Der Homestead Act oder das Heimstättengesetz

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Der Homestead Act oder das Heimstättengesetz

Beitrag von Orianne am So Jan 25, 2015 1:22 pm

Der Homestead Act oder das Heimstättengesetz

Der Homestead Act oder das Heimstättengesetz wurde in den Vereinigten Staaten von Amerika 1863 als ein Bundesgesetz zum Landerwerb eingeführt, das die einzelstaatlichen Regelungen ergänzte.
Es erlaubte jeder Person über 21 Jahren sich auf einem unbesiedelten Landstück niederzulassen, sich etwa ein 64 ha grosses Landstück abzustecken und zu bewirtschaften. Nach 5 Jahren wurde der sogenannte Squatter (eigentlich ein Schimpfwort)
zum Eigentümer. Wenn aber ein „illegaler“ Landbesetzer (Squatter) 200 USD zahlte, dann war die Wartezeit nur 6 Monate. Das Gesetz wurde von Präsident Abraham Lincoln am 20. Mai 1862 unterzeichnet.

Am Ende des 18. Jahrhunderts standen noch ca. 2.300.000.000 km2 oder (570 Mio. Acre) zur Besiedelung für Verfügung, einfach eine unglaubliche Menge Land, das viele arme Leute aus aller Welt anzog, wobei natürlich nur ein kleiner Teil bewirtschaftet werden konnte.

Im Jahre 1906 wurde der Forest Homestead Act verabschiedet, und 1912 eine letzte Erweiterung des Gesetzes beschlossen, dass die Bewirtschaftungsdauer auf drei Jahre für den Squatter herabsetzte.

1976 wurde diese Landnahme durch dieses Gesetz eingestellt, es war nur noch bis 1986 in Alaska erlaubt.

In Europa wurde der Homestead Act in gemilderter Form in einigen Ländern eingeführt. Die Gründe waren:

1. Schaffung von Grundeigentum, das nicht gepfändet werden konnte (Gläubigerschutz)
2. Förderung des Siedlungsgedankens (Kleinbauerntums)
3. Eindämmung der Landflucht

Eingeführt wurde das Gesetz von Rumänien (1864), Serbien (1873), Österreich (1888), Frankreich (1894), Schweiz (1907), Belgien (1909) und Deutschland 1920. In Liechtenstein sind Teile des Gesetzes immer noch in Kraft, wogegen es in der Schweiz im Zivilgesetzbuch per 1. Januar 2000 gestrichen wurde (Es wurde kaum Gebrauch davon gemacht, weil das Land einfach zu klein war und ist).

In Deutschland wurde das Gesetz nach dem 1. Weltkrieg ab 1921 rege genutzt, da es die Existenz von ehemaligen Soldaten, Witwen und Waisen sichern sollte. Das Heimstätten Gesetz wurde 1993 aufgehoben.

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