Geistesgrößen der Wissenschaftsgeschichte

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Geistesgrößen der Wissenschaftsgeschichte

Beitrag von Nepomuk am Fr Okt 21, 2016 11:20 am

Der nachfolgende Text wurde von WALLENSTEIN verfasst.

Statt wieder über das Wetter zu fabulieren, sollten wie noch einmal über die Relativitätstheorie sprechen. Statt einen Artikel komplett aus Wikipedia zu kopieren, macht es meines Erachtens mehr Sinn, lediglich einen Link zu setzen. Diesen Artikel versteht man als Nicht-Physiker nicht und Nepomuk mit Sicherheit auch nicht, sonst hätte er ihn in eigenen Worten wiedergegeben.

Ich bin kein Physiker, musste nur nebenbei einige Scheine machen. Über die Relativitätstheorie habe ich nur wenige Kenntnisse.

Meines Erachtens wurde aber die Frage von Skeptik nicht ganz korrekt gestellt und auch nicht korrekt beantwortet. Das Beispiel mit dem Mädchen und dem Ofen bezieht sich meines Wissens nicht auf die Allgemeine Relativitätstheorie aus dem Jahre 1915, sondern auf die Spezielle Relativitätstheorie aus dem Jahre 1905.

Die Kernaussage der Speziellen Relativitätstheorie lautet: Die Gesetze der Physik gelten für jedermann, egal, ob und wie er sich durch das Universum bewegt. Die wichtigste Konsequenz daraus ist die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit, mit c benannt, 300.000 km/sec.

Man stelle sich ein Auto vor, das mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h auf einen zufährt. Man könnte meinen, die Geschwindelt des Lichts würde jetzt betragen c + 100km/h. Das ist aber nicht der Fall, ob sich das Auto nähert oder entfernt, die Lichtgeschwindigkeit ändert sich nicht. Das Spektakuläre dabei ist, das sich die Bedingungen, wenn es erforderlich ist, verändern können, alles außer der Lichtgeschwindigkeit. Auch die Zeit kann sich demzufolge verändern.

Das führt zu so verblüffenden Ergebnissen, dass jemand in einem Raumschiff, welches sich mit fast Lichtgeschwindigkeit bewegt, kaum altert, während im gleichen Zeitraum auf der Erde hunderte von Jahren vergehen.

Auch die Formel E = mc² stammt aus der Speziellen Relativitätstheorie und ist somit 111 Jahre alt. Einstein beendete damit den alten Streit zwischen Newton und Leibnitz. Newton hatte die Energie eines bewegten Körpers definiert als Produkt von Masse m und Geschwindelt v. Zwei Körper mit gleicher Masse, die sich in entgegengesetzter Richtung bewegen und zusammen stoßen führen dazu, dass sich die Energie gegenseitig aufhebt und verschwindet. Leibnitz hingegen behauptete, richtig sei mv².

Das macht einen riesigen Unterschied, denn bei Leibnitz sind es Quadrate und die sind immer positiv. Stoßen die Massen zusammen, verschwindet die Energie nicht, sondern wird nur umgewandelt. Aus kinetischer Energie wird Wärmeenergie. Damit hatte Leibnitz Recht behalten, was ich ihm gönne, denn Newton war bei aller Genialität ein äußerst unangenehmer Zeitgenosse.

Einstein hatte nun erkannt, dass auch Masse eine Form von Energie ist und setzte statt v² die Lichtgeschwindigkeit c². Warum das geht, will ich jetzt nicht näher erläutern.

Die Theorie von Einstein ist schwer zu verstehen, weil sie in ungewohnte Dankbahnen vorstößt. Als Einstein Anfang der dreißiger Jahre in die USA emigrierte, erzählte er pausenlos allen Passagieren seine Theorie und diese waren schließlich der Meinung, dass zumindest Einstein sie verstanden hatte.


