja o.k., aber die Ähnlichkeit Melanchthon zum gemalten Johannes (der erste von Links)? da denke ich eher an Petrus mit dem Schlüssel in der Hand der zwar weniger attraktiv aussieht, aber genau dieselbe Physionomie aufweist wie Melanchthon, harte Gesichtszüge, Hakennase und die markante eckige Stirn, als Vergleich dazu:


Eigenarrangement aus verschiedenen Bild- Elementen, u.a. Google

@Skeptik, Du meinst wie das figurale Arrangement zustande kam? Ganz einfach, alle waren Freunde, standen Modell und wollten sich als Apostel durch ihren Freund und Mitstreiter dem Maler Albrecht Dürer der Reformationsbewegung, der sie schließlich alle angehörten verewigt wissen, Eitelkeit auf akademischen Niveau. Der Titel "Die vier Apostel" stammt aus dem Jahre 1538, nach dem Tode Dürers, gemalt hat er es bereits im Jahre 1526, geboren 1471 in Nürnberg und verstorben ebenda am 6. April im Jahr 1528 - und alle, ebenso Melanchthon waren sie aus Nürnberg, wahrscheinlich Freunde von Kindheit an.

Dazu ebeso ein Kommentar von de.academic

" ... Der seit 1538 verwendete Bildtitel Die vier Apostel ist eigentlich nicht ganz korrekt, da der Evangelist Markus kein Apostel war und der Evangelist Johannes mit dem Apostel Johannes gleichgesetzt wurde."  *

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Re: Rätsel mit geschichtlichen Hintergrund

Beitrag von Skeptik am Di Mai 15, 2018 9:05 pm

...und alle, ebenso Melanchthon waren sie aus Nürnberg, wahrscheinlich Freunde von Kindheit an.

Sebius, ob Du da etwas verwechselst?
Melanchton ist im Badischen, in Bretten aufgewachsen. Hat in Tübingen studiert und sein Leben mit Familie in Wittenberg verbracht.
Von Nürnberg ist nirgends die Rede.
Wer sind denn die vier Freunde dieses Freundeskreises?

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Re: Rätsel mit geschichtlichen Hintergrund

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