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Re: Geistesgrößen der Wissenschaftsgeschichte

Beitrag von van Kessel am So Okt 23, 2016 1:13 pm

Verzeihung, was hat die Relativitätstheorie, mit dem Thema "Geistesgrößen.." zu tun?
Wenn ich z.B. an Darwin denke, muss ich dann seine gesamte Evolutionstheorie herunterbeten, ode reicht es zu posten, dass diese Theorie - imho - die Menschheit mehr umwälzte, als alle Relativitätstheorien zusammen?

Aber schon gerät man in Erklärungsnot, denn jede Fachwissenschaft reklamiert die 'Größe' für sich und zu der Frage, was 'Größe' per se bedeutet.

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Re: Geistesgrößen der Wissenschaftsgeschichte

Beitrag von Wallenstein am So Okt 23, 2016 1:50 pm

@van Kessel

Der obige Beitrag ist in einem ganz anderen Zusammenhang entstanden und Nepomuk hat daraus diesen Thread gemacht, was ich persönlich nicht so gut finde. Aber egal.

Ich bin allerdings schon der Meinung: Schreibt man etwas über eine Geistesgröße, dann würde ich es auch gut finden, etwas über die von Ihnen entwickelten Theorien zu schreiben. Darwin eignet sich hierfür sehr gut, denn seine Evolutionstheorie ist auch für Laien einfacher zu verstehen als beispielsweise die Unschärferelation von Heisenberg oder eben die Relativitätstheorie.

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Re: Geistesgrößen der Wissenschaftsgeschichte

Beitrag von Skeptik am So Okt 23, 2016 8:15 pm

Nepomuk schrieb:Der nachfolgende Text wurde von WALLENSTEIN verfasst.

Meines Erachtens wurde aber die Frage von Skeptik nicht ganz korrekt gestellt und auch nicht korrekt beantwortet. Das Beispiel mit dem Mädchen und dem Ofen bezieht sich meines Wissens nicht auf die Allgemeine Relativitätstheorie aus dem Jahre 1915, sondern auf die Spezielle Relativitätstheorie aus dem Jahre 1905.

Ich zitierte diesen Satz Einsteins in meinem Rätsel:
Wenn man zwei Stunden lang mit einem Mädchen zusammensitzt, meint man, es wäre eine Minute. Sitzt man jedoch eine Minute auf einem heißen Ofen, meint man, es wären zwei Stunden. Das ist Relativität.
Den Schluß "Das ist Relativität" ließ ich weg um das Rätsel etwas zu erschweren. Ich habe bis jetzt nirgends einen Hinweis gefunden, wann Einstein diesen Spruch tat.

Wallenstein hat anscheinend auch die beiden Theoriebezeichnungen verwechselt. Siehe:

https://de.wikipedia.org/wiki/Spezielle_Relativit%C3%A4tstheorie

Zitat: 1915 wurde sie von Einstein in Spezielle Relativitätstheorie umbenannt, als er seine Allgemeine Relativitätstheorie (ART) veröffentlichte. Diese schließt anders als die SRT auch die Gravitation mit ein.


Wenn 1915 auch noch die Gravitation mit eingeschlossen wurde, paßt das doch auf das Schönste mit dem Beispiel für Zeitempfindung zusammen: Die Gravitation zweier schöner Körper nebeneinander und die besondere Gravitation des Allerwertesten auf der heißen Herdplatte.

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Re: Geistesgrößen der Wissenschaftsgeschichte

Beitrag von van Kessel am Mo Okt 24, 2016 12:06 pm

@"Wallenstein"
Darwin eignet sich hierfür sehr gut, denn seine Evolutionstheorie ist auch für Laien einfacher zu verstehen als beispielsweise die Unschärferelation von Heisenberg oder eben die Relativitätstheorie.
alles zu seiner Zeit, verehrter Wallenstein. Für die Zeitgenossen, war die Evolutionstheorie eines Darwin ebenso 'unverständlich', wie für den 'späteren' Menschen, die quantenmechanischen Überlegungen, oder das Chaos in der Allgemeinen Relativitätstheorie.

So wie ein Einstein mit seiner "Energieformel" die Welt erklärte, tat es ein Darwin mit seiner "Zuchtwahl". Beides verständliche Mechanismen, wo Masse einen Impuls bewirkt, oder wo durch Zucht ein Selektionsdruck enststeht, und die Zuchtwahl ausgelöst wird von 'survival of the fittest'.


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Re: Geistesgrößen der Wissenschaftsgeschichte

Beitrag von Wallenstein am Di Okt 25, 2016 11:18 am

Thomas von Aquin
Thomas von Aquin (1225-1274) war der bedeutendste  Vertreter der Scholastik, einer Wissenschaftsströmung, die auf der Logik von Aristoteles aufbaute und Theologie und Philosophie kombinierte. Seine Auffassungen zur Wirtschaft, dargestellt in seinem Werk „Summa theologica“, klingen in mancher Hinsicht durchaus modern.

Der „gerechte Preis“ bestimmte damals das ökonomische Denken. Für Thomas von Aquin muss das Äquivalenzprinzip gelten: Der Preis setzt sich zusammen aus Kosten und der geleisteten Arbeit, die in Arbeitsstunden gemessen wird.  Unter Kosten versteht er die Rohstoffkosten, abweichende Qualitäten in der Arbeit und der Güter können der Quantität nach ausgeglichen werden.

Das „Eigentum“. Gott gehört zwar alles, aber der Einzelne darf Dinge als Eigentum besitzen. Aquin unterscheidet zwischen natürlichen Gütern und künstlichen Gütern. Die natürlichen Güter wie Wasser, Luft etc. gehören allen, die künstlichen Güter aber den Menschen. Der Mensch darf künstliche Güter erwerben, verwalten und vererben. Gemeineigentum lehnt er ab aus drei Gründen:

1. Über Privateigentum wacht der Mensch mehr als über das Gemeineigentum, denn die Arbeit und Mühe des Gemeineigentums überlässt er lieber den anderen.

2. Privates Eigentum nutze auch der Gesellschaft, da es besser ist, das jeder seinen eigenen Bereich verwaltet.

3. Die Gesellschaft ist friedlicher, wenn jeder sein Eigentum besitzt und dies halbwegs gerecht verteilt ist. Jeder soll das Lebensnotwenige besitzen.

Aquin fordert aber, das Privateigentum auch der Gemeinschaft nützen soll, denn daraus erwachsen soziale Verpflichtungen. Reiche sind verpflichtet, den Armen zu helfen.  Übermäßige Konzentration von Reichtum  lehnt er ab.

Aquin unterscheidet zwischen der Tauschgerechtigkeit und der Verteilenden Gerechtigkeit. Tauschgerechtigkeit gilt auf dem Markt, verteilende Gerechtigkeit muss von übergeordneten Instanzen organisiert werden, die Verteilung von Gütern ohne direkte Gegenleistung nach Bedürftigkeit und sozialem Status.

Aquin unterscheidet zwischen der körperlichen und der geistigen Tätigkeit. Letztere stuft er als höherwertig ein. Beten oder studieren sind auch Arbeit.  Abgaben an die Kirche seien deshalb gerechtfertigt. Somit rechtfertigte er die mittelalterliche Ständeordnung.

Handelsgewinne werden gerechtfertigt, da nur durch den Austausch Lücken und Engpässe in der Gesellschaft ausgeglichen werden können.

Zinsen sind ihm suspekt, können aber genommen werden, wenn 1.) sich der Wert des Geldes ändern könnte 2.) wenn ansonsten dem Gläubiger ein Schaden entsteht oder überhaupt erst ein Gewinn ermöglicht wird. Aquin erkennt frühzeitig Zins als Produktionsfaktor.

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